{"id":861414,"date":"2026-03-12T00:01:40","date_gmt":"2026-03-12T00:01:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/861414\/"},"modified":"2026-03-12T00:01:40","modified_gmt":"2026-03-12T00:01:40","slug":"russische-oelgeschaefte-ist-das-putins-rettung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/861414\/","title":{"rendered":"Russische \u00d6lgesch\u00e4fte: Ist das Putins Rettung?"},"content":{"rendered":"<p>    Inhalt<br \/>\n    <a class=\"article-toc__fullview z-text-button\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2026-03\/russland-oelgeschaefte-iran-oelpreis-sanktionen-indien\/komplettansicht\" data-ct-label=\"all\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n        Auf einer Seite lesen<br \/>\n    <\/a><\/p>\n<p>            Inhalt        <\/p>\n<ol class=\"article-toc__list\">\n<li class=\"article-toc__list-item\">\n<p>Seite 1Ist das Putins Rettung?<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"article-toc__list-item\"><a class=\"article-toc__item article-toc__link\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2026-03\/russland-oelgeschaefte-iran-oelpreis-sanktionen-indien\/seite-2\" data-ct-label=\"2\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                    Seite 2Verhaltene Freude in Moskau<br \/>\n                <\/a><\/li>\n<\/ol>\n<p class=\"paragraph article__item\">Als der \u00d6ltanker Norelia Ende Januar im russischen Hafen Primorsk am Finnischen Meerbusen seine Reise beginnt, sieht die Welt noch ganz anders aus. Der <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/iran\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Iran<\/a> und die USA wollen erst einmal verhandeln. Roh\u00f6l ist weltweit im \u00dcberfluss vorhanden. An den internationalen B\u00f6rsen wird der Rohstoff gerade so g\u00fcnstig gehandelt wie seit der Coronapandemie nicht mehr. Und die russischen \u00d6leinnahmen brechen derma\u00dfen ein, dass die <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2026-02\/russische-wirtschaft-wladimir-putin-ukraine-krieg-finanzprobleme\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Regierenden in Moskau langsam nerv\u00f6s werden<\/a>.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Etwa ein F\u00fcnftel des russischen Tagesexports an Roh\u00f6l hat der Kapit\u00e4n der Norelia am 24. Januar in den Rumpf seines Schiffes pumpen lassen, rund 750.000 Barrel. Ob sich daf\u00fcr ein K\u00e4ufer finden wird, ist aber ungewiss. Die Norelia steht als Schattenflottentanker auf den Sanktionslisten der EU und Gro\u00dfbritanniens. Das schreckt Kunden ab. Selbst Indien, einer der wichtigsten Abnehmer <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/russland\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Russlands<\/a>, will wegen Druck aus den USA weniger russisches \u00d6l kaufen.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Das Schiff macht sich dennoch auf den Weg \u00fcber das Mittelmeer und den Suezkanal Richtung Asien. Als nach drei Wochen noch immer kein Abnehmer gefunden ist, bricht der Kapit\u00e4n seine Fahrt ab. Die Norelia bleibt vor der K\u00fcste des Oman stehen. Fast zwei Wochen lang dreht der 250 Meter lange Tanker ziellos Kreise im Ozean, wie Schiffs- und Navigationsdaten zeigen, die die ZEIT ausgewertet hat. So geht es akkurat bis zum 28. Februar.\n<\/p>\n<p>                            \u00a9\u00a0Lea Dohle<\/p>\n<p>\n                                        Newsletter<br \/>\n                                        Was jetzt? \u2013 Der t\u00e4gliche Morgen\u00fcberblick<\/p>\n<p class=\"newsletter-signup__text\">Starten Sie mit unserem kurzen Nachrichten-Newsletter in den Tag. Erhalten Sie zudem freitags das digitale Magazin ZEIT am Wochenende.<\/p>\n<p class=\"newsletter-signup__datapolicy\" hidden=\"\">\n            Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die <a href=\"https:\/\/datenschutz.zeit.de\/zon#Newsletter\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Datenschutzerkl\u00e4rung<\/a> zur Kenntnis.\n        <\/p>\n<p>    Vielen Dank! 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M\u00e4rz sahen sich die USA sogar gezwungen, den Verkauf von sanktioniertem russischen \u00d6l f\u00fcr zun\u00e4chst 30 Tage zu erlauben, um den weltweiten Preisanstieg einzud\u00e4mmen.<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Es ist ein Gl\u00fccksfall f\u00fcr <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/wladimir-putin\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Wladimir Putin<\/a>. Gerade erst musste Russlands Herrscher hilflos zusehen, wie sein Verb\u00fcndeter angegriffen und die F\u00fchrung des Iran get\u00f6tet wurde. Nun aber steht er pl\u00f6tzlich als wirtschaftlicher Gewinner des Konflikts da. K\u00f6nnte Trumps Krieg Russland gar aus der finanziellen Schieflage befreien?\n<\/p>\n<p>        Erst toxisch, nun begehrt        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">F\u00fcr die Norelia ist die \u00d6lblockade des Iran ebenfalls ein Gl\u00fccksfall. Gleich am Tag nach Kriegsbeginn im Iran setzt sich das Schiff wieder in Bewegung. Es geht nun Richtung indischer K\u00fcste. Am 10. M\u00e4rz landet das russische \u00d6l schlie\u00dflich in der Vadinar-Raffinerie im Nordwesten <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/indien\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Indiens<\/a>. Mindestens drei weitere Schiffe, die zuvor wochenlang Abnehmer f\u00fcr das geladene russische \u00d6l gesucht hatten, haben seitdem ebenfalls indische H\u00e4fen angesteuert. Eines davon, die Fuga Bluemarine, hatte seit Dezember vergeblich versucht, ihre Ladung loszuwerden.