{"id":875336,"date":"2026-03-17T11:06:12","date_gmt":"2026-03-17T11:06:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/875336\/"},"modified":"2026-03-17T11:06:12","modified_gmt":"2026-03-17T11:06:12","slug":"waldschaeden-in-europa-koennten-sich-bis-2100-verdoppeln-wissen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/875336\/","title":{"rendered":"Waldsch\u00e4den in Europa k\u00f6nnten sich bis 2100 verdoppeln &#8211; Wissen"},"content":{"rendered":"<p class=\"rhp-dpa-teaser\"><b>Klimawandelbedingte Br\u00e4nde, St\u00fcrme und Borkenk\u00e4fer werden Europas W\u00e4lder massiv ver\u00e4ndern \u2013 selbst im g\u00fcnstigsten Szenario steigt die gesch\u00e4digte Fl\u00e4che deutlich an.<\/b><\/p>\n<p>Von Anja Lapac<\/p>\n<p> Br\u00e4nde, St\u00fcrme und Borkenk\u00e4fer werden <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Europa\" data-rtr-id=\"39e7f7fa764abfffb19d8f1651d69023170e7664\" data-rtr-score=\"150.35337726523886\" data-rtr-etype=\"location\" data-rtr-index=\"16\" href=\"https:\/\/www.rheinpfalz.de\/themen\/europa?utm_source=rheinpfalz.de&amp;utm_medium=tms&amp;utm_campaign=intext\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Europas<\/a> W\u00e4lder massiv ver\u00e4ndern. Selbst im g\u00fcnstigsten Szenario sehen Forscher einen deutlichen Anstieg der gesch\u00e4digten Fl\u00e4che.Waldbr\u00e4nde, St\u00fcrme und Borkenk\u00e4fer haben gro\u00dfen Einfluss auf W\u00e4lder und die Leistung, die diese f\u00fcr Klima, Mensch und Umwelt erbringen. Ein internationales Team um Forscher der Technischen Universit\u00e4t M\u00fcnchen (TUM) hat erstmals berechnet, wie diese drei Faktoren Europas W\u00e4lder bis ins Jahr 2100 ver\u00e4ndern k\u00f6nnten. Bereits im bestm\u00f6glichen Szenario sehen die Forscher einen deutlichen Anstieg der gesch\u00e4digten Fl\u00e4che \u2013 im pessimistischsten Fall sogar eine Verdoppelung der Waldsch\u00e4den.<\/p>\n<p>Das Absterben von B\u00e4umen im Wald ist nicht neu und Teil der nat\u00fcrlichen Entwicklung von W\u00e4ldern: Wo alte B\u00e4ume sterben, wachsen in der Regel junge B\u00e4ume nach. Neu ist jedoch das Ausma\u00df, in dem Waldbr\u00e4nde, St\u00fcrme und Borkenk\u00e4fer \u2013 angetrieben vom Klimawandel \u2013 die W\u00e4lder ver\u00e4ndern. Dies hat sich bereits in den dramatischen Waldsch\u00e4den in Mitteleuropa in den letzten Jahren gezeigt, doch Zahlen dar\u00fcber, wie viel Waldfl\u00e4che in Zukunft gesch\u00e4digt werden k\u00f6nnte, lagen bisher nicht vor. Dabei beeinflussen diese St\u00f6rungen auch, wie viel Kohlenstoff W\u00e4lder zuk\u00fcnftig speichern k\u00f6nnen, wie viel Nutzholz sie liefern und welche Arten in ihnen leben.<\/p>\n<p>Regionale Unterschiede<\/p>\n<p>Das Team um Rupert Seidl, Professor f\u00fcr \u00d6kosystemdynamik und Waldmanagement an der TUM, hat diese L\u00fccke nun geschlossen. Die Forscher gehen davon aus, dass sich bei einer Erderw\u00e4rmung von etwas mehr als vier Grad Celsius das Ausma\u00df der von Br\u00e4nden, St\u00fcrmen und Borkenk\u00e4fern gesch\u00e4digten Fl\u00e4che bis zum Jahr 2100 mehr als verdoppeln k\u00f6nnte. Als Vergleich legten die Forscher Daten aus den Jahren 1986 bis 2020 zugrunde, also einer Periode, in der bereits ungew\u00f6hnlich viele Waldsch\u00e4den auftraten. Selbst im besten Fall einer Erw\u00e4rmung von nur etwa zwei Grad Celsius erwarten die Forscher in Zukunft mehr Sch\u00e4den im Wald als in diesem Vergleichszeitraum.