{"id":854716,"date":"2026-03-09T09:41:24","date_gmt":"2026-03-09T09:41:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/854716\/"},"modified":"2026-03-09T09:41:24","modified_gmt":"2026-03-09T09:41:24","slug":"eu-lockert-regeln-deutschland-zieht-nach","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/854716\/","title":{"rendered":"EU lockert Regeln, Deutschland zieht nach"},"content":{"rendered":"<p>Die EU schw\u00e4cht ihre Nachhaltigkeitsrichtlinie ab, Deutschland passt das Lieferkettengesetz an. Unternehmen profitieren von weniger Pflichten, doch zivilrechtliche Haftung und Marktdruck bleiben bestehen.<\/p>\n<p>Die EU schw\u00e4cht ihre Regeln f\u00fcr nachhaltige Lieferketten ab \u2013 und Deutschland passt sein Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) eilig an. Unternehmen stehen vor einem Spagat: Weniger B\u00fcrokratie, aber unver\u00e4ndert hohe Haftungsrisiken.<\/p>\n<p>Omnibus I: EU dreht beim Lieferkettenschutz zur\u00fcck<\/p>\n<p>Die Zeichen in Br\u00fcssel stehen auf Entlastung. Das sogenannte <strong>Omnibus I-Paket<\/strong>, das am 26. Februar 2026 im EU-Amtsblatt ver\u00f6ffentlicht wurde, tritt Mitte M\u00e4rz in Kraft und schraubt die urspr\u00fcnglich ambitionierte <strong>EU-Lieferkettenrichtlinie (CSDDD)<\/strong> deutlich zur\u00fcck. Das Ziel: B\u00fcrokratie abbauen und die Wettbewerbsf\u00e4higkeit europ\u00e4ischer Unternehmen st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Anzeige<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die EU-Richtlinien gelockert werden, r\u00fccken andere Umweltvorgaben wie die Entwaldungsverordnung st\u00e4rker in den Fokus der Beh\u00f6rden. Pr\u00fcfen Sie mit dieser kostenlosen Checkliste, ob Ihr Unternehmen die neuen Sorgfaltspflichten bereits erf\u00fcllt. <strong><a href=\"https:\/\/www.zoll-und-export-aktuell.de\/ebooks\/entwaldungsverordnung-eu\/?af=KOOP_MFW_LOG_DNV_YES_ENTWALDUNGSVERORDNUNG-EU_X\" rel=\"noopener nofollow\" style=\"color: #337ab7 !important; font-weight: bold; text-decoration: underline;\" target=\"_blank\">Entwaldungsverordnung der EU: So sch\u00fctzen Sie Ihr Unternehmen vor Sanktionen<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Die neuen EU-Regeln gelten k\u00fcnftig nur noch f\u00fcr Gro\u00dfkonzerne mit \u00fcber 5.000 Mitarbeitern und einem weltweiten Umsatz von mehr als 1,5 Milliarden Euro. Tausende mittelst\u00e4ndische Firmen sind damit von der direkten Pflicht befreit. Gestrichen wurden auch verbindliche Klimapl\u00e4ne. Statt die gesamte Wertsch\u00f6pfungskette zu \u00fcberwachen, m\u00fcssen sich Unternehmen nun vor allem auf ihre direkten Gesch\u00e4ftspartner konzentrieren. Bis Juli 2028 m\u00fcssen die Mitgliedstaaten die abgespeckte Richtlinie in nationales Recht umsetzen.<\/p>\n<p>Deutschland passt nationales Gesetz unter Druck an<\/p>\n<p>Der Druck aus Br\u00fcssel hat die Gesetzgebung in Berlin beschleunigt. Die Bundesregierung treibt eine \u00c4nderung des deutschen <strong>Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG)<\/strong> voran, um heimische Unternehmen nicht zu benachteiligen. Ein zentraler Punkt: Die j\u00e4hrliche Berichtspflicht soll r\u00fcckwirkend zum 1. Januar 2023 ausgesetzt werden. Experten sch\u00e4tzen, dass dies der Wirtschaft Millionen an Kosten erspart.<\/p>\n<p>Auch bei den Bu\u00dfgeldern wird nachjustiert. K\u00fcnftig sollen Geldstrafen nur noch bei schweren Pflichtverletzungen verh\u00e4ngt werden, die zu gravierenden Menschenrechtsverst\u00f6\u00dfen f\u00fchren \u2013 nicht mehr bei formalen Fehlern. Die Kernpflichten bleiben jedoch bestehen: Risikomanagement, regelm\u00e4\u00dfige Analysen und vorbeugende Ma\u00dfnahmen sind weiterhin verbindlich. Industrieverb\u00e4nde und der Bundesrat fordern sogar, den deutschen Geltungsbereich sofort an die EU-Schwelle von 5.000 Mitarbeitern anzupassen.<\/p>\n<p>BAFA: Weniger Kontrollen, mehr zielgerichtete Pr\u00fcfungen<\/p>\n<p>Mit den ge\u00e4nderten Gesetzen wandelt sich auch die Aufsichtspraxis. Das <strong>Bundesamt f\u00fcr Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)<\/strong> hat die systematische Pr\u00fcfung der Jahresberichte ausgesetzt. Die Beh\u00f6rde will \u201eunternehmerfreundlicher\u201c agieren.