{"id":860932,"date":"2026-03-11T19:19:18","date_gmt":"2026-03-11T19:19:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/860932\/"},"modified":"2026-03-11T19:19:18","modified_gmt":"2026-03-11T19:19:18","slug":"nouvelle-vague-film-rezensionen-de","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/860932\/","title":{"rendered":"Nouvelle Vague | Film-Rezensionen.de"},"content":{"rendered":"<p><b>Inhalt \/ Kritik<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Paris, Ende der 1950er: Jean-Luc Godard (<strong>Guillaume Marbeck<\/strong>) lebt quasi f\u00fcr Filme. Unz\u00e4hlige davon hat er gesehen, auch dar\u00fcber geschrieben hat er. Einen eigenen kann er jedoch nicht vorweisen, im Gegensatz zu seinem Freundeskreis \u2013 was ihn schon m\u00e4chtig wurmt. Das soll sich nun \u00e4ndern, er hat auch einige revolution\u00e4re Ideen, wie er das alles machen kann. Die Finanzierung steht. Sein Ensemble hat er ebenfalls zusammen, Jean-Paul Belmondo (<strong>Aubry Dullin<\/strong>) und Jean Seberg (<strong>Zoey Deutch<\/strong>)\u00a0sollen die Hauptrollen \u00fcbernehmen. Und doch ist der Dreh nicht so einfach, wie sich das alle erhofft haben. Mit seinen Marotten treibt Godard die anderen bald in den Wahnsinn, immer wieder steht das ehrgeizige Projekt vor dem Aus \u2026<\/p>\n<p>Die Geschichte hinter einem Klassiker<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Filme, die selbst das Thema Film zum Inhalt haben, gibt es nat\u00fcrlich nicht zu wenige. Manche stellen vielleicht einzelne Filmschaffende vor, sei es vor oder hinter der Kamera, oder besch\u00e4ftigen sich mit der Filmindustrie insgesamt. Ein Sonderfall ist, wenn ein Film die Entstehungsgeschichte eines realen Films erz\u00e4hlt. So war <a href=\"https:\/\/www.film-rezensionen.de\/2023\/08\/hitchcock\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Hitchcock<\/a> nicht allein ein Biopic \u00fcber den legend\u00e4ren Regisseur, sondern blickt hinter die Kulissen von <a href=\"https:\/\/www.film-rezensionen.de\/2020\/12\/psycho-1960\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Psycho<\/a>. Ein anderes Beispiel ist <a href=\"https:\/\/www.film-rezensionen.de\/2020\/12\/mank\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mank<\/a>, das sich mit der Entwicklung des Drehbuchs von <a href=\"https:\/\/www.film-rezensionen.de\/2006\/12\/citizen-kane\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Citizen Kane<\/a> besch\u00e4ftigt. Diese Liste wird nun auch um Nouvelle Vague\u00a0erweitert, einem weiteren Film \u00fcber die Arbeit eines Filmklassikers. Dieses Mal ist es <a href=\"https:\/\/www.film-rezensionen.de\/2009\/11\/auser-atem\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Au\u00dfer Atem<\/a>, dem Jahrzehnte sp\u00e4ter noch einmal ein Denkmal gesetzt wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wobei es nicht allein um den Thriller an sich geht. Regisseur <strong>Richard Linklater<\/strong> legt vielmehr ein Werk vor, das auch als Portr\u00e4t funktioniert, sowohl von der damaligen Zeit wie auch von seinem Kollegen <strong>Jean-Luc Godard<\/strong>, der eben diesen Klassiker geschaffen hat. Da dr\u00e4ngt sich nat\u00fcrlich ein Vergleich zu <a href=\"https:\/\/www.film-rezensionen.de\/2025\/03\/blue-moon\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Blue Moon<\/a> auf, mit dem Linklater