{"id":870527,"date":"2026-03-15T13:19:19","date_gmt":"2026-03-15T13:19:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/870527\/"},"modified":"2026-03-15T13:19:19","modified_gmt":"2026-03-15T13:19:19","slug":"muessen-wir-zurueck-zur-kernenergie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/870527\/","title":{"rendered":"M\u00fcssen wir zur\u00fcck zur Kernenergie?"},"content":{"rendered":"<p class=\"tspBGki tspBGkj\">Die Reaktoren sind hierzulande l\u00e4ngst abgeschaltet \u2013 aber die Debatte um die Atomkraft ist noch lange nicht abgek\u00fchlt. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/energie-klima\/?icid=single-topic_15352758___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspCYpz\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mehr zum Thema Klima und Energie Hier zu lesen, von kiezig bis global, \u00fcber Krise und Anpassung <\/a><\/p>\n<p class=\"tspBGki\">Daran ist EU-Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen nicht ganz unschuldig, hat sie doch in dieser Woche die europ\u00e4ische Abkehr von der Kernenergie erstmals <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/strategischer-fehler-von-der-leyen-bereut-abkehr-von-atomkraft--und-plant-renaissance-der-kernenergie-in-europa-15337019.html?icid=in-text-link_15352758\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">offen als \u201estrategischen Fehler\u201c bezeichnet<\/a>. Sie wirbt f\u00fcr eine \u201eRenaissance der Atomkraft\u201c. <\/p>\n<p class=\"tspBGki\">Auf dem Atomenergie-Gipfel in Paris k\u00fcndigte von der Leyen eine neue europ\u00e4ische Strategie f\u00fcr kleine modulare Reaktoren an, sogenannte <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/atomkraft-vattenfall-chefin-borg-neue-kernenergie-ist-im-aufschwung-15252006.html?icid=in-text-link_15352758\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Small Modular Reactors (SMR<\/a>). Damit hat sie auf europ\u00e4ischer B\u00fchne ein politisches Fenster ge\u00f6ffnet, das auch wieder frischen Wind in die Debatte in Deutschland bringt.<\/p>\n<p class=\"tspBGki\">Und auch Bayerns Ministerpr\u00e4sident Markus S\u00f6der (CSU) warb am Sonntag in der \u201eBild am Sonntag\u201c f\u00fcr ein Pilotprojekt mit einem sogenannten Mini-Atomkraftwerk. \u201eBayern ist bereit f\u00fcr ein Pilotprojekt\u201c, sagte der CSU-Chef der Zeitung und\u00a0bekr\u00e4ftigte seine seit einiger Zeit vertretene Ansicht, dass Deutschland zur Kernenergie zur\u00fcckkehren m\u00fcsse.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/atom013-kernenergie-gipfel-in-frankreich.jpeg\"   alt=\"Die Pr\u00e4sidentin der Europ\u00e4ischen Kommission, Ursula von der Leyen, spricht w\u00e4hrend der Er\u00f6ffnungsplenarsitzung des IAEO-Kernenergiegipfels. +++ dpa-Bildfunk +++\" aria-labelledby=\"caption-15353395\" width=\"440\" height=\"330\" loading=\"lazy\" class=\"tspBFkh\"\/> Die Pr\u00e4sidentin der Europ\u00e4ischen Kommission, Ursula von der Leyen, spricht w\u00e4hrend des IAEO-Kernenergiegipfels. <\/p>\n<p class=\"tspANgz\"> \u00a9 dpa\/AP\/Pool\/Reuters\/Abdul Saboor <\/p>\n<p class=\"tspBGki\">Der Zeitpunkt ist nicht zuf\u00e4llig gew\u00e4hlt. Wenn Versorgungssicherheit, Preisstabilit\u00e4t oder geopolitische Risiken in den Fokus r\u00fccken, steigt der Druck auf Politik und Energiewirtschaft \u2013 so war es beim russischen Angriff auf die Ukraine, so ist es jetzt <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/internationales\/wegen-hoher-energiepreise-grossbritannien-will-atomenergie-schneller-ausbauen-15354534.html?icid=in-text-link_15352758\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">angesichts des Irankriegs.