{"id":872858,"date":"2026-03-16T11:41:14","date_gmt":"2026-03-16T11:41:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/872858\/"},"modified":"2026-03-16T11:41:14","modified_gmt":"2026-03-16T11:41:14","slug":"bergische-uni-wuppertal-forscht-zur-grundschule-der-zukunft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/872858\/","title":{"rendered":"Bergische Uni Wuppertal forscht zur Grundschule der Zukunft"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der erste Platz des Third-Mission-Ehrenamtspreises der Bergischen Universit\u00e4t war nicht die erste Auszeichnung, die Juliane Schlesier f\u00fcr ihr Lehr-Lern-Projekt \u201eGrundschule der Zukunft\u201c im letzten Jahr erhalten hat. \u201eEs ist ja ein Projekt, das im sehr Kleinen gestartet ist\u201c, sagt die Professorin: \u201eUnd dieser Erfolg zeigt uns deutlich, dass da Transferpotenzial drin liegt.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Schulen erhalten Unterst\u00fctzung durch die Universit\u00e4t bei der Schulentwicklung. Die Frage, warum Schulen das nicht alleine hinkriegen, stellt sich f\u00fcr die Wissenschaftlerin nicht. \u201eDie Schulen bekommen sehr viel und auch sehr gut hin. Gleichzeitig wachsen aber auch die Anforderungen \u00fcber den reinen Unterricht hinaus\u201c, erkl\u00e4rt sie. Schulen seien im Alltag bereits sehr stark ausgelastet, sodass eine externe Unterst\u00fctzung auch entlasten und zus\u00e4tzliche Perspektiven einbringen sowie Entwicklungsprozesse systematisch und wirksam begleiten k\u00f6nne.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Heute fehlt es der Lehrkr\u00e4ftebildung oft an authentischen Praxiserfahrungen und gelebter Kooperation mit der Gesellschaft, obwohl das alles schon einmal da war. \u201eDas ist im Prinzip ein alter Hut\u201c, sagt die Wissenschaftlerin, denn \u201edie authentische Praxiserfahrung und auch die gesellschaftliche Kooperation waren schon fr\u00fcher ein zentrales Element in der Lehrkr\u00e4ftebildung, insbesondere in der Ausbildung an P\u00e4dagogischen Hochschulen (PH) f\u00fcr Grundschullehrkr\u00e4fte. Vor allem auch in der Zeit vor den 1970er-Jahren, vor den Reformen, da waren die PHs eben vor allem die Ausbildungsst\u00e4tte f\u00fcr Grundschullehrkr\u00e4fte und dort gab es einen sehr engen Praxisbezug.\u201c Mit den Reformen der 1970er-Jahre wurde das Grundschullehramt st\u00e4rker an den Universit\u00e4ten verankert. Dadurch gewann eine wissenschaftliche und empirische Fundierung p\u00e4dagogischer Konzepte an Bedeutung und die Ausbildung wurde insgesamt st\u00e4rker formalisiert und wissenschaftlich ausgerichtet. \u201eHeute gibt es nun wieder eine Besinnung auf das, was es fr\u00fcher schon einmal gab, das kann ich schon beobachten, allerdings mit dem Wissen, was wir aus der starken Akademisierung der Lehrkr\u00e4ftebildung der letzten Jahrzehnte gelernt haben. Wir machen also nicht nur R\u00fcckschritte, sondern f\u00fchren neu- oder weiterentwickelte praxisnahe Konzepte wieder in das \u00fcberwiegend theoriebezogene Lehramtsstudium ein.\u201c<\/p>\n<p>Lehr-Lern-Projekt: <br \/>Grundschule der Zukunft      <\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">In einem Lehr-Lern-Projekt mit dem Titel \u201eGrundschule der Zukunft\u201c, gef\u00f6rdert durch die Barthel-\/EWE-Stiftung, das auf der demokratiebildenden Lehr-Lernmethode des Lernens durch Engagement basiert, hat Schlesier rund 150 Lehramtsstudierende und rund 400 Grundschulkinder in Niedersachsen in kleinen inklusiven, sogenannten \u201aHeldinnen-Teams\u2019 zusammengebracht, um gemeinn\u00fctzige und nachhaltige Projekte f\u00fcr Schulen zu entwickeln und umzusetzen. Voraussetzung war die individuelle F\u00f6rderung jeder Schule. \u201eIn dem Projekt wurden die realen Bedarfe der Schulen vorab ermittelt, die Projekte wurden auch curricular eingebettet (in den Lehrplan integriert, Anm.d.Red.), erl\u00e4utert Schlesier die Vorgehensweise. \u201eDie Kinder wurden aktiv an der Planung und Umsetzung beteiligt, sodass diese Projekte nicht im Vorfeld geplant werden konnten. Es wurde individuell an den Schulen ergr\u00fcndet, was gebraucht wird, damit Unterricht gut stattfinden kann, damit die Kinder vielleicht einen sch\u00f6neren Pausenhof haben, auf dem sie sich auch von den Unterrichtszeiten gut erholen und auch spielen k\u00f6nnen.