{"id":878612,"date":"2026-03-18T17:44:13","date_gmt":"2026-03-18T17:44:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/878612\/"},"modified":"2026-03-18T17:44:13","modified_gmt":"2026-03-18T17:44:13","slug":"gnome-50-machs-gut-x-server","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/878612\/","title":{"rendered":"Gnome 50: mach\u2019s gut, X-Server!"},"content":{"rendered":"<ol class=\"a-toc__list\">\n<li class=\"a-toc__item&#10;          &#10;            a-toc__item--counter&#10;          &#10;            a-toc__item--current\">\n<p>              Gnome 50: mach\u2019s gut, X-Server!<\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Fast genau f\u00fcnf Jahre nach dem Release von Gnome 40 folgt <a href=\"https:\/\/release.gnome.org\/50\/\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Version 50 mit dem Codenamen \u201eTokyo\u201c<\/a>. Zum Jubil\u00e4ums-Release macht sich das Gnome-Projekt selbst ein gro\u00dfes Geschenk und entfernt die Unterst\u00fctzung f\u00fcr den althergebrachten Display-Server X-Server. Dies markiert einen Wendepunkt in der Linux-Desktop-Historie. Ansonsten geht es, wie vom Gnome-Projekt gewohnt, in kleinen, aber wohlbedachten Schritten vorw\u00e4rts. Anders als vor f\u00fcnf Jahren ist mit der runden Release-Nummer kein gr\u00f6\u00dferer Umbau verbunden.<\/p>\n<p>Die Entfernung des alten Codes f\u00fcr die X-Server-Anbindung hat zu einer signifikanten Verschlankung der Codebasis gef\u00fchrt \u2013 laut Gnome-Projekt sind gut 40 Prozent Quellcode weggefallen, was dem Wartungsaufwand zugutekommt. Schon<a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Gnome-49-frischt-Apps-auf-und-deaktiviert-X11-Session-10667428.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"> in Gnome 49 stand nur noch die moderne Wayland-Session<\/a> zur Verf\u00fcgung. Das Ausf\u00fchren von X11-Programmen ist mithilfe von XWayland weiterhin m\u00f6glich, weshalb Gnomes Wayland-Compositor Mutter weiterhin f\u00fcr X11-Programme als X-Window-Manager fungiert.<\/p>\n<p>Die Abl\u00f6sung des X-Servers durch Wayland wird von einigen durchaus kritisiert, da es mit manchen Programmen vereinzelt noch Probleme gibt und manche Barrierefreiheitsfunktionen unter Wayland noch nicht so ausgereift sind wie unter X11. Wer nicht auf Wayland wechseln will oder kann, findet in alternativen Desktopumgebungen wie MATE oder XFCE noch Ersatz; KDE Plasma entfernt im Laufe des Jahres ebenfalls die X11-Unterst\u00fctzung.<\/p>\n<p>Digitales Wohlbefinden<\/p>\n<p>      <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/imgs\/18\/5\/0\/4\/7\/6\/5\/7\/Screenshot_Bildschirmzeit-Optionen-57f0a26239d448bd.png\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>  <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" height=\"1268\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg xmlns='http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg' width='696px' height='391px' viewBox='0 0 696 391'%3E%3Crect x='0' y='0' width='696' height='391' fill='%23f2f2f2'%3E%3C\/rect%3E%3C\/svg%3E\" style=\"aspect-ratio: 1199 \/ 1268; object-fit: cover;\" width=\"1199\"\/><\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>Der Kindersicherungs-Dialog wurde f\u00fcr Gnome 50 \u00fcberarbeitet.<\/p>\n<p>Mit der Einstellung \u201eDigital Wellbeing\u201c \u2013 in der deutschen Version hei\u00dft sie einfach \u201eGesundheit\u201c \u2013 k\u00f6nnen t\u00e4gliche Bildschirmzeit-Limits und Ruhezeiten gesetzt und \u00fcberwacht werden, sowohl f\u00fcr den eigenen Account als auch f\u00fcr den Computer mitbenutzende Kinder. Wo Gnome bisher bei \u00dcberschreiten der Zeit nur unaufdringlich warnen konnte, sperrt Version 50 die Sitzung und zeigt auf dem Anmeldebildschirm einen Hinweis an. Der \u201eIgnorieren\u201c-Button, der nach Eingabe des Eltern-Passworts das System wieder freigeben sollte, hat in unserem Test mit einer Vorversion unter Gnome OS noch nicht funktioniert \u2013 bis zu einem Reboot waren wir aus dem System ausgesperrt.<\/p>\n<p>      <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/imgs\/18\/5\/0\/4\/7\/6\/5\/7\/Screenshot_Bildschirmzeit-Begrenzung-68fbb90170ef582b.png\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>  <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" height=\"574\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg xmlns='http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg' width='696px' height='391px' viewBox='0 0 696 391'%3E%3Crect x='0' y='0' width='696' height='391' fill='%23f2f2f2'%3E%3C\/rect%3E%3C\/svg%3E\" style=\"aspect-ratio: 829 \/ 574; object-fit: cover;\" width=\"829\"\/><\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>Beim Erreichen der maximalen Bildschirmzeit sperrt Gnome den Bildschirm.<\/p>\n<p>      <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/imgs\/18\/5\/0\/4\/7\/6\/5\/7\/Screenshot_Kalender-Antworten-b4ea7d4e82b9c1b6.png\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>  <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" height=\"695\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg xmlns='http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg' width='696px' height='391px' viewBox='0 0 696 391'%3E%3Crect x='0' y='0' width='696' height='391' fill='%23f2f2f2'%3E%3C\/rect%3E%3C\/svg%3E\" style=\"aspect-ratio: 703 \/ 695; object-fit: cover;\" width=\"703\"\/><\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>Der Kalender zeigt nun Teilnehmende eines Termines an, aber kann noch nicht selber Einladungen rausschicken oder verwalten.