{"id":850463,"date":"2026-03-07T16:55:49","date_gmt":"2026-03-07T16:55:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/850463\/"},"modified":"2026-03-07T16:55:49","modified_gmt":"2026-03-07T16:55:49","slug":"beziehung-eine-ehefrau-sollte-ihrem-ehemann-stets-gehorchen-denkt-ein-drittel-der-gen-z","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/850463\/","title":{"rendered":"Beziehung: \u201eEine Ehefrau sollte ihrem Ehemann stets gehorchen\u201c, denkt ein Drittel der Gen Z"},"content":{"rendered":"<p>Klassische Rollenbilder galten lange als \u00fcberholt. Eine Umfrage in 29 L\u00e4ndern zeigt: Viele Gen-Z-M\u00e4nner w\u00fcnschen sich traditionelle Hierarchien zur\u00fcck \u2013 und f\u00fchlen sich sogar selbst diskriminiert.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Hausfrau-Influencerinnen, die l\u00e4chelnd in Kocht\u00f6pfen r\u00fchren, Frauenfeinde wie Andrew Tate als TikTok-Stars: Traditionelle Rollenbilder sind in sozialen Medien stark pr\u00e4sent \u2013 und damit auch in den K\u00f6pfen junger Menschen. In einer Umfrage vertraten M\u00e4nner der Generation Z im Vergleich der Altersgruppen in allen 29 einbezogenen L\u00e4ndern die r\u00fcckst\u00e4ndigsten Auffassungen zur Rollenverteilung, wie das <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.ipsos.com\/de-de\/studie-weltfrauentag-2026\" target=\"_blank\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.ipsos.com\/de-de\/studie-weltfrauentag-2026&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Meinungsforschungsinstitut \u201eIpsos\u201c<\/a> mitteilte. Zur Generation Z wurden zwischen 1997 und 2012 geborene Menschen gez\u00e4hlt. <\/p>\n<p>\u201eDigitale \u00d6kosysteme verst\u00e4rken die Polarisierung, weil Social Media Algorithmen zugespitzte Botschaften belohnen\u201c, von M\u00e4nnlichkeits-Influencern bis zu feministischen Gegennarrativen, erkl\u00e4rte Robert Grimm, Leiter der Politikforschung bei Ipsos in Deutschland. Junge M\u00e4nner bejahten \u00f6fter traditionelle Hierarchien in Beziehungen und h\u00e4tten eher ein Problem damit, wenn Frauen mehr verdienen oder sehr unabh\u00e4ngig auftreten. <\/p>\n<p>\u201eEs ist beunruhigend zu sehen, dass die Einstellung zur Gleichstellung der Geschlechter nicht positiver ist, insbesondere unter jungen M\u00e4nnern\u201c, sagte Julia Gillard von der beteiligten King\u2019s Business School in London. Viele Gen-Z-M\u00e4nner stellten nicht nur einschr\u00e4nkende Erwartungen an Frauen, sondern seien selbst in restriktiven Geschlechternormen gefangen.<\/p>\n<p>61 Prozent der Gen-Z-M\u00e4nner finden der Online-Umfrage zufolge, dass in Sachen Gleichstellung im eigenen Land schon genug getan wurde. 57 Prozent der Gen-Z-M\u00e4nner sind der Ansicht, dass die Gleichstellung von Frauen sogar so weit gef\u00f6rdert wurde, dass nun M\u00e4nner diskriminiert werden. <\/p>\n<p>Ein weiteres erschreckendes Ergebnis: Fast jeder dritte Gen-Z-Mann, 31 Prozent, ist der Meinung, dass eine Ehefrau ihrem Mann immer gehorchen sollte. Bei den Gen-Z-Frauen liegt der Wert mit 18 Prozent deutlich darunter. Zum Vergleich: Bei den m\u00e4nnlichen Babyboomern \u2013 geboren zwischen 1946 und 1964 \u2013 sind mit 13 Prozent nicht einmal halb so viele M\u00e4nner dieser Ansicht, bei den Boomer-Frauen mit sechs Prozent ebenfalls weitaus weniger.  \u201eDie diesj\u00e4hrige Umfrage zeigt uns, dass wir m\u00f6glicherweise eine gro\u00dfe Neuverhandlung der Geschlechterrollen in der heutigen Gesellschaft erleben\u201c, sagte Kelly Beaver, Ipsos-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin in Gro\u00dfbritannien und Irland.