{"id":854141,"date":"2026-03-09T04:12:11","date_gmt":"2026-03-09T04:12:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/854141\/"},"modified":"2026-03-09T04:12:11","modified_gmt":"2026-03-09T04:12:11","slug":"schifffahrt-was-man-ueber-die-neue-maritime-strategie-der-eu-wissen-muss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/854141\/","title":{"rendered":"Schifffahrt: Was man \u00fcber die neue maritime Strategie der EU wissen muss"},"content":{"rendered":"<p class=\"paragraph article__item\">Die EU-Kommission skizziert in einer neuen Strategie, was sie mit <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/europa\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Europas<\/a> H\u00e4fen, Werften und Reedereien vorhat. Die Pl\u00e4ne, streng genommen handelt es sich um zwei Strategiepapiere, waren von der maritimen Wirtschaft lange erwartet worden. Wie sind sie einzuordnen?\u00a0\n<\/p>\n<p>Aktuelles<\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/unternehmen\/2026-02\/hapag-lloyd-uebernahme-reederei-zim-israel\" data-ct-label=\"Schifffahrt: Hapag-Lloyd \u00fcbernimmt israelische Reederei ZIM\" data-uuid=\"d47a2c45-40a5-47ab-95c6-7bc4290c5d2f\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>                        Schifffahrt:<br \/>\n                        Hapag-Lloyd \u00fcbernimmt israelische Reederei ZIM<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/hamburg\/2026-02\/elbvertiefung-26-02-2026\" data-ct-label=\"Elbvertiefung: Der t\u00e4gliche Newsletter aus Hamburg: Wieso f\u00fchren zwei Niederl\u00e4nder Hamburgs wichtigste maritime Konzerne?\" data-uuid=\"4e3ee590-46aa-40b4-8ea0-68de505512d9\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>                        Elbvertiefung: Der t\u00e4gliche Newsletter aus Hamburg:<br \/>\n                        Wieso f\u00fchren zwei Niederl\u00e4nder Hamburgs wichtigste maritime Konzerne?<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2026-02\/eu-ukraine-ursula-von-der-leyen-russland-sanktionen\" data-ct-label=\"EU und Ukraine: Gerade jetzt zeigt sich, wie erpressbar Europa ist\" data-uuid=\"033b80e2-c729-4a1e-b880-135c9bdf4129\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>        Z+ (abopflichtiger Inhalt);<\/p>\n<p>    EU und Ukraine:<br \/>\n                        Gerade jetzt zeigt sich, wie erpressbar Europa ist<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p>                    Was steht in der Strategie?        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Auf 56 Seiten beschreibt die Kommission, wie es um H\u00e4fen, Werften und Reedereien der EU-Staaten steht. Ferner z\u00e4hlt sie in Beh\u00f6rdensprache Ziele auf, die in den n\u00e4chsten Jahren erreicht werden sollen. Der Plan der EU-Exekutivbeh\u00f6rde erinnert an eine \u00e4hnliche Strategie der <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/bundesregierung\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bundesregierung<\/a> zu H\u00e4fen, die die Regierung 2024 beschlossen hatte.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">\u00abDie EU-Hafenstrategie deckt alle wichtigen Themen und Herausforderungen der sehr heterogenen europ\u00e4ischen Hafenlandschaft ab\u00bb, sagt der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Instituts f\u00fcr Seeverkehrswirtschaft und Logistik, Burkhard Lemper. Was sind Schwerpunkte? Der Experte nennt die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der H\u00e4fen und ihre Rolle in der Energiewende, die Dekarbonisierung der <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/schifffahrt\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Schifffahrt<\/a> und das Sichern von Logistikketten.\u00a0\n<\/p>\n<p>                In welchem Zustand ist die Branche?        