{"id":876852,"date":"2026-03-18T01:18:17","date_gmt":"2026-03-18T01:18:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/876852\/"},"modified":"2026-03-18T01:18:17","modified_gmt":"2026-03-18T01:18:17","slug":"lmu-siemens-und-co-was-muenchen-fuer-start-ups-so-beliebt-macht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/876852\/","title":{"rendered":"LMU, Siemens und Co: Was M\u00fcnchen f\u00fcr Start-ups so beliebt macht"},"content":{"rendered":"<p>Wer ein Unternehmen aus dem Boden stampfen will, braucht das passende Umfeld. Das finden ambitionierte Gr\u00fcnder schon lange nicht nur in Berlin: M\u00fcnchen ist in den vergangenen Jahren aus dem Schatten der Hauptstadt getreten. Das Investitionsvolumen der Region M\u00fcnchen lag zwischen 2018 und 2020 noch bei 3,2 Milliarden Euro, hat sich seitdem aber verdoppelt. In Berlin hingegen gingen die Investitionen im gleichen Zeitraum um 19 Prozent zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Auch bei den Neugr\u00fcndungen legt M\u00fcnchen zu: 2025 wurden 290 neue Start-ups gegr\u00fcndet \u2013 ein Plus von 43 Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahr und damit weit \u00fcber dem bundesweiten Schnitt (29 Prozent), wie eine am Dienstag vorgestellte Auswertung der bayerischen Industrie- und Handelskammer (IHK) und des &#8222;Startup-Verbands&#8220; zeigt.<\/p>\n<p>Investments in Verteidigungs-Start-ups: M\u00fcnchen \u00fcbertrifft London<\/p>\n<p>M\u00fcnchen macht 39 Prozent der bayerischen Start-up-Aktivit\u00e4ten aus und ist damit das zweitgr\u00f6\u00dfte Start-up-\u00d6kosystem Deutschlands. Die Stadt ist f\u00fchrend im Sicherheits- und Verteidigungssektor sowie im Bereich Deeptech \u2013 gemeint sind zukunftsweisende Innovationen auf Basis neuer wissenschaftlicher Forschungsergebnisse.<\/p>\n<p>Im stark wachsenden Verteidigungssektor flossen zwischen 2023 und 2025 \u00fcber 1,7 Milliarden Euro in M\u00fcnchner Start-ups \u2013 das ist europ\u00e4ische Spitze, gefolgt von London mit nur 230 Millionen Euro.<\/p>\n<p>Aber warum ist ausgerechnet M\u00fcnchen in diesen Bereichen so gut aufgestellt? Alexander Hirschfeld vom &#8222;Startup-Verband&#8220; sagt der AZ: &#8222;Ein ganz wichtiger Grund ist, dass M\u00fcnchen so stark ist in der Zusammenarbeit mit Forschung und Entwicklung.&#8220; Vor der Haust\u00fcr liegen etwa die <a href=\"https:\/\/www.abendzeitung-muenchen.de\/organisation\/technische-universitaet-muenchen\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Technische Universit\u00e4t M\u00fcnchen<\/a> (TUM), die <a href=\"https:\/\/www.abendzeitung-muenchen.de\/organisation\/ludwig-maximilians-universitaet-muenchen\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t<\/a> (LMU) und die Universit\u00e4t der Bundeswehr M\u00fcnchen, die zugleich einer der vielen Bundeswehr-Standorte in der Stadt ist.<\/p>\n<p>Siemens, BMW und Co als Kundschaft<\/p>\n<p>&#8222;Das andere ist nat\u00fcrlich die St\u00e4rke der etablierten Wirtschaft&#8220;, sagt Hirschfeld. Gro\u00dfe Fische wie <a href=\"https:\/\/www.abendzeitung-muenchen.de\/organisation\/siemens-ag\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Siemens<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.abendzeitung-muenchen.de\/organisation\/bmw\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">BMW<\/a>, Infineon und Co. haben ihren Sitz gleich um die Ecke und sind potenzielle Kundschaft, die &#8222;relativ schnell f\u00fcr erste Ums\u00e4tze sorgt&#8220;.