{"id":854200,"date":"2026-03-09T04:48:13","date_gmt":"2026-03-09T04:48:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/854200\/"},"modified":"2026-03-09T04:48:13","modified_gmt":"2026-03-09T04:48:13","slug":"berlin-fuenf-lehren-aus-der-wahl-und-zwei-offene-fragen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/854200\/","title":{"rendered":"Berlin | F\u00fcnf Lehren aus der Wahl &#8211; und zwei offene Fragen"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (dpa) &#8211; Am Ende wurde es zwar noch einmal knapp. Aber trotzdem hat die CDU eine schon gewonnen geglaubte Wahl auf den letzten Metern noch gegen die Gr\u00fcnen verloren. Der gro\u00dfe Wahlsieger ist der \u00abanatolische Schwabe\u00bb Cem \u00d6zdemir, der auch durch die Abgrenzung von den Gr\u00fcnen im Bund entscheidende Punkte gemacht hat. Die SPD hat einen weiteren Negativrekord eingefahren und von der FDP bleibt immer weniger \u00fcbrig. Und es gibt noch eine Besonderheit: Gr\u00fcne und CDU sind so nah beieinander, dass sie k\u00fcnftig genau gleich viele Sitze &#8211; jeweils 56 &#8211; im Parlament haben. F\u00fcnf Lehren aus der Landtagswahl in Baden-W\u00fcrttemberg und wie es jetzt weitergeht.<\/p>\n<p>Wahlgewinner \u00d6zdemir: Auf die Spitzenkandidaten kommt es an\u00a0<\/p>\n<p>Dass bei Landtagswahlen die Spitzenkandidaten eine entscheidende Rolle spielen, ist keine neue Erkenntnis. Aber bei dieser Wahl kam dieses Prinzip besonders stark zum Tragen. Auf den Wahlplakaten \u00d6zdemirs war nur er zu sehen, den Namen seiner Partei musste man suchen. Der fr\u00fchere Bundesagrarminister koppelte sich von Berlin ab, machte sein eigenes Ding und punktete damit entscheidend. Nach 15 Jahren Winfried Kretschmann k\u00f6nnen die Gr\u00fcnen nun mit dem ehemaligen Parteivorsitzenden als Regierungschef weiterregieren.<\/p>\n<p>Wahlverlierer Hagel: Bleibt auch etwas an Merz h\u00e4ngen?<\/p>\n<p>Lange Zeit klar gef\u00fchrt und dann doch noch verloren. F\u00fcr den CDU-Spitzenkandidaten Manuel Hagel ist es eine extrem bittere Wahlniederlage. Auf der Zielgeraden wurde ihm ein acht Jahre altes Videos zum Verh\u00e4ngnis, in dem er von einer Sch\u00fclerin \u00abmit rehbraunen Augen\u00bb schw\u00e4rmt. Die CDU spricht einhellig von einer \u00abSchmutzkampagne\u00bb &#8211; auch die Bundespartei.\u00a0<\/p>\n<p>Eigene Fehler werden nicht eingestanden, weil in zwei Wochen in Rheinland-Pfalz schon die n\u00e4chste Wahl ansteht. Sollte die auch verloren gehen, wird es auch um die Rolle von Kanzler Friedrich Merz (CDU) gehen. Die Debatten, die in seiner Bundespartei zuletzt \u00fcber \u00abLifestyle-Teilzeit\u00bb und h\u00f6here Zahnarzt-Kosten gef\u00fchrt wurden, d\u00fcrften den Wahlk\u00e4mpfern jedenfalls nicht geholfen haben.\u00a0<\/p>\n<p>Absturz der SPD: Es geht immer noch tiefer<\/p>\n<p>Historisch schlechte Wahlergebnisse sind f\u00fcr die SPD nichts Neues. Beispiel Bundestagswahl 2025: Mit 16,4 Prozent fuhren die Sozialdemokraten ihr schlechtestes Ergebnis bei einer bundesweiten Wahl seit 1887 ein. Aber es geht noch tiefer. Die 5,5 Prozent in Baden-W\u00fcrttemberg sind nun das schlechteste Wahlergebnis \u00fcberhaupt bei einer Landtagswahl. Immerhin ist der Partei die gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Schmach erspart geblieben, aus dem Landtag zu fliegen.\u00a0<\/p>\n<p>Die Erkl\u00e4rungen f\u00fcr das Desaster sind bisher relativ d\u00fcnn. Man sei im Kopf-an-Kopf-Rennen der Spitzenkandidaten zerrieben worden, hei\u00dft es. F\u00fcr die Sozialdemokraten wird die Wahl in Rheinland-Pfalz nun extrem wichtig. Wenn SPD-Ministerpr\u00e4sident Alexander Schweitzer dort verliert, d\u00fcrfte sich der \u00c4rger in der Partei offen Bahn brechen.<\/p>\n<p>Aufstieg der AfD: Es geht weiter ungebremst nach oben<\/p>\n<p>Die AfD hat ihr Wahlergebnis von 2021 fast verdoppelt und mit 18,8 Prozent ein Rekordergebnis bei einer Landtagswahl in Westdeutschland eingefahren (bisher 18,4 Prozent in Hessen 2023). F\u00fcr die Bundespartei ist das trotzdem nur ein Etappensieg.