<\/p>\n<p>Doch Vorsicht ist geboten. Die BAFA konzentriert sich nun auf <strong>risikobasierte Stichproben<\/strong> und die Untersuchung konkreter Beschwerden. Die Dokumentationspflicht \u2013 Unternehmen m\u00fcssen ihre Sorgfaltsnachweise sieben Jahre aufbewahren \u2013 bleibt. Zivilgesellschaftliche Organisationen wie die Deutsche Umwelthilfe nutzen diesen Weg bereits und haben Beschwerden gegen gro\u00dfe Energieversorger eingereicht. Die Haftung f\u00fcr echte Verst\u00f6\u00dfe ist also keinesfalls vom Tisch.<\/p>\n<p>Kritik: R\u00fcckschritt f\u00fcr den Menschenrechtsschutz?<\/p>\n<p>Die Aufweichung der Regeln st\u00f6\u00dft bei Menschenrechtsorganisationen auf scharfe Kritik. Gruppen wie Misereor warnen vor einem R\u00fcckschritt. Das LkSG habe bereits erste positive Effekte gezeigt, etwa Lohnerh\u00f6hungen in der Landwirtschaft, die durch die Beschwerdemechanismen angesto\u00dfen wurden.<\/p>\n<p>Die Kritiker bef\u00fcrchten, dass ohne Sanktionsdrohung f\u00fcr das Unterlassen von Risikoanalysen das Gesetz zum <strong>\u201ePapiertiger\u201c<\/strong> verkommt. Die Beschr\u00e4nkung auf Gro\u00dfkonzerne lasse Millionen Arbeiter in den Lieferketten des Mittelstands schutzlos zur\u00fcck. Der Konflikt zwischen B\u00fcrokratieabbau und ethischer Verantwortung bleibt damit bestimmend.<\/p>\n<p>Paradox f\u00fcr den Mittelstand: Vertraglicher Druck bleibt<\/p>\n<p>F\u00fcr kleine und mittlere Unternehmen (KMU) entsteht ein paradoxes Bild. Zwar sind sie durch die h\u00f6heren Schwellenwerte oft rechtlich befreit, doch der Marktdruck bleibt. Gro\u00dfe Konzerne und <strong>Original Equipment Manufacturer (OEM)<\/strong> geben ihre Sorgfaltspflichten per Vertrag an ihre Zulieferer weiter.<\/p>\n<p>KMU werden weiterhin mit umfangreichen Frageb\u00f6gen, Verhaltenskodizes und Transparenzanforderungen ihrer Abnehmer konfrontiert. Wer keine belastbaren Daten zu Menschenrechten oder dem <strong>Product Carbon Footprint<\/strong> liefern kann, riskiert den Rauswurf aus lukrativen Lieferantenlisten. Die Deregulierung auf Gesetzesebene bedeutet also nicht automatisch operative Entlastung.<\/p>\n<p>Anzeige<\/p>\n<p>Neben sozialen Standards fordern Auftraggeber zunehmend Nachweise \u00fcber den CO2-Grenzausgleich bei Importwaren ein. Dieser Experten-Leitfaden hilft Ihnen, die komplexen CBAM-Berichtspflichten rechtssicher und ohne Strafzahlungen umzusetzen. <strong><a href=\"https:\/\/www.zoll-und-export-aktuell.de\/ebooks\/cbam\/?af=KOOP_MFW_LOG_DNV_YES_CBAM_X\" rel=\"noopener nofollow\" style=\"color: #337ab7 !important; font-weight: bold; text-decoration: underline;\" target=\"_blank\">CBAM-Reporting rechtssicher meistern: Schritt-f\u00fcr-Schritt-Anleitung f\u00fcr Importeure<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Ausblick: Risikomanagement bleibt Schl\u00fcssel<\/p>\n<p>Was bedeutet das f\u00fcr die Praxis? Unternehmensjuristen m\u00fcssen sich 2026 auf die zielgerichteten Pr\u00fcfungen der BAFA einstellen. Bis 2028 steht zudem die nationale Umsetzung der abgespeckten EU-Richtlinie an.<\/p>\n<p>Eines ist klar: Die Zeit sorgfaltsfreien Wirtschaftens ist trotz aller Lockerungen vorbei. Experten raten zu Investitionen in robuste, automatisierte Systeme zur <strong>Tier-N-R\u00fcckverfolgung<\/strong> in der Lieferkette. Angesichts zunehmender Klagen weltweit sind strenge interne Risikomanagementprozesse essenziell \u2013 nicht nur f\u00fcr die Compliance, sondern auch f\u00fcr den Ruf und den langfristigen Gesch\u00e4ftserfolg.<\/p>\n<p>\t\t <b>Hol dir jetzt den Wissensvorsprung der Aktien-Profis.<\/b><br \/>\n\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/bild-2471709_280_180.jpg\" alt=\" &lt;b&gt;Hol dir jetzt den Wissensvorsprung der Aktien-Profis.&lt;\/b&gt;\"\/><\/p>\n<p>Seit 2005 liefert der B\u00f6rsenbrief trading-notes verl\u00e4ssliche Anlage-Empfehlungen \u2013 dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. <b>100% kostenlos. 100% Expertenwissen.<\/b> Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. 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