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die Bewertung f\u00e4llt in der Strategie wohlwollend aus. Die Kommission lobt die europ\u00e4ischen H\u00e4fen, Werften und Reedereien als Weltmarktf\u00fchrer. Die Br\u00fcsseler Beh\u00f6rde unterlegt das teils mit Zahlen und verweist etwa darauf, dass nahezu alle Kreuzfahrtschiffe und viele Eisbrecher in Europa gebaut w\u00fcrden und die Handelsflotte der <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/europaeische-union\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">EU<\/a> die gr\u00f6\u00dfte der Welt sei. Die weltweite Handelsflotte geh\u00f6rt demnach zu 34 Prozent Eignern aus der EU.\u00a0\n<\/p>\n<p>        Ist das Lob gerechtfertigt?        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Zwar werden die mit Abstand meisten Schiffe in China, S\u00fcdkorea und Japan gebaut. Dass Europas Werften aber technologisch f\u00fchrend sind, ist zutreffend. Der Wissenschaftler Michele Ac\u00adciaro von der Copenhagen Business School sagt: \u00abIm Schiffbau geht Europa von einer Position wirklicher St\u00e4rke aus. Werften wie Meyer Werft, Fincantieri und Damen sind Weltmarktf\u00fchrer.\u00bb\u00a0\n<\/p>\n<p>                            \u00a9\u00a0Pia Bublies f\u00fcr die ZEIT\/\u200bDIE ZEIT<\/p>\n<p>\n                                        Newsletter<br \/>\n                                        Elbvertiefung \u2013 Der t\u00e4gliche Newsletter f\u00fcr Hamburg<\/p>\n<p class=\"newsletter-signup__text\">Erfahren Sie aus der Redaktion der ZEIT, was in Hamburg wichtig ist \u2013 pr\u00e4gnant, pers\u00f6nlich und pointiert, jeden Werktag um 6 Uhr.<\/p>\n<p class=\"newsletter-signup__datapolicy\" hidden=\"\">\n            Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die <a href=\"https:\/\/datenschutz.zeit.de\/zon#Newsletter\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Datenschutzerkl\u00e4rung<\/a><br \/>\n     zur Kenntnis.\n        <\/p>\n<p>    Vielen Dank! Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt.<\/p>\n<p>Pr\u00fcfen Sie Ihr Postfach und best\u00e4tigen Sie das Newsletter-Abonnement.<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Richtig ist auch, dass Reedereien aus der EU weltweit dominieren. Vier der f\u00fcnf gr\u00f6\u00dften Containerreedereien stammen aus Europa. Davon sitzen drei in EU-Staaten: Maersk (D\u00e4nemark), CMA CGM (Frankreich) und <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/hapag-lloyd\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Hapag-Lloyd<\/a> (Deutschland). Branchenprimus MSC hat den Hauptsitz in der Schweiz. Au\u00dferhalb des Containergesch\u00e4fts gibt es auch erfolgreiche Unternehmen aus Europa &#8211; etwa die Reederei Oldendorff aus Deutschland.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Im Fall der H\u00e4fen ist die Ausgangslage nicht so eindeutig: Ports wie Rotterdam, Antwerpen-Br\u00fcgge und Hamburg sind zwar Giganten in Europa. Die H\u00e4fen schlagen aber deutlich weniger Waren um als die gro\u00dfen H\u00e4fen in Asien &#8211; und sie rangieren auch nicht auf Spitzenpl\u00e4tzen in Produktivit\u00e4tsstatistiken.\u00a0\n<\/p>\n<p>        Welche Probleme gibt es?        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Auf Probleme geht die Kommission in der Strategie nur vereinzelt ein &#8211; und wenn, dann eher indirekt. Unter anderem hei\u00dft es: Kleine und mittelgro\u00dfe Werften m\u00fcssten modernisiert werden. China konkurriere zunehmend um den Bau von F\u00e4hren und Windpark-Errichterschiffen &#8211; gebe sich also nicht allein mit Massenware zufrieden. Passagierschiffe seien in die Jahre gekommen und m\u00fcssten ersetzt werden.