{"id":879288,"date":"2026-03-19T00:01:14","date_gmt":"2026-03-19T00:01:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/879288\/"},"modified":"2026-03-19T00:01:14","modified_gmt":"2026-03-19T00:01:14","slug":"wagenburg-gymnasium-niemals-vergessen-was-auschwitz-mit-stuttgarter-schuelern-macht-krz-plus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/879288\/","title":{"rendered":"Wagenburg-Gymnasium: \u201eNiemals vergessen!\u201c \u2013 was Auschwitz mit Stuttgarter Sch\u00fclern macht &#8211; KRZ Plus"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t   \t\t\t\t\t \t\t\t\t   \t      \t\t\t\t   <img decoding=\"async\" id=\"article-image\" fetchpriority=\"high\" alt=\"Wagenburg-Gymnasium: \u201eNiemals vergessen!\u201c \u2013 was Auschwitz mit Stuttgarter Sch\u00fclern macht\" onclick=\"var pA=document.createElement('a');pA.setAttribute('href','https:\/\/www.krzbb.de\/gallery.wagenburg-gymnasium-niemals-vergessen-was-auschwitz-mit-stuttgarter-schuelern-macht.c9abe675-70fc-41be-8e65-304f4de60515.html'),pA.click();\" title=\"Wagenburg-Gymnasium: \u201eNiemals vergessen!\u201c \u2013 was Auschwitz mit Stuttgarter Sch\u00fclern macht\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/media.media.8253cb67-e5bc-4645-b98f-b16142be576f.original700.jpg\" data-linkto=\"https:\/\/www.krzbb.de\/gallery.wagenburg-gymnasium-niemals-vergessen-was-auschwitz-mit-stuttgarter-schuelern-macht.c9abe675-70fc-41be-8e65-304f4de60515.html\"\/>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\tDie Stuttgarter Sch\u00fclergruppe am Eingang zum Stammlager des KZ Auschwitz.\u00a0Foto: Axel Nothardt\t\t\t<\/p>\n<p>Eine Klassenfahrt der anderen Art haben Sch\u00fclerinen und Sch\u00fcler des Wagenburg-Gymnasiums unternommen. Sie waren in Krakau und Auschwitz unterwegs \u2013 und berichten dar\u00fcber.<\/p>\n<p>Geschichte, das sind Zahlen, Daten, Fakten. Geschichte, das sind aber auch Orte, Menschen, Emotionen. Eine Gruppe von 19 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern des Wagenburg-Gymnasiums hatte Gelegenheit, sich mit beidem zu besch\u00e4ftigen. Sie machten dabei die Erfahrung, dass praktisches Erleben einen unvergleichlich st\u00e4rken Eindruck hinterl\u00e4sst, als die theoretische Besch\u00e4ftigung mit der Vergangenheit. Speziell mit dem dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte. In der Schule ist daf\u00fcr wenig Raum oder wie es ein Sch\u00fcler ausdr\u00fcckt: \u201eMan hat Mathe und Deutsch, dazwischen Geschichte, und hofft gleichzeitig, die Englischarbeit zu bestehen.\u201c <\/p>\n<p>Zeit nehmen f\u00fcr Geschichte \u2013 darum ging es jetzt bei einem Projekt des Stuttgarter Gymnasiums. Begleitet von zwei Lehrkr\u00e4ften, Caroline Blangero, Lehrerin f\u00fcr Geschichte, Franz\u00f6sisch und Deutsch, und Axel Nothardt, Unesco-Regionalkoordinator und Koordinator f\u00fcr das Projekt \u201eSchule ohne Rassismus \u2013 Schule mit Courage\u201c, unternahmen die Zehnt- und Elftkl\u00e4ssler Ende Januar eine einw\u00f6chige Gedenkfahrt nach Polen, angef\u00fcllt mit F\u00fchrungen, Museumsbesuchen, Workshops und Zeitzeugengespr\u00e4chen.