{"id":873587,"date":"2026-03-16T18:37:14","date_gmt":"2026-03-16T18:37:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/873587\/"},"modified":"2026-03-16T18:37:14","modified_gmt":"2026-03-16T18:37:14","slug":"als-die-schwebebahn-im-kino-gross-raus-kam","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/873587\/","title":{"rendered":"Als die Schwebebahn im Kino gro\u00df raus kam"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Unerf\u00fcllte Liebe, verpasste Chancen: Mit der preisgekr\u00f6nten Wuppertaler Produktionsfirma \u201eOut the Club\u201c realisierten die Wuppertaler Stadtwerke im Jahr 2018 einen Werbespot f\u00fcrs Kino, der die Schwebebahn als Ort der Begegnung in den Fokus r\u00fcckt.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der eine Minute und 20 Sekunden lange Spot erz\u00e4hlt in drei kurzen Szenen die Geschichte einer stillen, nie ausgesprochenen Liebe. Zwei Menschen begegnen sich immer wieder in der Schwebebahn \u2013 l\u00e4cheln sich an, verfehlen aber stets den Moment, sich anzusprechen. Die Stadt und ihre Wege verbinden sie \u00fcber Jahrzehnte \u2013 in der Kindheit der 50er, der Jugend der 70er und der Gegenwart, als sie alt und grau, aber noch voller Sehnsucht sind. Und als er endlich den entscheidenden Schritt tut \u2013 geht\u2019s schief. Und das alles wegen eines roten Lollis. Zur\u00fcck bleibt ein bitters\u00fc\u00dfes Gef\u00fchl zwischen gef\u00fchlter N\u00e4he und gelebter Distanz. Und die Erkenntnis: \u201eNicht alles wird besser mit der Zeit. Wir schon. WSW. Wuppen wir\u2019s.\u201c So der Slogan der Stadtwerke, der damals alles zusammenfasste.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eDas war ein sch\u00f6nes Projekt, an das wir uns gerne erinnern\u201c, erz\u00e4hlt Marc Schie\u00dfer, Regisseur und Mitgr\u00fcnder der Produktionsfirma. Dennoch sei der Dreh logistisch herausfordernd gewesen. \u201eUns stand nur ein enges Zeitfenster zur Verf\u00fcgung, um mit den verschiedenen Schwebebahn-Generationen unterwegs zu sein.\u201c Genauer gesagt: ein einziger Drehtag, der 6. Mai 2018 von 7.30 bis 21.30 Uhr. Um ohne Probleme drehen zu k\u00f6nnen, erhielt das Team jeweils einen eigenen Wagen als Sonderzugfahrt. Auf der Strecke halten durften sie allerdings nur kurz, schlie\u00dflich fand alles im laufenden Betrieb statt. Die Planung sei zwar sehr sorgf\u00e4ltig gewesen, vor Ort habe sich aber schnell herausgestellt, dass sich die Abl\u00e4ufe nicht immer pr\u00e4zise vorhersehen lie\u00dfen. \u201eZum Beispiel war nicht sofort klar, ob die n\u00e4chste Bahn in zwei oder erst in f\u00fcnf Minuten kommt. Gerade bei den vielen Ein- und Ausstiegsszenen hat das f\u00fcr uns bedeutet, dass wir permanent auf dem Sprung waren \u2013 Kamera, Team und Schauspieler mussten jederzeit bereit sein, schnell wieder raus- oder reinzuh\u00fcpfen.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Professionelle Schauspieler \u2013 unter ihnen Hans Richter, der 40 Jahre lang im Schauspielhaus in 200 Rollen auf der B\u00fchne stand \u2013 sowie 20 Komparsen bildeten das wechselnde Ensemble. \u201eEs war sch\u00f6n, mit Hans Richter einen so traditionsreichen Wuppertaler B\u00fchnenschauspieler dabei zu haben. Er hat sich sehr dar\u00fcber gefreut, dass sein Handlungsstrang unter anderem am Schauspielhaus an der Kluse vorbeif\u00fchrt.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Manches musste im Anschluss digital nachgebaut werden, darunter der Alte Markt im Stil der 50er- Jahre. \u201eDas war der aufwendigste Moment in der Postproduktion. Daf\u00fcr haben wir auf Grundlage historischer Fotos die damaligen Geb\u00e4ude recherchiert, am Computer in 3D rekonstruiert und mit einer realen Aufnahme des Kaiserwagens kombiniert.\u201c Ziel sei es gewesen, den Platz glaubw\u00fcrdig in seinen historischen Zustand zu versetzen, w\u00e4hrend gleichzeitig die echte Fahrt der Schwebebahn im Bild bleibt.