{"id":870628,"date":"2026-03-15T14:11:20","date_gmt":"2026-03-15T14:11:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/870628\/"},"modified":"2026-03-15T14:11:20","modified_gmt":"2026-03-15T14:11:20","slug":"nach-antisemitismus-debatte-symposium-im-kunstverein-richtet-sich-gegen-rechten-kulturkampf-krz-plus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/870628\/","title":{"rendered":"Nach Antisemitismus-Debatte: Symposium im Kunstverein richtet sich gegen \u201erechten Kulturkampf\u201c &#8211; KRZ Plus"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t   \t\t\t\t\t \t\t\t\t   \t      \t\t\t\t   <img decoding=\"async\" id=\"article-image\" fetchpriority=\"high\" alt=\"Nach Antisemitismus-Debatte: Symposium im Kunstverein richtet sich gegen \u201erechten Kulturkampf\u201c\" title=\"Nach Antisemitismus-Debatte: Symposium im Kunstverein richtet sich gegen \u201erechten Kulturkampf\u201c\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/media.media.80a2468d-fd51-4e91-b053-7b8028d8e490.original700.jpg\" data-linkto=\"https:\/\/www.krzbb.de\/javascript:void(0);\"\/>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\tWKV-Direktorin Iris Dressler (links) erkl\u00e4rt bei dem Symposium, welche Sorge sie umtreibt. Rechts  die Philosophin Katja Diefenbach.\u00a0Foto: Lg\t\t\t<\/p>\n<p>Die Stadt Stuttgart wollte sie nicht mehr f\u00f6rdern, zahlreiche Spender schon \u2013 zu Besuch bei der umstrittenen Veranstaltung \u201eZur Kritik der Freiheit und ihrer Repression\u201c.<\/p>\n<p>Los geht es wie bei jeder <a href=\"https:\/\/www.krzbb.de\/thema\/Veranstaltung\" title=\"Veranstaltung\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Veranstaltung<\/a> dieser Art. \u201eIch freue mich, Sie hier zu begr\u00fc\u00dfen\u201c, sagt Iris Dressler, Co-Direktorin des W\u00fcrttembergischen Kunstvereins (WKV), zu Beginn des Symposiums \u201eZur Kritik der Freiheit und ihrer Repression\u201c. Doch schon Dresslers n\u00e4chster Satz signalisiert, dass das Event f\u00fcr den Kunstverein kein ganz gew\u00f6hnliches ist: \u201eIch freue mich, Sie hier \u00fcberhaupt begr\u00fc\u00dfen zu k\u00f6nnen.\u201c <\/p>\n<p>Rund 60 Menschen sind am Freitagabend gekommen, um sich mit der Gef\u00e4hrdung der Meinungsfreiheit in Kunst und Wissenschaft zu besch\u00e4ftigen. Dresslers Freude r\u00fchrt daher, dass der von langer Hand geplante Termin wenige Tage zuvor noch auf der Kippe stand. <\/p>\n<p>Symposium in <a href=\"https:\/\/www.krzbb.de\/thema\/Stuttgart\" title=\"Stuttgart\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Stuttgart<\/a> findet dank Spenden statt <\/p>\n<p>Im Vorfeld hatte die Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG) in einem Brief an die Stadt Stuttgart dem Symposium vorgeworfen,<a href=\"https:\/\/www.krzbb.de\/inhalt.antisemitismus-debatte-in-stuttgart-kunstverein-in-der-kritik-staedtisches-geld-fuer-anti-israel-veranstaltung.f4c5f0ba-477f-4590-af83-5d0bfb14a191.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"> durch seinen Ank\u00fcndigungstext sowie die eingeladenen Rednerinnen und Redner Antisemitismus zu relativieren<\/a>. Auch der baden-w\u00fcrttembergische Antisemitismusbeauftragte Michael Blume und der Antisemitismusforscher Lars Rensmann \u00fcbten daraufhin Kritik an der Konferenz.