{"id":85691,"date":"2025-05-05T06:47:08","date_gmt":"2025-05-05T06:47:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/85691\/"},"modified":"2025-05-05T06:47:08","modified_gmt":"2025-05-05T06:47:08","slug":"was-hilft-gegen-die-gewalt-mit-messern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/85691\/","title":{"rendered":"Was hilft gegen die Gewalt mit Messern?"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 05.05.2025 07:05 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Die Gewalt mit Messern nimmt zu, aber auch die Ma\u00dfnahmen dagegen werden versch\u00e4rft. Was bringen die neuen Waffengesetze und was braucht es noch im Kampf gegen Messerkriminalit\u00e4t?<\/strong>\n    <\/p>\n<p>Von Maximilian Fallert, MDR\n                        <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nWie selbstverst\u00e4ndlich tragen sie ihre Messer in der Hosentasche. Bei einer Polizeikontrolle am Bremer Hauptbahnhof kommen Einhandklingen mit Verzierungen oder illegale Springmesser zum Vorschein &#8211; in den Taschen Jugendlicher. Die Heranwachsenden m\u00fcssen ihre Klingen abgeben und im Einzelfall Bu\u00dfgelder zahlen.<\/p>\n<p>    Zunehmend illegal<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSeit Oktober vergangenen Jahres gilt ein versch\u00e4rftes Waffengesetz: Veranstaltungen wie Volksfeste und Wochenm\u00e4rkte, Orte wie Bahnh\u00f6fe aber auch Busse und Bahnen sollen seitdem messerfreie Zonen sein. Unabh\u00e4ngig davon, wie das Messer aussieht oder wie lang die Klinge ist.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nBeh\u00f6rden k\u00f6nnen leichter Waffenverbotszonen einrichten: Dort k\u00f6nnen Polizeibeamte einfacher Messer aus dem Verkehr ziehen, erh\u00f6hte Geldstrafen zielen auf Abschreckung. Ein Messer darf nur dann getragen werden, wenn es noch in einer Tasche eingepackt ist. Immer mehr St\u00e4dte weisen solche Zonen aus.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIm Koalitionsvertrag von CDU\/CSU und SPD findet sich ein kurzer Absatz zur Messerkriminalit\u00e4t: Die neue Regierung will pr\u00fcfen, inwieweit Strafen im Zusammenhang mit Messergewalt versch\u00e4rft werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>    Kontrollen k\u00f6nnen Sicherheit erh\u00f6hen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Kriminologin Britta Bannenberg von der Justus-Liebig-Universit\u00e4t Gie\u00dfen sieht in Messerverbotszonen eine sinnvolle Ma\u00dfnahme: &#8222;Gerade an den Hot Spots der Kriminalit\u00e4t im \u00f6ffentlichen Raum, wo viele Menschen unterwegs sind, wo viele junge Menschen zum Feiern zusammenkommen und das Eskalationspotential gro\u00df ist, k\u00f6nnen Waffenverbotszonen und pauschale Kontrollen die Sicherheit erh\u00f6hen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nMenschen, die es auf Gewalt abgesehen h\u00e4tten, etwa im Bereich der organisierten Kriminalit\u00e4t oder im Umgang mit Drogen, w\u00fcrden durch solche Verbote aber eher nicht abgeschreckt, ist die Forscherin \u00fcberzeugt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n\u00a0<\/p>\n<p>    Keine Sicherheitsgarantie<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nGesetze und Kontrollen garantieren nicht durchweg Sicherheit. &#8222;Dann stand dieser Mann pl\u00f6tzlich vor mir und hat zugestochen, ohne irgendwas zu sagen&#8220;, erz\u00e4hlt Liliana F. Die 19-J\u00e4hrige ist im Februar Opfer einer lebensbedrohlichen Messerattacke am Bahnhof einer nieders\u00e4chsischen Kleinstadt geworden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAngegriffen hat sie ein polizeilich bekannter, psychisch kranker Mann &#8211; mit einem Messer, das eigentlich verboten ist. In Niedersachsen gibt es laut polizeilicher Kriminalstatistik acht Messerangriffe am Tag. In Berlin sind es zehn.<\/p>\n<p>    Gibt es mehr Messerattacken?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nRund 29.000 Messerangriffe z\u00e4hlten die Beh\u00f6rden in ganz Deutschland im vergangenen Jahr. Die Statistiker werten auch Bedrohungen mit Messern und versuchte Attacken als &#8222;Angriff&#8220;.