{"id":856447,"date":"2026-03-10T01:37:15","date_gmt":"2026-03-10T01:37:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/856447\/"},"modified":"2026-03-10T01:37:15","modified_gmt":"2026-03-10T01:37:15","slug":"muenchen-neufahrn-so-entlarven-sie-manipulation-am-arbeitsplatz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/856447\/","title":{"rendered":"M\u00fcnchen\/Neufahrn | So entlarven Sie Manipulation am Arbeitsplatz"},"content":{"rendered":"<p>M\u00fcnchen\/Neufahrn (dpa\/tmn) &#8211; Jede und jeder von uns tut es: manipulieren. Und h\u00e4ufig sind wir uns dessen nicht bewusst. Wir schmeicheln ein wenig, wenn wir etwas beim Gegen\u00fcber erreichen wollen. Wir l\u00e4cheln, obwohl wir genervt sind, um die Stimmung zu halten. \u00abDas alles ist normal und \u00fcber soziales Verhalten erlernt\u00bb, sagt die Diplom-Psychologin Monika Matschnig.<\/p>\n<p>Wenn Manipulation im Job gezielt eingesetzt wird\u00a0<\/p>\n<p>Doch im Berufsleben kann Manipulation auch gezielt eingesetzt werden \u2013 etwa durch F\u00fchrungskr\u00e4fte oder Teammitglieder. Laut Matschnig geht es um das verdeckte Lenken von Menschen: ohne Offenheit und ohne, dass die Betroffenen wahrnehmen, dass jemand Einfluss auf ihr Denken und Handeln nimmt. Solche Manipulationen sind alles andere als normal, kommen aber vor.\u00a0<\/p>\n<p>Dabei f\u00fchlt sich das oft nicht wie ein direkter Angriff an. \u00abAber wenn wir uns nach einem Gespr\u00e4ch oder einem Meeting intuitiv unfair behandelt oder uns zu einem bestimmten Handeln gezwungen f\u00fchlen, deutet dies zumeist auf eine Manipulation hin\u00bb, sagt Thomas Wilhelm, Professor f\u00fcr Interkulturelles Coaching, Beratung und Leadership an der Internationalen Hochschule SDI M\u00fcnchen.<\/p>\n<p>Typische Formen von Manipulation im Berufsleben\u00a0<\/p>\n<p>Manipulation kann im Job auf unterschiedliche Weise auftreten:\u00a0<\/p>\n<ul class=\"list-normal\">\n<li>Emotionale Manipulation zielt darauf ab, Gef\u00fchle zu beeinflussen, damit jemand etwas Bestimmtes tut. Wilhelm nennt ein Beispiel: Eine F\u00fchrungskraft etwa weckt ein schlechtes Gewissen bei einem Besch\u00e4ftigten, um ihn trotz seines Neins dazu zu bringen, Mehrarbeit zu leisten. Die F\u00fchrungskraft untermauert ihr Anliegen mit den Worten: \u00abNach allem, was ich f\u00fcr dich getan habe, k\u00f6nntest du doch \u2026\u00bb.\u00a0<br \/>\u00a0<\/li>\n<li>Informationsmanipulation bedeutet, dass ein Teammitglied oder eine F\u00fchrungskraft den Informationsfluss steuert, um andere zu beeinflussen. \u00abZum Beispiel werden Informationen vor einem Meeting nur selektiv verbreitet, damit bestimmte Personen unvorbereitet sind und damit schlecht aussehen\u00bb, so Wilhelm. Oder: \u00abWichtige Fakten kommen zu sp\u00e4t\u00bb, laut Matschnig eine typische Situation. Oder sie kommen gar nicht: Entscheidungen sollen getroffen werden, ohne das ganze Bild zu kennen.<br \/>\u00a0<\/li>\n<li>Beim sogenannten Gaslighting wird die Wahrnehmung einer Person infrage gestellt. Klassische Aussagen sind laut Matschnig etwa \u00abSo habe ich das nie gesagt\u00bb oder \u00abDas bildest du dir ein\u00bb. Das hat zur Folge, dass Opfer irgendwann nicht am anderen, sondern an sich selbst zweifeln.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wie Manipulation wirkt &#8211; und wie wir sie erkennen<\/p>\n<p>Aber warum lassen wir uns eigentlich so beeinflussen? Menschen m\u00f6chten grunds\u00e4tzlich beliebt sein, Anerkennung bekommen und dazugeh\u00f6ren. Genau dort setze Manipulation an, sagt Wilhelm. Die Person, die andere manipuliert, \u00abnutzt grundlegende Mechanismen aus\u00bb. Manipulation erzeuge Unsicherheit, Zugeh\u00f6rigkeitsdruck oder den Entzug von Anerkennung. In solchen Momenten r\u00fccke Anpassung vor das \u00fcberlegte Denken. \u00abWie bei einem Kind, das Angst hat, ausgeschlossen zu werden\u00bb, so Monika Matschnig.<\/p>\n<p>Betroffene f\u00fchlen sich h\u00e4ufig \u00abklein, schuldig oder durcheinander, ohne klaren Grund\u00bb, sagt die Psychologin. Gespr\u00e4che hinterlie\u00dfen ein ungutes Bauchgef\u00fchl, Aussagen w\u00fcrden sp\u00e4ter \u00abumgedeutet\u00bb. Lob f\u00fcr gute Arbeit bleibe aus.