{"id":87699,"date":"2025-05-06T00:59:19","date_gmt":"2025-05-06T00:59:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/87699\/"},"modified":"2025-05-06T00:59:19","modified_gmt":"2025-05-06T00:59:19","slug":"weniger-tiere-essen-das-ist-schwer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/87699\/","title":{"rendered":"Weniger Tiere essen, das ist schwer"},"content":{"rendered":"<p>Eine Studie zeigt, dass vor allem M\u00e4nner, \u00c4ltere und weniger Gebildete nicht so leicht vom Fleisch lassen wollen\u00a0\u2013 trotz positiver Folgen f\u00fcr Gesundheit und Klima. Dennoch gibt es M\u00f6glichkeiten, auch Hartleibige umzustimmen.<\/p>\n<p>\t\t\tvon \t\t\t<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<strong>Joachim Wille<\/strong><\/p>\n<p>Die Herstellung von Fleisch und Wurst belastet die Atmosph\u00e4re fast doppelt so stark wie der gesamte Anbau von Obst, Gem\u00fcse und Feldfr\u00fcchten. (Bild: <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/lebensmittel-essen-lebensmittel-foto-3219833\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">Engin Akyurt\/\u200bPixabay<\/a>)<\/p>\n<p>Ern\u00e4hrungsfachleute raten dringend, weniger Fleisch zu essen. Aber auch aus Klimaschutz-Sicht <a href=\"https:\/\/www.klimareporter.de\/landwirtschaft\/das-kostet-gesunde-lebenszeit-und-intakte-natur\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">ist es wichtig<\/a>, den Konsum von Fleisch- und Milchprodukten herunterzufahren, den Speisezettel also st\u00e4rker pflanzenbasiert umzuschreiben.<\/p>\n<p>Eine <a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S0195666324005695\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Untersuchung<\/a> zeigt allerdings, wie schwierig es ist, die &#8222;Fleischesser&#8220; zu solch einer Ver\u00e4nderung zu bewegen. Vor allem M\u00e4nner, Menschen aus \u00e4lteren Geburtsjahrg\u00e4ngen \u2013 die sogenannten Babyboomer \u2013 und solche mit niedrigem bis mittlerem Bildungsniveau zeigen sich hier hartleibig.<\/p>\n<p>Der Anteil von Personen, die sich komplett vegetarisch oder vegan ern\u00e4hren, ist in den letzten Jahrzehnten gestiegen. Er macht hierzulande inzwischen gut acht Prozent der Bev\u00f6lkerung aus. Alle Deutschen zu einer solchen Ern\u00e4hrung bewegen zu wollen, ist allerdings unrealistisch.<\/p>\n<p>Die Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Ern\u00e4hrung (DGE) <a href=\"https:\/\/www.klimareporter.de\/landwirtschaft\/quaschning-erklaert-macht-das-fleisch-teuer\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">r\u00e4t\u00a0jedoch<\/a> seit Langem, den Fleischkonsum auf etwa die H\u00e4lfte zu verringern und auch weniger Milchprodukte zu essen. Die Zielmarke f\u00fcr Fleisch liegt bei maximal 300 Gramm pro Woche, was etwa zwei kleinen Schnitzeln entspricht, hinzu kommen pro Tag bis zu 400 Gramm Milch oder Milchprodukte.<\/p>\n<p>DGE\u2011Pr\u00e4sident Bernhard Watzl <a href=\"https:\/\/www.dge.de\/presse\/meldungen\/2024\/gut-essen-und-trinken-dge-stellt-neue-lebensmittelbezogene-ernaehrungsempfehlungen-fuer-deutschland-vor\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">kommentierte<\/a> diese Empfehlungen im vorigen Jahr so: &#8222;Wenn wir uns gesund ern\u00e4hren und gleichzeitig die Umwelt schonen wollen, m\u00fcssen wir unsere Ern\u00e4hrung jetzt \u00e4ndern.&#8220;<\/p>\n<p>\u00c4rztlicher Rat und g\u00fcnstige Preise k\u00f6nnen Fleischfans bekehren<\/p>\n<p>Die Universit\u00e4t Bamberg und das Immanuel-Krankenhaus Berlin haben nun gemeinsam untersucht, ob und unter welchen Bedingungen Fleischesser bereit w\u00e4ren, auf eine st\u00e4rker pflanzenbasierte Ern\u00e4hrung umzusteigen. Das Fazit der Hauptautorin der Studie, <a href=\"https:\/\/www.uni-bamberg.de\/sozungleichheit\/team\/judith-lehmann\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Judith Lehmann<\/a>, f\u00e4llt ziemlich ern\u00fcchternd aus. Die Bereitschaft f\u00fcr einen Wechsel zu pflanzenbasierter Ern\u00e4hrung sei &#8222;generell eher gering&#8220;, sagte die Soziologin aus Bamberg.