{"id":851973,"date":"2026-03-08T07:59:13","date_gmt":"2026-03-08T07:59:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/851973\/"},"modified":"2026-03-08T07:59:13","modified_gmt":"2026-03-08T07:59:13","slug":"der-bildungsurlaub-kommt-nach-sachsen-kreuzer-online","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/851973\/","title":{"rendered":"Der Bildungsurlaub kommt nach Sachsen \u2014 kreuzer online"},"content":{"rendered":"<p>Ab 2027 k\u00f6nnen auch Besch\u00e4ftigte in Sachsen Bildungszeit nehmen. Ehrenamt, politische Bildung und Berufst\u00e4tigkeit sollen so leichter vereint werden k\u00f6nnen. W\u00e4hrend zivilgesellschaftliche und gewerkschaftliche Akteure positiv auf das neue Gesetz blicken, kommt Kritik aus dem Handwerk.<\/p>\n<p>Der S\u00e4chsische Landtag hat ein Gesetz zur Qualifizierungszeit im Freistaat Sachsen beschlossen. Ab dem 1. Januar 2027 k\u00f6nnen Besch\u00e4ftigte in Sachsen bis zu drei Tage im Kalenderjahr f\u00fcr Weiterbildungen nutzen. Angesto\u00dfen wurde das Gesetz von einem Volksantrag mit rund 55.000 Unterschriften. Bisher waren Bayern und Sachsen die einzigen Bundesl\u00e4nder ohne gesetzlich geregelte Bildungszeit. Anspruch haben neben Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern auch Auszubildende, dual Studierende und Besch\u00e4ftigte in Werkst\u00e4tten f\u00fcr Menschen mit Behinderung. Voraussetzung ist, dass sie seit mindestens sechs Monaten bei demselben Arbeitgeber t\u00e4tig sind.<\/p>\n<p>F\u00fcr Sachsen liegt noch keine \u00dcbersicht an anerkannten Bildungsveranstaltungen vor. Ein Blick auf das Nachbarland Sachsen-Anhalt gibt jedoch Aufschluss \u00fcber m\u00f6gliche Weiterbildungsangebote. Neben Intensivsprachkursen f\u00fcr beispielsweise Englisch oder Franz\u00f6sisch, werden auch Kurse f\u00fcr Excel, Word oder Photoshop angeboten. Die Freistellung kann aber auch f\u00fcr die Ausbildung zur \u00dcbungsleiterin oder zum \u00dcbungsleiter genutzt werden.<\/p>\n<p><strong><br \/>Wertsch\u00e4tzung des Ehrenamts<\/strong><\/p>\n<p>Die nun beschlossene Qualifizierungszeit in Sachsen st\u00f6\u00dft auf gemischte Reaktionen. So begr\u00fc\u00dft die Freiwilligen-Agentur Leipzig die Einf\u00fchrung sehr. Engagement sei in vielen Bereichen mit fachlichen Anforderungen verbunden. Im sozialen Bereich oder f\u00fcr Trainerinnen und Trainer seien qualifizierende Fortbildungen auch im Ehrenamt verpflichtend. Die Qualifizierungszeit sei nun eine echte Chance. \u00bbSie tr\u00e4gt dazu bei, dass Weiterbildung nicht als zus\u00e4tzliche Belastung, sondern als selbstverst\u00e4ndlicher Bestandteil eines aktiven Berufs- und Engagementlebens wahrgenommen wird \u2013 und nicht in Konkurrenz zur Erholung steht\u00ab, erkl\u00e4rt Marlene Opel von der Freiwilligen-Agentur Leipzig. <\/p>\n<p>Auch die DGB-Vorsitzende Daniela Kolbe blickt dem Bildungsgesetz positiv entgegen: \u00bbDas ist ein Meilenstein f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten und die vielen Ehrenamtlichen in Sachsen\u00ab. \u00a0Sowohl kleine als auch gro\u00dfe Unternehmen ben\u00f6tigen qualifizierte und motivierte Besch\u00e4ftigte. Die Bildungszeit leiste dazu einen wichtigen Beitrag. \u00bbDie Jobs in Sachsen werden damit \u00fcbrigens auch attraktiver\u00ab, meint Kolbe.