{"id":87293,"date":"2025-05-05T21:15:18","date_gmt":"2025-05-05T21:15:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/87293\/"},"modified":"2025-05-05T21:15:18","modified_gmt":"2025-05-05T21:15:18","slug":"arbeitsbedingungen-arbeit-in-berlin-teufelskreis-personalmangel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/87293\/","title":{"rendered":"Arbeitsbedingungen \u2013 Arbeit in Berlin: Teufelskreis Personalmangel"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" id=\"img305205\" src=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/img\/jpeg\/640\/305205\" alt=\"Besch\u00e4ftigte in Gesundheitsberufen sp\u00fcren die Konsequenzen des Personalmangels am st\u00e4rksten.\"\/><\/p>\n<p>Besch\u00e4ftigte in Gesundheitsberufen sp\u00fcren die Konsequenzen des Personalmangels am st\u00e4rksten.<\/p>\n<p>Foto: dpa\/Monika Skolimowska<\/p>\n<p>Schlechte Arbeitsbedingungen und Personalmangel bedingen sich gegenseitig. Das geht aus einer aktuellen Befragung von Berliner Besch\u00e4ftigten hervor, die im Rahmen einer Studie des <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1190927.dgb-kundgebung-in-chemnitz-mit-rallel-seid-ihr-gemeint.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB)<\/a> durchgef\u00fchrt wurde. Ein \u00bbTeufelskreis\u00ab, sagte Arbeitssenatorin Cansel Kiziltepe (SPD) am Montag bei der Vorstellung des Berichts \u00bbGute Arbeit in Berlin 2024\u00ab. Deshalb m\u00fcssten Arbeitgeber, um Personal zu gewinnen und vor allem zu halten, auch die Arbeitsbedingungen verbessern. \u00bbGute Arbeitsbedingungen lohnen sich f\u00fcr die Betriebe und die Besch\u00e4ftigten\u00ab, so die Senatorin.<\/p>\n<p>Von 1000 befragten Berliner Besch\u00e4ftigten sp\u00fcren 47\u2005Prozent einen Personalmangel am eigenen Arbeitsplatz in hohem oder sehr hohem Ma\u00dfe. \u00bbDiese Besch\u00e4ftigten haben eine h\u00f6here Bereitschaft, den Arbeitgeber oder sogar den Beruf zu wechseln\u00ab, <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1190759.arbeitsmarkt-ausbildungsplatzumlage-roter-vorstoss-fuer-fachkraefte-in-berlin.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">sagt Kiziltepe<\/a>. In der Befragung gaben 28\u2005Prozent derjenigen, die von einem hohen Personalmangel betroffen sind, an, dass sie \u00fcber einen Berufswechsel nachdenken. Bei den anderen Besch\u00e4ftigten gaben dies 16\u2005Prozent an.<\/p>\n<p>Am meisten leiden die Besch\u00e4ftigten in <a data-id=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1190756.charite-tochter-cfm-angestellte-behandeln-uns-wie-den-letzten-dreck.html\" data-type=\"link\" href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1190756.charite-tochter-cfm-angestellte-behandeln-uns-wie-den-letzten-dreck.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gesundheitsberufen<\/a> unter fehlendem Personal. Hier gaben 69\u2005Prozent der Befragten an, davon in hohem oder sehr hohem Ausma\u00df betroffen zu sein. Das Baugewerbe mit 62\u2005Prozent sowie Informatik und naturwissenschaftliche Berufe mit 55\u2005Prozent folgen. Auch im Bereich Soziales, Erziehung und Lehre\/Forschung sowie im Bereich Verkehr, Logistik, Sicherheit und Reinigung sp\u00fcren viele Besch\u00e4ftigte die Folgen unbesetzter Stellen.<\/p>\n<p>Muckefuck: morgens, ungefiltert, links<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/img\/jpeg\/640\/305206\" alt=\"\" title=\"\" width=\"170\"\/><\/p>\n<p>nd.Muckefuck ist unser Newsletter f\u00fcr Berlin am Morgen. Wir gehen wach durch die Stadt, sind vor Ort bei Entscheidungen zu Stadtpolitik \u2013 aber immer auch bei den Menschen, die diese betreffen. Muckefuck ist eine Kaffeel\u00e4nge Berlin \u2013 ungefiltert und links. Jetzt <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/muckefuck\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">anmelden<\/a> und immer wissen, worum gestritten werden muss.<\/p>\n<p>Besch\u00e4ftigte, die die Auswirkungen des Personalmangels bei der eigenen Arbeit sp\u00fcren, geben an, dass sie deshalb mehr Aufgaben erledigen m\u00fcssen, auf Pausen verzichten, \u00dcberstunden leisten und zum Teil Aufgaben \u00fcbernehmen m\u00fcssen, f\u00fcr die sie sich nicht qualifiziert f\u00fchlen. Unter jenen Besch\u00e4ftigten, die ihre Arbeitsbedingungen allgemein als schlecht beurteilen, geben 70\u2005Prozent an, dass sie den Personalmangel in hohem Ma\u00dfe wahrnehmen. Hingegen nehmen 73\u2005Prozent der Besch\u00e4ftigten mit allgemein guten Arbeitsbedingungen den Personalmangel gar nicht oder in geringem Ma\u00df wahr.