{"id":861479,"date":"2026-03-12T00:40:20","date_gmt":"2026-03-12T00:40:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/861479\/"},"modified":"2026-03-12T00:40:20","modified_gmt":"2026-03-12T00:40:20","slug":"hamburger-content-creatorin-sagt-dem-mietenwahnsinn-den-kampf-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/861479\/","title":{"rendered":"Hamburger Content Creatorin sagt dem Mietenwahnsinn den Kampf an"},"content":{"rendered":"<p>\n                Stand: 11.03.2026 20:09 Uhr<\/p>\n<p class=\"preface\">Hohe Mieten, wenig freie Wohnungen und starke Konkurrenz pr\u00e4gen den Wohnungsmarkt in Hamburg. Die Content Creatorin Lara Schulschenk besch\u00e4ftigt sich seit Jahren mit der Krise auf dem Mietwohnungsmarkt und will mit ihren Videos auf Social Media f\u00fcr mehr Aufmerksamkeit sorgen.<\/p>\n<p class=\"textauthor\">von Merle Weisser<\/p>\n<p class=\"\">\u00dcber eine Million Wohnungen gab es laut Mieterverein zu Hamburg Ende 2024 in der Hansestadt. Gleichzeitig liegt die Leerstandsquote nur bei etwa 0,5 Prozent &#8211; eine der niedrigsten Quoten in Deutschland. Ein funktionierender Wohnungsmarkt br\u00e4uchte etwa drei bis f\u00fcnf Prozent Leerstand, so die Einsch\u00e4tzung des Bundesinstituts f\u00fcr Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Hinzu kommt: Rund 80 Prozent der Wohnungen in Hamburg sind Mietwohnungen. Damit ist die Stadt st\u00e4rker als viele andere deutsche Gro\u00dfst\u00e4dte vom Mietmarkt abh\u00e4ngig, so der Mieterverein zu Hamburg.<\/p>\n<p class=\"\">&#8222;F\u00fchlt sich aussichtslos an. Da kann man schon verzweifeln.&#8220; &#8222;In Hamburg kann man nicht zufrieden sein. Ich wohne immer noch bei Mutter, das sagt schon alles!&#8220;, sagen Hamburgerinnen und Hamburger. Die Situation ist angespannt. So empfindet das auch die Hamburgerin Lara Schulschenk, die seit Mai 2025 Videos auf ihren sozialen Netzwerken ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>    Schulschenk: &#8222;Auf jeden Fall deprimierend&#8220;<\/p>\n<p class=\"\">Schulschenk hat selbst mehrere Jahre nach einer Wohnung gesucht und beschreibt diese Zeit als zerm\u00fcrbend: &#8222;Es ist auf jeden Fall deprimierend und ziemlich schwierig, die Hoffnung zu behalten, dass es besser wird und vor allem zeigt es, dass Vermietende, die die Situation ausnutzen und krasse Preise aufrufen absolut keine Ausnahme sind. Man kann zum Beispiel sagen, dass oftmals nur 40 Prozent der Miete tats\u00e4chlich notwendig w\u00e4ren, um die laufenden Kosten zu bezahlen.&#8220; Heute nutzt sie ihre Plattform, um auf strukturelle Probleme hinzuweisen.<\/p>\n<p class=\"\">Die 33-J\u00e4hrige hat sich auch in Buchform mit dem Wohnungsmarkt besch\u00e4ftigt. In &#8222;No Sweet Home&#8220; beschreibt sie, warum es f\u00fcr viele Menschen immer schwieriger wird, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Darin analysiert sie unter anderem Wohnungsanzeigen, spricht mit Wohnungssuchenden und beschreibt strukturelle Probleme des Marktes.<\/p>\n<p>    Kritik an hohen Neuvermietungen<\/p>\n<p class=\"\">Lara Schulschenk kritisiert vor allem die Entwicklung bei Neuvermietungen. Ihrer Meinung nach werden viele Wohnungen zu Preisen angeboten, die f\u00fcr Menschen mit durchschnittlichem Einkommen kaum noch bezahlbar sind. In ihren Videos auf Instagram zeigt sie Beispiele f\u00fcr besonders teure oder ungew\u00f6hnliche Wohnungsanzeigen und kommentiert diese \u00f6ffentlich.<\/p>\n<p class=\"\">Ein zentraler Punkt von Schulschenks Kritik ist die Mietpreisbremse. Sie soll verhindern, dass Mieten bei Neuvermietungen stark steigen. In Hamburg gilt sie f\u00fcr fast das gesamte Stadtgebiet und begrenzt die Miete in der Regel auf h\u00f6chstens zehn Prozent \u00fcber der orts\u00fcblichen Vergleichsmiete.<\/p>\n<p class=\"\">Doch laut Mieterverein zu Hamburg gibt es immer wieder Hinweise darauf, dass diese Regelung nicht eingehalten wird. In Untersuchungen fanden sich bei vielen gepr\u00fcften F\u00e4llen Hinweise auf m\u00f6gliche Verst\u00f6\u00dfe gegen die Mietpreisbremse.<\/p>\n<p>    Schlupfl\u00f6cher und neue Trends<\/p>\n<p class=\"\">Kritikerinnen und Kritiker wie Schulschenk sehen au\u00dferdem Schlupfl\u00f6cher im System. So werden Wohnungen etwa m\u00f6bliert angeboten oder nur befristet vermietet. In solchen F\u00e4llen gelten teilweise andere Regeln f\u00fcr die Mietpreisbremse. Auch Zuschl\u00e4ge f\u00fcr M\u00f6bel oder kurze Mietzeiten k\u00f6nnen den Preis deutlich erh\u00f6hen. Schulschenk fordert deshalb strengere Kontrollen. In Interviews schl\u00e4gt sie unter anderem einen &#8222;Vermieterf\u00fchrerschein&#8220; vor &#8211; also verpflichtende Schulungen f\u00fcr Vermietende, damit Regeln und Rechte besser bekannt sind.