{"id":848028,"date":"2026-03-06T16:25:15","date_gmt":"2026-03-06T16:25:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/848028\/"},"modified":"2026-03-06T16:25:15","modified_gmt":"2026-03-06T16:25:15","slug":"protest-gegen-mordtaten-in-bielefeld-femizide-nicht-als-einzelfaelle-abtun","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/848028\/","title":{"rendered":"Protest gegen Mordtaten in Bielefeld: \u201eFemizide nicht als Einzelf\u00e4lle abtun\u201c"},"content":{"rendered":"<p id=\"absatz1\" class=\"em_text\">Bielefeld. Die Gruppe \u201eFemizide stoppen \u2013 Bielefeld\u201c hat sich zur Aufgabe gemacht, den Mord an Frauen, weil sie Frauen sind, den sogenannten Femizid, st\u00e4rker ins Bewusstsein der Bev\u00f6lkerung zu r\u00fccken und dar\u00fcber aufzukl\u00e4ren. Die Aktivistinnen fordern aber nicht nur gesellschaftliche Wahrnehmung, sondern auch ein gr\u00f6\u00dferes politisches und rechtliches Bewusstsein f\u00fcr das Thema. Einen Tag vor dem Internationalen Frauentag wird die Bielefelder Ortsgruppe der bundesweit agierenden Bewegung am Niederwall ein Zeichen setzen.<\/p>\n<p id=\"absatz2\" class=\"em_text\">Frauen werden in den meisten F\u00e4llen nicht aufgrund zuf\u00e4lliger Umst\u00e4nde get\u00f6tet, laut Statistik sind die T\u00e4ter in 99 Prozent der F\u00e4lle M\u00e4nner. Die Aktivistinnen sprechen von der \u00e4u\u00dfersten Stufe geschlechtsspezifischer Gewalt, der vors\u00e4tzlichen T\u00f6tung der Frauen.<\/p>\n<p id=\"absatz3\" class=\"em_text\">In ihrer Mitteilung hei\u00dft es: \u201eGr\u00fcnde daf\u00fcr k\u00f6nnen geschlechtsbezogene Ungleichwertigkeitsvorstellungen oder die Nicht-Entsprechung sexistischer Rollen- und Verhaltenserwartungen sein. Auch ein selbstbestimmtes Leben, das sich der Kontrolle des T\u00e4ters entzieht, kann ein Motiv sein.\u201c In Deutschland k\u00e4men die T\u00e4ter meist aus dem nahen Bekanntenkreis oder sie sind aktuelle oder fr\u00fchere Partner. \u201eDazu geh\u00f6ren auch sogenannte \u2019Ehrenmorde\u2019.\u201c<\/p>\n<p>Aktivistinnen fordern Politik und Justiz auf, dagegen vorzugehen<\/p>\n<p class=\"em_text\">F\u00fcr diese Form der t\u00f6dlichen Gewalt hat sich in der Kriminalforschung der Begriff \u201eFemizid\u201c etabliert, trotzdem reiche der Blick in Deutschland auf diese T\u00e4ter und ihre Motivation immer noch nicht aus, sagen die Aktivistinnen von \u201eFemizide stoppen\u201c: \u201eWir m\u00f6chten, dass Femizide nicht mehr als Einzelf\u00e4lle abgetan werden, sondern dass gegen das dahinterstehende System politisch und juristisch vorgegangen wird.\u201c<\/p>\n<p id=\"absatz5\"><b class=\"bold\">Zum Thema<\/b>: <a href=\"https:\/\/www.nw.de\/lokal\/bielefeld\/mitte\/23320454_Ehefrau-getoetet-Opfer-verblutete-nach-mehreren-Stichen-und-Schnitten.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ehefrau get\u00f6tet: Opfer verblutete nach mehreren Stichen und Schnitten<\/a><\/p>\n<p id=\"absatz6\" class=\"em_text\">So m\u00fcsse der immer noch in der \u00d6ffentlichkeit verwendete Begriff wie Ehrenmord hinterfragt werden: Suggeriere er doch, dass ein Fehlverhalten einer Frau die Ehre des T\u00e4ters in einer Form verletzt hat, dass er dadurch zum Mord angestiftet wird oder keine andere Wahl hatte. Damit \u00fcbernehme der Begriff die Argumentation der T\u00e4ter.<\/p>\n<p>Ein Femizid ist kein Familiendrama!<\/p>\n<p id=\"absatz7\" class=\"em_text\">\u201eDasselbe gilt auch f\u00fcr die Begriffe wie \u2019Familiendrama\u2019, \u2019Beziehungstat\u2019 oder \u2019Trag\u00f6die\u2019\u201c, hei\u00dft es in der Mitteilung der Gruppe. Diese Begriffe deuteten an, dass es innerhalb der Familie oder der Beziehung zu einer Katastrophe gekommen ist. Solche Begriffe vereinnahmen beide Seiten der Tat als Verantwortliche und verhindern die Benennung der Tatsachen: Der Mann hat die Frau get\u00f6tet oder ermordet.