<\/a> <\/p>\n<p class=\"tspBGki\">Aber sind Mini-Atomkraftwerke eine \u201ezuverl\u00e4ssige, bezahlbare Quelle f\u00fcr emissionsarmen Strom\u201c der Zukunft, wie von der Leyen behauptet? Daran gibt es berechtigte Zweifel.<\/p>\n<p>60<\/p>\n<p><strong>Prozent<\/strong> der Deutschen unterst\u00fctzen die Entwicklung neuer Atomtechnologien<\/p>\n<p class=\"tspBGki\">Nach dem Reaktorungl\u00fcck von Fukushima 2011 begr\u00fc\u00dften in Umfragen bis zu 90 Prozent der Deutschen den Abschied von der Atomkraft. Laut einer aktuellen Civey\u2011Erhebung bef\u00fcrworten heute dagegen 60 Prozent die Entwicklung neuer Atomtechnologien grunds\u00e4tzlich.<\/p>\n<p class=\"tspBGki\">Die Hoffnungen der F\u00fcrsprecher ruhen auf kleineren Reaktoren mit bis zu 300 Megawatt \u2013 weniger als ein Drittel der Leistung konventioneller Kraftwerke. SMRs k\u00f6nnten unter anderem einzelne Industriestandorte oder Rechenzentren versorgen. Fr\u00fchere Versionen kamen etwa im Kalten Krieg in Atom-U-Booten zum Einsatz.<\/p>\n<p class=\"tspBGki\">Die EU\u2011Kommission spricht den kleinen Reaktoren eine \u201eSchl\u00fcsselrolle\u201c f\u00fcr die Energiepolitik zu und will die Technologie bis Anfang der 2030er Jahre einsatzbereit machen. <\/p>\n<p class=\"tspBGki\">Doch wie realistisch sind diese Versprechen? Ein Blick auf die zentralen Argumente.<\/p>\n<p> 1  Klimaschutz <\/p>\n<p class=\"tspBGki\">Bef\u00fcrworter sehen in SMRs einen wichtigen Baustein im Kampf gegen die Klimakrise. \u201eDas Abschalten der deutschen Atomkraftwerke war nicht so schlau\u201c, sagt Lion Hirth, \u00d6konom und Professor f\u00fcr Energiepolitik an der Berliner Hertie School. <\/p>\n<p class=\"tspBGki\">Die Reaktoren h\u00e4tten rund um die Uhr enorme Mengen Strom produziert, ohne Treibhausgase auszusto\u00dfen. \u201eUnd da haben wir sehr wenig Alternativen.\u201c Nach Hirths Auffassung lie\u00dfen sich Konflikte um die Bezahlbarkeit des Klimaschutzes heute leichter aufl\u00f6sen, wenn zumindest die noch stehenden Atomkraftwerke weitergelaufen w\u00e4ren.<\/p>\n<p>Zur Person<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/lion-hirth.jpeg\"   alt=\"Lion HirthCopyright Hertie School\" width=\"440\" height=\"330\" loading=\"lazy\" class=\"tspBFkh\"\/><\/p>\n<p class=\"tspANgz\"> \u00a9 Hertie School <\/p>\n<p class=\"tspBGki\"><strong>Lion Hirth <\/strong>gilt als einer der renommiertesten Experten f\u00fcr den europ\u00e4ischen Strommarkt. Er ist Professor f\u00fcr Energiepolitik an der Hertie School in Berlin und Gr\u00fcnder eines Energieberatungsunternehmens.