{"id":874871,"date":"2026-03-17T06:31:16","date_gmt":"2026-03-17T06:31:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/874871\/"},"modified":"2026-03-17T06:31:16","modified_gmt":"2026-03-17T06:31:16","slug":"wie-jeffrey-epstein-offenbar-mit-steuern-trickste","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/874871\/","title":{"rendered":"Wie Jeffrey Epstein offenbar mit Steuern trickste"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/epstein-166.jpg\" alt=\"Jeffrey Epstein sitzt an einem Fl\u00fcgel.\" title=\"Jeffrey Epstein sitzt an einem Fl\u00fcgel. | U.S. Department of Justice via AP\"\/><\/p>\n<p>                    <strong>exklusiv<\/strong><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 17.03.2026 \u2022 06:00 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        <strong>Wie kam Jeffrey Epstein an sein Verm\u00f6gen? Eine Auswertung der ver\u00f6ffentlichten Akten durch WDR, NDR und SZ zeigt: Eine seiner Quellen waren offenbar Steuertricks, die er auch gewinnbringend als Beratungsleistung verkaufte.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>Von Petra Blum, WDR, und Verena von Ondarza, NDR\n                    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Wer sich in E-Mails von Jeffrey Epsteins einliest, die das amerikanische Justizministerium ver\u00f6ffentlicht hat, liest immer wieder die Bemerkung &#8222;tax-deductible&#8220; &#8211; &#8222;steuerlich absetzbar&#8220;. Doch mehr noch: Epstein war geschickt darin, den Fiskus auszutricksen &#8211; und er verkaufte diese Steuertricks wohl gewinnbringend an Milliard\u00e4re.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Zu seinen treusten Kunden z\u00e4hlte Leon Black, Mitgr\u00fcnder und -eigent\u00fcmer der milliardenschweren Investmentgesellschaft Apollo. Ab 2012 beriet ihn Epstein zum Thema Nachlass- und Erbschaftssteuer. Konkret wollte Black seinen Nachkommen ein Milliardenverm\u00f6gen vererben und dabei die zu erwartende Erbschaftssteuer minimieren, so geht es aus einem Bericht der Rechtsanwaltskanzlei Dechert hervor, die Black selbst beauftragt hatte.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Dazu, ob Epstein hierbei wirklich wertvolle Ratschl\u00e4ge erteilen konnte, gibt es laut dem Bericht unterschiedliche Einsch\u00e4tzungen. Klar ist, dass Epstein pro Jahr auff\u00e4llig viel Geld von Black \u00fcberwiesen bekam: im Durchschnitt zwischen 23 und 26 Millionen US-Dollar.<\/p>\n<p>    Erst &#8222;Spende&#8220;, dann Geld zur\u00fcck<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Epstein-Files werfen die Frage auf, ob Epstein im Jahr 2015 einen Trick entwickelt hatte, mit dem Black seine Steuerlast wom\u00f6glich dr\u00fccken konnte: So \u00fcberwies Black \u00fcber eine Firma mit dem nichtssagenden Namen &#8222;BV70&#8220; eine &#8222;Spende&#8220; von zehn Millionen US-Dollar an eine gemeinn\u00fctzige Firma von Epstein. Diese wiederum stellte eine Spendenquittung aus, die Black dazu berechtigte, die Spende steuerlich geltend zu machen. Drei Jahre sp\u00e4ter zahlte eine andere Firma von Epstein eine entsprechende Summe dann aber offenbar wieder zur\u00fcck.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Epstein Kundenberater schrieb dazu sp\u00e4ter: &#8222;Es sieht so aus, als wenn Epstein eine dritte Firma dazu benutzt hat, die Summe an BV70 zur\u00fcck zu \u00fcberweisen.&#8220; Damit hatte Black m\u00f6glicherweise beides: die zehn Millionen Dollar und die Steuervorteile durch die Spendenquittung.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Anwaltskanzlei Dechert, die nach Epsteins Tod die Finanzbeziehungen zwischen den zwei M\u00e4nnern untersuchte, fand sogar eine Spendenquittung von Epsteins Firma, ohne dass \u00fcberhaupt eine Spende \u00fcberwiesen worden w\u00e4re. Leon Black sagte \u00f6ffentlich, dass Epsteins Steuertipps ihm mindestens eine Milliarde US-Dollar gespart h\u00e4tten &#8211; aber alles sei legal gewesen.<\/p>\n<p>    Klage der Jungferninseln<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Darauf, dass Steuer-Tricksereien bei Epstein offenbar System hatten, deutet eine Klage aus dem Jahr 2020 hin. Die Amerikanischen Jungferninseln klagten gegen die beiden Nachlassverwalter von Epstein. Der Grund: Epstein hatte behauptet, mit einer seiner Firmen Beratungsdienstleistungen auf dem Gebiet der &#8222;Bioinformatik&#8220; anzubieten. Ein Innovationsfeld, das die Jungferninseln offenbar mit Steueranreizen f\u00f6rdern wollten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Epstein bekam eine neunzigprozentige Befreiung von der Einkommensteuer und hundertprozentige Befreiung von der Bruttoeinnahmen-, Verbrauchs- und Quellensteuer. Doch von der besagten innovativen Beratungsdienstleistung findet sich auch in den Epstein Files keine Spur. Weder Epstein noch seine Mitarbeiter konnten eine entsprechende Ausbildung vorweisen. Die Jungferninseln sahen sich von Epstein betrogen: um rund 80 Millionen Dollar an Steuereinnahmen. Das Verfahren endete in einem Vergleich.