<\/p>\n<p>Von diesem Umfeld profitiert etwa das M\u00fcnchner Unternehmen Marvel Fusion, das 2019 als Start-up gegr\u00fcndet wurde und seitdem eine laserbasierte Kernfusion zur sauberen Energiegewinnung entwickelt. Die operative Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin (COO) Heike Freund sagt der AZ: &#8222;Wir arbeiten mit starken Industriepartnern und Universit\u00e4ten zusammen, zum Beispiel mit Siemens Energy und der LMU.&#8220;<\/p>\n<p>     <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.abendzeitung-muenchen.de\/storage\/image\/1\/3\/9\/9\/1669931_berlin-deutschland-24-06-2025-euref-campus-tag-der-industrie-heike-freund-c_artikelbild-75proz_1FKo1l_DyNnsm.jpg\" alt=\"Heike Freund ist COO der M\u00fcnchner Firma Marvel Fusion. Die Firma arbeitet an kommerzieller Kernfusion.\" title=\"Heike Freund ist COO der M\u00fcnchner Firma Marvel Fusion. Die Firma arbeitet an kommerzieller Kernfusion.\" width=\"609\" height=\"406\"\/><\/p>\n<p>      Heike Freund ist COO der M\u00fcnchner Firma Marvel Fusion. Die Firma arbeitet an kommerzieller Kernfusion.<br \/>\n      \u00a9 IMAGO\/dts Nachrichtenagentur (www.imago-images.de)<\/p>\n<p>    Heike Freund ist COO der M\u00fcnchner Firma Marvel Fusion. Die Firma arbeitet an kommerzieller Kernfusion.<\/p>\n<p>von IMAGO\/dts Nachrichtenagentur (www.imago-images.de) <\/p>\n<p>&#8222;}&#8220;&gt; <\/p>\n<p>Au\u00dferdem helfe der Firma das internationale \u00d6kosystem in M\u00fcnchen, wodurch sich Talente aus aller Welt gewinnen lassen. &#8222;Unsere 100 Mitarbeiter kommen aus 26 verschiedenen Nationen.&#8220;<\/p>\n<p>Trotz der vorteilhaften Umgebung gibt es auch Stellen, wo der Schuh dr\u00fcckt. In nur 46 Prozent der M\u00fcnchner Start-ups ist die prim\u00e4re Arbeitssprache Englisch, in Berlin sind es dagegen 67 Prozent. Kommunikation auf Englisch hilft, Top-Talente aus dem Ausland anzuwerben. Hirschfeld vom &#8222;Startup-Verband&#8220; empfiehlt deshalb den Jungunternehmen, vom ersten Tag an nur Englisch zu sprechen. &#8222;Da kann sich M\u00fcnchen von Berlin sicherlich eine Scheibe abschneiden&#8220;, sagt er.<\/p>\n<p>Start-ups: &#8222;Herausforderung, mit China und USA mitzuhalten&#8220;<\/p>\n<p>Auch bei der Mittelbeschaffung k\u00f6nnte es besser laufen: Zwar ist die Gr\u00fcndungsfinanzierung laut IHK-Bayern-Chef Manfred G\u00f6\u00dfl gut aufgestellt, aber nicht die Wachstumsfinanzierung. &#8222;Unsere Herausforderung ist, mit China und einigerma\u00dfen mit den USA mitzuhalten. Das k\u00f6nnen wir nicht mehr auf nationaler Ebene, das ist v\u00f6llig ausgeschlossen&#8220;, sagt G\u00f6\u00dfl.<\/p>\n<p>Deshalb brauche es eine europ\u00e4ische Kapitalmarktunion, wodurch Investoren leichter \u00fcber EU-Grenzen hinweg in Firmen investieren k\u00f6nnen. Zudem m\u00fcsste laut Hirschfeld mehr vorhandenes Kapital, etwa von Versicherungen oder Pensionskassen, in den Wagnisbereich flie\u00dfen. Das hei\u00dft: in junge Start-ups, die ein hohes Wachstumspotenzial, aber eben auch ein hohes Ausfallrisiko haben.