<\/p>\n<p>Zwar wehrte sich der Kunstverein energisch gegen die Vorw\u00fcrfe. Dennoch zog die Stadt die F\u00f6rderung zur\u00fcck, <a href=\"https:\/\/www.krzbb.de\/inhalt.antisemitismus-debatte-in-stuttgart-stadt-zieht-foerderung-von-symposium-zurueck-kunstverein-widerspricht-vorwuerfen.d9735e08-82a1-474c-b18b-d2fe5b9c3745.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">begr\u00fcndete dies mit Programm\u00e4nderungen und inhaltlicher Einseitigkeit<\/a>. \u201eEs ist schon bemerkenswert, wenn F\u00f6rdermittel gestrichen werden f\u00fcr ein Symposium, dass sich mit der politischen Einflussnahme durch den Entzug von F\u00f6rdermitteln besch\u00e4ftigt\u201c, blickt Dressler in ihrer Er\u00f6ffnungsrede zur\u00fcck. Noch bemerkenswerter seien jedoch die folgenden Ereignisse gewesen. <\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/media.media.cea3434b-4d02-4334-94df-22764eb80970.original1024.media.jpeg\"\/>     Philosophisch komplex: der Vortrag von Katja Diefenbach.    Foto: Lichtgut\/Christoph Schmidt    <\/p>\n<p>Um das finanzielle Loch zu f\u00fcllen, hatten Dressler und ihr Co-Direktor Hans D. Christ eine Spendenkampagne ins Leben gerufen. Innerhalb weniger Tage ging der ben\u00f6tigte Betrag von 15.000 Euro ein \u2013 gr\u00fcnes Licht also f\u00fcr das Symposium. \u201eGeschichtstr\u00e4chtig\u201c nennt Dressler diesen Vorgang am Freitagabend, herausragend aus der langen Historie des Kunstvereins. <\/p>\n<p>Dressler beschreibt Kulturkampf <\/p>\n<p>Die Vorgeschichte und der Inhalt des Symposiums sind f\u00fcr Dressler dicht miteinander verwoben. Sie treibe eine tiefe Sorge um, angesichts eines \u201ekonsverativ-reaktion\u00e4ren Kurses\u201c <a href=\"https:\/\/www.krzbb.de\/inhalt.kulturszene-in-aufruhr-weimer-in-buchpreisaffaere-unter-druck-klagen-eingereicht-linke-will-ruecktritt.dc0b0e25-2981-469a-8b23-c6422ebc9dce.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.krzbb.de\/inhalt.551-fragen-an-die-bundesregierung-gefaehrliche-entwicklung-kritik-an-anfrage-der-union-haelt-an.689e921e-1b3f-45af-9d77-c587c9dece06.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">CDU-Anfragen zu den \u201eOmas gegen Rechts\u201c<\/a>. Angesichts der Kampagne <a href=\"https:\/\/www.krzbb.de\/inhalt.richterwahl-der-fall-brosius-gersdorf-hat-eine-skandaloese-note.eca7ca55-b40e-4b44-a09a-92311d3fbd8e.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">gegen die Juristin Frauke Brosius-Gersdorf<\/a> und Ausladungen von israelkritischen Stimmen wie Candice Breitz, Judith Butler oder Achille Mbembe. \u201eGerade jetzt braucht es resiliente Strukturen f\u00fcr offene Diskursr\u00e4ume\u201c, lautet Dresslers Forderung.<\/p>\n<p>In eine \u00e4hnliche Kerbe schl\u00e4gt die erste Rednerin, die Philosophin Katja Diefenbach. Sie erinnert an das von Baden-W\u00fcrttembergs ehemaligem Ministerpr\u00e4sidenten und NS-Richter Hans Filbinger gegr\u00fcndete Studienzentrum Weikersheim, das sie als neurechte Denkfabrik beschreibt. Ihr Fazit: \u201eWir sind auch in diesem Bundesland am rechten Ort mit einer Veranstaltung, die das \u201aNie Wieder\u2019 aus den H\u00e4nden falscher Freunde holen will.