{"id":86174,"date":"2025-05-05T11:11:20","date_gmt":"2025-05-05T11:11:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/86174\/"},"modified":"2025-05-05T11:11:20","modified_gmt":"2025-05-05T11:11:20","slug":"premierminister-starmer-ist-europas-neue-schluesselfigur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/86174\/","title":{"rendered":"Premierminister Starmer ist Europas neue Schl\u00fcsselfigur"},"content":{"rendered":"<p class=\"initial richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der britische Diplomat Kim Darroch war in der ersten Amtszeit von US-Pr\u00e4sident <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/donald-trump\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Donald Trump<\/a> der Botschafter Ihrer Majest\u00e4t in Washington. Es ist \u201eder Gipfel der Ironie\u201c, meint Darroch, dass ausgerechnet \u201eder Brexit-Fan Trump <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/europa\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Europa<\/a> und Gro\u00dfbritannien wieder schneller und enger zusammengeschoben hat, als wir jemals zu tr\u00e4umen wagten.\u201c Tats\u00e4chlich haben die Aktionen des Mannes im Wei\u00dfen Haus erstaunliche Konsequenzen, und unter anderem eben auch dies: Das nach dem <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/brexit\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Brexit<\/a> jahrelang international abgetauchte K\u00f6nigreich meldet sich wieder auf der globalen B\u00fchne und als Player im europ\u00e4ischen Konzert zur\u00fcck. Das liegt vor allem im Streit zwischen Washington und Kiew begr\u00fcndet.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Premierminister Keir Starmer darf mit sich zufrieden sein. Mit seiner geschickten Vermittlung im transatlantischen Beziehungsdrama hat er sich in die erste Reihe der wichtigsten internationalen Akteure im Ukraine-Konflikt gespielt. Selbst seine Kritiker geben zu: Starmers diplomatische Man\u00f6ver in der Ukraine-Krise haben ihn wieder zu einer Schl\u00fcsselfigur in Europa gemacht. Er sei \u201eein Mann mit einer Mission\u201c, war im konservativen Polit-Magazin \u201eSpectator\u201c \u00fcber ihn zu lesen. Er mache Gro\u00dfbritannien nach dem Brexit wieder \u201ezu einer wichtigen und bedeutenden Macht auf der globalen B\u00fchne\u201c. Als \u201eunwahrscheinlichen Held der Stunde\u201c bezeichnete ihn die Journalistin Katy Balls.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der im vergangenen Juli mit einem Erdrutschsieg und gro\u00dfer absoluter Mehrheit im Unterhaus ins Amt gekommene Labour-Chef hatte zuerst keine gute Presse. Das \u00e4ndert sich jetzt. Auch die Umfragewerte bessern sich\u2005\u2013 auch das liegt an der Ukraine-Krise. Wenn die Zeiten ernst werden, braucht es einen ernsten Mann, denken sich die Briten, und der n\u00fcchterne, dem Pathos abholde, oft h\u00f6lzern wirkende, doch stets fokussierte Starmer ist da genau der Richtige. Starmer hat schnell reagiert, als der Streit zwischen US-Pr\u00e4sident Donald Trump und dem ukrainischen Pr\u00e4sidenten <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/wolodymyr-selenskyj\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wolodymyr Selenskyj<\/a> eskalierte. Er hat sich ans Telefon geh\u00e4ngt, sich mit Frankreichs Pr\u00e4sident Emmanuel Macron abgestimmt und auf einem Ukraine-Sondergipfel in London eine gemeinsame Linie zimmern k\u00f6nnen. Er will mit den europ\u00e4ischen Partnern zusammenarbeiten, eine \u201eKoalition der Willigen\u201c aufbauen und in Abstimmung mit Kiew einen Plan f\u00fcr eine Waffenruhe ausarbeiten, den man dann dem US-Pr\u00e4sidenten vorlegen kann. Ein erster Entwurf sei schon pr\u00e4sentiert worden, meldeten \u00fcbereinstimmend britische Medien.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Als Trump die amerikanischen Ukraine-Hilfen aussetzte und sogar verf\u00fcgte, keine Geheimdienstinformationen mehr an Kiew weiterzugeben, hat Starmer gegen\u00fcber Selenskyj klargestellt, dass er einlenken und dem Deal \u00fcber ukrainische Rohstoffe zustimmen muss. Jetzt hoffen London und Paris darauf, dass Starmer, Macron und Selenskyj demn\u00e4chst gemeinsam f\u00fcr eine Vertragsunterzeichnung und Pr\u00e4sentation eines Friedensplans nach Washington reisen werden.