{"id":86571,"date":"2025-05-05T14:51:09","date_gmt":"2025-05-05T14:51:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/86571\/"},"modified":"2025-05-05T14:51:09","modified_gmt":"2025-05-05T14:51:09","slug":"is-frau-nach-bayern-zurueckgeholt-und-festgenommen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/86571\/","title":{"rendered":"IS-Frau nach Bayern zur\u00fcckgeholt und festgenommen"},"content":{"rendered":"<p>Einst reisten Frauen und M\u00e4nner aus Deutschland nach Syrien, um sich der Terrororganisation IS anzuschlie\u00dfen. Doch nach der milit\u00e4rischen Niederlage des IS wurden seit 2017 viele Frauen aus Deutschland und anderen Teilen der Welt mit ihren Kindern in kurdische Lager gebracht. Dort sind sie seither gefangen. <\/p>\n<p>Immer wieder hat die Bundesregierung derartige Gefangene nach Deutschland zur\u00fcckgeholt. Nach einer l\u00e4ngeren Pause hat nun erstmals wieder eine solche R\u00fcckholaktion stattgefunden: Lydia G. aus Oberfranken ist nach Recherchen des BR und <a href=\"https:\/\/www.fr.de\/politik\/is-anhaengerin-kehrt-nach-bayern-zurueck-zehntausende-sitzen-noch-in-syrischem-lager-fest-zr-93715290.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ippen Media<\/a> (externer Link) gemeinsam mit ihren vier minderj\u00e4hrigen Kindern am 30. April mit einem Flugzeug der Bundeswehr zur\u00fcck nach Deutschland gebracht worden. Das \u00e4lteste Kind wurde 2011 geboren, das j\u00fcngste 2017. <\/p>\n<p>Fakt ist: Lydia G. muss deutlich gemacht haben, dass sie zur\u00fcck nach Deutschland will. &#8222;Eine R\u00fcckholung der Frauen und Kinder kann nur gepr\u00fcft werden, wenn die Personen einen R\u00fcckkehrwunsch nach Deutschland \u00e4u\u00dfern&#8220;, so das Ausw\u00e4rtige Amt auf Anfrage.<\/p>\n<p>Vor elf Jahren war sie \u00fcber die T\u00fcrkei nach Syrien zu ihrem damaligen Ehemann ausgereist, der sich bereits dem IS angeschlossen hatte. Ihr wird vorgeworfen, selbst in der Vereinigung aktiv geworden zu sein und den Umgang mit Schusswaffen erlernt zu haben. Nachdem ihr Mann im Juli 2015 ums Leben kam, heiratete sie einen weiteren IS-K\u00e4mpfer. <\/p>\n<p>Was wird der IS-R\u00fcckkehrerin vorgeworfen?  <\/p>\n<p>Die &#8222;Zentralstelle zur Bek\u00e4mpfung von Extremismus und Terrorismus&#8220; bei der Generalstaatsanwaltschaft M\u00fcnchen ermittelt nach Informationen des BR und Ippen Media gegen Lydia G. aus Oberfranken. Vorgeworfen wird ihr den Recherchen zufolge der Verdacht der Mitgliedschaft in der terroristischen Vereinigung Islamischer Staat (IS). Au\u00dferdem der Verdacht der Verletzung der F\u00fcrsorge- und Erziehungspflicht zum Nachteil ihrer Kinder. Seit Oktober 2024 lag gegen die Frau ein Haftbefehl der Generalstaatsanwaltschaft M\u00fcnchen vor. Wie die Frau heute zum IS steht, ist nicht bekannt.<\/p>\n<p>Nach Ankunft in Deutschland wurde die Frau am 1. Mai festgenommen und einem Haftrichter vorgef\u00fchrt. Dieser best\u00e4tigte den Haftbefehl und die Beschuldigte wurde in eine bayerische Justizvollzugsanstalt eingeliefert. Die vier minderj\u00e4hrigen Kinder im Alter von 14, 12, zehn und acht Jahren kamen in enger Absprache mit dem zust\u00e4ndigen Jugendamt zun\u00e4chst bei der Mutter der Beschuldigten unter.<\/p>\n<p>IS-Frauen, die in der Vergangenheit vor Gericht gelandet sind, wurde vorgeworfen, dass sie IS-Propaganda verbreiteten oder ihre k\u00e4mpfenden Ehem\u00e4nner unterst\u00fctzten, indem sie sich um Haushalt und Kinder k\u00fcmmerten und so ihren M\u00e4nnern den R\u00fccken freihielten. Der IS strebte in Syrien an, eine Gesellschaft auf der Grundlage radikaler Auslegungen zu errichten und setzte diese durch Terror und Unterdr\u00fcckung durch. <\/p>\n<p>R\u00fcckholaktionen: Wie viele gab es?