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Russlands \u00d6l ist \u00fcber Nacht von Ramschware zu einem \u00fcberaus gefragten Gut geworden. F\u00fcr das Land sei es seit Beginn des Irankriegs erheblich einfacher geworden, sein \u00d6l an den Mann zu bringen, best\u00e4tigt auch Johannes Rauball, Experte f\u00fcr \u00d6lhandel beim Datenanbieter Kpler, der die globalen Warenstr\u00f6me analysiert. &#8222;Indien ist in den letzten Tagen als aggressiver K\u00e4ufer von Spotladungen aufgetreten&#8220;, sagt Rauball.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Als Spotladungen werden Mengen bezeichnet, die kurzfristig an einem bestimmten Ort, etwa vor Indiens K\u00fcste, zur Verf\u00fcgung stehen, so wie das \u00d6l von der Norelia. Es befindet sich im Moment des Kaufs schon in der Region und muss nicht erst wochenlang transportiert werden. Einige solcher Ladungen russischen \u00d6ls wurden zuletzt nicht mehr wie j\u00fcngst \u00fcblich mit einem Rabatt, sondern mit einem Aufschlag von bis zu f\u00fcnf Dollar pro Barrel zur internationalen Referenzsorte Brent verkauft. &#8222;Das zeigt die Dringlichkeit f\u00fcr K\u00e4ufer, sich prompte Mengen zu sichern. W\u00e4hrend der Blockade am Golf fungiert russisches \u00d6l als essenzielle Sofortalternative&#8220;, erkl\u00e4rt der \u00d6lanalytiker.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die Tragweite dieser Entwicklung wird beim Blick auf die vergangenen Monate deutlich. Denn die Aussichten f\u00fcr Russlands \u00d6lbranche waren zu Jahresbeginn d\u00fcster. Sowohl die USA als auch die EU haben seit Herbst die Sanktionen gegen Russland deutlich versch\u00e4rft. Im November hatten die USA die beiden gr\u00f6\u00dften russischen \u00d6lf\u00f6rderer <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2025-10\/us-sanktionen-russland-erdoel-donald-trump-wladimir-putin\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Rosneft und Lukoil auf die Sanktionsliste gesetzt<\/a>. Seitdem wird russisches \u00d6l mehrheitlich von undurchsichtigen Zwischenh\u00e4ndlern verkauft, die an dem Handel mitverdienen und so die Einnahmen der Konzerne mindern.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Im Februar entfielen\u00a0<a href=\"https:\/\/kse.ua\/about-the-school\/news\/russian-oil-tracker-february-2026-weak-oil-revenues-persist-as-sanctions-continue-reshaping-export-structure\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">mehr als 50 Prozent der russischen \u00d6lausfuhren<\/a> auf dem Seeweg auf drei bis dato unbekannte Firmen, Redwood, Moreexport und RusExport, wie Analysen von Kpler zeigen. Nur elf Prozent wurden von den sanktionierten \u00d6lkonzernen direkt verkauft. Gerade diese Ladungen fanden kaum Abnehmer. Immer mehr russisches \u00d6l schlummerte deshalb in Tankern, die bewegungslos auf K\u00e4ufer hofften.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Obendrein hat die EU im Januar 2026 ein Einfuhrverbot f\u00fcr  Treibstoff verh\u00e4ngt, f\u00fcr dessen Herstellung russisches \u00d6l benutzt wurde. Einige Raffinerien in der T\u00fcrkei und in Indien hatten sich in den vergangenen Jahren eben auf dieses lukrative Gesch\u00e4ft spezialisiert. Wenn eine Raffinerie nun Diesel in die EU verkaufen will, muss sie russisches \u00d6l in einer getrennten Produktionslinie  verarbeiten. &#8222;Russisches \u00d6l ist deswegen f\u00fcr K\u00e4ufer weniger attraktiv geworden, weil es f\u00fcr die Verarbeiter weniger universell einsetzbar ist&#8220;, erkl\u00e4rt Benedict George, Experte f\u00fcr den europ\u00e4ischen Treibstoffmarkt bei der Preisagentur Argus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Inhalt Auf einer Seite lesen Inhalt Seite 1Ist das Putins Rettung? Seite 2Verhaltene Freude in Moskau Als der&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":861415,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4013],"tags":[331,332,13,699,345,308,14,15,1124,16,4043,4044,850,190947,307,9562,12,306],"class_list":{"0":"post-861414","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-russland","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-headlines","11":"tag-indien","12":"tag-iran","13":"tag-moskau","14":"tag-nachrichten","15":"tag-news","16":"tag-oelpreis","17":"tag-politik","18":"tag-russia","19":"tag-russian-federation","20":"tag-russische-foederation","21":"tag-russische-oelgeschaefte","22":"tag-russland","23":"tag-sanktion","24":"tag-schlagzeilen","25":"tag-wladimir-putin"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116213270830475032","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/861414","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=861414"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/861414\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/861415"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=861414"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=861414"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=861414"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}