<\/p>\n<p><strong><br \/>Einw\u00e4nde aus dem Handwerk<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Qualifizierungszeit aus gewerkschaftlicher und zivilgesellschaftlicher Perspektive begr\u00fc\u00dft wird, blickt die Handwerkskammer (HWK) zu Leipzig skeptisch auf das neue Gesetz. Angesichts von Fachkr\u00e4ftemangel, steigenden Energiekosten und wachsender B\u00fcrokratie sei das Gesetz \u00bbdas falsche Instrument zur falschen Zeit\u00ab. Bef\u00fcrchtet werde zudem ein organisatorischer und b\u00fcrokratischer Mehraufwand. \u00bbF\u00fcr kleine Betriebe kommt eine zus\u00e4tzliche Belastung hinzu, da ihnen der Mitarbeiterausfall mit 115 Euro pro Tag erstattet werden soll. Hier m\u00fcssen weitere Unterlagen ausgef\u00fcllt und vorgehalten werden. Um das ganz klar zu sagen, wer Betriebe mit 115 Euro pro Tag zu entsch\u00e4digen glaubt, der wei\u00df nicht, was Handwerk wert ist und was eine Handwerkerstunde kostet\u00ab, meint die Pressesprecherin der HWK.<\/p>\n<p><strong>Regelungen im \u00dcberblick<\/strong><\/p>\n<p>Kleinere Betriebe mit bis zu 20 Besch\u00e4ftigten k\u00f6nnen einen Antrag beim Freistaat Sachsen stellen. Dieser erstattet den Betrieben 115 Euro pro Tag der Freistellung, denn Arbeitgeber m\u00fcssen den Lohn w\u00e4hrend der Bildungszeit fortzahlen. Die Kosten f\u00fcr die Weiterbildungsveranstaltungen m\u00fcssen die Teilnehmer hingegen selbst \u00fcbernehmen. <\/p>\n<p>Wer die Qualifizierungszeit nutzen m\u00f6chte, muss sie gegen\u00fcber dem Arbeitgeber sp\u00e4testens zw\u00f6lf Wochen vor Beginn der anerkannten Weiterbildungsveranstaltung ank\u00fcndigen. Auch bei fristgerechter Anmeldung kann der Arbeitgeber den Antrag aufgrund von betrieblichen Gr\u00fcnden ablehnen. Dies ist zum Beispiel m\u00f6glich, wenn bereits ein Viertel der Besch\u00e4ftigten des Arbeitgebers die Bildungszeit in einem Kalenderjahr nutzen. Sollte die Qualifizierungszeit nicht erm\u00f6glicht werden, verf\u00e4llt der Anspruch jedoch nicht automatisch, sondern wird auf das n\u00e4chste Kalenderjahr \u00fcbertragen. Die \u00dcbertragung muss aber gegen\u00fcber dem Arbeitgeber angemeldet werden. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ab 2027 k\u00f6nnen auch Besch\u00e4ftigte in Sachsen Bildungszeit nehmen. Ehrenamt, politische Bildung und Berufst\u00e4tigkeit sollen so leichter vereint&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":851974,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1832],"tags":[629,628,21906,7671,115115,3364,29,30,71,859],"class_list":["post-851973","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-leipzig","tag-arbeitgeber","tag-arbeitnehmer","tag-auszeit","tag-bildungsurlaub","tag-bildungszeit","tag-de","tag-deutschland","tag-germany","tag-leipzig","tag-sachsen"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116192501225500006","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/851973","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=851973"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/851973\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/851974"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=851973"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=851973"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=851973"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}