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Es bleibt abzuwarten, wie weit das f\u00fchrt. Unbestritten ist, dass sich der Premierminister weiterhin um die <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/ukraine\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ukraine<\/a> und eine geschlossene Haltung des Westens bem\u00fchen wird. F\u00fcr seine Rolle als Mittelsmann zwischen einem erratischen US-Pr\u00e4sidenten und einem verunsicherten Europa bringt Starmer eine Reihe von Qualifikationen mit. Zum einen hat er ein gutes pers\u00f6nliches Verh\u00e4ltnis mit Trump\u2005\u2013 die Chemie zwischen den beiden stimmt, und der Mann im Wei\u00dfen Haus nimmt den H\u00f6rer ab, wenn Starmer anruft. W\u00e4hrend des amerikanischen Wahlkampfs hatte Starmer f\u00fcr diesen guten Draht den Boden bereitet. Als im vergangenen Juli auf Trump in Pennsylvania ein Attentat ver\u00fcbt wurde, war Starmer einer der ersten Regierungschefs, der sich bei ihm telefonisch meldete. \u201eTrump sind pers\u00f6nliche Interaktionen wichtiger als politische Differenzen\u201c, kommentierte damals ein britischer Diplomat. \u201eEr wird sich erinnern, dass Starmer ihn anrief, und wie schnell er das machte.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Gro\u00dfbritanniens Stimme hat auch als sechstgr\u00f6\u00dfte Volkswirtschaft der Welt Gewicht. Doch vor allem ist das K\u00f6nigreich\u2005\u2013 neben Frankreich\u2005die st\u00e4rkste Milit\u00e4rmacht Europas mit Atomwaffen und st\u00e4ndigem Sitz im UN-Sicherheitsrat\u2005\u2013 ein enger Partner der USA bei der Verteidigung. Das ber\u00fchmte \u201especial relationship\u201c, das besondere Verh\u00e4ltnis zwischen beiden L\u00e4ndern, beruht vor allem auf der milit\u00e4rischen Kooperation. Das f\u00e4ngt bei der gemeinsamen Beschaffung von Material an und h\u00f6rt beim \u201eFive\u2005Eyes\u201c, dem als \u201ef\u00fcnf Augen\u201c bezeichneten Geheimdienstverbund von USA, Australien, Kanada, Neuseeland und Gro\u00dfbritannien nicht auf. \u201eKeine zwei anderen L\u00e4nder\u201c, machte der Premierminister im Unterhaus klar, seien in Sachen Sicherheitspolitik so eng verbunden: \u201eUnsere Verteidigung, unser Schutz, unsere Sicherheitsdienste sind in einer Weise verflochten, wie das nirgendwo sonst f\u00fcr zwei L\u00e4nder zutrifft.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Und schlie\u00dflich genie\u00dft der britische Regierungschef anders als viele seiner EU-Amtskollegen eine unangefochtene innenpolitische Situation. Mit seiner gro\u00dfen absoluten Mehrheit im Unterhaus darf Starmer davon ausgehen, bis 2029 durchregieren zu k\u00f6nnen\u2005\u2013 l\u00e4nger als Trump. All das macht den britischen Premier zu einem n\u00fctzlichen Partner f\u00fcr Europa: Starmer kann die Rolle des Mittlers glaubw\u00fcrdig ausf\u00fcllen. Es hat tats\u00e4chlich seine Ironie, dass nicht zuletzt der Brexit, weil er Gro\u00dfbritannien eine Sonderstellung verschafft, das Land wieder n\u00e4her an Europa f\u00fchrt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der britische Diplomat Kim Darroch war in der ersten Amtszeit von US-Pr\u00e4sident Donald Trump der Botschafter Ihrer Majest\u00e4t&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":86175,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3976],"tags":[331,332,13935,13753,13754,106,663,551,13,14,15,35958,11329,35957,12,6382,3992,317,3993,3994,3995,3996,3997,320],"class_list":{"0":"post-86174","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-vereinigtes-koenigreich","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-brexit","11":"tag-britische","12":"tag-britischer","13":"tag-donald-trump","14":"tag-europa","15":"tag-grossbritannien","16":"tag-headlines","17":"tag-nachrichten","18":"tag-news","19":"tag-premier","20":"tag-premierminister","21":"tag-reihe","22":"tag-schlagzeilen","23":"tag-starmer","24":"tag-uk","25":"tag-ukraine","26":"tag-united-kingdom","27":"tag-united-kingdom-of-great-britain-and-northern-ireland","28":"tag-vereinigtes-koenigreich","29":"tag-vereinigtes-koenigreich-grossbritannien-und-nordirland","30":"tag-vereinigtes-koenigreich-von-grossbritannien-und-nordirland","31":"tag-washington"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114454926825099458","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/86174","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=86174"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/86174\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/86175"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=86174"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=86174"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=86174"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}