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Und so schuf Marc Schie\u00dfer mit Kameramann Daniel Ernst eine Geschichte, die sich \u00fcber drei Generationen erstreckt: Alles beginnt mit einem eleganten Wagen der Baureihe 50, damals gab es noch Raucher- und Nichtraucherabteile, die Zigarre beweist es. Ein Junge entdeckt ein M\u00e4dchen mit Z\u00f6pfen und rotem Wollpullover. Sie hat einen Lolli in der Hand. Die Blicke treffen sich, die Gedanken laufen Sturm. Er versucht, durch die Fahrg\u00e4ste zu ihr zu gelangen, doch da kommt auch schon die Haltestelle, das M\u00e4dchen wird von ihrer Mutter weggezogen, sie verliert ihren Lolli, sie steigen aus, der Junge bleibt hinter dem Fenster zur\u00fcck.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Zweites Kapitel, viele Jahre sp\u00e4ter: Die Schwebebahn ist Blau-Orange, 72er-Baureihe. Passagiere tragen bunte Shirts, Sonnenbrillen, Protestplakate gegen den Krieg. Ein junger Mann erblickt im Waggon eine junge Frau, sie tr\u00e4gt wieder etwas Rotes. Sie erkennen sich, doch abermals wird sie in die Welt da drau\u00dfen gezogen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Das dritte Kapitel ist schlie\u00dflich im Jetzt angesiedelt. Ein alter Mann mit Brille sitzt in der Schwebebahn. Er wird auf eine Seniorin mit roter Strickjacke aufmerksam, richtet sich auf, st\u00fcrzt fast fiebrig durch den Waggon. Die Frau erhebt sich, ihre Augen \u00f6ffnen sich erwartungsfroh. Als sie voreinander stehen, greift der Mann in die Innentasche seines Jacketts, wickelt ein verknittertes Papier auseinander \u2013 und holt ihren Lolli hervor, den er damals aufgehoben und offensichtlich \u00fcber all die Jahre in Ehren gehalten hat. Die Erinnerung an ihre erste Begegnung. Leider sieht man dem Lolli die Zeichen der Zeit an, denn er ist v\u00f6llig verfilzt. Die Folge: Die Frau steigt irritiert aus und winkt ihrem Verehrer noch einmal zu. Kein Happy End.<\/p>\n<p>Eine Idee f\u00fcr einen weiteren<br \/>Spot gibt es \u2013 aber keinen Auftrag      <\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Eine Fortsetzung gebe es derzeit leider nicht, verr\u00e4t Marc Schie\u00dfer: \u201eWir hatten den Wuppertaler Stadtwerken eine neue Spotidee zum Jubil\u00e4um angeboten. Darin w\u00e4re sogar Kaiser Wilhelm pers\u00f6nlich im Kaiserwagen mitgefahren \u2013 eine augenzwinkernde historische Begegnung.\u201c Im Moment bestehe seitens der WSW daf\u00fcr allerdings kein Bedarf beziehungsweise kein entsprechendes Budget, so Schie\u00dfer.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der Spot aus dem Jahr 2018 ist hingegen weiterhin bei Youtube zu sehen. Kurzlink:<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Unerf\u00fcllte Liebe, verpasste Chancen: Mit der preisgekr\u00f6nten Wuppertaler Produktionsfirma \u201eOut the Club\u201c realisierten die Wuppertaler Stadtwerke im Jahr&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":873588,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1840],"tags":[44120,1739,36250,5238,3364,29,30,26554,95,36119,1209,46157,119152,17128,109446,193025,50021,4418],"class_list":["post-873587","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-wuppertal","tag-44120","tag-bahn","tag-begegnung","tag-club","tag-de","tag-deutschland","tag-germany","tag-idee","tag-kino","tag-moment","tag-nordrhein-westfalen","tag-produktionsfirma","tag-schiesser","tag-schwebebahn","tag-spot","tag-spotidee","tag-werbespot","tag-wuppertal"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116240308420184981","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/873587","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=873587"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/873587\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/873588"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=873587"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=873587"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=873587"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}