{"id":851477,"date":"2026-03-08T03:06:13","date_gmt":"2026-03-08T03:06:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/851477\/"},"modified":"2026-03-08T03:06:13","modified_gmt":"2026-03-08T03:06:13","slug":"theater-wird-zum-streikzentrum-nt-halle-setzt-zeichen-zum-frauentag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/851477\/","title":{"rendered":"Theater wird zum Streikzentrum: nt Halle setzt Zeichen zum Frauentag"},"content":{"rendered":"<p class=\"text\">\nLysistrata \u2013 die Kom\u00f6die des griechischen\u00a0Dichters Aristophanes \u2013 gilt als die Mutter allen weiblichen Streikens. Im Fr\u00fchjahr 411 v. Chr. uraufgef\u00fchrt, versammeln sich in dem St\u00fcck Frauen aus Athen und Sparta, um ihre M\u00e4nner durch Enthaltsamkeit zu einem Friedensvertrag zu zwingen. Der Plan gelingt.\n<\/p>\n<p><a name=\"Patriarchale\">Patriarchale<\/a> Gewalt und Gender Pay Gap<\/p>\n<p class=\"text\">\nViele Jahrhunderte sp\u00e4ter f\u00fchlen sich Frauen noch immer machtlos angesichts der Weltlage. Sie f\u00fchlen sich als Leidtragende patriarchaler Systeme, von Kriegen, sie erfahren Gewalt, k\u00e4mpfen gegen den Gender Pay Gap \u2013 und vieles mehr. Daher reicht es nun, sagt Sandra Bringer, Dramaturgin am Neuen Theater in Halle.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nDer Aufruf &#8222;Enough!&#8220; beziehe sich auf die Literatur, zum Beispiel auf Lysistrata von Aristophanes und auf Bartleby den Schreiber, der sagt &#8222;Ich m\u00f6chte lieber nicht&#8220;. Bringer erkl\u00e4rt, man stelle damit die Frage: &#8222;Was passiert, wenn man nicht zur Verf\u00fcgung steht?&#8220;, wenn man sich komplett rausziehe, nicht tue und nein sage.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nNun w\u00fcrde sich der Internationale Frauentag am 8. M\u00e4rz als Streiktag anbieten. Der ist in diesem Jahr allerdings ein Sonntag, deswegen wird am Montag gestreikt, so Sandra Bringer. Theater sei ohnehin ein fiktionalerer Raum, wenn es um Themen wie gesellschaftliche Strukturen und Mitbestimmung in der Stadthalle gehe. Das Haus sei ein Ersatzort oder ein Erholungsort, schlie\u00dflich assoziiere man mit Theater oft Freizeit.\n<\/p>\n<p><a name=\"T\">T<\/a>heater in Halle wird zum Streikzentrum<\/p>\n<p class=\"text\">\n&#8222;Wir haben gedacht, wenn wir jetzt streiken, das kriegt ja keiner mit. Das ist ist ja auch eine dubiose Form von Streik, weil dann auch die Streikform so eine Art k\u00fcnstlerische Arbeit ist.&#8220; Deshalb, f\u00fchrt die Dramaturgin aus, habe man beschlossen, im Theater stattdessen das &#8222;Streikzentrum Halle&#8220; anzubieten: &#8222;Im Zweifelsfall haben wir dieses Jahr einen Auftakt gemacht und es wird auf jeden Fall weitere Streikaktionen geben.&#8220;\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nDas Theater \u00f6ffnet sich an diesem Tag also einmal mehr als ein Ort, an dem gesellschaftliche und politische Diskurse nicht nur auf k\u00fcnstlerische Art und Weise gef\u00fchrt werden k\u00f6nnen. F\u00fcr dieses partizipative Konzept sollen Frauen einfach vorbeikommen.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nEgal, ob sie ihre Arbeit niederlegen oder einfach mal kurz in einer Pause vorbeischauen: Wem dieses Signal erst einmal ausreicht, so Dramaturgin Anika B\u00e1rdos, der ist im Neuen Theater gut versorgt: So werde man unter anderem Spiele, Puzzle und B\u00fccher mitbringen, au\u00dferdem sei ein Angebot zum kreativen Arbeiten geplant. &#8222;Wir werden vielleicht ein St\u00fcck lesen, vielleicht sogar Lysistrata in verteilten Rollen.&#8220;\n<\/p>\n<p><a name=\"A\">A<\/a>useinandersetzen mit Geschlecht und Rollenbildern<\/p>\n<p class=\"text\">\nMit der Streikaktion &#8222;Enough!&#8220; sollen Frauen sich ihrer &#8222;Selbstwirksamkeit&#8220; bewusst werden k\u00f6nnen \u2013 aber auch das sei nur Vorschlag. Und der reiht sich nahtlos in die k\u00fcnstlerischen Angebote des Hauses ein. In dem \u2013 so die k\u00fcnstlerische Leiterin Mille Maria Dalsgaard \u2013 schon l\u00e4nger Frauen und Frauenrollen neu betrachtet werden: &#8222;F\u00fcr uns ist die Rolle der Frau ein gro\u00dfes Thema. Wir haben bereits bei vielen Klassikern hier im Theater einen anderen Schwerpunkt gesetzt.&#8220;\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nSo habe man beispielsweise bei der neuen Inszenierung von Woyzeck einen Fokus auf die Frage gelegt, wie man die Rolle der Marie erz\u00e4hle. Dalsgaard hoffe, dass am 9. M\u00e4rz viele Menschen im Werkraum des Theaters vorbeikommen, um mit ihnen  zu streiken. &#8222;Da markieren wir, dass man immer noch f\u00fcr Gleichberechtigung aufstehen muss.&#8220;\n<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"text\">F\u00fcr uns ist die Rolle der Frau ein gro\u00dfes Thema. Wir haben bereits bei vielen Klassikern hier im Theater einen anderen Schwerpunkt gesetzt.<\/p>\n<p>Mille Maria Dalsgaard<br \/>\nK\u00fcnstlerische Leiterin des nt Halle<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Inszenierung einer feministischen Kampfschrift<\/p>\n<p class=\"text\">\nAuch in Zukunft wagt das Neue Theater Neuinterpretationen historischer Frauenfiguren im Theater. Im Mai steht zum Beispiel die Premiere von &#8222;Lungenschwimmprobe&#8220; des norwegischen Autors Thora Rehnberg an, wei\u00df Dalsgaard. &#8222;Der hat diesen Roman als feministische Kampfschrift verfasst, f\u00fcr eine Frau, deren Stimme nicht geh\u00f6rt wurde, als sie 1691 vor Gericht stand.&#8220; In der Inszenierung hebe man Schicksale hervor, die eher im Schatten der Geschichten standen, erkl\u00e4rt sie weiter.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nFrauen und marginalisierten Menschen als tragende S\u00e4ulen der Gesellschaft \u2013 egal ob in der Care-Arbeit, im sozialen Bereich, in den Familien oder im Ehrenamt \u2013 geb\u00fchrt mehr Aufmerksamkeit. Darum geht es nicht nur im Theater sondern auch auch im realen Leben.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nQuellen: MDR KULTUR (Anne Sailer)<br \/>Redaktionelle Bearbeitung: az, vp<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Lysistrata \u2013 die Kom\u00f6die des griechischen\u00a0Dichters Aristophanes \u2013 gilt als die Mutter allen weiblichen Streikens. 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