<\/p>\n<p class=\"tspBGki\">Global gesehen spiele die Kernenergie im Klimaschutz jedoch keine tragende Rolle. F\u00fcr den gr\u00f6\u00dften Teil der Welt sei Atomkraft weiterhin keine realistische Option, sagt Hirth. Sie erfordere hohe Investitionen und eine weitere begrenzte Ressource: technisches Know-how. <\/p>\n<p class=\"tspBGki\">Auch f\u00fcr Deutschland sieht Hirth darin keinen \u201eGamechanger\u201c. Selbst zu Spitzenzeiten in den sp\u00e4ten 1990er Jahren wurde weniger als ein Drittel des Stromverbrauchs hierzulande von Atomenergie gedeckt. Im Jahr 2010 \u2013 und damit <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/internationales\/tepco-will-noch-im-januar-starten-japan-nimmt-grosstes-atomkraftwerk-der-welt-wieder-in-betrieb-15075097.html?icid=in-text-link_15352758\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">noch vor Fukushima<\/a> \u2013 lag der Anteil am deutschen Strommix dann noch bei etwa einem F\u00fcnftel. Mit dem Ausbau von Wind- und Solarenergie h\u00e4tte er immer weiter abgenommen, sagt Hirth.<\/p>\n<p> 2  Stromkosten <\/p>\n<p class=\"tspBGki\">Verfechter von Mini-Atomkraftwerken hoffen, dass SMRs durch ihren kontinuierlichen Betrieb rund um die Uhr planbaren und stabilen Strom liefern \u2013 ohne die Preisschwankungen, denen Wind- und Solarenergie unterliegen. Die Serienfertigung soll die Produktionskosten pro Kilowattstunde langfristig senken und Atomstrom wieder wettbewerbsf\u00e4hig machen. <\/p>\n<p class=\"tspBGki\">Doch aktuell sind die Erneuerbaren Energien pro Kilowattstunde <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/aufgaben-fur-eine-schwarz-rote-koalition-klimaschutz-muss-teil-der-verteidigungsstrategie-sein-13409155.html?icid=in-text-link_15352758\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">um ein Vielfaches g\u00fcnstiger<\/a>. Berechnungen des Deutschen Instituts f\u00fcr Wirtschaftsforschung (DIW) zeigen, dass die Stromerzeugung in kleinen Leichtwasserreaktoren je nach Bau- und Betriebskonzept zwischen 18 und 50 Cent pro Kilowattstunde kosten k\u00f6nnte. Zum Vergleich: Im Jahr 2024 lag der Kilowattstundenpreis von Strom aus Windkraftanlagen lediglich bei 5 bis 10 Cent. <\/p>\n<p> 3  Zuverl\u00e4ssigkeit <\/p>\n<p class=\"tspBGki\">Bei Windstille und Dunkelheit, <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/wissen\/techniken-gegen-dunkelflauten-wie-strom-gespeichert-werden-kann-13223341.html?icid=in-text-link_15352758\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">den gef\u00fcrchteten Dunkelflauten<\/a>, bricht die Produktion der Erneuerbaren ein. Sichert da Atomkraft wom\u00f6glich den Umstieg auf Strom aus Sonne und Wind ab? Hersteller betonen, dass SMRs zuverl\u00e4ssig Strom liefern \u2013 unabh\u00e4ngig von Wetter und Tageszeit.<\/p>\n<blockquote class=\"tspCHoa\">\n<p>\u00d6konomisch ist es ziemlich unsinnig, einen teuren Reaktor zu bauen, den ich nur hin und wieder brauche.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"tspCHob\"><strong>Lion Hirth<\/strong>, Professor f\u00fcr Energiepolitik an der Hertie School in Berlin<\/p>\n<p class=\"tspBGki\">Allerdings war es nach Daten des Deutschen Wetterdienstes zwischen 1995 und 2015 in Deutschland nur zweimal im Jahr f\u00fcr 48 Stunden so dunkel und windstill, dass Solarzellen und Windr\u00e4der nur zehn Prozent oder weniger ihrer m\u00f6glichen Leistung lieferten. <\/p>\n<p class=\"tspBGki\">\u201e\u00d6konomisch ist es ziemlich unsinnig, einen teuren Reaktor zu bauen, den ich nur hin und wieder brauche\u201c, sagt Hirth. Wegen der immensen Baukosten sieht er die Atomkraft nicht als beste Erg\u00e4nzung f\u00fcr Wind- und Solaranlagen. Gaskraftwerke seien g\u00fcnstiger und ihre CO\u2082-Emissionen beim Einsatz in Dunkelflauten seien begrenzt. Zum Ausgleich kurzfristigerer Schwankungen seien Batterien die \u00f6konomisch beste Option.