{"id":878192,"date":"2026-03-18T13:55:23","date_gmt":"2026-03-18T13:55:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/878192\/"},"modified":"2026-03-18T13:55:23","modified_gmt":"2026-03-18T13:55:23","slug":"krieg-und-hoffnung-wiesbaden-zeigt-kunstprojekt-mensch-bleiben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/878192\/","title":{"rendered":"Krieg und Hoffnung: Wiesbaden zeigt Kunstprojekt \u201eMensch bleiben\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Kunst aus Israel und der Region begegnet sich \u2013 und fragt nach Menschlichkeit in Krisenzeiten.<\/p>\n<p>Im Rathausfoyer von Wiesbaden begann am Dienstagabend alles mit einem Satz, der gr\u00f6\u00dfer wirkt als jede Begr\u00fc\u00dfungsformel: <strong>Mensch bleiben. Positiv sein in dunklen Zeiten<\/strong>. Der Titel der neuen Ausstellung klingt wie ein Appell, fast wie eine Selbstverpflichtung. Und genau so versteht sich auch das Projekt, das K\u00fcnstler aus Wiesbaden, Kfar Saba und Beit Berl in Israel zusammenf\u00fchrt. Die Schirmherrschaft hat <strong>Oberb\u00fcrgermeister Gert-Uwe Mende<\/strong> \u00fcbernommen. <\/p>\n<p>Neues Rathaus, kurz gefasst<\/p>\n<p><strong>Ausstellung\u00a0<\/strong>\u2013 Mensch bleiben. Positiv sein in dunklen Zeiten<br \/><strong>Eintritt:<\/strong> frei<br \/><strong>Wann:\u00a0<\/strong>Dienstag, 17. M\u00e4rz bis Freitag 28. M\u00e4rz 2026<br \/><strong>Vernissage:<\/strong> Dienstag, 17. M\u00e4rz 2026, 18:00 Uhr<br \/><strong>\u00d6ffnungszeiten:<\/strong> Mo\u2013Fr 7:00 \u2013 18.30 Uhr, Sa 9:00 \u2013 15:00 Uhr<br \/><strong>Wo: <\/strong>Rathaus, Rathausfoyer, Schlo\u00dfplatz 6, 65183 Wiesbaden<\/p>\n<p>&lt;span data-mce-type=\u201cbookmark\u201c style=\u201cdisplay: inline-block; width: 0px; overflow: hidden; line-height: 0;\u201c class=\u201cmce_SELRES_start\u201c&gt;\ufeff&lt;\/span&gt;<\/p>\n<p>An der Ausstellung beteiligt sind Julia Belot, Sibel Gueler, Georg Habs, Sigrid Holighaus, Ute Kilian, Veronika List, Tslila Melnick, Mor Peled, Karin Tettenborn, Amnon Tischler, Rolf Toyka, Etty Sharony und Erez Uzan. Zusammen zeigen sie <strong>eine Schau, die in einer politisch und menschlich aufgew\u00fchlten Zeit nicht ausweicht<\/strong>, sondern den Blick bewusst auf Verbindung, Austausch und Widerstandskraft richtet.<\/p>\n<p><strong>Kunst gegen Sprachlosigkeit<\/strong><\/p>\n<p>Gerade der Krieg im Nahen Osten verleiht dieser Ausstellung eine zus\u00e4tzliche Schwere \u2013 und zugleich eine besondere Dringlichkeit. Urspr\u00fcnglich war geplant, <strong>dass die beteiligten K\u00fcnstler aus Kfar Saba und Beit Berl ihre Arbeiten pers\u00f6nlich nach Wiesbaden bringen<\/strong>, hier gemeinsam aufbauen, diskutieren und die Ausstellung begleiten. Kunst sollte Begegnung sein, ein Austausch von Blicken, Gespr\u00e4chen und Erfahrungen.<\/p>\n<p>Doch die Realit\u00e4t der vergangenen Monate hat diese Pl\u00e4ne durchkreuzt. Reisen wurden unm\u00f6glich, Transporte unsicher, pers\u00f6nliche Begegnungen zu riskant. Die K\u00fcnstler aus Israel konnten nicht nach Wiesbaden kommen. Auch ihre Werke konnten die Reise nicht antreten. <strong>Und doch steht die Ausstellung nun im Rathausfoye<\/strong>r.