{"id":880402,"date":"2026-03-19T10:41:19","date_gmt":"2026-03-19T10:41:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/880402\/"},"modified":"2026-03-19T10:41:19","modified_gmt":"2026-03-19T10:41:19","slug":"da-habe-ich-beschlossen-fuer-deutschland-zu-jubeln-wie-ein-ganz-besonderes-dfb-trikot-bei-der-wm-2014-fuer-voelkerverstaendigung-sorgte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/880402\/","title":{"rendered":"&#8222;Da habe ich beschlossen, f\u00fcr Deutschland zu jubeln&#8220;: Wie ein ganz besonderes DFB-Trikot bei der WM 2014 f\u00fcr V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung sorgte"},"content":{"rendered":"<p>Deutschland hat 2014 in Brasilien nicht nur den WM-Titel gewonnen, sondern vor allem auch Sympathien &#8211; trotz des Halbfinals. Symbol der besonderen V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung ist ein rot-schwarzes Trikot. Die n\u00e4chste Folge unserer WM-Serie Icons.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify\">Thomas M\u00fcller, Miroslav Klose, Toni Kroos, gleich nochmal Toni Kroos, Sami Khedira: Es waren keine 29 Minuten gespielt und Deutschland f\u00fchrte im Halbfinale der WM 2014 mit 5:0 gegen Gastgeber Brasilien. Eine Demontage von historischem Ausma\u00df. Eigentlich der perfekte Anlass, um locker ein bisschen Samba durch die Kabine zu tanzen &#8211; und dann auch noch \u00fcber den Platz. Schiefgehen konnte zu diesem Zeitpunkt ja nichts mehr. Brasilien war gebrochen, Deutschland stand praktisch schon im Finale.<\/p>\n<p>Und was verk\u00fcndet Bundestrainer Joachim L\u00f6w bei seiner Halbzeitansprache? &#8222;Ich habe gesagt: Wenn nur einer von uns anf\u00e4ngt, Theater zu machen, den Gegner l\u00e4cherlich zu machen, nicht mehr mit der absoluten Seriosit\u00e4t zu spielen &#8211; derjenige wird im Finale, falls wir da reinkommen, definitiv nicht dabei sein.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align:justify\">Zudem erinnerte L\u00f6w an die eigene, so bittere Halbfinal-Niederlage bei der Heim-WM 2006 gegen Italien und die damit einhergehenden Schmerzen. Und L\u00f6w erinnerte auch an die vier speziellen Wochen, die die deutsche Auswahl bis dahin schon in Brasilien verbracht hatte. &#8222;Der Respekt der Brasilianer gegen\u00fcber uns war im ganzen Land sehr gro\u00df&#8220;, erkl\u00e4rte der Bundestrainer seine Ansprache sp\u00e4ter. &#8222;Und f\u00fcr mich war v\u00f6llig ausgeschlossen, dass wir sie dem\u00fctigen oder ihnen nun arrogant begegnen.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align:justify\">Auf den ersten Blick ist dieses Duell zwischen Deutschland und Brasilien bei der WM 2014 eine Demontage. Auf den zweiten Blick ist es auch der Abschluss einer V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung, wie sie vielleicht nur der Fu\u00dfball schaffen kann. Und als Symbol dieser V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung dient ein Trikot mit rot-schwarzen Querstreifen. Das Trikot von Flamengo aus Rio de Janeiro, dem beliebtesten Klub Brasiliens. Gleichzeitig auch das Ausw\u00e4rtstrikot des DFB-Teams bei der WM 2014. Das Trikot, das die deutsche Nationalmannschaft bei jenem legend\u00e4ren Halbfinale getragen hat.<\/p>\n<p><img class=\"fco-image__image\" alt=\"Brazil v Germany: Semi Final - 2014 FIFA World Cup Brazil\"   loading=\"lazy\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"auto\" width=\"3000\" height=\"2001\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/GettyImages-451908722.jpg\" style=\"aspect-ratio:3000 \/ 2001;width:100%;height:100%\"\/>Getty ImagesDeutschlands Fu\u00dfball-Ruf im Wandel der Zeit<\/p>\n<p style=\"text-align:justify\">Zun\u00e4chst einmal f\u00fcr den Kontext: Traditionell z\u00e4hlt das DFB-Team zu den eher unbeliebten Nationalmannschaften dieses Planeten, um es freundlich auszudr\u00fccken. 1954 und 1974 verhinderte sie in umk\u00e4mpften Endspielen die eigentlich verdienten WM-Titel der beiden wohl talentiertesten europ\u00e4ischen Nationalmannschaften des 20. Jahrhunderts. 1954 prallten Ferenc Puskas&#8216; Ungarn am deutschen Bollwerk ab, 1974 Johan Cruyffs Niederl\u00e4nder.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify\">Sp\u00e4testens in den 1980er Jahren war Deutschlands Ruf im Weltfu\u00dfball g\u00e4nzlich dahin. Bei der WM 1982 in Spanien erst die Schande von Gijon, als sich Deutschland gemeinsam mit \u00d6sterreich auf Kosten Algeriens weiter mogelte. Dann Harald &#8222;Toni&#8220; Schumachers Attacke auf Frankreichs Patrick Battiston im Halbfinale. Battiston verlor dabei drei Z\u00e4hne, seine Mannschaft letztlich das Spiel. Statt Sympathien sammelte Deutschland aber weiterhin flei\u00dfig Titel. EM 1980, WM 1990, EM 1996. &#8222;Fu\u00dfball ist ein einfaches Spiel&#8220;, sagte Englands Gary Linker. &#8222;22 M\u00e4nner jagen 90 Minuten lang einem Ball hinterher, und am Ende gewinnen immer die Deutschen.