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/atom013-akw-biblis-der-vierte-kuhlturm-sturzt-ein.jpeg\"   alt=\"Der letzte K\u00fchlturm des ehemaligen AKW Biblis ist abgerissen. +++ dpa-Bildfunk +++\" aria-labelledby=\"caption-15353400\" width=\"440\" height=\"330\" loading=\"lazy\" class=\"tspBFkh\"\/> Der letzte K\u00fchlturm des ehemaligen AKW Biblis wird abgerissen. <\/p>\n<p class=\"tspANgz\"> \u00a9 dpa\/RWE <\/p>\n<p> 4  Bau- und Betriebskosten <\/p>\n<p class=\"tspBGki\">2025 ging in Frankreich nach 17 Jahren Bauzeit ein neuer Atomreaktor ans Netz. Er kostete 23,7 Milliarden Euro. Durch standardisierte Fertigung von SMRs in Fabriken sollen die heute enormen Kosten und jahrelangen Verz\u00f6gerungen konventioneller Reaktoren vermieden werden. Zudem m\u00fcssten Betreiber nicht die gesamte Investition auf einmal stemmen, sondern k\u00f6nnten Module schrittweise installieren und die Kapazit\u00e4t je nach Bedarf erweitern. <\/p>\n<p>Anstelle von heute 400 Reaktoren weltweit w\u00fcrde dies aber \u201eden Bau von vielen Tausend bis Zehntausend SMR\u00a0bzw.\u00a0Mikroreaktoren\u201c bedeuten, schreibt das Bundesamt f\u00fcr die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE).<\/p>\n<blockquote class=\"tspCHoa\">\n<p>Stand jetzt ist eine Investition f\u00fcr ein privatwirtschaftliches Unternehmen in SMRs nicht darstellbar.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"tspCHob\"><strong>Markus Krebber<\/strong>, RWE-Chef <\/p>\n<p class=\"tspBGki\">Bislang sei in der westlichen Welt aber kein solcher Reaktor in Betrieb, sagt Hirth. Belastbare und nicht interessengeleitete Aussagen zu Betriebskosten lie\u00dfen sich nicht treffen. Der \u00d6konom betrachtet die Idee daher skeptisch: \u201eBei allen industriellen Prozessen bestehen gro\u00dfe Vorteile darin, die Anlagen gr\u00f6\u00dfer zu machen.\u201c Das Prinzip der Skalenvorteile werde mit den kleinen Reaktoren auf den Kopf gestellt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/atom013-ruckbau-atomkraftwerk-neckarwestheim.jpeg\"   alt=\"Helme h\u00e4ngen auf dem Gel\u00e4nde des Atomkraftwerks Neckarwestheimim Schleusenbereich des Reaktorgeb\u00e4udes Block 2. Nach dem bereits seit 6 Jahren im R\u00fcckbau befindlichen Block 1 wird nun auch das im April vom Netz getrennte AKW Neckarwestheim 2 zur\u00fcckgebaut. +++ dpa-Bildfunk +++\" aria-labelledby=\"caption-15353404\" width=\"440\" height=\"330\" loading=\"lazy\" class=\"tspBFkh\"\/> Helme h\u00e4ngen auf dem Gel\u00e4nde des Atomkraftwerks Neckarwestheim. <\/p>\n<p class=\"tspANgz\"> \u00a9 dpa\/Marijan Murat <\/p>\n<p class=\"tspBGki\">\u201eStand jetzt ist eine Investition f\u00fcr ein privatwirtschaftliches Unternehmen in SMRs nicht darstellbar\u201c, sagt auch RWE-Chef Markus Krebber.\u00a0Nach heutigem Stand gebe es keinen einzigen Zulieferer, der einen Bau zu fest vereinbarten Kosten und in einem garantierten Zeitraum anbietet. Relativ betrachtet seien die Baukosten von Mini-Atomkraftwerken h\u00f6her als bei gro\u00dfen Atomkraftwerken, schreibt das\u00a0BASE.