<\/p>\n<p>Die Arbeiten aus Israel sind in Form hochwertiger Fotoprints zu sehen \u2013 Reproduktionen der Originale, sorgf\u00e4ltig gefertigt, pr\u00e4zise inszeniert. Sie tragen eine stille Botschaft in sich: <strong>Nicht alles ist normal. Nicht alles funktioniert, wie es funktionieren sollte<\/strong>. Die Bilder zeigen Zeichnungen, Malerei, Siebdrucke, Fotografien und Reliefs, \u2013 aber zugleich auch die Abwesenheit der K\u00fcnstler, die sie geschaffen haben. Zu sehen sind auch Leerstellen, bewusst gesetzte Akzente.<\/p>\n<p>Es fehlen aber keine Bilder. Die Leerstellen sind Teil der Ausstellung. Sie erinnern daran, dass Kunst immer auch aus Lebenswirklichkeiten entsteht \u2013 aus Hoffnung, aus Angst, aus politischen Umst\u00e4nden, die sich nicht einfach ausblenden lassen. W\u00e4hrend Besucher durch das Rathausfoyer gehen, <strong>begegnen sie also nicht nur k\u00fcnstlerischen Positionen, unterschiedlichen k\u00fcnstlerischen Handschriften, sondern auch einer Realit\u00e4t<\/strong>, die im Hintergrund mitschwingt.<\/p>\n<p><strong>St\u00e4dtepartnerschaft, die mehr sein will als Symbolik<\/strong><\/p>\n<p>Das Projekt kn\u00fcpft an eine Reihe bilateraler Kunstprojekte an, die seit 2013 K\u00fcnstler aus Wiesbaden und der israelischen Partnerstadt Kfar Saba verbinden. Damit zeigt die Ausstellung auch, was St\u00e4dtepartnerschaften leisten k\u00f6nnen, wenn sie nicht bei offiziellen Gru\u00dfworten stehenbleiben.<\/p>\n<p>Dieser Abend hat mehrfach betont, wie sehr solche Verbindungen vom Engagement der Zivilgesellschaft leben. Freundeskreise, Kulturakteure, K\u00fcnstler halten den Kontakt, selbst dann, wenn Reisen ausfallen, Transporte scheitern und politische Umst\u00e4nde Begegnungen erschweren.<\/p>\n<p><strong>Hoffnung ohne Kitsch<\/strong><\/p>\n<p>Das Bemerkenswerte an <strong>Mensch bleiben. Positiv sein in dunklen Zeiten<\/strong>. ist, dass die Ausstellung Hoffnung zeigt, ohne ins Harmlose zu kippen. Sie blendet Gewalt, Angst und Verlust nicht aus. Aber sie besteht darauf, dass Menschlichkeit trotzdem m\u00f6glich bleibt.<\/p>\n<p>So wird das Rathausfoyer f\u00fcr einige Wochen zu einem Raum, in dem Kunst nicht blo\u00df betrachtet, sondern als Haltung lesbar wird: differenziert, solidarisch und offen. Oder, einfacher gesagt: als Versuch, in dunklen Zeiten nicht dunkler zu werden.<\/p>\n<p>Symbolfoto \u2013 Malven, \u00d6l auf Leinwand \u00a92026 Julia Belot<\/p>\n<p>Weitere Nachrichten aus dem <strong>Stadtteil Mitte<\/strong> <a href=\"http:\/\/wiesbaden-lebt.de\/tag\/mitte\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">lesen Sie hier<\/a>.<\/p>\n<p>Mehr aus den Atelier von <strong><a href=\"https:\/\/julia-belot.de\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Julia Belot<\/a><\/strong>.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" id=\"metis-img-pixel\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/b4e2a2c232524b58865849947ff298dc.gif\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/>\t\t\t\t\t\t<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Kunst aus Israel und der Region begegnet sich \u2013 und fragt nach Menschlichkeit in Krisenzeiten. 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