{"id":868136,"date":"2026-03-14T14:38:16","date_gmt":"2026-03-14T14:38:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/868136\/"},"modified":"2026-03-14T14:38:16","modified_gmt":"2026-03-14T14:38:16","slug":"deutschland-schwaechelt-beim-klimaschutz-politik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/868136\/","title":{"rendered":"Deutschland schw\u00e4chelt beim Klimaschutz &#8211; Politik"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die Hoffnung hat Carsten Schneider im R\u00fccken. Vier gro\u00dfe Fotos sind da gleich hinter seinem Mikro aufgestellt, alle sollen Fortschritte im <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Klimaschutz\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Klimaschutz<\/a> zeigen: Elektroautos, Windr\u00e4der, ein Wald, sogar eine W\u00e4rmepumpe. Auf allen scheint die Sonne. \u201eHoffnungstr\u00e4ger\u201c nennt sie der Umweltminister von der SPD, und auf Hoffnung muss er bauen. Die Realit\u00e4t n\u00e4mlich ist eher grau.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Am Samstag, einen Tag vor der gesetzlichen Frist, hat Schneider die Klimabilanz f\u00fcr 2025 vorgelegt. Sie ist der j\u00e4hrliche Gradmesser, ob und wie schnell das Land vorankommt. Und 2025 kam es so gut wie gar nicht voran. Nur um 0,9 Millionen Tonnen, so zeigt das Zahlenwerk aus dem Umweltbundesamt, gingen die Gesamtemissionen zur\u00fcck. Das ist der geringste R\u00fcckgang seit vier Jahren und, schlimmer noch: Er geht fast allein auf die schwache Konjunktur zur\u00fcck. In der Industrie allein gingen die Emissionen um 5,6 Millionen Tonnen zur\u00fcck, und das wiederum vor allem wegen der Produktionsr\u00fcckg\u00e4nge in energieintensiven Industrien. Allein die Prim\u00e4rstahlproduktion schrumpfte um zehn Prozent. \u201eDas ist nicht der Klimaschutz, den ich m\u00f6chte\u201c, r\u00e4umt auch Schneider ein.<\/p>\n<p>Stagnation im Energiesektor<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">In der Vergangenheit war oft die Stromerzeugung eine sichere Bank beim Klimaschutz. Wenn Kohlekraftwerke vom Netz gingen oder durch erneuerbare Energien verdr\u00e4ngt wurden, sorgte das gleich f\u00fcr eingesparte Emissionen in Millionenh\u00f6he. Doch 2025 schrumpfte der Energiesektor nur noch um 0,6 Millionen Tonnen, ein Minus von 0,3 Prozent &#8211; quasi Stagnation. Grund sei eine leichte Flaute beim Windstrom und der schleppende Ausbau der Windkraft zur See. \u201eDie Fortschritte sind insgesamt zu klein\u201c, klagt Schneider.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/c57590ad-1716-4b2a-afb1-547a45b59e77.jpg\"   alt=\"Bundesumweltminister Carsten Schneider.\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/>Bundesumweltminister Carsten Schneider. Andreas Gora\/dpa<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">In manchen Bereichen gibt es sogar R\u00fcckschritte. Trotz des Hoffnungstr\u00e4gers E-Auto etwa legten die Emissionen im Verkehr um 2,1 Millionen Tonnen zu &#8211; auf den Stra\u00dfen war wieder mehr los. Und auch die zunehmende Zahl an W\u00e4rmepumpen spiegelt sich noch nicht in der Bilanz, sie wird \u00fcberdeckt durch eine k\u00fchlere Witterung. Zum ersten Mal seit f\u00fcnf Jahren legen die Emissionen im Geb\u00e4udebereich wieder zu, um 3,4 Millionen Tonnen. Ein Trend der Hoffnung sieht anders aus.