<\/p>\n<p> 5  Unabh\u00e4ngigkeit <\/p>\n<p class=\"tspBGki\">Bef\u00fcrworter wie EU-Kommissionschefin von der Leyen argumentieren, dass Atomkraft die Abh\u00e4ngigkeit von fossilen Energieimporten verringere und <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/internationales\/verteidigung-digitales-energie-wie-wird-europa-unabhangiger-von-den-usa-14138207.html?icid=in-text-link_15352758\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Europa energiepolitisch souver\u00e4ner<\/a> mache \u2013 insbesondere gegen\u00fcber Gaslieferanten wie Russland oder \u00d6llieferanten aus aktuellen Krisenregionen wie dem Nahen Osten. Kleine Reaktoren k\u00f6nnten dezentral und auf eigenem Boden betrieben werden, was die Verwundbarkeit im Falle von geopolitischen Krisen und Lieferausf\u00e4llen reduziere.<\/p>\n<blockquote class=\"tspCHoa\">\n<p>Die EU ist bei Kernenergie noch abh\u00e4ngiger von Russland als bei Erdgas.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"tspCHob\"><strong>Volker Quaschning<\/strong>, Berliner Hochschule f\u00fcr Technik und Wirtschaft<\/p>\n<p class=\"tspBGki\">Doch Atomenergie ist kein Garant f\u00fcr Unabh\u00e4ngigkeit. Europa verf\u00fcgt kaum \u00fcber eigene Uranvorkommen und ist auf Importe angewiesen \u2013 ein gro\u00dfer Teil des Brennstoffs kommt aus L\u00e4ndern wie Kasachstan oder wird in Anlagen mit russischer Beteiligung aufbereitet. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/atom013-anti-atom-protest.jpeg\"   alt=\"Aktivisten von B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen protestieren am Freitag (09.03.2012) in D\u00fcsseldorf in Schutzanz\u00fcgen und mit &quot;Atomm\u00fcll&quot;-F\u00e4ssern. Die Demonstranten \u00fcbergaben in der CDU-Parteizentrale Unterschriftenlisten gegen Castor-Transporte von J\u00fclich nach Ahaus. Foto: Federico Gambarini dpa\/lnw ++ +++ dpa-Bildfunk +++\" aria-labelledby=\"caption-15353402\" width=\"440\" height=\"330\" loading=\"lazy\" class=\"tspBFkh\"\/> Aktivisten von B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen protestieren 2012 in D\u00fcsseldorf in Schutzanz\u00fcgen und mit \u201eAtomm\u00fcll\u201c-F\u00e4ssern. <\/p>\n<p class=\"tspANgz\"> \u00a9 dpa\/Federico Gambarini <\/p>\n<p class=\"tspBGki\">\u201eDie EU ist bei Kernenergie noch abh\u00e4ngiger von Russland als bei Erdgas\u201c, sagte Volker Quaschning von der Berliner Hochschule f\u00fcr Technik und Wirtschaft nach der russischen Vollinvasion in der Ukraine 2022. Kritiker warnen deshalb vor neuen geostrategischen Abh\u00e4ngigkeiten. Zudem sind die weltweiten Uranvorr\u00e4te begrenzt, und die steigende Nachfrage k\u00f6nnte die Preise nach oben treiben. <\/p>\n<p> 6  Atomm\u00fcll <\/p>\n<p class=\"tspBGki\">Industrievertreter wie das franz\u00f6sisch-britische Start-up Newcleo werben damit, dass SMRs deutlich weniger hochradioaktiven Abfall produzieren als herk\u00f6mmliche Gro\u00dfreaktoren. Manche der Konzepte sehen sogar vor, bereits existierenden Atomm\u00fcll als Brennstoff wiederzuverwerten.