{"id":878267,"date":"2026-03-18T14:38:14","date_gmt":"2026-03-18T14:38:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/878267\/"},"modified":"2026-03-18T14:38:14","modified_gmt":"2026-03-18T14:38:14","slug":"kunstakademie-duesseldorf-brandes-kritisiert-rektorin-scharf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/878267\/","title":{"rendered":"Kunstakademie D\u00fcsseldorf: Brandes kritisiert Rektorin scharf"},"content":{"rendered":"<p>In einer Sondersitzung des Kultur- und Wissenschaftsausschusses NRW gab es einer Meldung der Deutschen Presse-Agentur (dpa) zufolge heute erneut scharfe Kritik an der Rektorin der Kunstakademie D\u00fcsseldorf, Professorin Donatella Fioretti. Kulturministerin Ina Brandes (CDU), die Antisemitismusbeauftragte Sylvia L\u00f6hrmann, Alon Dorn als Vorstandmitglied der J\u00fcdischen Gemeinde D\u00fcsseldorf sowie Rednerinnen und Redner aller Fraktionen haben ihr einen falschen Umgang mit der Einladung der pal\u00e4stinensischen Filmemacherin Basma al-Sharif vorgeworfen. Brandes \u00e4u\u00dferte, die Akademie-Rektorin werde ihrer Verantwortung als F\u00fchrungskraft der Hochschule nicht gerecht. \u00a0Die Rektorin sagte, sie wolle zur Beruhigung der Lage beitragen, blieb jedoch grunds\u00e4tzlich bei ihrer Position und r\u00e4umte Kommunikationsfehler ein.<\/p>\n<p>Laut Rektorin w\u00e4re Ausladung rechtlich nicht m\u00f6glich gewesen<\/p>\n<p>Der Termin fand im Anschluss an <a href=\"https:\/\/www.forschung-und-lehre.de\/management\/juedische-gemeinde-verlangt-abberufung-von-kunstakademie-rektorin-7501\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">\u00f6ffentliche Diskussionen<\/a> um einen Werkvortrag statt, zu dem al-Sharif von Studierenden der Akademie am 21. Januar 2026 eingeladen worden war. Die Veranstaltung hatten trotz der Proteste stattgefunden. Der K\u00fcnstlerin wird unter Verweis auf Beitr\u00e4ge in sozialen Medien Antisemitismus vorgeworfen.\u00a0<\/p>\n<p>Fioretti sagte nun laut dpa, man h\u00e4tte die Kritik ernst genommen und die Posts der K\u00fcnstlerin daher \u00fcberpr\u00fcft. Sie h\u00e4tten sich im Rahmen der Meinungsfreiheit bewegt. Eine Ausladung w\u00e4re &#8222;willk\u00fcrlich&#8220;, also rechtlich nicht m\u00f6glich gewesen. Es handele sich um eine anerkannte K\u00fcnstlerin. Die Veranstaltung mit ihr habe einen &#8222;seminarartigen Charakter&#8220; im kleinen Kreis gehabt.<\/p>\n<p>Antisemitismus und antipal\u00e4stinensischer Rassismus h\u00e4tten in der Akademie keinen Platz, beteuerte die Rektorin. In einer polarisierten Welt m\u00fcssten Studierende die Chance haben, verschiedene Stimmen zu h\u00f6ren. Mit den Aussagen der K\u00fcnstlerin stimme sie nicht \u00fcberein. Es sei aber nicht ihre Aufgabe als Rektorin, &#8222;politische Inhalte zu pr\u00fcfen&#8220;.<\/p>\n<p>J\u00fcdische Gemeinde fordert erneut R\u00fccktritt<\/p>\n<p>Wie die dpa berichtet, betonte Alon Dorn von der J\u00fcdischen Gemeinde D\u00fcsseldorf in der Sitzung, die \u00c4u\u00dferungen von Basma al-Sharif seien antisemitisch, sie spreche Israel das Existenzrecht ab. Es gehe in ihren Posts &#8222;um die De-Legitimierung eines Staates, um Narrative von Terrororganisationen und um Symboliken, die Gewalt gegen Juden legitimieren&#8220;.<\/p>\n<p>Die Akademie-Leitung sei schon im Dezember gewarnt worden, sagte er laut dpa. Die Sorgen der J\u00fcdischen Gemeinde seien lange bekannt gewesen, auch Aufrufe und Petitionen gegen die Veranstaltung seien nicht geh\u00f6rt worden. Der Vertreter der J\u00fcdischen Gemeinde forderte demnach erneut Fiorettis R\u00fccktritt. Zudem brauche es eine Untersuchung zur Situation j\u00fcdischer Studierender an der Hochschule.<\/p>\n<p>Fioretti sagte: &#8222;Wir wollen nicht als Gegner der J\u00fcdischen Gemeinde dastehen.&#8220; Sie r\u00e4umte ein, dass es nicht gelungen sei, transparent zu kommunizieren. &#8222;Das hat zu Missverst\u00e4ndnissen gef\u00fchrt, f\u00fcr die ich mich entschuldige.&#8220; Das sei sehr stark ein Problem des Kommunikationsteams gewesen, sie h\u00e4tte aber als Rektorin pers\u00f6nlich die Kommunikation \u00fcbernehmen und vorher in Kontakt zur J\u00fcdischen Gemeinde treten sollen, erkl\u00e4rte Fioretti.<\/p>\n<p>Brandes: Es geht in dem Konflikt nicht um Kunstfreiheit<\/p>\n<p>Der dpa zufolge warf Ministerin Brandes Fioretti vor, dass sie sich nach wie vor nicht klar von den Positionen der K\u00fcnstlerin distanziere. Das Ansehen der Akademie habe Schaden genommen.