{"id":849538,"date":"2026-03-07T07:39:15","date_gmt":"2026-03-07T07:39:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/849538\/"},"modified":"2026-03-07T07:39:15","modified_gmt":"2026-03-07T07:39:15","slug":"klimamobilitaetsplan-100-millionen-klimabonus-vom-land-aber-dafuer-wird-parken-teurer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/849538\/","title":{"rendered":"Klimamobilit\u00e4tsplan: 100 Millionen Klimabonus vom Land \u2013 aber daf\u00fcr wird Parken teurer"},"content":{"rendered":"<p>Eher widerwillig hat die Stadt Stuttgart den F\u00f6rderkonditionen f\u00fcr einen vom Land propagierten Klimamobilit\u00e4tsplan bis 2030 zugestimmt \u2013 denn der hat Konsequenzen f\u00fcr Autofahrer.<\/p>\n<p>100 Millionen Euro aus den Kassen des Landes sind das Zuckerbrot. Unter anderem die damit jetzt einhergehende Verpflichtung, die <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Parkgeb%C3%BChren\" title=\"Parkgeb\u00fchren\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Parkgeb\u00fchren<\/a> in der Landeshauptstadt zu erh\u00f6hen, sind die Peitsche \u2013 so sieht das jedenfalls der Stuttgarter Oberb\u00fcrgermeister <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Frank_Nopper\" title=\"Frank Nopper\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Frank Nopper<\/a> (CDU). <\/p>\n<p>Das Land f\u00f6rdere zwar \u201eeinzigartig gro\u00dfz\u00fcgig\u201c, sei aber auch \u201egeradezu einzigartig \u00fcbergriffig\u201c, die Detailsch\u00e4rfe, mit der das Landesverkehrsministerium vorgehe, trage \u201edirigistische Z\u00fcge\u201c, sagte er vor einigen Tagen bei der Verabschiedung des von der \u00f6kosozialen Mehrheit im Gemeinderat unterst\u00fctzten Klimamobilit\u00e4tsplans bis 2030. Doch auf das Geld verzichten k\u00f6nne man in der aktuellen Haushaltslage nicht. <\/p>\n<p> Verkehrsminister: Wer Geld will, muss sich an Regeln halten <\/p>\n<p>Wer Geld beantrage, m\u00fcsse sich auch an die Regeln halten, kontert Landesverkehrsminister <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Winfried_Hermann\" title=\"Winfried Hermann\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Winfried Hermann<\/a> (Gr\u00fcne): \u201eWas nicht geht, ist, dass man einzelne Ma\u00dfnahmen nicht umsetzt in der Annahme man bek\u00e4me die Sonderf\u00f6rderung trotzdem.\u201c <\/p>\n<p>Am Dienstag muss jetzt der Gemeinderat \u00fcber die Erh\u00f6hnung der Parkgeb\u00fchren im Detail noch entscheiden. <\/p>\n<p>Das Gesamtpaket ist fest geschn\u00fcrt  <\/p>\n<p>Eine Besonderheit im Vergleich zu anderen F\u00f6rderungen ist, dass das Land verhindern will, dass aus dem Gesamtkonzept nachtr\u00e4glich einzelne Ma\u00dfnahmen herausgebrochen werden. Stattdessen muss \u00fcber Ausgleichsma\u00dfnahmen verhandelt werden. <\/p>\n<p> 30 Millionen Euro gehen an die Stadt, etwa f\u00fcr den Ausbau von Fu\u00df- und Radwegen oder die Umgestaltung von Stra\u00dfen und Pl\u00e4tzen. Hier kalkuliert die Stadt, dass das Land zehn Prozent des ben\u00f6tigten Budgets zuschie\u00dft.<\/p>\n<p>Den L\u00f6wenanteil von 70 Millionen erwarten aber die Stuttgarter Stra\u00dfenbahnen (SSB) f\u00fcr den Stadtbahnausbau wie die Verl\u00e4ngerung der Bahnsteige an der U1 sowie die Anschaffung emissionsfreier Busse. Allein 50 Millionen Euro sollen in den geplanten neuen Betriebshof bei Weilimdorf flie\u00dfen. Das Land stockt bei solchen Projekten seine maximale F\u00f6rderquote von 50 auf 75 Prozent auf. <\/p>\n<p>  Geb\u00fchrenerh\u00f6hungen kommen schneller <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Stuttgart\" title=\"Stuttgart\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Stuttgart<\/a> steht mit der im Gemeinderat besonders umstrittenen, sch\u00e4rferen Parkraumbewirtschaftung im Land nicht allein. Auch Freiburg, Heidelberg, Offenburg, der Landkreis Ludwigsburg sowie der Gemeindeverband Mittleres Schussental haben das mit dem Land im Rahmen ihrer Klimamobilit\u00e4tspl\u00e4ne vereinbart. Doch in Stuttgart polarisiert das Thema. <\/p>\n<p>Das liegt auch daran, dass die Parkgeb\u00fchren nun schneller als urspr\u00fcnglich geplant, zum 1. September erh\u00f6ht werden. Das ist ein mit dem Land vereinbarter Ausgleich daf\u00fcr, dass einige