<\/p>\n<p>Insgesamt hat die Bundesregierung laut Ausw\u00e4rtigem Amt in den vergangenen Jahren bisher 27 ehemalige IS-Unterst\u00fctzerinnen und 80 Kinder zur\u00fcckgeholt. Die letzte R\u00fcckholaktion fand Ende 2022 statt. Derzeit soll sich nach Angaben des Ausw\u00e4rtigen Amtes &#8222;eine niedrige zweistellige Zahl an Frauen mit ihren Kindern mit Deutschlandbezug&#8220; in den Lagern aufhalten. Davon bisher zwei Frauen mit Bayernbezug, so der Bayerische Verfassungsschutz auf Anfrage des BR und Ippen Media. <\/p>\n<p>Immer wieder hie\u00df es von deutschen Sicherheitsbeh\u00f6rden, dass viele dieser Frauen nicht nach Deutschland zur\u00fcckkehren wollten. Doch ein Paper der Forscherin Sofia Koller von der internationalen gemeinn\u00fctzigen Organisation<a href=\"https:\/\/www.counterextremism.com\/sites\/default\/files\/2024-02\/CEP%20Update%20Prosecution%20of%20Female%20Returnees%20in%20Germany_February%202024.pdf\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"> &#8222;Counter Extremism Project&#8220; aus dem Februar 2024<\/a> (externer Link) zeigt, dass mehrere Frauen bereits damals doch zur\u00fcckkehren wollten.  <\/p>\n<p>Etwa 40 Prozent der rund 1.150 aus Deutschland nach Syrien oder in den Irak gereisten Personen <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/bayern\/nach-vereiteltem-anschlag-in-muenchen-gefaehrder-wie-laeuft-die-ueberwachung-wie-deradikalisierung,UNroPqW\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">kehrten laut Bundesinnenministerium nach Deutschland zur\u00fcck<\/a>, davon etwa 25 Prozent Frauen. <\/p>\n<p>Die Sicherheitsbeh\u00f6rden gehen davon aus, dass ein kleinerer Teil der Zur\u00fcckgekehrten weiterhin eine salafistisch-dschihadistische Gesinnung vertrete. So hei\u00dft es <a href=\"https:\/\/www.verfassungsschutz.bayern.de\/mam\/anlagen\/vsb-2023_barrierefrei.pdf\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">im Bericht des Bayerischen Verfassungsschutzes von 2023<\/a> (externer Link), dass dies im Freistaat auf zwei der insgesamt 16 zur\u00fcckgekehrten Personen zutreffe. <\/p>\n<p>IS-Gefangene: Gef\u00e4hrliche Situation in den kurdischen Lagern<\/p>\n<p>Die Lage in den kurdischen Lagern bleibt derweil angespannt. Nach einem Bericht von Amnesty International leben in den Lagern mehrere zehntausend Menschen. Die humanit\u00e4ren Bedingungen sind katastrophal: Es fehlt an Wasser, Nahrung und medizinischer Versorgung. Zudem hat die US-Regierung angek\u00fcndigt, ihre Auslandshilfe einzustellen, was die Lage weiter versch\u00e4rfen k\u00f6nnte. Nach Deutschland zur\u00fcckgekehrte IS-Frauen berichten bei Vernehmungen von gro\u00dfem Druck in den Lagern. IS-Anh\u00e4ngerinnen \u00fcben Gewalt auf jene aus, die sich von der Ideologie distanzieren wollen. <\/p>\n<p>Experten fordern schon seit Jahren die R\u00fcckf\u00fchrung der Familien nach Deutschland, um Radikalisierungsprozesse in den Lagern zu durchbrechen. Das Ausw\u00e4rtige Amt &#8222;f\u00f6rdert die Projektarbeit von Nichtregierungsorganisationen in Lagern in Nordostsyrien, um extremistischen Radikalisierungstendenzen entgegenzuwirken, die Lebensbedingungen zu verbessern und Vertriebene auf R\u00fcckkehr und Reintegration vorzubereiten&#8220;. Der Fokus dieser Programme liegt neben den Frauen auch auf deren Kindern, hei\u00dft es nach Informationen des BR und Ippen Media aus deutschen Sicherheitskreisen. Denn auch ein Teil der Kinder sei radikalisiert.  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Einst reisten Frauen und M\u00e4nner aus Deutschland nach Syrien, um sich der Terrororganisation IS anzuschlie\u00dfen. 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