{"id":854659,"date":"2026-03-09T09:09:14","date_gmt":"2026-03-09T09:09:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/854659\/"},"modified":"2026-03-09T09:09:14","modified_gmt":"2026-03-09T09:09:14","slug":"us-lateinamerika-gipfel-trump-verspricht-kuba-bluehende-landschaften","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/854659\/","title":{"rendered":"US-Lateinamerika-Gipfel: Trump verspricht Kuba bl\u00fchende Landschaften"},"content":{"rendered":"<p>Auf dem US-Lateinamerika-Gipfel in Miami umrei\u00dft der US-Pr\u00e4sident seine Vorstellungen davon, wie die Region s\u00fcdlich der USA k\u00fcnftig aussehen soll. Dabei hat er einen Gegner besonders im Blick.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">W\u00e4hrend der US-Pr\u00e4sident in Miami vor einem handverlesenen Zirkel von Staats- und Regierungschefs aus Lateinamerika das Ende der kubanischen Diktatur verk\u00fcndet, schlagen die Menschen in Havanna wieder einmal mit dem L\u00f6ffel auf die Kocht\u00f6pfe. Zwischen diesen ber\u00fchmten \u201eCacerolazos\u201c (Kochtopf-Protesten) mischen sich Rufe wie \u201eNieder mit dem Kommunismus\u201c oder \u201eSchaltet den Strom an\u201c. Zwischen Miami und Havanna liegen gerade mal 345 Kilometer und doch trennen die beiden St\u00e4dte volkswirtschaftliche Welten.<\/p>\n<p>Kuba hat seit Jahren in Folge einer planwirtschaftlichen Fehlentwicklung mit einer Versorgungskrise auf allen Ebenen zu tun. Nun versch\u00e4rft ein \u00d6lboykott der Amerikaner die Lage auf der kommunistisch regierten Karibik-Insel dramatisch. Kuba bekommt praktisch kaum noch \u00d6llieferungen, die es aber f\u00fcr seine veralteten, maroden Strom-Kraftwerke braucht. Es kommt immer wieder zu stundenlangen massiven Stromausf\u00e4llen.<\/p>\n<p>Donald Trump riecht die Schw\u00e4che der bei gro\u00dfen Teilen der Bev\u00f6lkerung in Ungnade gefallenen linken Eliten in Havanna: \u201eKuba steht am Ende des Weges, ganz am Ende\u201c, erkl\u00e4rte Trump auf dem Gipfeltreffen \u201eShield of the Americas\u201c in seinem eigenen Golf- und Countryclub in Doral. Dann versprach er den Kubanern eine verhei\u00dfungsvolle Zukunft: \u201eEs wird ein neues Leben kommen, aber derzeit befindet es sich in seinen letzten Momenten.\u201c<\/p>\n<p>Trump lud zw\u00f6lf ranghohe Staats- und Regierungschefs aus Lateinamerika ein, die ihm politisch nahestehen und die er als Partner betrachtet. Darunter El Salvadors Pr\u00e4sident Nayib Bukele, der f\u00fcr seine harte Hand gegen die gef\u00fcrchteten Mara-Banden im Land bekannt ist. Oder Argentiniens libert\u00e4rer Pr\u00e4sident Javier Milei, der vor zwei Jahren eine abgest\u00fcrzte Volkswirtschaft \u00fcbernahm und das Land nun erst einmal stabilisieren konnte. <\/p>\n<p>Deutliches Signal an China<\/p>\n<p>Das Treffen in Miami war aber vor allem eine Machtdemonstration gegen\u00fcber China. Denn in der Realit\u00e4t geht es Trump vor allem darum, den Einfluss Chinas in der Region zur\u00fcckzudr\u00e4ngen. Und dieses Anliegen liegt wie ein roter Faden \u00fcber allen Entscheidungen, die die aktuelle US-Administration derzeit f\u00e4llt.<\/p>\n<p>Kuba ist und Venezuela war ein enger politischer Verb\u00fcndeter Pekings. Doch seit Trump Anfang Januar <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article69598f15f6fc544dba9bb9d0\/angriff-auf-venezuela-diese-satellitenbilder-zeigen-das-ausmass-des-us-schlags-gegen-caracas.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article69598f15f6fc544dba9bb9d0\/angriff-auf-venezuela-diese-satellitenbilder-zeigen-das-ausmass-des-us-schlags-gegen-caracas.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">in einer spektakul\u00e4ren Milit\u00e4raktion Machthaber Nicolas Maduro verhaften lie\u00df,<\/a> scheint der verbliebene Rest des sozialistischen Machtapparates um Interims-Pr\u00e4sident Delcy Rodriguez zu tun, was der US-Pr\u00e4sident anordnet. Und da geht es vor allem darum, den USA die riesigen \u00d6lvorkommen zu sichern und Chinas Zugang zu erschweren. Inzwischen haben die Amerikaner auch die anderen Rohstoffe im Orinoco-G\u00fcrtel im Blick. Zwar redet US-Au\u00dfenminister Marco Rubio immer wieder von der Vorbereitung einer demokratischen Transition in Venezuela, Trump aber w\u00fcrde offenbar alles am liebsten so lassen wie es ist.