<\/p>\n<p>Dem Gnome-Kalender wurde in Version 50 eine beginnende Groupware-Integration geg\u00f6nnt: F\u00fcr per E-Mail empfangene Termineinladungen k\u00f6nnen Benutzer im Kalender die Zu- und Absagen aller Eingeladenen sehen. Das Folge-Feature, um mit dem Kalender selbst Veranstaltungen versenden und bearbeiten zu k\u00f6nnen, ist in Planung. Des Weiteren k\u00f6nnen jetzt ganze Kalender als .ics-Dateien exportiert werden; ein neues Setting erlaubt das Einstellen des Tages, an dem die Woche beginnt, was sich auf verschiedene Kalender-Ansichten in Gnome auswirkt.<\/p>\n<p>Der Dokumentenbetrachter (Papers) hat zus\u00e4tzliche Annotations-Werkzeuge spendiert bekommen, mit denen man freih\u00e4ndig zeichnen, Text markieren oder Texte erg\u00e4nzen kann. Die neuen Werkzeuge sind insbesondere f\u00fcr schlecht digitalisierte Dokumente (zum Beispiel gescannte Formulare) n\u00fctzlich und eignen sich auch f\u00fcr die <a class=\"heiseplus-lnk\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/tests\/Linux-Apps-fuer-Stifte-Notizen-und-Zeichnungen-mit-Convertibles-und-Tablets-11085456.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bedienung mit Stift und Tablet<\/a>.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>      <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/imgs\/18\/5\/0\/4\/7\/6\/5\/7\/papers-c228ec58397e33e9.png\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>  <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" height=\"744\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg xmlns='http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg' width='696px' height='391px' viewBox='0 0 696 391'%3E%3Crect x='0' y='0' width='696' height='391' fill='%23f2f2f2'%3E%3C\/rect%3E%3C\/svg%3E\" style=\"aspect-ratio: 863 \/ 744; object-fit: cover;\" width=\"863\"\/><\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>Der Dokumentenbetrachter erlaubt jetzt Freihand-Annotationen.<\/p>\n<p>Feinschliff<\/p>\n<p>An vielen Ecken findet man in Gnome 50 kleine Usability- und Accessibility-Verbesserungen. Unter anderem gibt es nun einen globalen Modus f\u00fcr die Reduktion von visuellen Animationen. Der Screenreader Orca hat ein neues Einstellungsfenster, kann automatisch zwischen Sprachen wechseln und verbessert die Unterst\u00fctzung f\u00fcr Braillezeilen; an mehreren Stellen der Desktopumgebung wurde die Tastatursteuerung verbessert. In den Gnome-Einstellungen wurden einige Seiten wie Lautst\u00e4rke- und Batterieladeregelung etwas aufpoliert. Nach Jahren sind die Einstellungen f\u00fcr fraktionelle Skalierung ab Gnome 50 nicht mehr experimentell und ohne Kommandozeilenbefehl in den Einstellungen sichtbar und ausw\u00e4hlbar. Der Dateimanager bringt einen komplett erneuerten Thumbnail-Ersteller.<\/p>\n<p>Gnome Remote Desktop (Bildschirmfreigabe und Fernanmeldung) wurden einige \u00c4nderungen zuteil, die dank neuer Hardwarebeschleunigung (Vulkan und VA-API) sp\u00fcrbare Performance-Verbesserungen bringen sollen und insbesondere auf Nvidia-Grafikkarten stabiler funktionieren. Bei HiDPI-Bildschirmen kann der Remote-Desktop die Anzeige automatisch skalieren. Au\u00dferdem unterst\u00fctzt die Fernanmeldung jetzt die Headless-Sitzung von Gnome. Dar\u00fcber gestartete Sitzungen sollen stabiler sein und auch dann weiterlaufen, wenn der Remote-Desktop-Dienst neu gestartet wird.<\/p>\n<p>Klassische Linux-Distributionen oder Gnome OS<\/p>\n<p>Alle <a href=\"https:\/\/release.gnome.org\/50\/\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">\u00c4nderungen an Gnome 50 sind in den Release Notes<\/a> aufgef\u00fchrt, darunter auch Verbesserungen f\u00fcr Leute, die selbst Gnome-Apps entwickeln oder am Desktop mitarbeiten wollen, sowie neue Apps aus dem Gnome-Dunstkreis (Gnome Circle). Ausgeliefert wird Gnome 50 von Fedora Workstation 44 und Ubuntu Desktop 26.04 LTS, die beide ab April erscheinen sollen. Nutzer von Rolling-Releases wie Arch Linux und openSUSE Tumbleweed d\u00fcrften schon fr\u00fcher Zugang zu Gnome 50 erhalten. Da Ubuntu 26.04 ein Langzeitrelease ist, wird Gnome 50 bei dessen Nutzern mindestens zwei Jahre im Einsatz sein. Wer Gnome 50 ausprobieren m\u00f6chte oder ohne Ver\u00e4nderungen durch die Distributionen nutzen will, kann Gnome OS installieren: wahlweise in einer virtuellen Maschine oder auf Hardware. Aber Obacht, Gnome OS unterst\u00fctzt keinen Dualboot und \u00fcberschreibt den gesamten Datentr\u00e4ger.<\/p>\n<p>Siehe auch:<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:ktn@heise.de\" title=\"Keywan Tonekaboni\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">ktn<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p><strong>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. 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