{"id":858454,"date":"2026-03-10T20:22:13","date_gmt":"2026-03-10T20:22:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/858454\/"},"modified":"2026-03-10T20:22:13","modified_gmt":"2026-03-10T20:22:13","slug":"freebsd-14-4-laeuft-deutlich-besser-in-der-cloud-und-auf-notebooks","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/858454\/","title":{"rendered":"FreeBSD 14.4 l\u00e4uft deutlich besser in der Cloud und auf Notebooks"},"content":{"rendered":"<ol class=\"a-toc__list\">\n<li class=\"a-toc__item&#10;          &#10;            a-toc__item--counter&#10;          &#10;            a-toc__item--current\">\n<p>              FreeBSD 14.4 l\u00e4uft deutlich besser in der Cloud und auf Notebooks<\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p>Das kostenlose Betriebssystem FreeBSD 14.4 hat den Release-Prozess durchlaufen und ist nun verf\u00fcgbar. Wie in einigen Versionen zuvor gibt es f\u00fcr BSD-Verh\u00e4ltnisse \u00fcberdurchschnittlich viele Verbesserungen und Erweiterungen, was darauf hindeuten k\u00f6nnte, dass das Interesse an den klassischen unixoiden Systemen weiter w\u00e4chst. Neben Bugfixes und neuen Treibern gibt es auch Anpassungen, die Benutzer von FreeBSD 14 auf den Wechsel zu dem in Teilen grundlegend modernisierten FreeBSD 15 vorbereiten.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Installation auf Notebooks praxistauglicher<\/p>\n<p>Notebook-Besitzer wird es freuen, dass die Pakete mit der WLAN-Firmware nun den Weg in das bootonly.iso und das mini-memstick.img gefunden haben, denn nur so kann bei der Installation bereits WLAN genutzt werden. Der WLAN-Treiber f\u00fcr Ger\u00e4te nach Intel IEEE 802.11a\/b\/g\/n\/ac\/ax\/be ist endlich ACPI-fest und unterst\u00fctzt damit 802.11ax\/be sowie Einstellungen f\u00fcr PPAG (Per Platform Antenna Gain). Das Startup-Skript rc.d\/bluetooth f\u00fcr den Bluetooth-Stack versucht nun mehrfach, sich mit Bluetooth-Ger\u00e4ten zu verbinden.<\/p>\n<p>Im bislang etwas vernachl\u00e4ssigten Bereich Audio legt FreeBSD 14.4 ebenfalls zu. Neu ist sndctl(8), um \u00e4hnlich wie das uralte mixer(8) die Eigenschaften von Audioger\u00e4ten zu steuern. Gleichzeitig ist mit dem alten und fehlerhaften MIDI-Sequenzer im Kernel Schluss. Moderne Anwendungen erledigen MIDI im Userland. Ein Fehler in der Implementation von swapon(8) wurde behoben, sodass <a href=\"https:\/\/cgit.freebsd.org\/src\/commit\/?id=9d80d681ee9d\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">jetzt per GELI verschl\u00fcsselte Auslagerungsdateien<\/a> auch \u00fcber den .eli-Suffix in der fstab(5) definiert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>FreeBSD f\u00fchlt sich auch in der Cloud immer wohler<\/p>\n<p>Das Programm nuageinit(8) dient zur Initialisierung von Instanzen in einer Cloud-Umgebung, besteht aus drei rc(8)-Skripten und wird beim ersten Start nach der Systeminstallation ausgef\u00fchrt. FreeBSD 14.4 erweitert es deutlich und unterst\u00fctzt jetzt f\u00fcr das Bulk-Passwort-Management beispielsweise auch den chpasswd-Befehl inklusive aller veralteten Syntaxen.