{"id":879435,"date":"2026-03-19T01:24:15","date_gmt":"2026-03-19T01:24:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/879435\/"},"modified":"2026-03-19T01:24:15","modified_gmt":"2026-03-19T01:24:15","slug":"nach-eklat-um-schulbegleitung-kind-mit-gigantismus-viele-trauen-sich-die-assistenz-nicht-zu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/879435\/","title":{"rendered":"Nach Eklat um Schulbegleitung: Kind mit Gigantismus \u2013 viele trauen sich die Assistenz nicht zu"},"content":{"rendered":"<p>Der zw\u00f6lfj\u00e4hrige Jan ist nicht nur ungew\u00f6hnlich gro\u00df und schwer f\u00fcr sein Alter, sondern auch geistig auf dem Niveau eines Kleinkinds. Sprechen kann er nicht. Jan wurde mit Gigantismus und Autismus geboren. Der Sch\u00fcler der Gustav-Werner-Schule in Zuffenhausen ist eines der 146 Kinder, die von der<a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.stadt-stuttgart-kuendigt-asb-eine-katastrophe-fast-150-kinder-vom-schulbesuch-ausgeschlossen.13cbc7ee-b168-4f4e-8e60-f5b4356b48b8.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"> fristlosen K\u00fcndigung des Arbeiter-Samariter-Bunds (ASB) Stuttgart<\/a> in der Schulbegleitung betroffen sind. Auch er musste vom 4. Februar an von einem Tag auf den anderen zuhause bleiben. Und er geh\u00f6rt zu den Kindern, bei denen es besonders schwierig ist, Ersatz zu finden. Viele trauten sich seine Begleitung gar nicht zu, berichtet seine Mutter, Agnieszka Tomczak. Sie seien eingesch\u00fcchtert von seiner Statur. <\/p>\n<p>Auf dem Papier hat die Stadt <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Stuttgart\" title=\"Stuttgart\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Stuttgart<\/a> f\u00fcr alle 146 Kinder neue Tr\u00e4ger beauftragen k\u00f6nnen. Zehn verschiedene Tr\u00e4ger haben Vertr\u00e4ge mit dem Schulverwaltungsamt geschlossen. Doch gerade bei herausfordernden Behinderungen und Erkrankungen ist der sogenannte Matching-Prozess nicht einfach. Es muss passen zwischen Kind und der Person, die die Schulbegleitung \u00fcbernimmt. Aktuell laufen die Hospitationen in den Schulen. <\/p>\n<p>Noch keine Hospitation f\u00fcr betroffenes Kind  <\/p>\n<p>F\u00fcr Jan ist allerdings noch niemand da gewesen. Katja Kuklinski, die Leiterin der Gustav-Werner-Schule, hofft, dass der beauftragte Tr\u00e4ger n\u00e4chste Woche jemanden zur Hospitation schickt, eventuell k\u00f6nne diese aber auch erst nach den Osterferien stattfinden. Bei ihm und einem weiteren Sch\u00fcler sei die Suche nach einer geeigneten Person, die sich die Aufgabe auch vorstellen kann, am anspruchsvollsten. <\/p>\n<p>Aktuell binde Jan zwei Lehrkr\u00e4fte \u2013 er kommt im Wechsel mit dem anderen Kind in die Schule, das \u00e4hnlich herausfordernd ist. Drei Tage die Woche ist Jan f\u00fcr jeweils zwei Schulstunden da, an den \u00fcbrigen zwei Tagen der andere Sch\u00fcler. Auch Jans Schulbegleitung w\u00fcrde von einer Lehrkraft unterst\u00fctzt werden, berichtet die Schulleiterin. \u201eDas geht gar nicht anders\u201c, sagt sie. Man m\u00fcsse sehr gut auf den Sch\u00fcler eingehen, damit Eskalationen m\u00f6glichst gar nicht erst entst\u00fcnden und es nicht k\u00f6rperlich wird. <\/p>\n<p>Bildungsb\u00fcrgermeisterin Isabel Fezer (FDP) <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.asb-kuendigung-in-stuttgart-buergermeisterin-sussmann-das-ist-auch-fuer-uns-schwer-ertraeglich.78e80d3f-3c18-4fa1-af66-fe32dce18500.