<\/p>\n<p class=\"tspBGki\">Doch in Deutschland wird noch immer ein dauerhaft sicheres Endlager gesucht, das den Abfall f\u00fcr eine Million Jahre von Mensch und Umwelt abschirmt. Erst vor wenigen Tagen strich das Bundesumweltministerium\u00a0die selbst gesetzte Frist f\u00fcr die Suche nach einem Standort. Ein Gutachten im Auftrag des Bundesamtes f\u00fcr die Sicherheit der nuklearen Entsorgung geht davon aus, dass es vor 2070 <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/wohin-mit-dem-atommull-was-die-schweizer-entscheidung-fur-die-endlagersuche-bedeutet-8639179.html?icid=in-text-link_15352758\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">keine L\u00f6sung gibt.<\/a> <\/p>\n<p>27.000<\/p>\n<p><strong>Kubikmeter<\/strong> hochradioaktive Abf\u00e4lle liegen in deutschen Zwischenlagern.<\/p>\n<p class=\"tspBGki\">Bis dahin d\u00fcrften 27.000\u00a0Kubikmeter hochradioaktive Abf\u00e4lle weiter in Zwischenlagern liegen. Sie werden aufwendig von Sicherheitspersonal und Stacheldraht gesch\u00fctzt. Und ihre Genehmigungen laufen in einem Jahrzehnt aus. Zudem m\u00fcssen bereits jetzt weitere 600.000\u00a0Kubikmeter an schwach- und mittelradioaktiven Abf\u00e4llen sicher entsorgt werden.<\/p>\n<p>Lesermeinungen zum Artikel<\/p>\n<p class=\"tspBGki\">\u201eEs ist ein M\u00e4rchen zu glauben, es g\u00e4be einen <strong>K\u00f6nigsweg f\u00fcr die Energiebereitstellung<\/strong>. [&#8230;]. Nur eine Vielzahl von einzelnen m\u00f6glichst <strong>dezentralen Ma\u00dfnahmen der Energieeinsparung <\/strong>und Bereitstellung kann insgesamt den dringend <strong>n\u00f6tigen Effekt erzeugen<\/strong>.\u201c<\/p>\n<p><strong>Sie m\u00f6chten darauf antworten? Hier gelangen Sie\u00a0<a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/gesellschaft\/atomkraft-ja-bitte-mussen-wir-zuruck-zur-kernenergie-15352758.html?commentId=9ad101aa-8598-4de0-95ed-9b9ebd6ea458\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"link link--external\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"external\" aria-describedby=\"message-target-blank\">direkt zur Diskussion mit Tagesspiegel-Nutzer AndreasHelmut<\/a><\/strong> <\/p>\n<p> 7.  Sicherheitsrisiken <\/p>\n<p class=\"tspBGki\">Energiekonzerne wie Vattenfall betonen, dass SMRs durch sogenannte passive Sicherheitssysteme deutlich sicherer seien als konventionelle Gro\u00dfreaktoren \u2013 im St\u00f6rfall sollen sich die kleinen Reaktoren ohne menschliches Eingreifen und ohne externe Stromversorgung selbstst\u00e4ndig abschalten und abk\u00fchlen. Zudem soll das geringere radioaktive Inventar pro Modul ein Vorteil sein: Im Ernstfall w\u00e4ren die Folgen begrenzter als bei einem Gro\u00dfreaktor.<\/p>\n<p class=\"tspADf2\">Empfohlener redaktioneller Inhalt<\/p>\n<p> An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgew\u00e4hlten, externen Inhalt, der den Artikel f\u00fcr Sie mit zus\u00e4tzlichen Informationen anreichert. Sie k\u00f6nnen sich hier den externen Inhalt mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden. <\/p>\n<p> Externen Inhalt anzeigen <\/p>\n<p class=\"tspADf8\"> Ich bin damit einverstanden, dass mir der externe Inhalt angezeigt wird. Damit k\u00f6nnen personenbezogene Daten an Drittplattformen \u00fcbermittelt werden.  