<\/p>\n<p>    Politik und Wohnungswirtschaft setzen auf Neubau<\/p>\n<p class=\"\">Neben hohen Mieten bleibt vor allem ein Problem: Es gibt zu wenig Wohnraum. Verschiedene Studien gehen davon aus, dass in Hamburg Zehntausende Wohnungen fehlen, w\u00e4hrend gleichzeitig weiterhin neue Haushalte entstehen. Unter anderem nennt das Pestel Institut in Studien zum Wohnungsmarkt eine deutlich h\u00f6here Nachfrage nach Wohnungen als das vorhandene Angebot.<\/p>\n<p class=\"\">Politik und Wohnungswirtschaft setzen deshalb vor allem auf Neubau. Der Senat verl\u00e4ngerte zuletzt die Mietpreisbremse und will gleichzeitig mehr Wohnungsbau erm\u00f6glichen. Dazu geh\u00f6ren F\u00f6rderprogramme f\u00fcr sozialen Wohnungsbau und Ma\u00dfnahmen, um Genehmigungen zu beschleunigen.<\/p>\n<p>    Videos erreichen Hunderttausende<\/p>\n<p class=\"\">F\u00fcr Lara Schulschenk ist der Wohnungsmarkt l\u00e4ngst mehr als nur ein wirtschaftliches Thema. Wohnen sei ein Grundbed\u00fcrfnis und f\u00fcr viele Menschen werde es immer schwieriger, eine passende Wohnung zu finden, sagt sie. Mit ihren Videos will sie deshalb sichtbar machen, wie sich der Markt ver\u00e4ndert und welche Folgen das f\u00fcr Wohnungssuchende hat.<\/p>\n<p class=\"\">Ihre Beitr\u00e4ge erreichen inzwischen Hunderttausende Menschen, die Schulschenk auch Nachrichten und Kommentare schreiben. &#8222;Einige Leute sind wirklich super happy, dass sie merken, ich bin nicht zu doof f\u00fcr den Wohnungsmarkt, sondern das es ein strukturelles Problem ist. Da gibt es ganz viele, denen es auch so geht. Und diese Anzeigen, die ich sehe, finde nicht nur ich v\u00f6llig dr\u00fcber.&#8220;<\/p>\n<p>    Schulschenk: &#8222;Mache das f\u00fcr die Demokratie&#8220;<\/p>\n<p class=\"\">Der Wohnungsmarkt in Hamburg bleibt angespannt. F\u00fcr Lara Schulschenk ist das Grund genug, weiter hinzuschauen und \u00f6ffentlich zu machen, was viele Wohnungssuchende erleben: &#8222;Am Ende mache ich das &#8211; das klingt sehr pathetisch &#8211; aber f\u00fcr die Demokratie. Einfach weil eine gute Nachbarschaft, St\u00e4dte, die durchmischt sind, wo Menschen miteinander wirklich in Kontakt kommen, ganz ganz wichtig sind, damit Demokratie schon im Allerkleinsten funktioniert. Das geht aber nat\u00fcrlich nicht, wenn Wohnungen so teuer sind, dass nur noch reiche Menschen da wohnen k\u00f6nnen oder Leute dann gar nicht mehr an der Gesellschaft teilhaben k\u00f6nnen, weil sie das ganze Geld f\u00fcr die Miete brauchen.&#8220;<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/wohnungen-152.webp.webp\" alt=\"Wohnh\u00e4user in der Hamburger Hafencity.\" title=\"Wohnh\u00e4user in der Hamburger Hafencity. | picture alliance \/ Westend61 | Irina He\u00df\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Der Mieterverein berichtet von vielen Beratungsanfragen seit dem aktuellen Mietenspiegel aus dem Dezember. Sind die Preisanstiege zul\u00e4ssig?<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/1766084594_696_mietwohnung110.webp\" alt=\"Blick auf ein Wohnhaus in Hamburg-Eidelstedt.\" title=\"Blick auf ein Wohnhaus in Hamburg-Eidelstedt. | Georg Wendt\/dpa, Georg Wendt\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Sogenannte Miethaie verlangen teils 25 Euro pro Quadratmeter f\u00fcr schlecht m\u00f6blierte Wohnungen. Zudem w\u00e4chst die Zahl illegaler Untervermietungen.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/wohnungen224.webp.webp\" alt=\"Wohnh\u00e4user im Hamburger Stadtteil Eimsb\u00fcttel (Archivfoto)\" title=\"Wohnh\u00e4user im Hamburger Stadtteil Eimsb\u00fcttel (Archivfoto) | picture alliance, Christian Charisius\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Ein Forschungsinstitut hat 283.000 Hamburger Mietvertr\u00e4ge ausgewertet und kommt zu einem \u00fcberraschenden Ergebnis.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/wohnungen224.webp.webp\" alt=\"Wohnh\u00e4user im Hamburger Stadtteil Eimsb\u00fcttel (Archivfoto)\" title=\"Wohnh\u00e4user im Hamburger Stadtteil Eimsb\u00fcttel (Archivfoto) | picture alliance, Christian Charisius\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Die Stadt hatte im Februar ein Portal eingef\u00fchrt, \u00fcber das Hamburger verd\u00e4chtig hohe Mieten melden k\u00f6nnen. Die Linke kritisiert es als zu b\u00fcrokratisch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 11.03.2026 20:09 Uhr Hohe Mieten, wenig freie Wohnungen und starke Konkurrenz pr\u00e4gen den Wohnungsmarkt in Hamburg. 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