{"id":873352,"date":"2026-03-16T16:17:23","date_gmt":"2026-03-16T16:17:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/873352\/"},"modified":"2026-03-16T16:17:23","modified_gmt":"2026-03-16T16:17:23","slug":"leipzig-keine-buehne-fuer-genozidpropaganda","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/873352\/","title":{"rendered":"Leipzig: Keine B\u00fchne f\u00fcr Genozidpropaganda!\u00a0"},"content":{"rendered":"<p>\u00a0W\u00e4hrend pal\u00e4stinasolidarische Stimmen in der b\u00fcrgerlichen Presse f\u00fcr ihre Kritik am Vorgehen Israels in Gaza systematisch unterdr\u00fcckt werden, wird im Rahmen der Leipziger Buchmesse der deutsche Milit\u00e4rsprecher der \u201eIsraeli Defence Force\u201c (IDF) Arye Sharuz Shalicar f\u00fcr den 18. M\u00e4rz in den Leipziger Felsenkeller eingeladen. Unter dem Titel: \u201e\u00dcberlebenskampf\u201c werden neben Shalicar noch zwei weitere Vertreter:innen der deutschen Propagandamaschine f\u00fcr die Staatsr\u00e4son sitzen: Ahmad Mansour, der mit dem Hass auf Pal\u00e4stinenser:innen sein t\u00e4glich Brot verdient und die FDP-Politikerin Linda Teuteberg, die nach ihrem unfreiwilligen Ausscheiden aus dem Bundestag offenbar mehr Zeit f\u00fcr die Verleumdung pal\u00e4stinasolidarischer Stimmen hat.<\/p>\n<p>Wessen \u00dcberlebenskampf?<\/p>\n<p>Das publizistische Projekt des IDF-Sprechers ist es, den Genozid an den Pal\u00e4stinenser:innen zum \u201e\u00dcberlebenskampf\u201c des \u201ej\u00fcdischen Volkes\u201c umzudeuten. Dabei bedient er sich der in b\u00fcrgerlichen Kreisen \u00fcblichen Gleichsetzung Israels mit dem \u201ej\u00fcdischen Volk\u201c. In dieser Auffassung ist Israel der Vertreter aller J\u00fcd:innen der Welt und das obwohl weltweit nur eine Minderheit der Menschen j\u00fcdischen Glaubens in Israel lebt und sowieso Staaten nicht die Vertreter ihrer V\u00f6lker sind, sondern sich umgekehrt ihr Staatsvolk erst mit Recht und Gewalt versammeln, um dann im Sinne der Kapitalist:innen \u00fcber es zu herrschen und die Ausbeutung seiner arbeitenden Klasse zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Auch bedient Shalicar flei\u00dfig das Narrativ der \u201ebelagerten Festung\u201c Israels, w\u00e4hrend doch sp\u00e4testens seit dem Sechstagekrieg 1967 und der darauffolgenden dauerhaften Besatzung der Westbank und Jerusalems f\u00fcr alle Welt sichtbar ist, dass dieser Staat, der sich zum wichtigsten Vorposten des US-Imperialismus in der Region entwickelt hat, die gr\u00f6\u00dfte Ursache f\u00fcr die nicht enden wollenden Kriege in der Region ist. Ein Blick auf den \u00dcberfall der USA und Israels auf den Iran und das Vorr\u00fccken der IDF im Libanon, kann dies auch in der Gegenwart belegen. Doch Shalicar z\u00f6gert nicht, auch jedes noch so monstr\u00f6se Verbrechen der IDF zu \u201eSelbstverteidigung\u201c umzudeuten. Die <a href=\"https:\/\/www.unicef.de\/informieren\/aktuelles\/presse\/-\/gazastreifen-mehr-als-50-000-kinder-getoetet-oder-verletzt\/375670\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ermordung oder Verletzung von \u00fcber 50.000 Kindern in Gaza<\/a> rechtfertigte er beispielsweise im Januar 2024 indirekt, indem er auf <a href=\"https:\/\/x.com\/aryeshalicar\/status\/1744345812891525318\" rel=\"nofollow\">X<\/a> schrieb: \u201eAlle Kinder in Gaza wurden seit der Macht\u00fcbernahme der Hamas im Jahr 2007 zu M\u00f6rdern, Vergewaltigern und Entf\u00fchrern indoktriniert und ausgebildet\u201c.