<\/p>\n<p>Fast ein Drittel der in L\u00e4ndern wie Thailand, Mexiko, S\u00fcdafrika, Italien, Australien, den USA und Japan befragten Gen-Z-M\u00e4nner, 29 Prozent, denkt, dass es f\u00fcr Probleme sorgt, wenn eine Ehefrau mehr verdient als ihr Mann. Bei den Boomer-M\u00e4nnern sind es gerade mal 18 Prozent. F\u00fcr die Umfrage anl\u00e4sslich des Weltfrauentags wurden in 29 L\u00e4ndern mehr als 23.000 Menschen ab 16 Jahren befragt.<\/p>\n<p>Deutschland steht im Vergleich besser da<\/p>\n<p>Gen-Z-M\u00e4nner st\u00fcnden unter erh\u00f6htem Maskulinit\u00e4ts- und Rollendruck \u2013 Boomer-M\u00e4nner wirkten im Schnitt gelassener und n\u00e4hmen Gleichstellung seltener als Bedrohung wahr, erkl\u00e4rte Grimm. Bei den J\u00fcngeren sei das Gef\u00fchl von Zukunfts- und Statusunsicherheit st\u00e4rker ausgepr\u00e4gt, was die Logik \u201eWenn Frauen profitieren, verliere ich\u201c beg\u00fcnstigen k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Die Ipsos-Daten zeigen auch: Deutschland steht im internationalen Vergleich gar nicht so schlecht da. Nur jeder Zehnte in Deutschland glaubt demnach, dass Frauen davon profitieren, wenn sich M\u00e4nner an traditionelle m\u00e4nnliche Rollenbilder halten. Das sei der niedrigste Wert unter allen 29 untersuchten L\u00e4ndern, hie\u00df es von Ipsos.<\/p>\n<p>Breite Zustimmung findet hierzulande die Vorstellung einer fairen Arbeitsteilung: Rund drei Viertel hierzulande sehen beide Geschlechter in der Pflicht, wenn es um Kindererziehung, 73 Prozent, Geldverdienen, 75 Prozent, oder Haushaltsarbeiten mit 77 Prozent geht. \u201eDiese \u00dcberzeugung f\u00fcr das eigene Leben weicht jedoch deutlich von der Einsch\u00e4tzung der gesellschaftlichen Realit\u00e4t ab\u201c, gab Ipsos zu bedenken.<\/p>\n<p>Nur 15 Prozent der Bundesb\u00fcrger sind etwa der pers\u00f6nlichen \u00dcberzeugung, dass Frauen vorwiegend f\u00fcr die Kindererziehung verantwortlich sein sollten. Zugleich meinen 44 Prozent, dass diese in Deutschland in der gesellschaftlichen Erwartung \u00fcberwiegend Frauensache ist. \u00c4hnlich gro\u00df sei die L\u00fccke bei der Hausarbeit.<\/p>\n<p>\u201eEs ist sehr besorgniserregend, dass traditionelle Geschlechternormen auch heute noch bestehen, und noch beunruhigender ist, dass viele Menschen offenbar unter dem Druck sozialer Erwartungen stehen, die nicht wirklich das widerspiegeln, was die meisten von uns glauben\u201c, sagte Heejung Chung von der King\u2019s Business School.<\/p>\n<p>Die pers\u00f6nlichen Ansichten der Menschen seien weitaus progressiver als das, was sie als gesellschaftlich erwartet annehmen. \u201eDiese Kluft ist besonders ausgepr\u00e4gt bei M\u00e4nnern der Generation Z, die nicht nur einen starken Druck versp\u00fcren, sich an starre m\u00e4nnliche Ideale anzupassen, sondern in einigen F\u00e4llen auch erwarten, dass Frauen zu traditionelleren Verhaltensweisen zur\u00fcckkehren.\u201c<\/p>\n<p>In Deutschland sind inzwischen 37 Prozent der m\u00e4nnlichen Befragten der Meinung, dass die F\u00f6rderung von Frauen so weit getrieben wurde, dass nun M\u00e4nner diskriminiert werden. Bei den Frauen glauben das immerhin 22 Prozent.<\/p>\n<p>Zugleich denken 36 Prozent der Frauen \u2013 und 55 Prozent der m\u00e4nnlichen Befragten \u2013, dass f\u00fcr die Gleichstellung in Deutschland schon genug getan wurde, wie Ipsos mitteilte. 60 Prozent der Frauen sind aber auch der Ansicht, dass es ohne mehr Frauen in verantwortungsvollen Regierungs- und Unternehmens-Positionen keine echte Gleichstellung geben kann \u2013 das glauben auch immerhin 43 Prozent der M\u00e4nner.<\/p>\n<p>dpa\/lkl<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Klassische Rollenbilder galten lange als \u00fcberholt. 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