<\/p>\n<p>Neben zu hoher Arbeitsbelastung und fehlendem Personal treiben die Berliner Besch\u00e4ftigten Geldsorgen um. 46\u2005Prozent vermuten, dass ihre Rente nicht ausreichen wird; 34\u2005Prozent geben an, sie werde knapp ausreichen \u2013 beides habe sich in den vergangenen Jahren kaum ge\u00e4ndert, hei\u00dft es im Gute-Arbeit-Bericht. Derweil geben 29\u2005Prozent der Befragten an, dass ihr Gehalt nicht oder gerade so ausreiche; 71\u2005Prozent der Besch\u00e4ftigten k\u00f6nnen gut oder sehr gut davon leben. Hier wiederum zeigt sich laut Bericht tats\u00e4chlich eine positive Entwicklung.<\/p>\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p>&#13;<\/p>\n<p>\u00bbWir m\u00fcssen die Tarifbindung st\u00e4rken, und der gesetzliche Mindestlohn muss auf 15\u2005Euro erh\u00f6ht werden.\u00ab<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\nCansel Kiziltepe (SPD)\u2003Arbeitssenatorin<\/p><\/blockquote>\n<p>Arbeitssenatorin Kiziltepe spricht sich angesichts der Zahlen f\u00fcr tarifliche L\u00f6hne aus, denn diese w\u00fcrden auch eine ausk\u00f6mmliche Rente erm\u00f6glichen. Auch politisch m\u00fcsse gegen Niedrigl\u00f6hne vorgegangen werden. So habe Berlin etwa den Vergabemindestlohn im Mai 2024 auf 13,69\u2005Euro erh\u00f6ht. Das hei\u00dft, dass das Land Auftr\u00e4ge nur an jene Firmen vergibt, die einen solchen Lohn an ihre Besch\u00e4ftigten zahlen. Der f\u00fcr alle Besch\u00e4ftigten geltende Mindestlohn von 12,82\u2005Euro wird auf Bundesebene festgesetzt. \u00bbWir m\u00fcssen die Tarifbindung st\u00e4rken, und der gesetzliche Mindestlohn muss auf 15\u2005Euro erh\u00f6ht werden\u00ab, sagt Kiziltepe.<\/p>\n<p>Eine st\u00e4rkere Tarifbindung f\u00fcr Berliner Betriebe fordert auch die Gewerkschafterin Katja Karger, Vorsitzende des DGB Berlin-Brandenburg: \u00bbWir haben in Berlin einen grottenschlechten Wert: Nur 43\u2005Prozent der Besch\u00e4ftigten haben den Schutz eines Tarifvertrags.\u00ab Eine Tarifbindung erh\u00f6he zudem die Aussicht auf eine ausk\u00f6mmliche Rente durch betriebliche Altersvorsorge. Das sei auch eine Geschlechterfrage: \u00bbDie meisten betrieblichen Rentenanspr\u00fcche gedeihen den M\u00e4nnern an, weil Frauen viel h\u00e4ufiger in Betrieben arbeiten, die nicht tarifgebunden sind.\u00ab<\/p>\n<p>Unterschiede bei den Arbeitsbedingungen zwischen M\u00e4nnern und Frauen zeigen auch die Ergebnisse der Besch\u00e4ftigtenbefragung. So geben M\u00e4nner etwa deutlich \u00f6fter als Frauen an, dass sie mit ihrer Arbeit keinen oder nur einen geringen Beitrag f\u00fcr die Gesellschaft leisten. Auch m\u00fcssen M\u00e4nner \u00f6fter im Schichtdienst arbeiten. Frauen hingegen f\u00fchlen sich in einem deutlich h\u00f6heren Ma\u00dfe in ihrer Arbeit davon belastet, dass sie respektlos behandelt werden oder mangelnde Wertsch\u00e4tzung durch Vorgesetzte erfahren. Au\u00dferdem geben Frauen \u00f6fter als M\u00e4nner an, dass sie das Gef\u00fchl haben, mehr schaffen zu m\u00fcssen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Besch\u00e4ftigte in Gesundheitsberufen sp\u00fcren die Konsequenzen des Personalmangels am st\u00e4rksten. Foto: dpa\/Monika Skolimowska Schlechte Arbeitsbedingungen und Personalmangel bedingen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":87294,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[296,29,30,36305,3273],"class_list":{"0":"post-87293","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-berlin","9":"tag-deutschland","10":"tag-germany","11":"tag-rentenpolitik","12":"tag-tarifpolitik"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114457302235160383","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/87293","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=87293"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/87293\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/87294"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=87293"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=87293"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=87293"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}