<\/p>\n<p>    Finanzierung des Missbrauchs?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Einnahmen, die Epstein durch seine Steuertricks sowie die gro\u00dfz\u00fcgigen Honorare von Black erzielte, k\u00f6nnte er, nach allem, was man heute wei\u00df, dazu benutzt haben, Frauen zu bezahlen, einen regelrechten Prostitutionsring zu unterhalten, Anw\u00e4lte zu engagieren und sich Schweigen zu erkaufen. So geht es aus Bankunterlagen hervor. Wie die Akten zeigen, blieben seine Steuertricks aber nicht vollkommen unbemerkt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Ab 2013 war Epstein Gro\u00dfkunde in der Privatkundenabteilung der Deutschen Bank. Zuvor hatte ihn die US-Bank JP Morgan rausgeworfen &#8211; wegen seiner kriminellen Vergangenheit und auff\u00e4lligen Geldbewegungen. Und die fielen auch bei der Deutschen Bank auf: Gro\u00dfe Summen, die zum Beispiel mehrfach von der Briefkastenfirma &#8222;BV70&#8220; an Epstein \u00fcberwiesen wurden, erregten die Aufmerksamkeit der sogenannten Compliance-Mitarbeiter. Diese Mitarbeiter \u00fcberpr\u00fcfen, ob alles mit rechten Dingen zugeht.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Epstein Files zeigen: Unerm\u00fcdlich verlangten die Compliance-Mitarbeiter Einsicht in die Unterlagen der Briefkastenfirma, immer wieder stellten sie die Frage, welchen wirtschaftlichen Zweck die zweistelligen Millionensummen eigentlich h\u00e4tten, die Black an Epstein zahlte.<\/p>\n<p>    Interner Bericht weniger dramatisch<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die nun \u00f6ffentlich gewordenen E-Mails zeigen: Lange versuchte der Kundenbetreuer von Epstein bei der Deutschen Bank die Bedenken der Compliance-Mitarbeiter zu zerstreuen. Erst als die Bank schon begonnen hatte, sich von ihm als Kunden zu trennen, gab er zu: BV70 sei von einer Person in den USA aufgesetzt worden &#8211; um &#8222;Steuerangelegenheiten zu regeln&#8220;. Dazu geh\u00f6re auch die Spende an Epsteins gemeinn\u00fctzige Firma, die dann wieder zur\u00fcckbezahlt worden war.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Gesch\u00e4ftsbeziehung zwischen Black und Epstein lie\u00df bei der Deutschen Bank immer wieder die Alarmglocken l\u00e4uten, so zeigen es die Epstein-Akten. Einmal wurde demnach von der Bank sogar mit Kontoschlie\u00dfung gedroht. In der internen Aufarbeitung der Bank, die nach Epsteins Tod begann, liest sich das allerdings weniger dramatisch.<strong> <\/strong><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">In einem vertraulichen Zwischenbericht an den Aufsichtsrat aus dem Jahr 2019, der NDR, WDR und SZ exklusiv vorliegt, findet sich kaum ein Hinweis auf Epsteins Steuertricks oder die hohen Honorare von Black. Man wolle lediglich pr\u00fcfen, wie sorgf\u00e4ltig diejenigen Kunden \u00fcberpr\u00fcft wurden, die Epstein zur Bank mitbrachte. Dazu geh\u00f6rt wohl auch Black. Die Deutsche Bank betonte immer wieder, den Epstein-Skandal transparent aufgearbeitet und vollumf\u00e4nglich mit den Beh\u00f6rden kooperiert zu haben.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Ein Sprecher von Black teilte auf Anfrage von WDR, NDR und SZ mit: &#8222;Herr Black bat um eine unabh\u00e4ngige Untersuchung seiner Beziehung zu Jeffrey Epstein. Die Anwaltskanzlei Dechert pr\u00fcfte und sichtete \u00fcber 60.000 Dokumente und kam zu dem Schluss, dass Herr Black Epstein f\u00fcr Nachlassplanung und Steuerberatung bezahlte &#8211; nicht mehr und nicht weniger &#8211; und dass er keine Kenntnis von Epsteins kriminellen Machenschaften hatte.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Deutsche Bank wollte einzelne Vorg\u00e4nge nicht kommentieren, dr\u00fcckte aber nochmals ihr Bedauern dar\u00fcber aus, dass sie Epstein als Kunde gehabt habe. Die Bank betrachte das heute als Fehler, teilte ein Sprecher mit. Sie hatte sich im Rahmen weiterer Verst\u00f6\u00dfe mit den US-Beh\u00f6rden verglichen und mehr als 100 Millionen US-Dollar gezahlt, unter anderem auch wegen des Epstein-Skandals. Epsteins ehemaliger Kundenbetreuer antwortete nicht auf eine Anfrage.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"exklusiv Stand: 17.03.2026 \u2022 06:00 Uhr Wie kam Jeffrey Epstein an sein Verm\u00f6gen? 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