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Selbst rund um den Wald sind die Hoffnungen nicht ungetr\u00fcbt. Trockene Jahre und Sch\u00e4dlinge hatten dem deutschen Wald in den vergangenen Jahren zugesetzt. In der Folge setzte er mehr Treibhausgase frei, als er binden konnte. Mittlerweile hat sich die Entwicklung wieder umgekehrt, 19,3 Millionen Tonnen Kohlendioxid lie\u00dfen sich dort binden. \u201eEine positive \u00dcberraschung\u201c, sagt Dirk Messner, der Chef des Umweltbundesamts (UBA). Das zeige auch, wie wichtig der Schutz der \u00d6kosysteme f\u00fcr das Klima sei. Allerdings sind W\u00e4lder nicht die einzige Form der Landnutzung, es gibt schlie\u00dflich auch noch die Landwirtschaft. Unter dem Strich, so betont das bundeseigene Th\u00fcnen-Institut, bleibe die Landnutzung \u201eeine bedeutende Quelle f\u00fcr Treibhausgase\u201c. Daran werde sich auch bis 2030 nichts \u00e4ndern. Der Klimakiller wird also nicht gebunden, sondern freigesetzt &#8211; anders, als das Gesetz es verlangt.<\/p>\n<p>Schneider tr\u00e4umt von der Realisierung der Klimaziele &#8211; doch das wird schwer<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">F\u00fcr Schneider ist das noch das kleinste Problem. Er muss bis zum 25. M\u00e4rz, genau ein Jahr nach Beginn der Legislaturperiode, ein \u201eKlimaschutzprogramm\u201c vorlegen. Das wiederum soll aufzeigen, wie die Bundesregierung das gesetzliche Ziel erreichen will, bis 2030 die Emissionen um 65 Prozent unter den Wert von 1990 zu dr\u00fccken. Erreicht sind mit den aktuellen Zahlen f\u00fcr 2025 aber erst 48 Prozent. \u201eDas ist noch ein ordentlicher Schritt\u201c, sagt Schneider. Doch hoffnungsfroh, wie er ist, sieht der Sozialdemokrat das Ziel in Reichweite. Eine Projektion, die das Umweltbundesamt hat berechnen lassen, kommt bis 2030 auf eine Minderung von 62,6 Prozent. Da wirken 65 Prozent gar nicht mehr so weit weg.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Allerdings legt diese Projektion die Gesetzeslage aus dem vorigen November zugrunde. Sie geht also noch davon aus, dass das bisherige Heizungsgesetz schrittweise herk\u00f6mmliche Gas- und \u00d6lkessel aus den Heizkellern verbannen w\u00fcrde, und dass neue Heizungen verpflichtend mit 65 Prozent erneuerbarer Energie beschickt werden w\u00fcrden. Das aber ist Geschichte, seit sich die Koalitionsfraktionen darauf geeinigt haben, <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/heizungsgesetz-reform-bundesregierung-folgen-li.3393326\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">das Gesetz um derlei Klimaauflagen zu erleichtern<\/a>. Auch hatten sich die EU-Staaten im November noch nicht darauf geeinigt, die Einf\u00fchrung eines europaweiten CO\u2082-Preises f\u00fcr Heiz- und Kraftstoffe noch einmal um ein Jahr zu verschieben. Dass derlei \u00c4nderungen die L\u00fccke vergr\u00f6\u00dfern, \u201ekann sein\u201c, r\u00e4umt auch UBA-Chef Messner ein.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Schneider arbeitet seit Monaten fieberhaft an seinem Klimaschutzprogramm, p\u00fcnktlich Ende M\u00e4rz soll es das Kabinett passieren. 25 Millionen Tonnen Kohlendioxid muss er daf\u00fcr zus\u00e4tzlich einsparen, das ist der gepr\u00fcfte und best\u00e4tigte Wert von 2024. Zwar ist diese L\u00fccke in der neuen Bilanz noch einmal um f\u00fcnf Millionen Tonnen gewachsen, aber diese Zahlen muss jetzt erst einmal der \u201eExpertenrat f\u00fcr Klimafragen\u201c pr\u00fcfen, wie es das Gesetz verlangt. 25 Millionen Tonnen? \u201eDas werden wir schaffen\u201c, sagt Schneider. Vielleicht werde das Ziel sogar \u00fcbererf\u00fcllt. So jedenfalls hofft er.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Hoffnung hat Carsten Schneider im R\u00fccken. 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