{"id":855900,"date":"2026-03-09T20:30:18","date_gmt":"2026-03-09T20:30:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/855900\/"},"modified":"2026-03-09T20:30:18","modified_gmt":"2026-03-09T20:30:18","slug":"teilerfolg-vor-bundesgerichtshof-astrazeneca-wird-auskunft-geben-muessen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/855900\/","title":{"rendered":"Teilerfolg vor Bundesgerichtshof: AstraZeneca wird Auskunft geben m\u00fcssen"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/astrazeneca-186.jpg\" alt=\"Ein Fl\u00e4schchen mit einem Impfstoff von AstraZeneca ist auf einem Tisch zu sehen.\" title=\"Ein Fl\u00e4schchen mit einem Impfstoff von AstraZeneca ist auf einem Tisch zu sehen. | dpa\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 09.03.2026 \u2022 17:35 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        <strong>Vor deutschen Gerichten sind Klagen gegen Impfstoffhersteller bisher oft gescheitert. Nun hat eine Zahn\u00e4rztin aus Mainz vor dem Bundesgerichtshof einen Teilerfolg gegen AstraZeneca errungen.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                    <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/max-bauer-102.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                        <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Max Bauer\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/max-bauer-101.jpg\"\/><br \/>\n                                    <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Auf der rechten Seite, da h\u00f6r ich gar nichts!&#8220; Das berichtet Zahn\u00e4rztin Pia Aksoy aus Mainz. Sie ist auf dem rechten Ohr taub. &#8222;Ich kann zwar meinen Alltag bew\u00e4ltigen, aber es ist eine Einschr\u00e4nkung, die immer da ist und die auch nicht mehr verschwinden wird.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Pia Aksoy f\u00fchrt den H\u00f6rverlust auf eine Corona-Impfung mit dem Impfstoff Vaxzevria von AstraZeneca zur\u00fcck. Als die ersten Impfstoffe zum Jahreswechsel 2020\/2021 auf den Markt kamen, lie\u00df sich Pia Aksoy schnell impfen, bereits im M\u00e4rz 2021 war das.<\/p>\n<p>    Ein vollst\u00e4ndiger H\u00f6rverlust<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Als Zahn\u00e4rztin war es f\u00fcr sie wichtig, dass sie wieder in direktem Kontakt ihre Patienten behandeln kann. &#8222;Dann habe ich mich impfen lassen, und ich habe gleich im Impfzentrum die Nebenwirkungen gesp\u00fcrt. Mit Kribbeln im kleinen Finger und im Ringfinger, mit Taubheitsgef\u00fchlen im Arm. Im Anschluss habe ich dann Nebenwirkungen bekommen wie Fieber und Schmerzen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Diese Nebenwirkungen habe sie noch in Kauf genommen, sagt Pia Aksyo. Aber drei Tage sp\u00e4ter erlitt die Zahn\u00e4rztin einen H\u00f6rsturz und den dauerhaften H\u00f6rverlust. Sie ist sich sicher, dass die Impfung mit dem Impfstoff Vaxzevria die Ursache hierf\u00fcr war. Nichts anderes komme in Frage.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Pia Aksoy macht den Impfstoff-Hersteller AstraZeneca f\u00fcr ihren H\u00f6rschaden verantwortlich. Sie hatten deshalb geklagt und will umfassende Auskunft \u00fcber bekannte Risiken des Corona-Impfstoffs. Au\u00dferdem verlangt sie 150.000 Euro Schmerzensgeld und weiteren Schadensersatz.