<\/p>\n<p>Stille, K\u00e4lte, Erkenntnis in <a href=\"https:\/\/www.krzbb.de\/thema\/Auschwitz\" title=\"Auschwitz\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Auschwitz<\/a> <\/p>\n<p>Erste Station war Krakau, wo sie das Gel\u00e4nde des ehemaligen Ghettos und die Fabrik Oskar Schindlers besuchten, der rund 1200 J\u00fcdinnen und Juden vor der Deportation rettete, indem er sie in seiner Emaillewarenfabrik besch\u00e4ftigte. Von dort machte sich die Gruppe auf den Weg zur Gedenkst\u00e4tte <a href=\"https:\/\/www.krzbb.de\/inhalt.vor-100-jahren-geboren-elisabeth-guttenberger-die-einzige-ihrer-familie-die-den-holocaust-ueberlebte.dfabb52f-118a-4b08-8469-6a9b5d5eae8f.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">des ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau<\/a> . <\/p>\n<p>Jetzt, f\u00fcnf Wochen sp\u00e4ter, sitzen elf der 19 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler im Physikraum ihrer Schule und berichten dem Besucher aus der Redaktion von ihren Eindr\u00fccken, die stark nachwirken. Alle hatten sich f\u00fcr die Studienfahrt beworben. Und alle haben sich bereits ausf\u00fchrlich mit der Nazi-Vergangenheit und dem Holocaust auseinandergesetzt. In der 9. Klasse besuchten sie das KZ Dachau, die \u201eBlaupause\u201c der Nazis f\u00fcr viele weitere Konzentrationslager. <\/p>\n<p>In Auschwitz herrscht Stille <\/p>\n<p>\u201eDachau war voll von Schulklassen, darunter etliche Jugendliche, die das nur als Pflichtprogramm ansahen\u201c, erz\u00e4hlen sie. \u201eDort war es laut, viele waren unkonzentriert.\u201c In Auschwitz dagegen herrschte Stille bis auf die leise Stimme der F\u00fchrerin, die sie auf Kopfh\u00f6rern erreichte. \u201eEs war eiskalt. Wir trugen Schichten \u00fcber Schichten an Kleidung\u201c, sagt eine Sch\u00fclerin. \u201eWie schutzlos m\u00fcssen sich die Menschen damals gef\u00fchlt haben?\u201c Beim Besuch im Stammlager und anschlie\u00dfend im Vernichtungslager Birkenau mit den Ruinen der Gaskammern seien sie alleine gewesen mit ihren Gedanken, berichten sie. Am Abend habe man sich in der Gruppe jeweils \u00fcber das Erlebte ausgetauscht, ein wichtiges Gegengewicht. <\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/media.media.a6fd5722-d2fb-4547-8dcf-fa9bd59fde3d.original1024.media.jpeg\"\/>     Elf der 19 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler des Wagenburg-Gymnasiums, die mit ihren Lehrern Caroline Blangero und Axel Nothardt in Auschwitz waren: Christoph, Theo, Ana\u00efs, Cora, Margaux, Charlotte, Mathilda, Frida, Karla, Lou und Lia.    Foto: Lichtgut\/Leif Piechowski    <\/p>\n<p>Der Fahrt nach Auschwitz ging eine gr\u00fcndliche Vorbereitung voraus, zu der auch ein Austausch mit dem J\u00fcdischen Bildungswerk und der <a href=\"https:\/\/www.krzbb.de\/inhalt.80-jahre-nach-kriegsende-wie-juden-nach-dem-holocaust-in-stuttgart-wieder-wurzeln-schlugen.dd1a79a9-6dee-4fb3-97ec-06029976dd54.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Israelitische Religionsgemeinschaft W\u00fcrttembergs (IRGW)<\/a> z\u00e4hlten. Und doch stellten die Heranwachsenden fest: \u201eAuf Auschwitz kann man sich nicht vorbereiten\u201c, meint ein Sch\u00fcler, der bereits das zweite Mal dort war. Zu stark sind die Eindr\u00fccke, zu aufw\u00fchlend die Bilder von den aufgeh\u00e4uften Brillen, Haaren und Schuhen der Menschen, die hier ermordet wurden. \u201eSo abgeh\u00e4rtet kann man nicht sein, dass einen das nicht ber\u00fchrt\u201c, sagt eine Sch\u00fclerin: \u201eUnd das sollte man auch gar nicht sein wollen.