{"id":85205,"date":"2025-05-05T02:14:16","date_gmt":"2025-05-05T02:14:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/85205\/"},"modified":"2025-05-05T02:14:16","modified_gmt":"2025-05-05T02:14:16","slug":"wie-mit-hilfe-von-methan-und-co%e2%82%82-der-plastikverschmutzung-begegnet-werden-kann-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/85205\/","title":{"rendered":"Wie mit Hilfe von Methan und CO\u2082 der Plastikverschmutzung begegnet werden kann \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Am Samstag, 3. Mai, war f\u00fcr Deutschland der sogenannte \u201eCountry Overshoot Day\u201c. Er markiert jedes Jahr den Tag, an dem das j\u00e4hrliche Biokapazit\u00e4tsbudget eines Landes aufgebraucht w\u00e4re, wenn alle Menschen weltweit so leben w\u00fcrden wie dessen Bev\u00f6lkerung. In Deutschland f\u00e4llt dieser Tag 2025 bereits auf den 3. Mai \u2013 einen Tag sp\u00e4ter als im Vorjahr, aber einen Tag fr\u00fcher als 2023.<\/p>\n<p>Im Forschungs- und Transferzentrum b-ACTmatter der Universit\u00e4t Leipzig werden innovative Ans\u00e4tze erforscht, um der wachsenden Ressourcenknappheit bei gleichzeitig steigender Weltbev\u00f6lkerung durch nachhaltige Produktionsprozesse und kreislauforientierte Technologien zu begegnen.<\/p>\n<p>Das Projekt REPLACER entwickelt Generationen hybrider lebender Materialien. Sie sollen mit Hilfe von CO\u2082 und Methan die Plastikverschmutzung verringern, sagt Projektleiter Dr. Rohan Karande im Interview.<\/p>\n<p><strong>Treibhausgasemissionen, Plastikverschmutzung und Proteinknappheit sind existenzielle Bedrohungen und stellen Europa und die Welt vor enorme Herausforderungen. Wie kann Wissenschaft diese Bedrohungen in Chancen verwandeln?<\/strong><\/p>\n<p>Im Rahmen des von M-ERA.Net gef\u00f6rderten Projekts REPLACER entwickeln wir gemeinsam mit dem Leibniz-Institut f\u00fcr Oberfl\u00e4chentechnik (IOM) in Leipzig, der Universit\u00e4t Lettlands in Riga und dem rum\u00e4nischen Technologieunternehmen Holisun eine neue Generation hybrider lebender Materialien (HLMs). Diese HLMs sollen Treibhausgasemissionen auffangen, die Plastikverschmutzung verringern und eine nachhaltige Quelle f\u00fcr alternative Proteine bieten.<\/p>\n<p>Wir entwickeln die HLMs durch die Kultivierung mikrobieller Biofilm-Konsortien in por\u00f6sen Kunststoffstrukturen, insbesondere in recyceltem PET. Durch die Nutzung der synergistischen Effekte der biofilmbildenden photoautotrophen und methanotrophen St\u00e4mme soll auf effiziente Weise eine hohe Biomasse f\u00fcr nachhaltige Proteinersatzstoffe in Lebens- und Futtermitteln erzeugt werden.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-623535\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/karande.jpg\" alt=\"Dr. Rohan Karande, Leiter des Forschungsprojekts REPLACER am Forschungs- und Transferzentrum b-ACTmatter der Universit\u00e4t Leipzig. Foto: Christian H\u00fcller\/Universit\u00e4t Leipzig\" width=\"2250\" height=\"1501\"  \/>Dr. Rohan Karande, Leiter des Forschungsprojekts REPLACER am Forschungs- und Transferzentrum b-ACTmatter der Universit\u00e4t Leipzig. Foto: Christian H\u00fcller \/ Universit\u00e4t Leipzig<\/p>\n<p><strong>Wie kann das gelingen?<\/strong><\/p>\n<p>Durch den Einbau von Biofilmen gemischter Spezies in por\u00f6se Materialien k\u00f6nnen wir Treibhausgase wie Kohlendioxid und Methan \u2013 wie sie in Biogasanlagen entstehen \u2013 binden und in wertvolle mikrobielle Proteine umwandeln, um den Wirtschaftskreislauf zu schlie\u00dfen. Dieser auf HLMs basierende Prozess bietet eine nachhaltige Alternative zu fossilen Rohstoffen und tr\u00e4gt sowohl Umweltbelangen als auch der wachsenden Nachfrage nach Proteinen Rechnung. Derzeit haben wir HLM-basierte Photobioreaktoren im Laborma\u00dfstab entwickelt (Technology Readiness Level 3), die t\u00e4glich mehrere Gramm Biomasse produzieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Wie geht es mit dieser Technologie weiter?<\/strong><\/p>\n<p>Der n\u00e4chste Meilenstein ist die Skalierung auf ein Kilogramm Biomasse pro Tag. Mit Unterst\u00fctzung von SMILE, der Gr\u00fcndungsinitiative an der Universit\u00e4t Leipzig, erforscht das Team zuk\u00fcnftige Anwendungen und Kommerzialisierungsstrategien. Die Gr\u00fcndung eines Start-ups in diesem fr\u00fchen Stadium w\u00e4re zwar ehrgeizig, ist aber ein m\u00f6glicher n\u00e4chster Schritt. Dieses interdisziplin\u00e4re Projekt zeigt, wie wissenschaftliche Innovation sinnvolle Ver\u00e4nderungen bewirken kann, indem sie die heutigen Umweltprobleme in L\u00f6sungen f\u00fcr eine nachhaltige Zukunft verwandelt.<\/p>\n<p>Das Interview f\u00fchrte die Medienredaktion der Uni Leipzig.<\/p>\n<p>***<\/p>\n<p>b-ACTmatter<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/research.uni-leipzig.de\/bact\/de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">b-ACTmatter<\/a> wurde 2021 gegr\u00fcndet und mit Unterst\u00fctzung des Bundesprogramms STARK und des Freistaates Sachsen etabliert.<\/p>\n<p>Das Zentrum f\u00fcr bioaktive Materie entwickelt umweltfreundliche Materialien und Technologien auf Basis biologischer Ressourcen. <a href=\"http:\/\/home.uni-leipzig.de\/replacer\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">REPLACER<\/a> ist Teil von <a href=\"http:\/\/www.m-era.net\/joint-calls\/joint-call-2022\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eM-ERA.NET Call 2022\u201c<\/a>, einem von der Europ\u00e4ischen Union gef\u00f6rderten Netzwerk, das 2012 gegr\u00fcndet wurde, um die Bereiche Materialforschung und Materialtechnologien durch nationale und regionale F\u00f6rderorganisationen, unter anderem den Freistaat Sachsen, gemeinsam zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Mit Partnern wie dem <a href=\"http:\/\/www.bbz.uni-leipzig.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Biotechnologisch-Biomedizinisches Zentrum (BBZ)<\/a> der Universit\u00e4t Leipzig plant b-ACTmatter die Gr\u00fcndung eines Venture Labs, um Innovationen gezielt in die Wirtschaft zu bringen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Am Samstag, 3. 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