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Aufmerksamkeit lenkt die Kommission auf die Themen Verteidigung und innere Sicherheit. So sei fraglich, ob ausl\u00e4ndische Beteiligungen an europ\u00e4ischen H\u00e4fen im Interesse der EU seien. Die Kommission k\u00fcndigt an, ausl\u00e4ndische Investitionen in europ\u00e4ischen H\u00e4fen erfassen und \u00fcberwachen zu wollen.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Zur Erinnerung: In Deutschland hatte der begrenzte Einstieg der staatlichen chinesischen Reederei Cosco an einem Containerterminal in Hamburg eine Debatte ausgel\u00f6st. Cosco ist auch in Pir\u00e4us aktiv, was \u00fcber Griechenland hinaus immer wieder Thema ist. Unmut dar\u00fcber \u00e4u\u00dferten etwa die USA.\u00a0\n<\/p>\n<p>                        Was verspricht die Strategie au\u00dferdem?        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Eine ganze Menge. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Schiffsrecycling, das die EU ausweiten will. Dazu wird eine Zusammenarbeit mit Indien angepeilt. Auch will die EU den Bau von F\u00e4hren f\u00f6rdern, die sowohl zivil als auch milit\u00e4risch genutzt werden k\u00f6nnen (\u00abDual Use\u00bb). Die Kommission untersucht aber auch, ob Handelsschiffe mit Kernenergie angetrieben werden d\u00fcrfen.\u00a0\n<\/p>\n<p>        Wie steht es um die Finanzierung?        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Bis 2027 sollen zun\u00e4chst bestehende Geldt\u00f6pfe ausgesch\u00f6pft werden, wie in einer Handreichung der Kommission zu lesen ist. Den Bau der Dual-Use-F\u00e4hren erw\u00e4gt die Kommission jedenfalls finanziell zu f\u00f6rdern. Nach Einsch\u00e4tzung des Institutsleiters Lemper enth\u00e4lt die Strategie durchaus Vorschl\u00e4ge, wie Hafenprojekte in Zukunft finanziell gef\u00f6rdert werden k\u00f6nnen.\u00a0\n<\/p>\n<p>        Was ist mit der Nachhaltigkeit?        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Wie schon von Lemper benannt, ist die Dekarbonisierung der Schifffahrt Inhalt der Strategie. Dem Text ist unter anderem zu entnehmen, dass sich die EU innerhalb der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation der UN f\u00fcr strengere Klimaschutzregeln einsetzen will. Verhandlungen dar\u00fcber waren vergangenes Jahr \u00fcberraschend gescheitert, nachdem die USA Druck ausge\u00fcbt hatten.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Der Wissenschaftler Ac\u00adciaro sieht Nachholbedarf in der Strategie beim Thema Nachhaltigkeit. Seiner Ansicht nach sollte die EU-Kommission einheitliche Preise festlegen, wenn es um Umweltstandards geht. Das betreffe etwa die Hafenentgelte &#8211; also die Entgelte, die H\u00e4fen von Reedereien verlangen.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Ohne einheitliche Standards \u00abentsteht ein Wettlauf nach unten zwischen H\u00e4fen, der die gesamte Nachhaltigkeitsagenda untergr\u00e4bt\u00bb, sagt Acciaro. Worauf er anspielt: H\u00e4fen mit hohen Umweltauflagen unterliegen der Gefahr, Marktanteile an H\u00e4fen zu verlieren, die niedrige Standards haben.\u00a0\n<\/p>\n<p>        Wie fallen die Reaktionen aus?        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die Reaktionen ma\u00dfgeblicher maritimer Wirtschaftsverb\u00e4nde in Deutschland und Europa sind fast durchg\u00e4ngig positiv. Die Nichtregierungsorganisation Shipbreaking Platform beklagt allerdings, dass die Kommission nicht genug tue, damit mehr Schiffe als bislang in Europa recycelt werden k\u00f6nnten. Abgewrackt werden Schiffe bislang aus Kostengr\u00fcnden vor allem in S\u00fcdasien.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">\u00a9 dpa-infocom, dpa:260309-930-788811\/1<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die EU-Kommission skizziert in einer neuen Strategie, was sie mit Europas H\u00e4fen, Werften und Reedereien vorhat. 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