\u201c Das Gef\u00fchl an einem Ort zu sein, an dem die Nazis rund 1,1 Millionen Menschen ermordet haben, tragen sie als pr\u00e4gende Erfahrung in sich. \u201eMan h\u00f6rt diese Zahl, aber man kann es nicht realisieren\u201c, sagen sie. <\/p>\n<p>Die gr\u00fcndliche Vorbereitung hilft, damit umgehen zu k\u00f6nnen. \u201eDas war belastend, aber nicht traumatisierend\u201c, sagt eine 16-J\u00e4hrige. Wichtig war f\u00fcr die Sch\u00fcler auch in der Ausstellung in Auschwitz zu sehen, dass die Opfer ein Leben vor dem Holocaust hatten. \u201eSie haben gelebt, sie haben gelacht.\u201c Das alles best\u00e4rkte die Sch\u00fcler in dem Wunsch, diesen Menschen Respekt zu erweisen. Allein dadurch, dass man sich erinnert.<\/p>\n<p> \u201eEin Besuch in Auschwitz sei da wie ein Weckruf\u201c <\/p>\n<p>Auch im Nachgang findet eine intensive Auseinandersetzung mit dem Erlebten statt. \u201eSind wir \u00fcberhaupt die richtige Zielgruppe?\u201c, fragt sich eine Sch\u00fclerin. \u201eWir wussten dar\u00fcber schon so viel.\u201c Viele andere aber w\u00fcssten nichts. Es komme vor, dass sie gefragt werde: \u201eWas ist Auschwitz?\u201c, erz\u00e4hlt sie. \u201eWir alle sind die Zielgruppe\u201c, entgegnet eine andere Sch\u00fclerin. \u201eJeder sollte einmal dorthin fahren.\u201c Dass die Nazi-Verbrechen in sozialen Medien runtergespielt, Opferzahlen in Frage gestellt und Antisemitismus verbreitet werde, erschreckt die Sch\u00fcler: \u201eDa fehlen einem die Worte.\u201c Gemeinsam fragen sie sich, was man dagegen unternehmen kann und wie eine Partei wie die AfD bei Wahlen wie jetzt in Baden-W\u00fcrttemberg so gut abschneidet? <\/p>\n<p>Die Gedenkfahrt hat tiefe Spuren hinterlassen und das Nachdenken der ohnehin schon bemerkenswert aktiven jungen Leute \u00fcber das Vergangene und die Lehren f\u00fcr die Gegenwart noch st\u00e4rker ausgepr\u00e4gt: <a href=\"https:\/\/www.krzbb.de\/inhalt.holocaust-gedenken-woran-wir-uns-erinnern-sollten.3b57f6b4-8399-4dce-aac7-16b0d76b3a84.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">\u201eWir m\u00fcssen alles daf\u00fcr tun, dass das, was geschehen ist, nicht in Vergessenheit ger\u00e4t\u201c<\/a>, sagt eine Sch\u00fclerin und erinnert an den Auschwitz-\u00dcberlebenden Primo Levi: \u201eEs ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen.\u201c Ein Besuch in Auschwitz sei da wie ein Weckruf, sagt eine der Teilnehmerinnen. Ein anderer erg\u00e4nzt: \u201e<a href=\"https:\/\/www.krzbb.de\/thema\/Demokratie\" title=\"Demokratie\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Demokratie<\/a> ist ein abstraktes Projekt. Auschwitz hilft zu verstehen, was die Abwesenheit von Demokratie bedeuten kann.