<\/p>\n<p>Marvel-Fusion: &#8222;Wir haben viele Talente von Lilium eingestellt&#8220;<\/p>\n<p>Das w\u00e4re wichtig, damit Unternehmen in Deutschland nicht nur entstehen, sondern auch wachsen und dauerhaft Arbeitspl\u00e4tze schaffen, die die wegbrechenden Jobs in der Industrie auffangen k\u00f6nnen. Stattdessen beschreibt Marvel-Fusion-COO Freund die Lage in den Wachstumskapitalrunden so: &#8222;Unternehmen m\u00fcssen leider Kapital aus dem Ausland annehmen und teilweise auch ins Ausland abwandern.&#8220;<\/p>\n<p>Ein wichtiges Zeichen f\u00fcr eine Ver\u00e4nderung ist laut Hirschfeld die von der Ampelregierung ins Leben gerufene Win-Initiative. Die dabei teilnehmenden Unternehmen haben sich verpflichtet, bis 2030 zw\u00f6lf Milliarden Euro in den Wagniskapitalmarkt zu investieren.<\/p>\n<p>     <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.abendzeitung-muenchen.de\/storage\/image\/2\/3\/9\/9\/1669932_marvel-fusion-and-ludwig-maximillians-university-sign-laser-nuclear-fusion-_artikelbild-75proz_1FKo3X_dQUTip.jpg\" alt=\"Ein Wissenschaftler zeigt eine Laserlinse. Die LMU arbeitet eng mit der M\u00fcnchner Firma Marvel Fusion zusammen, die eine laserbasierte Kernfusion entwickelt.\" title=\"Ein Wissenschaftler zeigt eine Laserlinse. Die LMU arbeitet eng mit der M\u00fcnchner Firma Marvel Fusion zusammen, die eine laserbasierte Kernfusion entwickelt.\" width=\"609\" height=\"403\"\/><\/p>\n<p>      Ein Wissenschaftler zeigt eine Laserlinse. Die LMU arbeitet eng mit der M\u00fcnchner Firma Marvel Fusion zusammen, die eine laserbasierte Kernfusion entwickelt.<br \/>\n      \u00a9 IMAGO\/Sachelle Babbar (www.imago-images.de)<\/p>\n<p>    Ein Wissenschaftler zeigt eine Laserlinse. Die LMU arbeitet eng mit der M\u00fcnchner Firma Marvel Fusion zusammen, die eine laserbasierte Kernfusion entwickelt.<\/p>\n<p>von IMAGO\/Sachelle Babbar (www.imago-images.de) <\/p>\n<p>&#8222;}&#8220;&gt; <\/p>\n<p>Und damit wom\u00f6glich auch in Unternehmen, die scheitern. Freund ruft jedoch dazu auf, in Deutschland davor weniger Angst zu haben. &#8222;Wir haben zum Beispiel viele Talente von Lilium bei uns eingestellt. Das sind Mitarbeiter, die extrem viel gelernt haben und tolle Qualifikationen sowie Erfahrungen im Aufbau eines Unternehmens mitbringen.&#8220; Das zeigt: Gro\u00dfe Pleiten st\u00e4rken andere Start-ups und die Mitarbeiter bleiben zugleich im M\u00fcnchner \u00d6kosystem.<\/p>\n<p>Freund ist sich au\u00dferdem sicher: &#8222;Wenn es kein Scheitern g\u00e4be, dann war die Messlatte nicht hoch genug.&#8220; Marvel-Fusion ist etwa ein Beispiel f\u00fcr eine hohe Messlatte: Das Unternehmen hat sich schlie\u00dflich die Kommerzialisierung der Fusionsenergie zum Ziel gesetzt. Freund sagt: &#8222;Das ist aktuell eine der gr\u00f6\u00dften Herausforderungen der Menschheit.&#8220; Um gegen die internationale Konkurrenz zu bestehen, m\u00fcssen sich bayerische Start-ups eben diesen Themen widmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wer ein Unternehmen aus dem Boden stampfen will, braucht das passende Umfeld. 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