\u00a0<\/p>\n<p>Diesen Mittwoch, den 18. M\u00e4rz ist au\u00dferdem pikanterweise der internationale Tag der Solidarit\u00e4t mit den politischen Gefangenen. Statt auf die zehntausenden pal\u00e4stinensischen politischen Gefangenen in Israels Foltergef\u00e4ngnissen hinzuweisen, darunter viele Kinder, entscheidet sich die Stadt Leipzig mit der Einladung von Shalicar zu \u201eLeipzig lie\u00dft\u201c bewusst dazu, auch in diesem Feld T\u00e4ter-Opfer-Umkehr zu betreiben. Geh\u00f6r findet nur das Schicksal der Geiseln des 7. Oktobers, die politisch missbraucht werden, um die Verbrechen Israels in Gaza zu \u00fcberdecken und zu legitimieren.<\/p>\n<p>Wessen Eklat?<\/p>\n<p>Noch vor ein paar Monaten inszenierte die b\u00fcrgerliche \u00d6ffentlichkeit einen \u201eBerlinale-Eklat\u201c, weil der Regisseur Abdallah Alkhatib, der dort f\u00fcr das beste Spielfilmdeb\u00fct ausgezeichnet wurde, in seiner Dankesrede die Bundesregierung als \u201ePartner des V\u00f6lkermordes in Gaza\u201c bezeichnete. Das Aussprechen dieser einfachen Wahrheit veranlasste nicht nur den Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD), sofort den Saal zu verlassen, sondern provozierte emp\u00f6rte Schlagzeilen \u00fcber die hetzerische \u201eGaza-Rede\u201c und den \u201eGaza-Eklat\u201c. <\/p>\n<p>Das erw\u00fcnschte Narrativ der deutschen Journaille ist ganz klar: Pal\u00e4stinasolidarit\u00e4t, die anklagt, dass ein Genozid stattfindet, dass Netanjahu Gaza, die Westbank und den S\u00fcden Libanons besetzt h\u00e4lt, w\u00e4hrend er und Trump den Iran \u00fcberfallen, das ist ein Eklat. Demgegen\u00fcber ist es nicht einmal eine kritische Kolumne wert, wenn der Nummer eins Propagandist des Genozids im Rahmen der Leipziger Buchmesse auftreten darf. In Deutschland braucht es offensichtlich keine Zensur, denn die b\u00fcrgerliche Presse identifiziert sich zu 100 Prozent mit den imperialistischen Interessen des deutschen Staates in der Region. Umso wichtiger, die unabh\u00e4ngige, revolution\u00e4re Presse aufzubauen.\u00a0<\/p>\n<p>Das Pal\u00e4stinaaktionsb\u00fcndnis Leipzig ruft f\u00fcr den 18. M\u00e4rz zu einer <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/DVehS9dkUKk\/?img_index=1\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Demonstration<\/a> gegen den Auftritt Shalicars im Felsenkeller auf. Klasse Gegen Klasse schlie\u00dft sich diesem Aufruf an.\u00a0<\/p>\n<p>                        Wir dulden keine israelische Kriegspropaganda auf der Buchmesse. Kommt mit auf die Stra\u00dfe!<\/p>\n<p>Demonstration des Pal\u00e4stinaaktionsb\u00fcndnisses Leipzig:<\/p>\n<p>18. M\u00e4rz, 17 Uhr<\/p>\n<p>Lindenauer Markt <\/p>\n<p>Von dort aus l\u00e4uft der Zug zur Kundgebung am Felsenkeller.<\/p>\n<p><script async src=\"\/\/www.instagram.com\/embed.js\"><\/script><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u00a0W\u00e4hrend pal\u00e4stinasolidarische Stimmen in der b\u00fcrgerlichen Presse f\u00fcr ihre Kritik am Vorgehen Israels in Gaza systematisch unterdr\u00fcckt werden,&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":873353,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1832],"tags":[3364,29,30,71,859],"class_list":["post-873352","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-leipzig","tag-de","tag-deutschland","tag-germany","tag-leipzig","tag-sachsen"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116239757741969879","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/873352","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=873352"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/873352\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/873353"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=873352"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=873352"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=873352"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}