<\/p>\n<p>Das Netgraph Control Utility ngctl(8) kann \u00fcber das neue \u201e-j\u201c-Flag nun auch von au\u00dfen in ein FreeBSD-Jail ohne eigenes ngctl(8) hineinreichen und dort Netgraph-Objekte (Nodes) verwalten. Beim Anlegen von Jails oder sp\u00e4ter per \u201ejail -cm\u201c k\u00f6nnen <a href=\"https:\/\/cgit.freebsd.org\/src\/commit\/?id=527027da391d\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">FreeBSD-14.4-Jails beliebige \u201ekey=value \u201c-Zeichenketten als Metadaten<\/a> (meta=\u201e&#8230;\u201c und env=\u201e&#8230;\u201c) \u00fcbergeben werden. Das \u00fcbergeordnete Jail kann beide Metadatenvariablen lesen, w\u00e4hrend das untergeordnete Jail nur env versteht.<\/p>\n<p>Der EFI-Bootloader loader.efi wird nun auf alle ESPs (EFI System Partitions) eines Multivolume-ZFS-Datasets kopiert, sodass auch beim Ausfall des prim\u00e4ren Laufwerks noch gebootet werden kann. Der nvme(4)-Treiber unterst\u00fctzt BAR5 und erm\u00f6glicht es FreeBSD 14.4 damit, auch auf Google-Compute-Engine-4-Systemen zu laufen.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Die Treiber f\u00fcr schnelle Intel-Netzwerkkarten ix(4) und ixv(4) unterst\u00fctzen jetzt <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Sparsam-und-schnell-Netzwerkkarten-mit-zwei-10-Gbit-s-Ethernet-Ports-von-Intel-10489727.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">die E610-Familie<\/a> inklusive neuer PCI-IDs f\u00fcr Backplanes, SFP, 10 GbE, 2.5 GbE und die SGMII-Varianten (Serial Media-Independent Interface).<\/p>\n<p>Plan 9 in FreeBSD f\u00fcr Bhyve-VMs<\/p>\n<p>Das Plan 9 Filesystem Protocol (Styx) ist ein Netzwerk-Protokoll, das von den Bell Labs vor \u00fcber drei Jahrzehnten f\u00fcr das legend\u00e4re verteilte Betriebssystem <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Plan_9_from_Bell_Labs\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Plan 9<\/a> entwickelt wurde. In FreeBSD 14.4 kann der native Hypervisor Bhyve nun das 9P-Dateisystem p9fs(4) nutzen, um virtuellen Maschinen den Zugriff auf Dateien des Hosts zu erlauben. Da p9fs(4) Dateizugriffe direkt \u00fcber den virtio-p9-Treiber abwickelt, ist diese Methode nicht nur extrem schnell, sondern ben\u00f6tigt im Gegensatz zu NFS, Samba oder SSHFS auch keinen Netzwerkstack. In ferner Zukunft wird p9fs(4) vermutlich durch virtio-fs ersetzt.<\/p>\n<p>Auch FreeBSD 14.4 bereitet sich auf \u201epkbase\u201c vor<\/p>\n<p>Upgrades von FreeBSD 14 auf 15 funktionieren wegen der Vereinheitlichung der Basis- und Userland-Pakete manchmal nicht, da libc(7) von libsys(7) abh\u00e4ngt, beim Upgrade via freebsd-update(8) aber libc(7) zuerst installiert wird. Weitere Aufrufe unter anderem von gunzip(8) brechen dann zusammen mit dem Upgrade-Prozess mit einem Fehler ab. Ein Fix von Colin Percival <a href=\"https:\/\/cgit.freebsd.org\/src\/commit\/?id=e26928669f39\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">behebt das Problem<\/a> bei FreeBSD 14.4.<\/p>\n<p>Mit <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/FreeBSD-15-Grosse-Fortschritte-dank-Industrie-Unterstuetzung-11100859.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">FreeBSD 15<\/a> beginnt der Wechsel von den traditionellen Distribution Sets zum neuen \u201epkgbase\u201c. Bislang war freebsd-update(8) f\u00fcr das Basissystem zust\u00e4ndig (Kernel, Kernel-Module, \/usr\/bin, \/usr\/sbin, \/lib usw.), w\u00e4hrend pkg(8) sich um alles andere k\u00fcmmerte (Tools, X11, Anwendungen). In FreeBSD 15 wird es beide Systeme geben, mit FreeBSD 16 nur noch \u201epkgbase\u201c, bei dem alle Pakete per pkg(8) verwaltet werden.