\u00a0<\/p>\n<p>Die entscheidenden Wahlen f\u00fcr die AfD finden im September in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt statt. Dort geht es darum, ob sie erstmals an die Regierung kommt. Da keine der anderen Parteien mit ihr zusammenarbeiten will, ben\u00f6tigt sie daf\u00fcr die absolute Mehrheit in einem der beiden Parlamente. In Mecklenburg-Vorpommern ist sie mit zuletzt 35 bis 37 Prozent in den Umfragen noch weit davon entfernt. In Sachsen-Anhalt kommt sie immerhin schon auf 39 bis 40 Prozent.\u00a0<\/p>\n<p>Aufl\u00f6sungsprozess der FDP: Es ist nicht mehr viel \u00fcbrig<\/p>\n<p>Nach dem Ausscheiden aus dem Bundestag ist die FDP auch in ihrem Stammland Baden-W\u00fcrttemberg an der 5-Prozent-H\u00fcrde gescheitert. Sie ist nun nur noch in 7 von 16 Landtagen vertreten. Wenn die Niederlagenserie weitergeht, k\u00f6nnten es am Ende des Jahres nur noch 4 sein. Die Partei braucht unbedingt ein Erfolgserlebnis, und das ist nicht in Sicht. \u00abMir war klar, dass das ein Marathonlauf wird, kein Sprint\u00bb, sagte Parteichef Christian D\u00fcrr am Wahlabend.\u00a0<\/p>\n<p>Wie geht es in Land und Bund nun weiter?<\/p>\n<p>Nach der Wahl bleiben vor allem zwei offene Fragen. Funktioniert die Zusammenarbeit zwischen den bisherigen Koalitionspartnern Gr\u00fcne und CDU nach einem so harten Wahlkampf noch? Und was macht die Wahl mit der Koalition in Berlin, die vor schwierigen Sozialreformen steht?<\/p>\n<p>Im Land: \u00abSchmutzkampagne\u00bb d\u00fcrfte Pragmatismus weichen<\/p>\n<p>Der Wahlkampf wird noch eine Weile nachwirken, aber dann d\u00fcrfte der Pragmatismus zur\u00fcckkehren. \u00d6zdemir hat der CDU eine \u00abPartnerschaft auf Augenh\u00f6he\u00bb angeboten. \u00abDen Streit lassen wir in Berlin, hier ist die Situation so ernst, dass wir besser zusammenarbeiten\u00bb, sagt er. Eine Alternative gibt es ohnehin nicht, weil sowohl CDU als auch SPD eine Zusammenarbeit mit der AfD kategorisch ausschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Im Bund: F\u00fcr Schwarz-Rot wird es schwierig<\/p>\n<p>In der schwarz-roten Koalition in Berlin hatte man insgeheim auf eine Punkteteilung f\u00fcr die beiden Landtagswahlen gehofft: Die CDU gewinnt in Baden-W\u00fcrttemberg und in Rheinland-Pfalz bleibt die SPD an der Macht. Damit h\u00e4tten beide B\u00fcndnispartner leben k\u00f6nnen. Diese Gedankenspiele der Koalitionsstrategen haben sich nun aber in Luft aufgel\u00f6st. Nun d\u00fcrfte der Wahlkampf in Rheinland-Pfalz in den letzten beiden Wochen mit harten Bandagen gef\u00fchrt werden. Wer dort verliert, geht schwer angeschlagen in die anstehende Debatte \u00fcber die gro\u00dfen Sozialreformen. Das k\u00f6nnte dann auch die Koalition belasten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin (dpa) &#8211; Am Ende wurde es zwar noch einmal knapp. Aber trotzdem hat die CDU eine schon&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":854201,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1825],"tags":[171087,1941,1939,1634,296,1937,29,30,1985,1940,1938,2534],"class_list":["post-854200","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-berlin","tag-ltwbw26","tag-aktuelle-nachrichten-aus-berlin","tag-aktuelle-news-aus-berlin","tag-baden-wuerttemberg","tag-berlin","tag-berlin-news","tag-deutschland","tag-germany","tag-landtag","tag-nachrichten-aus-berlin","tag-news-aus-berlin","tag-wahl"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116197412449107466","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/854200","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=854200"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/854200\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/854201"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=854200"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=854200"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=854200"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}