{"id":879355,"date":"2026-03-19T00:38:22","date_gmt":"2026-03-19T00:38:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/879355\/"},"modified":"2026-03-19T00:38:22","modified_gmt":"2026-03-19T00:38:22","slug":"antisemitismusbeauftragter-warnt-vor-getarnter-judenfeindlichkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/879355\/","title":{"rendered":"Antisemitismusbeauftragter warnt vor getarnter Judenfeindlichkeit"},"content":{"rendered":"<p>Antizionismus dient zunehmend als Tarnung moderner Judenfeindlichkeit, warnt Uwe Becker \u2013 und fordert ein entschiedeneres gesellschaftliches Gegensteuern.<\/p>\n<p>Judenfeindlichkeit zeigt sich heute selten laut, selten eindeutig \u2013 und gerade deshalb umso wirksamer. Wer genau hinh\u00f6rt, erkennt Muster, die sich wiederholen. Begriffe verschieben sich, Argumente wirken moderner, doch der Kern bleibt derselbe.<\/p>\n<p>Antizionismus<\/p>\n<p>Antizionismus bezeichnet die <strong>Ablehnung der Idee, dass J\u00fcdinnen und Juden ein eigenes nationales Selbstbestimmungsrecht in Form eines Staates (Israel) haben sollen<\/strong>, oder die grunds\u00e4tzliche Ablehnung der Existenz dieses Staates.<\/p>\n<p>Der hessische Antisemitismusbeauftragte Uwe Becker beobachtet eine Entwicklung, die sich nicht mehr \u00fcbersehen l\u00e4sst. Antizionismus, so seine Analyse, fungiert <strong>zunehmend als Sammelbegriff f\u00fcr sehr unterschiedliche politische Lager<\/strong>. Von linken Gruppen \u00fcber rechte Ideologen bis hin zu islamistischen Str\u00f6mungen entsteht ein gemeinsames Narrativ \u2013 und das tarnt sich oft als moralische Position.<\/p>\n<p>Alte Muster, neue Sprache<\/p>\n<p>Dabei wirkt vieles zun\u00e4chst harmlos, beinahe akademisch. Kritik an Politik wird formuliert, Begriffe werden gesch\u00e4rft, Positionen scheinbar differenziert dargestellt. Doch genau hier beginnt das Problem.<\/p>\n<p>Denn wenn Zionismus pauschal als rassistisch oder imperialistisch dargestellt wird, verschiebt sich die Debatte. <strong>Es geht dann nicht mehr um konkrete politische Entscheidungen<\/strong>, sondern um die grunds\u00e4tzliche Legitimit\u00e4t eines Staates. Und damit auch um die Existenzberechtigung jener Menschen, die sich mit ihm identifizieren.<\/p>\n<p>Becker beschreibt diesen Mechanismus n\u00fcchtern, fast analytisch. Der klassische Antisemitismus, der offen ausgrenzt, st\u00f6\u00dft heute schneller auf Widerstand. <strong>Die moderne Variante hingegen tritt durch die Hintert\u00fcr ein<\/strong> \u2013 rhetorisch geschliffen, gesellschaftlich anschlussf\u00e4hig.<\/p>\n<p>Der gef\u00e4hrliche Umweg<\/p>\n<p>Gerade diese Anschlussf\u00e4higkeit macht die Entwicklung so brisant. Wo fr\u00fcher klare Grenzen verliefen, verschwimmen heute die Linien. Aussagen, die fr\u00fcher als antisemitisch erkannt worden w\u00e4ren, erscheinen nun eingebettet in politische Debatten.<\/p>\n<p>Das f\u00fchrt zu einem paradoxen Effekt: Je differenzierter der Ton, desto schwieriger f\u00e4llt die Einordnung. Und w\u00e4hrend die Sprache sich verfeinert, bleibt die Wirkung bestehen.<\/p>\n<p><strong>Becker warnt davor, diesen \u201eUmweg-Hass\u201c zu untersch\u00e4tzen<\/strong>. Denn er erreicht R\u00e4ume, die bislang als gefestigt galten \u2013 Universit\u00e4ten, kulturelle Debatten, politische Diskurse. Dort wirkt er nicht laut, sondern leise. Nicht plump, sondern plausibel.<\/p>\n<p>Verantwortung der Gesellschaft<\/p>\n<p>Die Herausforderung liegt deshalb weniger im Erkennen einzelner Aussagen als im Verst\u00e4ndnis ihrer Wirkung. Wer Begriffe \u00fcbernimmt, ohne ihre Geschichte zu reflektieren, tr\u00e4gt zur Verbreitung bei.<\/p>\n<p><strong>Judenfeindlichkeit verschwindet nicht, sie ver\u00e4ndert ihre Form<\/strong>. Sie passt sich an, sie lernt, sie nutzt neue Begriffe. Genau deshalb braucht es eine wache \u00d6ffentlichkeit, die genauer hinsieht \u2013 und nicht erst reagiert, wenn aus Worten wieder Taten werden.<\/p>\n<p>Symbolbild \u00a92026 KI-generiert \/ Wiesbaden lebt!<\/p>\n<p>Weitere Nachrichten das<strong>\u00a0Land Hessen\u00a0<\/strong>betreffend,\u00a0<a href=\"http:\/\/wiesbaden-lebt.de\/Tag\/mitte\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">lesen Sie hier<\/a>.<\/p>\n<p>Mehr von der\u00a0<strong><a href=\"https:\/\/staatskanzlei.hessen.de\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Hessischen\u00a0Staatskanzlei<\/a><\/strong>.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" id=\"metis-img-pixel\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/15d02a15ce4246ac9e09049a8584a30d.gif\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/>\t\t\t\t\t\t<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Antizionismus dient zunehmend als Tarnung moderner Judenfeindlichkeit, warnt Uwe Becker \u2013 und fordert ein entschiedeneres gesellschaftliches Gegensteuern. Judenfeindlichkeit&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":879356,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1847],"tags":[10346,3364,29,548,663,3934,30,13,2052,14,15,12,44026,47460,4544],"class_list":["post-879355","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-wiesbaden","tag-antisemitismusbeauftragter","tag-de","tag-deutschland","tag-eu","tag-europa","tag-europe","tag-germany","tag-headlines","tag-hessen","tag-nachrichten","tag-news","tag-schlagzeilen","tag-staatskanzlei","tag-uwe-becker","tag-wiesbaden"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116253052622827169","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/879355","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=879355"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/879355\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/879356"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=879355"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=879355"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=879355"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}