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">hatte im Sozial- und Gesundheitsausschuss ausgef\u00fchrt, dass die Stadt Stuttgart davon ausgehe, dass alle Kinder nach den Osterferien wieder in der Schule begleitet werden<\/a>. Jans Mutter ist skeptisch, dass ihr Sohn so schnell wieder jemanden an seiner Seite hat. Sie hat schon viele Entt\u00e4uschungen erlebt. Vergangenen Sommer zum Beispiel hat ihr ein Tr\u00e4ger der Behindertenhilfe f\u00fcr die Ferienbetreuung abgesagt, weil die Mitarbeiterinnen sich Jans Betreuung nicht zutrauten. \u201eViele haben Angst vor ihm\u201c, sagt die Stuttgarterin. <\/p>\n<p>Neun Stunden die Woche pflegefrei  <\/p>\n<p>Die Alleinerziehende hat eine \u201eschwierige Zeit\u201c hinter sich. Rund einen Monat lang sei Jan nach der K\u00fcndigung des ASB gar nicht in der Schule gewesen. \u201e24 Stunden non stop\u201c habe sie sich um ihn k\u00fcmmern m\u00fcssen. Selbst der Gang in den Supermarkt sei kaum zu bewerkstelligen gewesen. \u201eEine Katastrophe\u201c, sagt die vierfache Mutter. Sie hat auch noch ein Kind im Grundschulalter, das sie ebenfalls braucht. <\/p>\n<p>Inklusive der Fahrtzeit hat die Mutter aktuell neun Stunden die Woche Entlastung. Auf viel mehr kann sie auch in Zukunft nicht hoffen. Denn schon vor dem 4. Februar hatte der Zw\u00f6lfj\u00e4hrige nur neun Schulstunden die Woche Unterricht \u2013 immerhin verteilt auf f\u00fcnf statt nun drei Tage. Ansonsten komme es zu einer \u00dcberforderung, erkl\u00e4rt Kuklinski die niedrige Stundenzahl. Man gestalte die kurze Zeit lieber positiv und baue dann darauf auf. Bei anderen Kindern habe man mit diesem Vorgehen gute Erfahrungen gemacht, sie k\u00e4men heute sogar in Vollzeit. Die gro\u00dfe Belastung der Mutter ist ihr bewusst. Man sei eng mit ihr im Gespr\u00e4ch, um weitere Hilfen zu vermitteln. <\/p>\n<p> \u201eIch habe keine Wahl\u201c, sagt die Mutter <\/p>\n<p> \u201eDie Lehrer und die Schule versuchen, was sie k\u00f6nnen\u201c, sagt auch Agnieszka Tomczak selbst, dennoch f\u00fchlt sie sich allein. Sie m\u00fcsse eigentlich zum Arzt und sich um ihre eigene Gesundheit k\u00fcmmern. Doch solange dieser Schwebezustand herrscht, wagt sie es nicht, einen Termin auszumachen. Nat\u00fcrlich sei es nicht gut, st\u00e4ndig \u00fcber die eigenen Grenzen zu gehen. \u201eAber ich habe keine Wahl\u201c, sagt sie. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der zw\u00f6lfj\u00e4hrige Jan ist nicht nur ungew\u00f6hnlich gro\u00df und schwer f\u00fcr sein Alter, sondern auch geistig auf dem&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":879436,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1830],"tags":[182060,194019,1634,3364,29,4480,4481,30,194018,82628,1441,5329],"class_list":["post-879435","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-stuttgart","tag-asb-stuttgart","tag-assistenz","tag-baden-wuerttemberg","tag-de","tag-deutschland","tag-familienleben","tag-familienpolitik","tag-germany","tag-gigantismus","tag-schulbegleitung","tag-stuttgart","tag-video"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116253233497417868","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/879435","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=879435"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/879435\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/879436"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=879435"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=879435"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=879435"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}