<\/p>\n<p>Ihr Ministerium und die Landesregierung respektierten die Freiheit von Kunst, Wissenschaft sowie die Hochschulautonomie ausdr\u00fccklich, unterstrich die CDU-Politikerin. Die Akademie-Leitung h\u00e4tte die Veranstaltung unterbinden m\u00fcssen, meinte Brandes. Als Ministerin seien ihr in dieser Frage die H\u00e4nde gebunden gewesen, eben wegen dieser Freiheit der Hochschule. Aber: &#8222;Freiheit geht nur mit Verantwortung.&#8220;<\/p>\n<p>Dieser Verantwortung sei Fioretti in den vergangenen drei Monaten und auch in der aktuellen Ausschusssitzung nicht gerecht geworden. Direkt an die Rektorin gewandt bilanzierte Brandes laut dpa: &#8222;Das ist nat\u00fcrlich unbefriedigend, was wir heute geh\u00f6rt haben.&#8220;<\/p>\n<p>Kritik auch von Antisemitismusbeauftragter und Abgeordneten<\/p>\n<p>Die Antisemitismusbeauftragte Sylvia L\u00f6hrmann (B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen) sprach von einer emotional angespannten Lage und einer &#8222;sehr eskalierten Situation&#8220;, so der dpa-Bericht. Sie bedauerte demnach, dass die Veranstaltung rein intern als &#8222;closed shop&#8220; gelaufen sei, was Misstrauen gesch\u00fcrt habe.<\/p>\n<p>Der SPD-Abgeordnete Andreas Bialas wies auf das unermessliche Leid der israelischen und pal\u00e4stinensischen Bev\u00f6lkerung hin. Diskurs sei wichtig. In der Kunstakademie sei das aber &#8222;nicht in angemessener Weise geschehen&#8220;. Aus der FDP hie\u00df es, Fioretti lasse die n\u00f6tige &#8222;F\u00fchrung und Haltung&#8220; vermissen.<\/p>\n<p>HRK-Pr\u00e4sident warnte vor Eingriffen in Hochschulautonomie<\/p>\n<p>Der Pr\u00e4sident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Professor Walter Rosenthal, hatte am Dienstag per <a href=\"https:\/\/www.forschung-und-lehre.de\/management\/rosenthal-warnt-vor-vorverurteilung-7590\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Stellungnahme <\/a>davor gewarnt, die Rektorin aufgrund der Zulassung der Veranstaltung vorzuverurteilen. Es liege in der Verantwortung von Hochschulen, im Rahmen der grundgesetzlich gesch\u00fctzten Freiheit von Kunst und Wissenschaft, von Forschung und Lehre, einen akademischen Diskursraum zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Fioretti leitet die Kunstakademie D\u00fcsseldorf seit April 2023. Um die Wahl hatte es <a href=\"https:\/\/www.forschung-und-lehre.de\/management\/rektoren-wahl-muss-wiederholt-werden-5385\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Konflikte <\/a>gegeben. Aufgrund eines Verfahrensfehlers hatte der Wissenschaftsausschuss des Landes die urspr\u00fcngliche Wahl von Dezember 2022 f\u00fcr ung\u00fcltig erkl\u00e4rt. Dagegen hatten Studierende <a href=\"https:\/\/www.forschung-und-lehre.de\/politik\/protest-blockade-an-kunstakademie-duesseldorf-5393\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">protestiert<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In einer Sondersitzung des Kultur- und Wissenschaftsausschusses NRW gab es einer Meldung der Deutschen Presse-Agentur (dpa) zufolge heute&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":878268,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1831],"tags":[712,193828,3364,29,3405,174896,30,193829,2766,193827,1209,193830],"class_list":{"0":"post-878267","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-duesseldorf","8":"tag-antisemitismus","9":"tag-brandes","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-duesseldorf","13":"tag-fioretti","14":"tag-germany","15":"tag-hochschulautonomie","16":"tag-hochschule","17":"tag-kunstakademie-duesseldorf","18":"tag-nordrhein-westfalen","19":"tag-wissenschaftsausschuss"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116250693348553067","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/878267","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=878267"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/878267\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/878268"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=878267"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=878267"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=878267"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}