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die USA in Lateinamerika verloren gegangenes politisches Terrain zur\u00fcckholen, muss China herbe R\u00fcckschl\u00e4ge einstecken. Rund um den Panama-Kanal, den Trump zu Beginn seiner zweiten Amtszeit f\u00fcr die USA \u201ezur\u00fcckholen\u201c wollte, gab es Gerichtsurteile die zwei chinesische Hafenbetreiber in Bedr\u00e4ngnis brachte. Inzwischen droht Peking damit, seine Investitionen in Panama zu \u00fcberdenken. Die USA absolvieren gemeinsame Man\u00f6ver in Panamas Dschungel. In Peru baute China den neuen Mega-Hafen Chancay, der die Handelsstr\u00f6me an der s\u00fcdamerikanischen Pazifikk\u00fcste zu Gunsten Pekings neu sortieren soll. Es gibt Berichte, dass Peking diesen Hafen auch milit\u00e4risch nutzen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Nun machte Trump Peru den Vorschlag zum Nato-Partnerland zu werden. In Ecuador starten die USA und das s\u00fcdamerikanische Land gemeine Milit\u00e4roperation gegen den Drogenhandel. In Chile streiten sich die linke Noch-Regierung von Pr\u00e4sident Gabriel Boric und sein konservativer Nachfolger Jose Antonio Kast \u00fcber ein chinesisches Unterseekabel. Die USA sehen darin ein Sicherheitsrisiko f\u00fcr den ganzen Kontinent und verh\u00e4ngten Sanktionen gegen die verantwortlichen Entscheidungstr\u00e4ger.<\/p>\n<p>Kuba: Widerstand gegen alles, was aus den USA kam \u2013 bis jetzt<\/p>\n<p>Doch \u00fcber allem steht die Zukunft Kubas. Die Karibikdiktatur war schon immer eine politische Ikone der Linken. Trotz massiver Menschenrechtsverletzungen, Folter und tausender Fl\u00fcchtlinge, die auf offener See ertranken. Die Identit\u00e4t der kubanischen Revolution speiste sich aus dem Widerstand gegen alles, was aus den USA kam. Bis jetzt. \u201eSie wollen verhandeln und verhandeln mit Marco, mir und einigen anderen\u201c, sagte Trump. Viele w\u00fcrden ihn ansprechen und bitten, dass er sich Kuba annehmen m\u00f6ge. \u201eIch k\u00fcmmere mich darum\u201c, sagte Trump unter lautem Beifall im Saal.<\/p>\n<p>Wie das konkret aussieht, ist ungewiss. Au\u00dfenminister Rubio, ein Kind kubanischer Einwanderer, geh\u00f6rt zu den treibenden Kr\u00e4ften innerhalb der US-Regierung. Ob Kuba milit\u00e4risch \u201ebefreit\u201c werden soll oder durch einen Wechsel an der Spitze nach dem Vorbild Venezuelas, lie\u00dfen die Beteiligten offen.<\/p>\n<p>Die USA befinden sich mit einem Enkel der alles dominierenden Familie von Raul und Fidel Castro in Gespr\u00e4chen. Zuletzt hatte Trump erkl\u00e4rt, es sei ein gro\u00dfer Vorteil f\u00fcr die Durchsetzung der amerikanischen Interessen gewesen, dass die \u201eBefehlsketten\u201c in Venezuelas Machtapparat nach dem Maduro-Coup intakt geblieben seien. So etwas ist offenbar auch auf Kuba denkbar: Ein neues Gesicht an der Spitze, dass die privatwirtschaftliche \u00d6ffnung hin zu Amerika vorantreibt.<\/p>\n<p>In Florida selbst, wo rund eine Million Menschen mit kubanischen Wurzeln leben, gibt es innerhalb der exil-kubanischen Community eine hektische Betriebsamkeit. So berichtet der \u201eMiami Herald\u201c, dass immer Exil-Kubaner dar\u00fcber nachdenken, auf die Insel zur\u00fcckzukehren, w\u00fcrden sich die Machtverh\u00e4ltnisse dort \u00e4ndern. Die republikanische Senatorin Erin Grall aus Vero Beach hat bereits einen \u00c4nderungsantrag zu einem Gesetz eingebracht, um Florida auf den freien Handel mit einem k\u00fcnftig privatwirtschaftlich organisierten Kuba vorzubereiten. Das w\u00e4re dann das Ende des jahrzehntelangen Kuba-Embargos. Was noch fehlt, ist eine F\u00fchrungsfigur in Havanna, die vom Feind der USA zum Freund Washingtons wird.<\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/tobias-kaeufer\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/autor\/tobias-kaeufer\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><b>Tobias K\u00e4ufer<\/b><\/a><b> ist Lateinamerika-Korrespondent. Im Auftrag von WELT berichtet er seit 2009 \u00fcber die Entwicklungen in der Region.<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Auf dem US-Lateinamerika-Gipfel in Miami umrei\u00dft der US-Pr\u00e4sident seine Vorstellungen davon, wie die Region s\u00fcdlich der USA k\u00fcnftig&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":854660,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[3],"tags":[114,13,4047,51028,14,15,65404,12,10,8,9,11,113,716,1700,103,104],"class_list":["post-854659","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-welt","tag-donald-geb-1946","tag-headlines","tag-kuba","tag-maduro","tag-nachrichten","tag-news","tag-nicolas","tag-schlagzeilen","tag-top-news","tag-top-meldungen","tag-topmeldungen","tag-topnews","tag-trump","tag-usa-politik","tag-venezuela","tag-welt","tag-world"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116198438699581029","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/854659","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=854659"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/854659\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/854660"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=854659"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=854659"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=854659"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}