einige Monate zuvor schon ein anderes K\u00fcnstlerportr\u00e4t pr\u00e4sentierte \u2013 damals von dem Liedtexter <strong>Lorenz Hart<\/strong>. Und doch sind die beiden Werke sehr unterschiedlich geworden. War die musikalische Zeitreise von Melancholie gepr\u00e4gt, als eine \u00c4ra zu Ende geht, da handelt Nouvelle Vague von einem energiegeladenen Aufbruch. Godard wollte nicht einfach nur einen Film drehen, sondern auch die Regeln in den M\u00fcll werfen, wie Filme gedreht werden. Das betrifft etwa das Drehbuch, welches eher spontanen Ideen folgt, weniger einem Konzept. Aber auch bei der Inszenierung durfte munter ausprobiert werden.<\/p>\n<p>Leichtf\u00fc\u00dfig und heiter<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das h\u00e4tte leicht verkopft werden k\u00f6nnen, ein schweres Drama f\u00fcr ein Arthouse-Publikum, f\u00fcr das Filme in erster Linie intellektuell zu sein haben. Umso gr\u00f6\u00dfer ist die \u00dcberraschung, wie leichtf\u00fc\u00dfig und heiter Nouvelle Vague geworden ist. So verneigt sich Linklater zwar durchaus vor seinem Kollegen, der als geistiger Erneuerer das franz\u00f6sische Kino revolutionieren wollte. Aber es geschieht doch auch mit einem gewissen Augenzwinkern, wenn man bei seiner Interpretation von Godard nie genau wei\u00df, ob er nun ein aufgeblasener Scharlatan oder ein Genie ist. So viel Spa\u00df es dem Nachwuchsregisseur macht, andere vor den Kopf zu sto\u00dfen und sich nicht an Abmachungen zu halten, so viel Spa\u00df macht es auch, ihm dabei zuzusehen. Der bislang wenig bekannte Hauptdarsteller Guillaume Marbeck stattet die Figur mit so viel eigenwilligem Charisma aus, dass man ihm ewig zusehen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sehenswert ist die Zeitreise, die 2025 in <a href=\"https:\/\/www.festival-cannes.com\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Cannes<\/a> Weltpremiere hatte, aber auch durch eine inszenatorische Besonderheit. So ahmen Linklater und Kameramann <strong>David Chambille<\/strong> die Optik von Au\u00dfer Atem nach, inklusive Schwarzwei\u00df und Bildformat, weshalb man tats\u00e4chlich den Eindruck hat, hier eine Art Making of des Klassikers zu sehen. Revolution\u00e4r ist das bei Nouvelle Vague dann nicht, was angesichts der Vorlage irgendwie deplatziert ist. Aber es ist doch sehr stimmungsvoll geworden. Und eben auch unterhaltsam. Wer sich f\u00fcr das Original oder das Filmgesch\u00e4ft interessiert, f\u00fcr den ist das hier ein Muss. Aber selbst ein Publikum, das bislang keine Ber\u00fchrungspunkte hatte, kann mit dem ironischen Blick hinter die Kulissen eine tolle Zeit haben.<\/p>\n<p><b>Credits<\/b><\/p>\n<p><strong>OT:<\/strong>\u00a0\u201eNouvelle Vague\u201c<br \/><strong>Land:<\/strong>\u00a0Frankreich<br \/><strong>Jahr:<\/strong>\u00a02025<br \/><strong>Regie:<\/strong>\u00a0Richard Linklater<br \/><strong>Drehbuch:<\/strong>\u00a0Holly Gent, Vince Palmo<br \/><strong>Kamera:<\/strong>\u00a0David Chambille<br \/><strong>Besetzung:<\/strong> Guillaume Marbeck, Zoey Deutch, Aubry Dullin, Adrien Rouyard, Antoine Besson, Jodie Ruth Forest<\/p>\n<p><b>Kaufen \/ Streamen<\/b><\/p>\n<p>Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf \u00fcber diesen Link erhalten wir eine Provision, ohne dass f\u00fcr euch Mehrkosten entstehen. 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