<\/p>\n<p>Den Umstieg muss also jeder FreeBSD-Anwender in absehbarer Zeit vollziehen: Die letzte Version von FreeBSD 13 ist Version 13.5, die am 30. April in den End-of-Life-Status wechselt. FreeBSD 14.6 als letztes 14er-Release wird bis November 2028 unterst\u00fctzt, FreeBSD 15 dann bis Dezember 2029 (da greifen die 4 statt 5 Jahre Support-Zyklus). Von da an wird es kein freebsd-update(8) mehr geben.<\/p>\n<p>FreeBSD 14.4 behebt alten OpenZFS-Bug<\/p>\n<p>OpenZFS wurde in FreeBSD 14.4 auf Version 2.2.9 aktualisiert. Das beinhaltet Verbesserungen beim ARC-Shrinking, bessert einige Fehler f\u00fcr \u201ezpool add\u201c-Sicherheitschecks aus und erlaubt \u201ezvol blk-mq\u201c-Synchronization.<\/p>\n<p>Wer FreeBSD schon l\u00e4nger nutzt, kennt das l\u00e4stige Problem, dass bereits seit FreeBSD 13 und dem Umstieg von ZFS auf OpenZFS neue Installationen auf MBR-partitionierte Laufwerke mit Auto-ZFS in der Regel zu nicht lauff\u00e4higen Systemen f\u00fchren. Das Problem wurde gel\u00f6st, <a href=\"https:\/\/cgit.freebsd.org\/src\/commit\/?id=220584471931\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">indem OpenZFS+MBR nicht mehr als Option angeboten wird<\/a>.<\/p>\n<p>F\u00fcr FreeBSD-Neulinge ist es verwunderlich, dass beim ersten Aufruf des Tools \u201epkg\u201c f\u00fcr die Paketverwaltung ebendieses pkg(8) zuerst installiert wird. Das merkw\u00fcrdig wirkende Verhalten ist Absicht, um Inkompatibilit\u00e4ten zu vermeiden. Das Parsing der Parameter dieses einmalig startenden pkg(7) (ja, 7) wurde bei FreeBSD 14.4 an das Parsing von pkg(8) angeglichen (\u201epkg bootstrap -f\u201c statt \u201epkg -f bootstrap\u201c) und k\u00f6nnte bei eigenen Installationsskripten ohne Anpassung zu Fehlern f\u00fchren.<\/p>\n<p>Soft Updates<\/p>\n<p>Mit FreeBSD 14.4 gibt es bei newfs(8) zum Anlegen neuer UFS1\/UFS2-Dateisystemen (Unix File System) <a href=\"https:\/\/cgit.freebsd.org\/src\/commit\/?id=929ef0d36c6c\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">die neue Option \u201e-u\u201c<\/a>, um \u201eSoft Updates\u201c zu deaktivieren. Zuvor mussten die hart eingeschalteten Soft Updates im Nachhinein wieder per tunefs(8) entfernt werden.<\/p>\n<p>Soft Updates sind ein von <a href=\"https:\/\/www.usenix.org\/legacy\/publications\/library\/proceedings\/usenix99\/full_papers\/mckusick\/mckusick.pdf\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Marshall Kirk McKusick und Gregory R. Ganger ausf\u00fchrlich beschriebener Mechanismus<\/a>, um FFS und sp\u00e4ter UFS1\/UFS2 sowohl zu beschleunigen als auch sicherer in Bezug auf die Datenkonsistenz der Metadaten zu machen. Um bei einem pl\u00f6tzlichen Stromausfall oder Systemabsturz trotzdem m\u00f6glichst valide Metadaten auf den Datentr\u00e4gern zu haben, wurden bei den klassischen BSDs urspr\u00fcnglich synchrone Schreibzugriffe eingef\u00fchrt \u2013 dabei wird jede winzige \u00c4nderung sofort auf die Festplatte geschrieben. Das Anlegen und Schreiben von Dateien (Inode allokieren, Verzeichniseintrag schreiben, Blockbitmap aktualisieren) war so wegen tr\u00e4ger Festplatten-Mechanik extrem langsam.