\u201c<\/p>\n<p> Stuttgarter Sch\u00fcler gegen Menschenfeindlichkeit <\/p>\n<p>Caroline Blangero und Axel Nothardt, die beiden Lehrkr\u00e4fte, sind beeindruckt, \u201edass viele der Sch\u00fcler nach der Reise den Wunsch \u00e4u\u00dferten, sich aktiv gegen Rassismus, Antisemitismus und jegliche Form von Menschenfeindlichkeit einzusetzen\u201c. Im Rahmen der Internationalen Aktionswochen gegen Rassismus wollen sie am 25. M\u00e4rz in der Schule von ihrer Gedenkfahrt berichten. Das Motto lautet: \u201eAuschwitz \u2013 unser Verm\u00e4chtnis\u201c. Auch Barbara Traub, Vorstandssprecherin der IRGW, Stadtr\u00e4te, die Anstifter und Vertreter der Stolperstein-Initiativen werden dabei sein. <\/p>\n<p>Denn auch der Blick der Sch\u00fcler auf die in <a href=\"https:\/\/www.krzbb.de\/thema\/Stuttgart\" title=\"Stuttgart\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Stuttgart<\/a> verlegten <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/stolpersteine\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Stolpersteine<\/a> wurde durch den Auschwitz-Besuch gesch\u00e4rft. Einer sagt, er fotografiere alle Steine, die ihm begegneten. Eine andere erz\u00e4hlt von ihrer Ururgro\u00dfmutter, f\u00fcr die ein solcher Gedenkstein in G\u00f6rlitz verlegt worden sei. Und alle zusammen \u00e4u\u00dfern sie so etwas wie ein Versprechen: \u201eWir werden niemals vergessen!\u201c<\/p>\n<p class=\"infobox\"> <strong>Aktionswochen<\/strong><br \/>Noch bis zum 29. M\u00e4rz finden in Stuttgart die Aktionswochen gegen Rassismus statt. Sie sind Teil eines bundesweiten Netzwerks und b\u00fcndeln \u00f6ffentliche Veranstaltungen sowie Bildungsangebote zu diesem Thema. Ziel ist es, laut Veranstaltern, \u201eein sichtbares Zeichen gegen Rassismus und Diskriminierung zu setzen und Akteure in ihrer Arbeit f\u00fcr Demokratie, Vielfalt und Menschenrechte zu st\u00e4rken\u201c. Die Ausrichtung der Aktionswochen in Stuttgart war aufgrund gek\u00fcrzter F\u00f6rdermittel zun\u00e4chst fraglich. \u201eDank eines Netzwerks an Kooperationspartnern k\u00f6nnen sie dennoch stattfinden\u201c, erkl\u00e4rt Alice Heisler vom Stadtjugendring. <\/p>\n<p class=\"infobox\"> <strong>Programm<\/strong><br \/>Das Programm findet sich unter: https:\/\/www.aktionswochen-stuttgart.de\/programm-2026. Infos gibt es auch auf dem Instagram-Account iwgr_stgt. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Stuttgarter Sch\u00fclergruppe am Eingang zum Stammlager des KZ Auschwitz.\u00a0Foto: Axel Nothardt Eine Klassenfahrt der anderen Art haben&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":879289,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1830],"tags":[18263,1634,3364,146,29,14739,193994,30,57,1441,85897,12292],"class_list":["post-879288","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-stuttgart","tag-auschwitz","tag-baden-wuerttemberg","tag-de","tag-demokratie","tag-deutschland","tag-erinnern","tag-gedenkfahrt","tag-germany","tag-nationalsozialismus","tag-stuttgart","tag-textmanager","tag-wagenburg-gymnasium"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116252907238461317","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/879288","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=879288"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/879288\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/879289"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=879288"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=879288"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=879288"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}