Mehr Informationen dazu erhalten Sie in den Datenschutz-Einstellungen. Diese finden Sie ganz unten auf unserer Seite im Footer, sodass Sie Ihre Einstellungen jederzeit verwalten oder widerrufen k\u00f6nnen. <\/p>\n<p class=\"tspBGki\">\u201eJedoch w\u00fcrde sich f\u00fcr die gleiche Produktionsmenge an elektrischer Leistung die Anzahl an Reaktoren erheblich erh\u00f6hen, in denen es prinzipiell zu Zwischenf\u00e4llen kommen k\u00f6nnte\u201c, warnt das Bundesamt f\u00fcr die Sicherheit der nuklearen Entsorgung. Und anders als von Herstellern angegeben, m\u00fcsse davon ausgegangen werden, dass \u201ebei SMR die M\u00f6glichkeit von Kontaminationen besteht, die deutlich \u00fcber das Anlagengel\u00e4nde hinausreichen\u201c.<\/p>\n<p class=\"tspBGki\">Und das Risiko von Zwischenf\u00e4llen in Zeiten geopolitischer Spannungen nimmt zu: Atomanlagen k\u00f6nnen in milit\u00e4rischen Konflikten zu strategischen Zielen oder Gefahrenquellen werden. Der <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/internationales\/russische-uberlegungen-im-besetzten-gebiet-ist-eine-wiederinbetriebnahme-des-akw-saporischschja-denkbar-11772944.html?icid=in-text-link_15352758\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Beschuss des Kraftwerks Saporischschja<\/a> w\u00e4hrend des Ukrainekriegs hat deutlich gemacht, welche Risiken entstehen, wenn nukleare Infrastruktur in einem Kriegsgebiet liegt. Auch Naturkatastrophen oder Sabotage mit weitreichenden Folgen k\u00f6nnen nie ausgeschlossen werden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/atomkraft-saporischschja.jpeg\"   alt=\"Ein russischer Soldat steht am 01.05.2022 auf dem Gel\u00e4nde des Kernkraftwerks Saporischschja in einem Gebiet unter russischer Milit\u00e4rkontrolle im S\u00fcdosten der Ukraine Wache.\" aria-labelledby=\"caption-9729713\" width=\"440\" height=\"330\" loading=\"lazy\" class=\"tspBFkh\"\/> Ein russischer Soldat steht auf dem Gel\u00e4nde des Kernkraftwerks Saporischschja im S\u00fcdosten der Ukraine Wache. <\/p>\n<p class=\"tspANgz\"> \u00a9 dpa\/AP\/Uncredited <\/p>\n<p> 8.  Fusionsreaktoren <\/p>\n<p class=\"tspBGki\">CSU-Generalsekret\u00e4r Martin Huber betonte j\u00fcngst erst, es gehe in der Atomdebatte auch \u201eum neue Technologien, mit denen viel m\u00f6glich ist\u201c. Der Fokus m\u00fcsse st\u00e4rker auf die Kernfusion gerichtet werden. <\/p>\n<p class=\"tspBGki\">Forscher wie Politiker sehen in der Kernfusion <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/wissen\/der-erste-fusionsreaktor-in-deutschland-wir-wissen-im-prinzip-wie-es-geht-13525732.html?icid=in-text-link_15352758\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">die ultimative Energiequelle der Zukunft<\/a>: nahezu unbegrenzter, CO\u2082\u2011freier Strom aus der Verschmelzung von Atomkernen \u2013 ohne Brennelemente, die sp\u00e4ter entsorgt werden m\u00fcssen, und ohne das Risiko einer Kernschmelze. Anders als bei der Kernspaltung w\u00fcrde als Brennstoff vor allem Wasserstoff zum Einsatz kommen, eine praktisch unersch\u00f6pfliche Ressource.\u00a0<\/p>\n<p class=\"tspBGki\">Doch bislang bleibt die Fusion ein Versprechen ohne Einl\u00f6sung: Der technologische Durchbruch ist nach Jahrzehnten der Forschung noch immer nicht gelungen, ein kommerziell nutzbarer Reaktor liegt nach Einsch\u00e4tzung der meisten Experten noch Jahrzehnte entfernt. \u201eIch w\u00e4re \u00fcberrascht, wenn einer ans Netz geht, bevor ich pensioniert werde\u201c, sagt der 40 Jahre alte \u00d6konom Lion Hirth. \u201ePositiv \u00fcberrascht.