\u201c Die Ma\u00dfnahmen reichten von der einfachen Aufbereitung alter Sitzb\u00e4nke bis zur Anpflanzung von Naschobsthecken und Hochbeeten, der Reinigung von Teichen oder dem Bau von Insektenhotels. Ein wesentlicher Punkt des von 2023 bis 2025 laufenden Projektes war, dass die Menschen wieder ohne digitale Medien miteinander in Kontakt kommen und agieren. Diese gemeinsame Interaktion wurde schon nach nur drei bis f\u00fcnf Tagen der Projektarbeit vor Ort als sehr wertvoll erlebt. \u201eEs entstand ein solch enger Kontakt, dass die Kinder die Studierenden hinterher kaum noch loslassen wollten. Da sind Beziehungen aufgebaut worden, sodass der Projekterfolg nicht nur in Zahlen messbar ist, sondern auch in dem entstandenen Spirit.\u201c Ganz ohne digitale Medien kam das Projekt dann doch nicht aus, denn an jeder Schule habe auch eine Gruppe die Dokumentation \u00fcbernommen, die dann \u00fcber digitale Medien erfolgte.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Das Projekt \u201eGrundschule der Zukunft\u201c f\u00f6rdert eine Kultur der gegenseitigen Unterst\u00fctzung, die sich auf mehreren Ebenen zeigte. \u201eInnerhalb der \u201eHeldinnen-Teams\u201c \u00fcbernahmen die Kinder und Studierenden Verantwortung f\u00fcreinander. Sie unterst\u00fctzten sich bei Planungen, bei der Umsetzung und Probleml\u00f6sung und brachten unterschiedliche St\u00e4rken ein. Hilfe wurde da nicht als Aufwand, sondern als selbstverst\u00e4ndlicher Teil der gemeinsamen Arbeit erlebt. Auch die \u00e4lteren Kinder halfen selbstverst\u00e4ndlich den j\u00fcngeren Kindern. Die, die nicht so viel Kraft hatten, um zu s\u00e4gen oder umzugraben, erhielten sofort Unterst\u00fctzung.\u201c Weitere Unterst\u00fctzung entstand auch zwischen den Akteursgruppen. Da die Lehrkr\u00e4fte ihre Schule f\u00fcr diese neue Projekterfahrung \u00f6ffneten, war die Universit\u00e4t auf einmal aktiv im Geschehen und gestaltete mit. \u201eDas war ein kooperatives Miteinander, das von Vertrauen und Wertsch\u00e4tzung gepr\u00e4gt war.\u201c \u201eIch habe das Projekt zwar an Grundschulen durchf\u00fchren lassen\u201c, sagt Schlesier, \u201eaber nat\u00fcrlich kann man das auch auf andere Schulformen transferieren. Das Projekt basiert auf der Lernmethode \u201aLernen durch Engagement\u2019, die ja vorwiegend im Sekundarstufenbereich schon eingesetzt wird, allerdings etwas anders, als ich das mache, weil das bislang nicht mit der Lehrkr\u00e4ftebildung verbunden wird. Es ist also etwas Besonderes, dass ich mit dem Projekt an die Grundschulen gehe und die Grundschule mit der Lehrkr\u00e4ftebildung verbunden habe. Es zeigt, dass es schon mit den ganz kleinen Sch\u00fclern geht. Da steckt das Transferpotenzial drin.\u201c Vonseiten der Universit\u00e4t erh\u00e4lt Schlesier gro\u00dfe Unterst\u00fctzung und wird das Projekt nun auch in Wuppertaler Schulen beginnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der erste Platz des Third-Mission-Ehrenamtspreises der Bergischen Universit\u00e4t war nicht die erste Auszeichnung, die Juliane Schlesier f\u00fcr ihr&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":872859,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1840],"tags":[5871,3886,192934,752,3364,29,23655,30,4484,42888,192930,3295,192927,192933,64233,6204,192928,132388,62875,192936,192929,1209,2202,192935,192931,192932,192926,966,16310,10442,5162,1250,4418,1889],"class_list":["post-872858","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-wuppertal","tag-grundschule","tag-ausbildung","tag-ausbildungsstaette","tag-bildung","tag-de","tag-deutschland","tag-gelernt","tag-germany","tag-grundschulen","tag-grundschullehramt","tag-grundschullehrkraefte","tag-hochschulen","tag-lehr","tag-lehramtsstudierende","tag-lehramtsstudium","tag-lehrkraefte","tag-lehrkraeftebildung","tag-lehrplan","tag-lern","tag-lernens","tag-lernmethode","tag-nordrhein-westfalen","tag-projekt","tag-projektarbeit","tag-projekterfahrung","tag-projekterfolg","tag-schlesier","tag-schule","tag-schulentwicklung","tag-schuelern","tag-universitaet","tag-unterstuetzung","tag-wuppertal","tag-zukunft"],"share_on_mastodon":{"url":"","error":"Validation failed: Text character limit of 500 exceeded"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/872858","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=872858"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/872858\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/872859"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=872858"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=872858"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=872858"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}