{"id":8480,"date":"2025-04-04T20:32:08","date_gmt":"2025-04-04T20:32:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/8480\/"},"modified":"2025-04-04T20:32:08","modified_gmt":"2025-04-04T20:32:08","slug":"entdeckung-in-der-wueste-wie-kommt-die-neandertaler-dna-in-die-sahara","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/8480\/","title":{"rendered":"Entdeckung in der W\u00fcste: Wie kommt die Neandertaler-DNA in die Sahara?"},"content":{"rendered":"<p class=\"text\">\nBis vor 5.000 Jahren war die Sahara gr\u00fcn. Fast zehntausend Jahre lang, w\u00e4hrend der\u00a0&#8222;African Humid Period&#8220;, gab es Wasser und Leben in dem Gebiet, das heute die gr\u00f6\u00dfte W\u00fcste der Welt ist. Damals lebten dort Menschen, die offenbar keine Vorfahren s\u00fcdlich der Sahara besa\u00dfen, aber durch kulturellen Austausch zu Viehhirten wurden und auch auf Neandertaler trafen. Das zeigen DNA-Analysen eines Forschungsteams des <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/wissen\/archaeologie-fruehgeschichte\/svante-paabo-vita-neandertaler-mpi-eva-leipzig-104.html\" title=\"Nobelpreis-Tr\u00e4ger P\u00e4\u00e4bo: Forschung zwischen Steinzeitgenetik und Neandertaler-Lifestyle\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Max-Planck-Instituts f\u00fcr evolution\u00e4re Anthropologie Leipzig<\/a>. Die DNA dieser Menschen fanden die Forscher im Takarkori Rock Shelter, einem Felsgebiet in S\u00fcdlibyen.\n<\/p>\n<p>Isoliert in der gr\u00fcnen Sahara<\/p>\n<p class=\"text\">\nDie fehlenden genetischen \u00dcbereinstimmungen mit Menschen, die damals s\u00fcdlich der Sahara lebten, lassen die begr\u00fcndete Vermutung zu, dass die Takarkori-Individuen lange isoliert geblieben waren. Allerdings sind sie laut den Forschenden genetisch sehr eng mit 15.000 Jahre alten J\u00e4gern und Sammlern verwandt, die w\u00e4hrend der Eiszeit in der Taforalt-H\u00f6hle in Marokko lebten. Diese wiederum werden mit der Iberomaurusischen Steinwerkzeugkultur in Verbindung gebracht, die der\u00a0Zeit der gr\u00fcnen Sahara\u00a0vorausging. Entgegen fr\u00fcheren Annahmen, so die Schlussfolgerung, gab es in dieser Zeit offenbar keinen Genfluss zwischen den Bev\u00f6lkerungsgruppen s\u00fcdlich der Sahara und Nordafrikas.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nDer Pastoralismus, die Wanderviehhaltung, die die Menschen von Takarkori praktizierten, wurde offenbar durch kulturellen Austausch weitergegeben, so Studien-Erstautorin Nada Salem vom Max-Planck-Institut f\u00fcr evolution\u00e4re Anthropologie. &#8222;Unsere Forschung stellt bisherige Annahmen \u00fcber die Bev\u00f6lkerungsgeschichte Nordafrikas in Frage und belegt die Existenz einer tief verwurzelten und lange isolierten genetischen Abstammungslinie.&#8220;\n<\/p>\n<p>Austausch mit Neandertalern<\/p>\n<p class=\"text\">\nEinen genetischen Einfluss jenseits Afrikas konnte das Forscherteam dagegen klar nachweisen: <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/wissen\/archaeologie-fruehgeschichte\/spermienkonkurrenz-mensch-neandertaler-aussterben-100.html\" title=\"Mehr Sexpartner, geringe eigene Population \u2013 Neue Theorie zum Aussterben des Neandertalers\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Neandertaler-DNA<\/a>. Zwar zehnmal weniger als bei Menschen au\u00dferhalb Afrikas \u2013 in Europa sind das heute noch bis zu zwei Prozent, die jeder von uns in sich tr\u00e4gt \u2013, aber mehr als heutige Subsahara-Afrikaner. &#8222;Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass die fr\u00fchen nordafrikanischen Populationen zwar weitgehend isoliert waren, aber aufgrund des Genflusses von au\u00dferhalb Afrikas Spuren von Neandertaler-DNA erhielten&#8220;, sagt Johannes Krause, leitender Autor und Direktor am Max-Planck-Institut f\u00fcr evolution\u00e4re Anthropologie.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Bis vor 5.000 Jahren war die Sahara gr\u00fcn. 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