<\/p>\n<p>Die Forscher arbeiteten mit einem KI-gest\u00fctzten Simulationsmodell. Dieses trainierten sie mit 135 Millionen Datenpunkten aus Waldsimulationen f\u00fcr 13.000 Orte in Europa und kombinierten die Ergebnisse mit Satellitendaten zu Waldst\u00f6rungen. So konnten sie die zuk\u00fcnftige Waldentwicklung sowie das Auftreten und die Folgen von St\u00f6rungen bis auf einen Hektar genau berechnen und dadurch sehr pr\u00e4zise Aussagen zu den unterschiedlichen regionalen Entwicklungen treffen. Die W\u00e4lder S\u00fcd- und Westeuropas werden laut der Studie in Zukunft besonders stark von Waldsch\u00e4den betroffen sein und sich entsprechend stark ver\u00e4ndern. Nordeuropa trifft dieser Wandel im Verh\u00e4ltnis weniger stark, wobei auch hier Hotspots zuk\u00fcnftiger Waldsch\u00e4den zu erwarten sind. \u201eSt\u00f6rungen werden zunehmend \u00fcberregional zum Problem, bringen die Holzm\u00e4rkte in ganz Europa durcheinander und gef\u00e4hrden die Gemeinwohlleistungen des Waldes\u201c, erkl\u00e4rt Rupert Seidl.<\/p>\n<p>Die Autorinnen und Autoren der Studie sehen daher dringenden Bedarf, weiter zunehmende Waldsch\u00e4den bereits jetzt in der Waldbewirtschaftung zu ber\u00fccksichtigen: \u201eWir m\u00fcssen uns darauf einstellen, dass wir auch in den n\u00e4chsten Jahren gro\u00dfe Sch\u00e4den im Wald haben werden. Das hei\u00dft einerseits, dass wir gr\u00f6\u00dfere Schwankungen in den Leistungen des Waldes abpuffern werden m\u00fcssen. Andererseits bieten St\u00f6rungen auch die Chance, einen neuen, Klima-angepassten Wald zu begr\u00fcnden. Sie wirken als Katalysatoren der Ver\u00e4nderung. Diesen Risiken und Chancen durch steigende St\u00f6rungen muss sich die Forstpraxis \u2013 unterst\u00fctzt durch neue Methoden und Erkenntnisse der Wissenschaft \u2013 stellen\u201c, so Seidl.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Klimawandelbedingte Br\u00e4nde, St\u00fcrme und Borkenk\u00e4fer werden Europas W\u00e4lder massiv ver\u00e4ndern \u2013 selbst im g\u00fcnstigsten Szenario steigt die gesch\u00e4digte&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":875337,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[3933],"tags":[331,332,548,663,158,3934,3935,13,53245,14,15,624,119446,12,28447,78169],"class_list":["post-875336","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-eu","tag-aktuelle-nachrichten","tag-aktuelle-news","tag-eu","tag-europa","tag-europaeische-union","tag-europe","tag-european-union","tag-headlines","tag-mitteleuropa","tag-nachrichten","tag-news","tag-ratgeber","tag-rupert-seidl","tag-schlagzeilen","tag-technische-universitaet-muenchen","tag-waldschaeden"],"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/875336","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=875336"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/875336\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/875337"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=875336"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=875336"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=875336"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}