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIn rund 10.000 F\u00e4llen von gef\u00e4hrlicher K\u00f6rperverletzung war ein Messer die Tatwaffe, das sind zehn Prozent mehr als 2023. Jeder 20. schwere Angriff auf einen Menschen erfolgte mit einem Messer. &#8222;Gleichzeitig ist die Zahl der Raubdelikte mit Messer gesunken&#8220;, erkl\u00e4rt Kriminologe Dirk Baier von der Z\u00fcrcher Hochschule f\u00fcr Angewandte Wissenschaften.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEr ist vorsichtig optimistisch, dass die Zahl der Messerangriffe einen H\u00f6hepunkt erreicht haben k\u00f6nnte: &#8222;Wenn Gewaltkriminalit\u00e4t ein Niveau erreicht, wo eine Gesellschaft das nicht mehr akzeptiert, dann wissen wir, dass das Ruder auch wieder herumgerissen werden kann.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAkteure aus der Zivilgesellschaft, Sozialarbeiter an Schulen und Polizeibeh\u00f6rden mit Schwerpunkten zu einzelnen Themen k\u00f6nnten Entwicklungen auch wieder umkehren. &#8222;Ich glaube, im Messerbereich sind wir in dieser Phase&#8220;, so der Kriminologe.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Datenlage ist allerdings noch ungenau. Forschungsprojekte zur Messerkriminalit\u00e4t sind bislang selten. Niedersachsen will in diesem Jahr ein Projekt starten, auch Rechtswissenschaftlerin Britta Bannenberg forscht aktuell zur Messergewalt: &#8222;Wir wollen wissen, wer aus welchen Gr\u00fcnden Messer tr\u00e4gt und einsetzt, um so auch zielgenauere Pr\u00e4ventionsangebote zu erm\u00f6glichen.&#8220;<\/p>\n<p>    Eine Frage des Geschlechts<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nMesserbesitz und Messergewalt sind M\u00e4nnersache. &#8222;M\u00e4nner sind gewaltt\u00e4tiger als Frauen. Das ist eine allgemeine kriminologische Erkenntnis&#8220;, sagt die Forscherin Bannenberg. Kriminologe Dirk Baier sagt: &#8222;Es hat auch mit M\u00e4nnlichkeitsvorstellungen zu tun, weil das Messer zeigt: Ich bin ein gef\u00e4hrlicher Typ.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nGerade junge M\u00e4nner bis ins Alter von 40 Jahren neigen h\u00e4ufiger zu Norm\u00fcberschreitungen und Gewalt. Die Zahlen dazu sind \u00fcberdeutlich: In Sachsen etwa sind im Bereich der Messerkriminalit\u00e4t neun von zehn Tatverd\u00e4chtigen M\u00e4nner, acht von zehn Opfern auch. Jeder dritte Tatverd\u00e4chtige im Freistaat ist unter 21 Jahre alt. Rund die H\u00e4lfte kommt nicht aus Deutschland.<\/p>\n<p>    Welche Rolle spielt die Herkunft?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nForscherin Bannenberg pl\u00e4diert daf\u00fcr, die Herkunft nicht zu relativieren: Es gebe Zuwanderer aus L\u00e4ndern, in denen gewaltvolle Erziehung und eigene Gewalterfahrungen deutlich ausgepr\u00e4gter sind als in Deutschland. Allerdings sei Herkunft ein Faktor von vielen und die Frage nach Ursachen komplex.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nLaut Dirk Baier m\u00fcssten die Umst\u00e4nde ber\u00fccksichtigt werden: Traumatische Fluchterfahrungen, mangelnde Perspektiven in Deutschland und die fehlende Integration k\u00f6nnten eigenes Gewaltverhalten beg\u00fcnstigen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIm Kampf gegen Messer brauche es einen langen Atem. Baier pl\u00e4diert f\u00fcr einen nationalen Aktionsplan: mehr Mittel f\u00fcr Sozialarbeit und die Beratung und Betreuung von Intensivt\u00e4tern, Kampagnen gegen Gewalt. Und es brauche mehr Aufmerksamkeit f\u00fcr die Opfer.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Es bringt gar nichts, ein Messer mitzuhaben. Im schlimmsten Fall verletzt du eine Person, die gar nicht beteiligt ist, zerst\u00f6rst Menschenleben damit&#8220;, sagt Liliana F., die vor kurzem nur knapp den Messerangriff \u00fcberlebt hat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 05.05.2025 07:05 Uhr Die Gewalt mit Messern nimmt zu, aber auch die Ma\u00dfnahmen dagegen werden versch\u00e4rft. 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