{"id":873060,"date":"2026-03-16T13:35:11","date_gmt":"2026-03-16T13:35:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/873060\/"},"modified":"2026-03-16T13:35:11","modified_gmt":"2026-03-16T13:35:11","slug":"konzert-in-der-juedischen-gemeinde-duesseldorf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/873060\/","title":{"rendered":"Konzert in der J\u00fcdischen Gemeinde D\u00fcsseldorf"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Musik kann Br\u00fccken bauen, gerade in Zeiten heftiger politischer Spannungen. Besonders beeindruckend gelingt dies, wenn zwei verfeindete L\u00e4nder wie <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/israel\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Israel<\/a> und der <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/iran\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Iran<\/a> in einen Krieg verwickelt sind. Das Konzert \u201eJ\u00fcdische und persische Musiktraditionen im Dialog\u201c in der D\u00fcsseldorfer Synagoge setzte ein starkes Zeichen f\u00fcr Freundschaft und Solidarit\u00e4t.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eAuch wenn Staaten dies nicht tun, Kulturen k\u00f6nnen miteinander sprechen\u201c, sagte Julia Bl\u00fcm vom Vorstand der J\u00fcdischen Gemeinde in ihrer Begr\u00fc\u00dfung. \u201eDie Verbindung unserer Kulturen hat in 2600 Jahren Imperien, Kriege und politische Umbr\u00fcche \u00fcberdauert und lebt bis heute weiter, in Sprache und Musik.\u201c Bl\u00fcm gedachte der Menschen im Iran: \u201eWir w\u00fcnschen dem iranischen Volk Frieden, Freiheit und eine Zukunft in W\u00fcrde.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Zwei Virtuosen gestalteten ein denkw\u00fcrdiges Konzert. Der aus <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/teheran\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Teheran<\/a> stammende Santur-Meister Kioomars Musayyebi und der j\u00fcdische-russische Geiger Alexey Kochetkov verkn\u00fcpften Elemente der traditionellen Klezmer-Musik mit Radif, einer Sammlung persischer Musik.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Musayyebi sagte \u00fcber die Merkmale seines Instruments mit 72 Saiten: \u201eDie Santur stammt urspr\u00fcnglich aus dem Iran, verbreitete sich dann in L\u00e4ndern wie China, der <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/mongolei\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mongolei<\/a> und Gro\u00dfbritannien. Eine Variante mit dem rustikalen Namen Hackbrett kennt man sogar in S\u00fcddeutschland.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Zu erleben war weit mehr als ein Konzert. Alexey Kochetkov entlockte seinem iranischen Freund Erinnerungen an seine Kindheit. \u201eWas wusstest du \u00fcber Juden?\u201c, fragte er. Kioomars Musayyebi erz\u00e4hlte von zwei j\u00fcdischen Familien in der Stra\u00dfe seiner Oma: \u201eNeugierig schlich ich mich heimlich in eine der Wohnungen, weil ich unbedingt mehr \u00fcber j\u00fcdisches Leben wissen wollte.\u201c Das spielte sich weitgehend im Verborgenen ab. Synagogen durfte man so wenig besuchen wie christliche Kirchen. 2011 war der Musiker gezwungen, seine Heimat aus politischen Gr\u00fcnden zu verlassen. \u201eIch habe viel gek\u00e4mpft f\u00fcr mein Land, f\u00fcr Frauenrechte und <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/menschenrechte\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Menschenrechte<\/a>. Aber niemand will in einem System der Unterdr\u00fcckung leben.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die beiden K\u00fcnstler lernten sich 2006 bei einem Projekt \u00fcber arabische Musik kennen. Alexey Kochetkov wurde nach zehn Jahren in Israel in Berlin heimisch, Musayyebi in Essen. Einmal habe er in einer Synagoge in <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/tel-aviv\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Tel Aviv<\/a> auf der Santur gespielt, berichtete er. \u201eDu bist einer der wenigen Iraner, die je in Israel waren\u201c, erg\u00e4nzte der Violinist und gab spannende Einblicke in das Schicksal der Juden im fr\u00fcheren Persien. Eine endlose Geschichte von Vertreibung und Stigmatisierung, die 586 v. Chr. mit der Verschleppung der geistigen Elite aus <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/jerusalem\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Jerusalem<\/a> nach Babylon begonnen hatte und sich \u00fcber viele Jahrhunderte fortsetzte.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Erleichterungen setzten erst ab 1925 unter dem Schah-Regime ein. Kein Happy End auf Dauer, wie man wei\u00df. \u201eUnsere L\u00e4nder sind wie zwei Liebhaber, die nicht zueinander kommen\u201c, sagte Alexey Kochetkov. \u201eAuch wenn sie Bomben aufeinander werfen, gibt es doch Menschen, die sich finden. In den Kl\u00e4ngen von Santur und Geige, von Klezmer und Radif.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Beseelt und st\u00fcrmisch spielten die Musiker den Klassiker \u201eHava nagila\u201c. Security und Polizei vor der Synagoge, leider notwendig, erinnerten nach dem Konzert schmerzhaft an den realen Alltag der Juden in <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/deutschland\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Deutschland<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Musik kann Br\u00fccken bauen, gerade in Zeiten heftiger politischer Spannungen. 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