<\/p>\n<p>Welche Folgen Manipulation im Job haben kann\u00a0<\/p>\n<p>Der K\u00f6rper merke es oft fr\u00fcher als der Kopf, so Matschnig. Es k\u00f6nnen Symptome wie Verspannungen, Blutdruck oder schlechter Schlaf auftreten. Oft leidet auch die psychische Gesundheit, wenn man im Beruf \u00fcber lange Zeit manipuliert wird. Aufgrund der emotionalen Belastung k\u00f6nne es im schlechtesten Fall zu einem Burn-out-Syndrom oder Depressionen kommen, erkl\u00e4rt Wilhelm. Auch das Selbstwertgef\u00fchl kann leiden.<\/p>\n<p>Halten Verunsicherung, Angst oder Stress an, besteht zudem das Risiko, dass die eigene Motivation sinkt. Unter Umst\u00e4nden k\u00f6nnen sich Betroffene schlecht konzentrieren und machen dadurch vermehrt Fehler.\u00a0<\/p>\n<p>Werden Informationen gezielt zur\u00fcckzuhalten, k\u00f6nnen Besch\u00e4ftigte f\u00fcr andere uninteressiert und uninformiert wirken. Das alles kann sich negativ auf die Karriere auswirken. \u00abGezielte Manipulation tr\u00e4gt oft zu einem toxischen Arbeitsklima bei, die Arbeitsmoral sinkt\u00bb, so Wilhelm.<\/p>\n<p>7 Strategien gegen Manipulation im Job<\/p>\n<p>Wer verhindern will, dass manipulatives Verhalten negative Folgen f\u00fcr die eigene Karriere hat, sollte handeln. Hilfreiche Strategien, um Manipulation ausbremsen:\u00a0<\/p>\n<ul class=\"list-normal\">\n<li>Sich nicht provozieren lassen: \u00abBewahren Sie Ruhe und bleiben Sie sachlich\u00bb, sagt Wilhelm. Bemerken Besch\u00e4ftigte etwa w\u00e4hrend eines Meetings, dass ihnen wichtige Informationen vorenthalten wurden, sollten sie emotionslos und deutlich sagen, dass sie sich auf das Treffen gut vorbereitet haben, aber einige Infos offensichtlich nicht bekommen habe.<br \/>\u00a0<\/li>\n<li>Nicht gemachte Fehler emotionslos zur\u00fcckweisen: \u00abM\u00f6chte ein Manipulator einem Fehler in die Schuhe schieben, dann bei den Fakten bleiben und sachlich die Verantwortung zur\u00fcckweisen\u00bb, r\u00e4t Wilhelm.<br \/>\u00a0<\/li>\n<li>Zur eigenen Perspektive stehen: \u00abWird die eigene Wahrnehmung infrage gestellt, dann sollten Betroffene sie bewusst reflektieren\u00bb, sagt Matschnig. Oft reiche es aus zu beschreiben, wie man die Situation erlebt. Und im Weiteren steht man zu der eigenen Perspektive. \u00abDas schafft innere Stabilit\u00e4t und ist Selbstachtung.\u00bb<br \/>\u00a0<\/li>\n<li>Manipulation benennen: \u00abWer glaubt, im Job eine Manipulation zu erleben, sollte den Vorfall konkret benennen\u00bb, so Thomas Wilhelm. Beispiel: Die F\u00fchrungskraft sagt: \u00abWenn du das Projekt nicht \u00fcbernimmst, geht hier alles den Bach runter\u00bb. Eine Reaktion k\u00f6nnte etwa so aussehen: \u00abDu versuchst mich gerade massiv unter Druck zu setzen.\u00bb Das entziehe dem Manipulator die Wirkung seiner Taktik.<br \/>\u00a0<\/li>\n<li>Bedenkzeit erbitten: Keinesfalls sollte man sich Wilhelm zufolge etwa bei angetragenen Sonderprojekten (\u00abNur du schaffst das\u00bb), die Mehrarbeit bedeuten, zu schnellen Zusagen dr\u00e4ngen lassen. Besser: \u00abIch lasse mir das durch den Kopf gehen und melde mich wieder.\u00bb<br \/>\u00a0<\/li>\n<li>Notizen machen: Behauptet eine manipulierende Person sp\u00e4ter: \u00abDas habe ich nie gesagt\u00bb oder \u00abDu bildest dir das ein\u00bb, kann es laut Wilhelm helfen, eigene Notizen zu haben, die die Erinnerung st\u00fctzen. Sein Rat: Nach wichtigen Gespr\u00e4chen immer kurz festhalten, was besprochen wurde.<br \/>\u00a0<\/li>\n<li>Schuldgef\u00fchle hinterfragen: \u00abSchuldgef\u00fchle sind kein verl\u00e4sslicher Beweis f\u00fcr tats\u00e4chliche Verantwortung\u00bb, sagt Matschnig. Eine kurze innere Pr\u00fcfung helfe: Habe ich wirklich etwas vers\u00e4umt \u2013 oder werde ich gerade verunsichert? Diese Frage bringe einen zur\u00fcck in die Selbstf\u00fchrung.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"M\u00fcnchen\/Neufahrn (dpa\/tmn) &#8211; Jede und jeder von uns tut es: manipulieren. 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