\u201c<\/p>\n<p>Mehr \u00fcber Atomkraft<a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/wissen\/je-mehr-lander-einen-tech-durchbruch-haben-desto-besser-fur-uns-neuer-chef-der-helmholtz-gemeinschaft-blickt-optimistisch-auf-die-energiewende-15056528.html?icid=topic-list_15352758___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" data-hydrate-fingerprint=\"09740a54944caac75fd2c0c63fd5c5df\" 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Zu eng ist sie mit den gro\u00dfen Fragen unserer Zeit verkn\u00fcpft \u2013 bezahlbare Energie, Klimaschutz und strategische Unabh\u00e4ngigkeit. <\/p>\n<p class=\"tspBGki\">Small Modular Reactors m\u00f6gen auf dem Papier wie eine verlockende Antwort f\u00fcr die Zukunft wirken, doch bislang scheitern viele ihrer Versprechen an der Realit\u00e4t. Statt L\u00f6sungen zu liefern, drohen sie vor allem Zeit in einer Energiedebatte zu binden, in der wegweisende Entscheidungen gefordert sind.<\/p>\n<p class=\"tspBGki\">Die Diskussion um SMRs d\u00fcrfe deshalb nicht dazu genutzt werden, den \u201em\u00f6glichst schnellen Ausbau von m\u00f6glichst g\u00fcnstigen und m\u00f6glichst sauberen Energietechnologien\u201c zu blockieren, warnt Lion Hirth. Dazu z\u00e4hlt er Windparks, gro\u00dfe Solarparks, Batterien, W\u00e4rmepumpen und Elektroautos. Die Atomkraft schafft es nicht einmal in seine Top f\u00fcnf.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Reaktoren sind hierzulande l\u00e4ngst abgeschaltet \u2013 aber die Debatte um die Atomkraft ist noch lange nicht abgek\u00fchlt.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":870528,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[5],"tags":[5032,772,31,774,46430,4552,2187,1520,775,82745,13,3295,63474,30162,952,2316,1435,771,14,15,307,12,184,2185,10,8,9,11,64969,317,383,131138,1493],"class_list":["post-870527","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-nachrichten","tag-atomkraft","tag-bayern","tag-cdu","tag-csu","tag-energiekrise","tag-energiepolitik","tag-energietraeger","tag-energiewende","tag-friedrich-merz","tag-fukushima","tag-headlines","tag-hochschulen","tag-kernenergie","tag-kernkraftwerke","tag-klimawandel","tag-kraftwerk","tag-krieg-in-der-ukraine","tag-markus-soeder","tag-nachrichten","tag-news","tag-russland","tag-schlagzeilen","tag-spd","tag-strom","tag-top-news","tag-top-meldungen","tag-topmeldungen","tag-topnews","tag-tschernobyl","tag-ukraine","tag-umwelt","tag-umweltkatastrophe","tag-ursula-von-der-leyen"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116233395995966220","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/870527","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=870527"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/870527\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/870528"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=870527"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=870527"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=870527"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}