{"id":859998,"date":"2026-03-11T10:44:11","date_gmt":"2026-03-11T10:44:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/859998\/"},"modified":"2026-03-11T10:44:11","modified_gmt":"2026-03-11T10:44:11","slug":"leipzig-polizei-geht-gegen-rechtsextremen-buchversand-der-schelm-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/859998\/","title":{"rendered":"Leipzig: Polizei geht gegen rechtsextremen Buchversand &#8222;Der Schelm&#8220; vor"},"content":{"rendered":"<p class=\"text\">\nIn Leipzig haben Ermittler am Mittwochmorgen die Wohnung von Beatrix P. durchsucht. Sie ist die Tochter des mutma\u00dflichen Hauptbeschuldigten in dem Ermittlungsverfahren gegen den rechtsextremen Buchversand &#8222;Der Schelm&#8220; und soll eine wichtige Rolle bei der Organisation des Versandhandels gespielt haben.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nNach Recherchen von <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/investigativ\/rbb\/razzia-rechter-verlag-derschelm-100.html\" title=\"Tagesschau\" data-ctrl-link=\"{&#039;id&#039;: &#039;e92e25b4-8c9e-454e-9185-176d228a100e&#039;,&#039;type&#039;:&#039;ard&#039;,&#039;window&#039;:{&#039;type&#039;:&#039;empty&#039;,&#039;config&#039;:{&#039;title&#039;:&#039;Tagesschau&#039;,&#039;top&#039;:&#039;0&#039;,&#039;left&#039;:&#039;0&#039;,&#039;width&#039;:&#039;0&#039;,&#039;height&#039;:&#039;0&#039;,&#039;status&#039;:&#039;0&#039;,&#039;menubar&#039;:&#039;0&#039;,&#039;location&#039;:&#039;0&#039;,&#039;scroll&#039;:&#039;0&#039;,&#039;toolbar&#039;:&#039;0&#039;,&#039;resizable&#039;:&#039;0&#039;}}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">rbb24<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/investigativ\/mdr-investigativ-kontakt-redaktion-100.html\" title=\"Kontakt-M\u00f6glichkeiten zu MDR Investigativ\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">MDR Investigativ<\/a> soll sie f\u00fcr ihren Vater Konten eingerichtet haben, \u00fcber die Zahlungsstr\u00f6me organisiert wurden. So k\u00f6nnten Einnahmen verschleiert und der Weiterbetrieb des rechtsextremen Buchversands erm\u00f6glicht worden sein. Nach Recherchen hat der Verlag \u00fcber Jahre hinweg nationalsozialistische und antisemitische Literatur an tausende Kunden weltweit verschickt. Den Recherchen zufolge wurden Konten in mehreren L\u00e4ndern eingerichtet, darunter in Estland und Schweden.\n<\/p>\n<p><strong>Hauptbeschuldigter offenbar in Russland<\/strong><\/p>\n<p class=\"text\">\nAls zentrale Figur des Netzwerks gilt der Verlagsinhaber Adrian P., ein seit Jahren aktiver Rechtsextremist, der ebenfalls fr\u00fcher in Leipzig wohnte. Nach Recherchen von rbb 24 und MDR\u00a0soll er sich bereits vor fr\u00fcheren Verfahren in den Gro\u00dfraum Moskau abgesetzt haben und dort leben. Nach Recherchen soll der Versandhandel auch von dort aus weiter gesteuert worden sein.\n<\/p>\n<p><strong>Durchsuchungen in mehreren europ\u00e4ischen L\u00e4ndern<\/strong><\/p>\n<p class=\"text\">\nIm Auftrag der Staatsanwaltschaft Karlsruhe durchsuchen Ermittler am Mittwoch Geb\u00e4ude an insgesamt elf Orten in Europa. Betroffen sind eine Druckerei in Polen, ein Objekt in Spanien sowie mehrere Wohnungen und Gesch\u00e4ftsr\u00e4ume in f\u00fcnf Bundesl\u00e4ndern in Deutschland, darunter auch Sachsen.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nDie Ermittlungen richten sich gegen zwei Frauen und sechs M\u00e4nner, die Teil eines internationalen Netzwerks hinter dem Versandhandel sein sollen. Nach Recherchen von rbb 24 und MDR hat der Verlag in den vergangenen Jahren B\u00fccher an rund 11.000 Kunden weltweit verschickt.\n<\/p>\n<p><strong>Rechtsextreme Propaganda im Sortiment<\/strong><\/p>\n<p class=\"text\">\nDer Online-Versand vertreibt seit mehr als zehn Jahren zahlreiche unkommentierte Nachdrucke aus der Zeit des Nationalsozialismus. Insgesamt sollen rund 100 verschiedene Titel im Angebot gewesen sein. Darunter befinden sich auch Schriften mit antisemitischen Inhalten sowie B\u00fccher, in denen der Holocaust geleugnet wird \u2013 viele davon sind in Deutschland verboten.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nThomas Salzmann von der Bundespr\u00fcfstelle f\u00fcr jugendgef\u00e4hrdende Medien besch\u00e4ftigt sich seit Jahren mit entsprechenden Verbotsverfahren. &#8222;Wir hatten insgesamt f\u00fcnf abgeschlossene Verfahren zu B\u00fcchern, die dem Schelm-Verlag zuzurechnen sind. Das sind Nachdrucke von Nazi-Literatur aus der NS-Zeit, stark antisemitisch gepr\u00e4gt&#8220;, sagt Salzmann. Neben bekannten Propagandatexten aus der NS-Zeit wurden auch B\u00fccher verbreitet, die damals gezielt zur ideologischen Erziehung eingesetzt wurden.\n<\/p>\n<p><strong>Antisemitische Kinderb\u00fccher im Angebot<\/strong><\/p>\n<p class=\"text\">\nBesonders brisant aus Sicht von Jugendsch\u00fctzern: Unter den angebotenen Titeln befinden sich auch antisemitische Kinderb\u00fccher aus der Zeit des Nationalsozialismus.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nEin Beispiel ist das Propagandabuch &#8222;Der Giftpilz&#8220;, das im Dritten Reich zur ideologischen Beeinflussung von Kindern eingesetzt wurde. &#8222;Das Buch vermittelt ein stark rassistisches Weltbild und stellt Juden als das absolut B\u00f6se dar&#8220;, sagt Salzmann. Solche Inhalte k\u00f6nnten zu Hass und Volksverhetzung beitragen.\n<\/p>\n<p><strong>Fr\u00fcheres Verfahren gegen Netzwerkmitglieder<\/strong><\/p>\n<p class=\"text\">\nBereits in der Vergangenheit hatten Ermittler gegen das Umfeld des Verlags ermittelt. 2024 verurteilte das Oberlandesgericht Dresden mehrere Beteiligte wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung und Volksverhetzung. Erst im Oktober 2025 hatte der Bundesgerichtshof das Verfahren erneut an das Oberlandesgericht Dresden verwiesen, mit den Hinweis es m\u00fcsse die Gesamtstrafen neu bestimmen. So seien zus\u00e4tzliche Vergehen beim Strafma\u00df einzubeziehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In Leipzig haben Ermittler am Mittwochmorgen die Wohnung von Beatrix P. durchsucht. 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