\u201c <\/p>\n<p> Philosophischer Auftakt zu Symposium in Stuttgart <\/p>\n<p>Danach folgen theoretisch anspruchsvolle Abhandlungen von Diefenbach und der brasilianische Philosophin Denise Ferreira da Silva. Beide hinterfragen den liberalen Freiheitsbegriff der Aufkl\u00e4rung, arbeiten dessen Verflechtungen mit Kolonialismus und transatlantischem Sklavenhandel heraus. Hier fallen Begriffe wie \u201eAkkumulationsregime\u201c und \u201eidigene Subsistenz\u00f6konomie\u201c. <\/p>\n<p>Doch die Komplexit\u00e4t scheint die Anwesenden nicht abzuschrecken, der Gro\u00dfteil bleibt bis tief in den Abend zur abschlie\u00dfenden Fragerunde im Foyer des Kunstvereins. Er sei froh \u00fcber die Diskussion zu Einschr\u00e4nkungen im Kulturbereich, sagt ein Besucher, der Stuttgarter Designer Demian Bern. \u201eDenn bei dem Thema klafft eine L\u00fccke in der \u00f6ffenlichen Debatte.\u201c<\/p>\n<p> Symposium im Kunstverein als Zeichen <\/p>\n<p>Die von Bern beschriebene L\u00fccke zu schlie\u00dfen, daran versuchen sich am zweiten Veranstaltungstag die Publizistin Emily Dische-Becker, der Journalist Hanno Hauenstein, die Philosophin Henrike Kohpei\u00df, die K\u00fcnstlerin Lily Abichahine, der Rechtswissenschaftler Ralf Michaels, der Historiker Ren\u00e9 Wildangel, der Philosoph Sami Khatib sowie die Judaistikerin und Islamwissenschaftlerin Hannah Tzuberi. Rund zehn Stunden umfasst dieser intellektuelle Mammut-Samstag. Eine kleine Auswahl der Themen: die Zusammenh\u00e4nge <a href=\"https:\/\/www.krzbb.de\/inhalt.bilanz-der-skandal-kunstschau-was-bleibt-von-der-documenta-uebrig.2a9b39ec-e279-4b89-b353-d263272a225d.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">zwischen Kunstwelt-Debatten<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.krzbb.de\/inhalt.berlin-kritik-an-antisemitismus-resolution-stoesst-auf-widerspruch.b9c3d282-3bc2-4157-9a9a-b27cb5cc6fb5.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Antisemitismus-Resolutionen im Bundestag<\/a> und einer versch\u00e4ften Migrationspolitik; journalistische Berichterstattung im Kontext eines \u201erechten Kulturkampfs\u201c; die deutsche Erinnerungskultur und der \u201eKomplex des <a href=\"https:\/\/www.krzbb.de\/thema\/Gaza\" title=\"Gaza\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Gaza<\/a>-Genozids\u201c. <\/p>\n<p>In beinahe allen Beitr\u00e4gen finden sich Bez\u00fcge auf die Vorw\u00fcrfe, die vor der Konferenz aufgekommen waren. Einer Diskussion mit Dische-Becker, Hauenstein und Kohpei\u00df \u2013 im Vorfeld allesamt namentlich als pro-pal\u00e4stinenische Stimmen erw\u00e4hnt \u2013 bezeichnet Dressler gar scherzhaft als \u201ePanel des Grauens\u201c. Zwar kommt immer wieder zur Sprache, dass sich der wahrgenommenen politischen Bedrohungslage nicht allein in Kunstvereinen entgegenwirken lasse. Ein wichtiges Zeichen \u2013 darin sind sich die Teilnehmenden einig \u2013 sei ein solches Symposium aber in jedem Fall.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"WKV-Direktorin Iris Dressler (links) erkl\u00e4rt bei dem Symposium, welche Sorge sie umtreibt. 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