<\/p>\n<p>    Keine hohen H\u00fcrden f\u00fcr Informationen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Durch die Instanzen klagte sie bis zum Bundesgerichtshof (BGH) und hat jetzt einen Teilerfolg erzielt. Der BGH sagt: Kl\u00e4gerinnen und Kl\u00e4ger brauchen Informationen von den Pharmafirmen \u00fcber bekannte Impfstoffrisiken. Sonst h\u00e4tten m\u00f6gliche Impfgesch\u00e4digte nie eine Chance auf eine erfolgreiche Klage. Die H\u00fcrden f\u00fcr einen Informationsanspruch d\u00fcrften nicht zu hoch sein. Das habe auch der Gesetzgeber so gewollt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Stephan Seiters, Vorsitzender Richter des sechsten Zivilsenats, betonte bei der Urteilsverk\u00fcndung: Die Gesch\u00e4digte m\u00fcsse zwar mehr vortragen als einen blo\u00dfen Verdacht, dass der Impfstoff die Ursache f\u00fcr den Gesundheitsschaden sei. Es reiche aber aus, wenn &#8222;Anhaltspunkte&#8220; f\u00fcr die Urs\u00e4chlichkeit vorliegen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Es d\u00fcrfe da keine zu hohen Anforderungen geben. Sogar wenn mehr dagegen spreche als daf\u00fcr, dass ein Impfstoff die Ursache f\u00fcr Gesundheitssch\u00e4den ist, m\u00fcsse es Informationen vom Hersteller geben k\u00f6nnen. Es reiche, dass der Gesundheitsschaden durch das Impfen plausibel ist.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der BGH hat den Fall nun an die unteren Instanzen zur\u00fcckverwiesen. Pia Aksoy ist zuversichtlich: &#8222;Jetzt sind wir schon so weit gekommen, und jetzt gehen wir voller Kraft und voller Zuversicht diesen Weg weiter, damit am Ende die Gerechtigkeit siegt.&#8220;<\/p>\n<p>    Umfassende Informationen f\u00fcr die Betroffenen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die heutige Entscheidung bedeutet allerdings nicht, dass Pia Aksoy automatisch gewinnt. Auf jeden Fall hat das BGH-Urteil eine allgemeine Bedeutung daf\u00fcr, was Impfstoffhersteller an Informationen herausgeben m\u00fcssen. Der Bundesgerichtshof sagt: Wenn ein Informationsanspruch bestehe, m\u00fcssen Pharma-Unternehmen auch umfassende Informationen \u00fcber die Risiken eines Impfstoffs zur Verf\u00fcgung stellen &#8211; und nicht nur Informationen zum einzelnen Krankheitsfall einer Kl\u00e4gerin oder eines Kl\u00e4gers.<\/p>\n<p>    Nutzen und Risiken m\u00fcssen abgewogen werden<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Ob AstraZeneca am Ende Schmerzensgeld und Schadensersatz zahlen muss, w\u00fcrde von einer Abw\u00e4gung abh\u00e4ngen &#8211; zwischen dem Nutzen und dem Risiko einer AstraZeneca-Impfung w\u00e4hrend der Corona-Pandemie. Waren die Impfstoffrisiken damals angesichts der Pandemiegefahren hinnehmbar? Durfte die Nutzen-Risiko-Bewertung also zugunsten von AstraZeneca ausfallen? Das ist die inhaltliche Frage, die ein Gericht im Fall von Pia Aksoy beantworten m\u00fcsste, damit Geldanspr\u00fcche m\u00f6glich sind.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der BGH hat bei der Urteilsverk\u00fcndung angedeutet, dass die unteren Instanzen auch bei dieser Frage Rechtsfehler gemacht haben. Die Anforderungen daran, was die Kl\u00e4gerin zur Nutzen-Risiko-Bewertung vortragen muss, seien ebenfalls zu streng gewesen.<\/p>\n<p>    &#8222;Nebenwirkungen \u00e4u\u00dferst selten&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der Anwalt von AstraZeneca wollte sich nach der Urteilsverk\u00fcndung in Karlsruhe nicht \u00e4u\u00dfern. Das Unternehmen betonte in einer schriftlichen Stellungnahme, dass die Sicherheit der Patientinnen und Patienten &#8222;h\u00f6chste Priorit\u00e4t&#8220; habe. In der Pandemie h\u00e4tten Zulassungsbeh\u00f6rden weltweit festgestellt, &#8222;dass der Nutzen der Impfung die Risiken \u00e4u\u00dferst seltener potenzieller Nebenwirkungen \u00fcberwiegt&#8220;.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Bisher sind alle Klagen gegen Corona-Impfstoffhersteller vor deutschen Gerichten gescheitert. Die Klage von Pia Aksoy ist die erste gegen einen Impfstoffhersteller, die vor dem obersten deutschen Zivilgericht landete.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 09.03.2026 \u2022 17:35 Uhr Vor deutschen Gerichten sind Klagen gegen Impfstoffhersteller bisher oft gescheitert. 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