<\/p>\n<p>Soft Updates analysieren unter anderem die Abh\u00e4ngigkeiten der notwendigen Metadatenoperationen voneinander und schreiben diese dann optimiert (aber wiederum synchron) auf den Datentr\u00e4ger. Laut McKusick\/Ganger f\u00fchrte das vor allem zu 30 bis 70 Prozent weniger Schreibzugriffen und damit zu einem sp\u00fcrbaren Performance-Boost (nicht vergessen: Ende der 90er hatten wir MFM\/RLL hinter uns, nutzten IDE\/PATA-Laufwerke, aber standen noch ein paar Jahre vor der Einf\u00fchrung von SATA [~2003]).<\/p>\n<p>Im Laufe von FreeBSD 4.0 (1998), NetBSD 1.5 (2000) und OpenBSD 2.9 (2001) gab es erste Implementationen von Soft Updates. 2010 kam Journaling dazu (SU+J) und 2024 aktivierte FreeBSD bei newfs(8) per Default die Soft Updates. Das war zu einem Zeitpunkt, bei dem OpenBSD 7.4 (2023) <a href=\"https:\/\/www.undeadly.org\/cgi?action=article;sid=20240204112905\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">den ganzen Soft-Update-Blob komplett entfernte<\/a>, weil der Code viel zu komplex, schwer wartbar oder erweiterbar war und elend viele Abh\u00e4ngigkeiten mitbrachte. Das mag f\u00fcr manche Open-Source-Systeme kein Problem sein, bei OpenBSD ist es ein kategorisches \u201eno go\u201c.<\/p>\n<p>NetBSD f\u00fchrte bei Version 5.0 als Alternative \u201eWrite Ahead Physical Block Logging\u201c (WAPBL\u2011Journaling) ein und warf Soft Updates bereits mit Version 6.0 (2012) <a href=\"https:\/\/mail-index.netbsd.org\/netbsd-announce\/2008\/12\/14\/msg000051.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">aus dem System<\/a>. Au\u00dferdem: Viele neue Funktionen konnten nicht implementiert werden, <a href=\"https:\/\/bugs.freebsd.org\/bugzilla\/show_bug.cgi?id=195485\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">weil sie nicht mit Soft Updates zusammenpassten<\/a>, und zus\u00e4tzlich war der Geschwindigkeitsvorteil auf modernen SATA-Festplatten und vor allem -SSDs quasi irrelevant. Ohne Soft Updates bedeutet das bei den BSD-Dateisystemen FFS\/UFS1\/UFS2 bei einem Crash jedoch deutlich l\u00e4ngere Boot-Zeiten wegen des nun notwendigen kompletten fsck(8)-Laufs. F\u00fcr Datenbest\u00e4nde im Bereich etlicher TByte w\u00e4re das nicht mehr praxistauglich, aber da setzt man sowieso ZFS ein.<\/p>\n<p>Kleiner geht\u2019s kaum: FreeBSD 14.4 l\u00e4uft auf Raspberry Pi Zero 2W<\/p>\n<p>FreeBSD 14.4 ist als Open-Source-Software unter der freien BSD-Lizenz ab sofort kostenlos f\u00fcr die <a href=\"https:\/\/www.freebsd.org\/platforms\/#_supported_platforms\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Architekturen<\/a> amd64, i386, aarch64, armv7, powerpc, powerpc64 und riscv64 von der <a href=\"https:\/\/www.freebsd.org\/\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Projektseite<\/a> herunterladbar. Alle Neuerungen beschreiben die Entwickler in den <a href=\"https:\/\/www.freebsd.org\/releases\/14.4R\/relnotes\/\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Release Notes<\/a>. Kleiner Bonus: Die Images f\u00fcr SD-Karten wurden um den Device-Tree-Blob f\u00fcr den <a href=\"https:\/\/cgit.freebsd.org\/src\/commit\/?id=fce5d401a803\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Raspberry Pi Zero 2W<\/a> erweitert, sodass FreeBSD 14.4 nun auch auf diesem Winzling l\u00e4uft.<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:axk@heise.de\" title=\"Axel Kannenberg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">axk<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p><strong>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. 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