<\/p>\n<p id=\"absatz8\"><b class=\"bold\">Auch lesenswert<\/b>: <a href=\"https:\/\/www.nw.de\/lokal\/bielefeld\/mitte\/24254097_Bielefelder-Justiz-Warum-Missbrauchsfaelle-so-oft-mit-einem-Freispruch-enden.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bielefelder Justiz: Warum Missbrauchsf\u00e4lle so oft mit einem Freispruch enden<\/a><\/p>\n<p id=\"absatz9\" class=\"em_text\">\u201eFemizide stoppen \u2013 Bielefeld\u201c wird am Samstag, 7. M\u00e4rz, von 11 bis 21 Uhr in der Bielefelder Innenstadt in Aktion treten, um das Thema f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung sichtbarer zu machen. Dazu werden die Aktivistinnen auf dem Niederwall-Gr\u00fcnzug zwischen K\u00f6rnerstra\u00dfe und Stadtwache 98 gro\u00dfe Holz-Kreuze aufstellen, die an die Frauen und M\u00e4dchen gedenken, die 2025 Opfer geschlechtsspezifischer T\u00f6tungen geworden sind. An jedem der Kreuze ist zu lesen, wie sich die Tat ereignet hat.<\/p>\n<p>\u00c4hnliche Femizid-Aktion gab es bereits im Dezember:<\/p>\n<p>\n                Empfohlener redaktioneller Inhalt\n            <\/p>\n<p>\n                Wir bieten an dieser Stelle weitere externe Informationen zu dem Artikel an. Mit einem Klick k\u00f6nnen Sie sich diese anzeigen lassen und auch wieder ausblenden.\n            <\/p>\n<p>\n                Wenn Sie sich externe Inhalte anzeigen lassen, erkl\u00e4ren Sie sich damit<br \/>\n                ein-verstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen<br \/>\n                \u00fcbermittelt werden.\n            <\/p>\n<p>                Weitere Hinweise dazu finden Sie in unserer<br \/>\n                <a href=\"\" class=\"nw-text-red-0\">Datenschutzerkl\u00e4rung.<\/a><\/p>\n<p id=\"absatz11\" class=\"em_text\">Laut Bundeskriminalamt (BKA) ereignet sich 2023 in Deutschland <a href=\"https:\/\/www.bka.de\/DE\/Presse\/Listenseite_Pressemitteilungen\/2024\/Presse2024\/241119_PM_BLB_Straftaten_gegen_Frauen.html\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">fast jeden Tag ein Femizid<\/a>, Tendenz steigend. Ende 2025 berichtet BKA-Pr\u00e4sident Holger M\u00fcnch: \u201eDie Zahl der Straftaten an Frauen steigt kontinuierlich.\u201c<\/p>\n<p id=\"absatz12\" class=\"em_text\">Trotzdem sei aufgrund einer fehlenden \u201ebundeseinheitlichen Definition\u201c bis heute keine statistische Erfassung von Femiziden m\u00f6glich. Das geht aus einer <a href=\"https:\/\/www.bmi.bund.de\/SharedDocs\/pressemitteilungen\/DE\/2025\/11\/StraftatengegenFrauen2024.html)\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">Pressemitteilung<\/a> des Bundesinnenministeriums hervor. Anders als in Italien oder Spanien sei so eine Analyse des Ph\u00e4nomens und der Hintergr\u00fcnde f\u00fcr die Taten kaum m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Auch FLINTA-Personen betroffen<\/p>\n<p id=\"absatz13\" class=\"em_text\">Die Aktivistinnen betonen, dass es dabei nicht nur um Partnerschaftsgewalt und Macht unter Heterosexuellen gehe. Von patriachalem Verhalten der T\u00e4ter seien auch cis-Frauen, trans-Frauen sowie inter-sexuelle und non-bin\u00e4re Personen betroffen \u2013 durch Bel\u00e4stigung, Bedrohung oder k\u00f6rperliche Gewalt. FLINTA-Personen (Frauen, Lesben, intergeschlechtliche, Nicht-bin\u00e4re, Trans- und Agender-Personen) sind laut \u201eFemizide stoppen\u201c h\u00e4ufiger von geschlechtsspezifischer Gewalt betroffen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Bielefeld. 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