<\/p>\n<p>Am ehesten noch offen f\u00fcr eine solche Umstellung seien Frauen, Menschen aus j\u00fcngeren <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Generation_(Gesellschaft)#\/media\/Datei:Generation_timeline.svg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Geburtsjahrg\u00e4ngen<\/a> (Generation Z und Millennials) sowie solche mit h\u00f6herem Bildungsniveau. Die Daten f\u00fcr die Studie stammen aus einer Online-Umfrage zu Medizinthemen, an der rund 4.000 m\u00f6glichst repr\u00e4sentativ ausgew\u00e4hlte Personen zwischen 18 und 75 Jahren teilnahmen.<\/p>\n<p>Aber was kann unter solchen Bedingungen am ehesten motivierend wirken, die Ern\u00e4hrung doch umzustellen? Die vielversprechendste Ma\u00dfnahme, um auch skeptische Personen anzusprechen, sind laut der Studie entsprechende Empfehlungen von \u00c4rztinnen und \u00c4rzten. Motto: mindert das Risiko von Krankheiten, macht das Leben ges\u00fcnder.<\/p>\n<p>Positiv wirkt sich auch aus, wenn die Pflanzen-Produkte g\u00fcnstig angeboten werden, was bekannterma\u00dfen heute bei veganen &#8222;Alternativ-Produkten&#8220; zu Fleischwaren oft <a href=\"https:\/\/www.klimareporter.de\/landwirtschaft\/quaschning-erklaert-vegane-milch\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">nicht der Fall<\/a> ist. Ebenfalls motivierend ist es, wenn es eine gute Veggie-Infrastruktur mit entsprechenden Angeboten in Restaurants, Mensen, Cafeterien und Superm\u00e4rkten gibt.<\/p>\n<p>Soziologisches Dilemma<\/p>\n<p>Insgesamt zeigt die Untersuchung: Es m\u00fcssen alle Kan\u00e4le genutzt werden, um f\u00fcr die Ern\u00e4hrungswende etwas zu bewegen. Die \u00e4rztlichen oder auch wissenschaftlichen und politischen Empfehlungen sprechen eher die schwer erreichbaren Gruppen wie M\u00e4nner und die Babyboomer an, g\u00fcnstige Preise f\u00fcr pflanzliche Produkte motivieren besonders Frauen und Haushalte mit einem Einkommen von unter 2.000 Euro pro Monat.<\/p>\n<p>Positiv dabei: Verfestigt sich ein Trend zu mehr fleischarmer Ern\u00e4hrung und wird er auch sichtbar, nimmt also die Zahl der &#8222;alternativen&#8220; Esser zu, strahlt das auf andere ab. Dies k\u00f6nne vor allem die Ern\u00e4hrungsentscheidungen von Befragten mit niedrigerem Bildungsniveau beeinflussen, so die Studie.<\/p>\n<p class=\"placeholder-article-bottom\">\u00a0<\/p>\n<p>Soziologin Lehmann sieht aber auch ein Dilemma. Um den durchschnittlichen Fleischkonsum in Deutschland m\u00f6glichst schnell zu senken, m\u00fcssten vor allem Gruppen angesprochen werden, die sowieso schon sehr gesundheitsbewusst leben und dadurch leichter vom Umstieg \u00fcberzeugt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Sie sind offenbar eher bereit, vom Schnitzel auf die vegane Alternative umzusteigen \u2013 und das h\u00e4ufig. &#8222;Es kann aber dazu f\u00fchren, dass auch gesundheitliche Ungleichheiten zwischen gesellschaftlichen Gruppen gr\u00f6\u00dfer werden&#8220;, warnt sie.<\/p>\n<p>Lehmann h\u00e4lt es daher f\u00fcr erfolgversprechend, insbesondere die Haus\u00e4rzte einzuspannen, um die skeptischen Viel-Fleischesser doch zum Umstieg zu motivieren\u00a0\u2013 &#8222;weil ein Vertrauensverh\u00e4ltnis besteht&#8220;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Eine Studie zeigt, dass vor allem M\u00e4nner, \u00c4ltere und weniger Gebildete nicht so leicht vom Fleisch lassen wollen\u00a0\u2013&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":87700,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1834],"tags":[3364,29,36426,3688,33047,597,30,3619,36427,1209,18790],"class_list":{"0":"post-87699","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-essen","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-ernu00e4hrung","11":"tag-essen","12":"tag-fleisch","13":"tag-forschung","14":"tag-germany","15":"tag-klimaforschung","16":"tag-klimakommunikation","17":"tag-nordrhein-westfalen","18":"tag-nutztiere"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114458182484586105","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/87699","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=87699"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/87699\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/87700"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=87699"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=87699"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=87699"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}