urspr\u00fcnglich f\u00fcr den Klimamobilit\u00e4tsplan vorgesehene Projekte der Stuttgarter Stra\u00dfenbahnen (SSB) nicht bis 2030 fertig werden. <\/p>\n<p> Aufregung in Stuttgart besonders gro\u00df <\/p>\n<p>Ein Blick auf die anderen beteiligten St\u00e4dte r\u00fcckt die Stuttgarter Debatte zurecht. Ein Beispiel sind die Anwohnerparkgeb\u00fchren. Im jetzt vereinbarten Plan steht, dass diese in Stuttgart von aktuell j\u00e4hrlich 30,70 Euro bis 2030 stufenweise auf 90 Euro im Jahr steigen sollen. <\/p>\n<p> Das ist zwar um 15 Euro im Jahr h\u00f6her als vor dem Deal mit dem Land anvisiert. Stuttgart liegt aber auch dann noch deutlich unter den heute schon geltenden Geb\u00fchren anderer St\u00e4dte und Kommunen mit Klimamobilit\u00e4tspl\u00e4nen. In Freiburg zahlt man j\u00e4hrlich 200 Euro, in Heidelberg 120 Euro. Selbst Ludwigsburg \u00fcbertrifft mit 120 Euro das in Stuttgart geplante Niveau deutlich. <\/p>\n<p>Das Verkehrsministerium weist im \u00fcbrigen darauf hin, dass die Parkgeb\u00fchren nicht exakt vorgeschrieben sind. Die Kosten f\u00fcr \u00f6ffentliche Parkgaragen und Wohnparkgaragen m\u00fcssten lediglich orientiert an der Preissteigerung im \u00f6ffentlichen Nahverkehr erh\u00f6ht werden. <\/p>\n<p> Kritiker f\u00fcrchten Sch\u00e4digung der Wirtschaft  <\/p>\n<p>Die CDU im Gemeinderat enthielt sich dennoch bei der Verabschiedung des Plans. Das dort ebenfalls vorgeschriebene Parkraummanagement sei \u201ewirtschaftssch\u00e4dlich f\u00fcr die Innenstadt\u201c, sagte CDU-Chef Alexander Notz. Auch die Freien W\u00e4hler enthielten sich. <\/p>\n<p>Liberale und AfD lehnten die Vereinbarung ab, sie sei \u201e\u00fcbergriffig\u201c sagte AfD-Sprecher Michael Mayer, der damit die Einsch\u00e4tzung von OB Frank Nopper (CDU) wortgleich wiederholte. Radwegeausbau und Parkraummanagement seien f\u00fcr das Weltklima \u201ebedeutungslos\u201c. Man wolle \u201eEntscheidungen der Stadt nicht aus der Hand geben\u201c, sagte FDP-Chef Matthias Oechsner.<\/p>\n<p> Bef\u00fcrworter blicken auf Millionen f\u00fcr die SSB <\/p>\n<p>\u00a0Gr\u00fcne, SPD\/Volt, Linke\/S\u00d6S-plus und die Gruppe Puls begr\u00fc\u00dften die Vereinbarung. Sie sie zwar \u201ekein Durchbruch in Sachen Verkehrswende\u201c, so Christoph Ozasek (Puls), aber \u201eein Schl\u00fcssel f\u00fcr die Finanzierung der SSB\u201c. Auf Vorschlag von Nopper habe der Rat die Klimaneutralit\u00e4t bis 2035 beschlossen, sagte Gr\u00fcnen-Sprecher Bj\u00f6rn Peterhoff. Dazu z\u00e4hle auch der Verkehrssektor. Wer nicht daf\u00fcr stimme, m\u00fcsse sagen, wo 100 Millionen herkommen sollten, kritisierte Lucia Schanbacher (SPD) die CDU. Der Horizont dieser Partei ende am eigenen Parkplatz, sagte Hannes Rockenbauch (S\u00d6S).<\/p>\n<p>Martin K\u00f6rner, im OB-B\u00fcro Grundsatzreferent f\u00fcr Klima und Mobilit\u00e4t, machte deutlich, dass auch ohne die Aufforderung des Landes die Parkgeb\u00fchren steigen w\u00fcrden. Und hier orientiere man sich sowieso seit Jahrzehnten an der Preisentwicklung im \u00d6ffentlichen Nahverkehr.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Eher widerwillig hat die Stadt Stuttgart den F\u00f6rderkonditionen f\u00fcr einen vom Land propagierten Klimamobilit\u00e4tsplan bis 2030 zugestimmt \u2013&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":849539,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1830],"tags":[1634,3364,29,28439,30,188877,81964,1441,16220],"class_list":["post-849538","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-stuttgart","tag-baden-wuerttemberg","tag-de","tag-deutschland","tag-frank-nopper","tag-germany","tag-klimamobilitaetsplan","tag-parkgebuehren","tag-stuttgart","tag-winfried-hermann"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116186760344393656","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/849538","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=849538"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/849538\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/849539"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=849538"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=849538"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=849538"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}