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align:justify\">Anfang dieses Jahrtausends wendete sich das Blatt langsam. Das Sommerm\u00e4rchen bei der Heim-WM 2006 mit dem knappen Halbfinal-Aus gegen den sp\u00e4teren Weltmeister Italien. Die Welt zu Gast bei Freunden. Der erfrischende Auftritt bei der WM 2010 in S\u00fcdafrika mit einer jungen, talentierten Mannschaft und dem \u00e4hnlich knappen Halbfinal-Aus. Wieder gegen den sp\u00e4teren Weltmeister, diesmal Spanien. Und nun eben: Brasilien.<\/p>\n<p><img class=\"fco-image__image\" alt=\"FBL-WC-2014-GER-ARG-FANS\"   loading=\"lazy\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"auto\" width=\"4154\" height=\"2769\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/GettyImages-452112850.jpg\" style=\"aspect-ratio:4154 \/ 2769;width:100%;height:100%\"\/>Getty ImagesDeutschlands Ausw\u00e4rtstrikot avanciert in Brasilien zum Verkaufsschlager<\/p>\n<p style=\"text-align:justify\">&#8222;Dein Trikot f\u00fcr Rio&#8220;: So stellte der DFB im Februar 2014 sein neues rot-schwarzes Ausw\u00e4rtstrikot f\u00fcr die anstehende WM vor, praktisch ein Imitat von Flamengos traditionellem Heimshirt. Bis dahin waren Deutschlands Ausw\u00e4rtstrikots meist gr\u00fcn. Vereinzelt auch rot oder schwarz &#8211; aber nie beides zu gleichen Teilen. &#8222;Das neue Trikot sieht super aus und erinnert mich an die Spielkleidung von Flamengo Rio de Janeiro&#8220;, sagte auch Mesut \u00d6zil. &#8222;Das bringt uns f\u00fcr die WM in Brasilien bestimmt Gl\u00fcck.&#8220; Es war der Auftakt einer bemerkenswerten Charmeoffensive. Diesmal sollte es beides geben, endlich wieder einen Titel &#8211; und dazu Sympathien.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify\">Der Trikot-Plan des DFB ging schnell auf: Lange bevor die WM \u00fcberhaupt anfing, sorgte das ungew\u00f6hnliche Shirt im Gastgeberland Brasilien schon f\u00fcr Begeisterung. Dass sich der dreimalige Weltmeister aus dem fernen Europa bei der Farbwahl seines Trikots nun am beliebtesten Klub ihres Landes orientierte, r\u00fchrte viele Brasilianer. &#8222;Als das deutsche Trikot in den Farben von Flamengo vorgestellt wurde, habe ich beschlossen, f\u00fcr Deutschland zu jubeln&#8220;, zitierte die lokale Tageszeitung O Dia einen brasilianischen Fan in einem Artikel \u00fcber das besondere Shirt.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify\">Auf die Begeisterung folgte der Kaufrausch: Innerhalb k\u00fcrzester Zeit avancierte das Trikot in Brasilien zum Verkaufsschlager. In den Sportgesch\u00e4ften von Rio de Janeiro war es bald ausverkauft. Die stets flinken Schwarzh\u00e4ndler rieben sich die H\u00e4nde, gef\u00e4lschter Nachschub \u00fcberflutete die Copacabana. W\u00e4hrend Brasilianer also im DFB-Trikot durch Rio de Janeiro liefen, posierte Bastian Schweinsteiger am Trainingsgel\u00e4nde des FC Bayern in M\u00fcnchen an der S\u00e4bener Stra\u00dfe mit einem &#8222;originalen&#8220; Flamengo-Trikot.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify\">Ein Stuttgarter Rio-Auswanderer namens Bernhard Weber nutzte unterdessen die Gunst der Stunde und dichtete &#8211; inspiriert von Deutschlands besonderem Shirt &#8211; als MC Gringo das Lied: &#8222;Deutscher Fu\u00dfball ist geil, beweg\u2019 dein Hinterteil.&#8220; Im dazugeh\u00f6rigen Musikvideo tanzt er, abwechselnd portugiesisch und deutsch singend, im rot-schwarzen DFB-Trikot, teils mit einer Flamengo-Kappe und mit einer leicht bekleideten Brasilianerin an seiner Seite durch Rio de Janeiros Gassen, Str\u00e4nde, M\u00e4rkte und Favelas. Bald lief das Lied im brasilianischen Fernsehen und in den Strandbars.<\/p>\n<p><img class=\"fco-image__image\" alt=\"Germany v Portugal: Group G - 2014 FIFA World Cup Brazil\"   loading=\"lazy\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"auto\" width=\"5004\" height=\"3336\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/GettyImages-451909910.jpg\" style=\"aspect-ratio:5004 \/ 3336;width:100%;height:100%\"\/>Getty ImagesDeutscher Fu\u00dfball ist geil &#8211; auch auf dem Platz<\/p>\n<p style=\"text-align:justify\">Anfang Juni kam der deutsche Tross schlie\u00dflich in Brasilien an, bezog die extra f\u00fcr die WM errichtete Unterkunft Campo Bahia &#8211; und gab sich dort sofort betont volksnah. Bastian Schweinsteiger und Manuel Neuer tanzten mit einheimischen Fans zur Hymne eines lokalen Klubs aus Bahia. Die ganze Mannschaft besuchte soziale Veranstaltungen in der Gegend, Fu\u00dfballspiele und Blockfl\u00f6tenkonzerte. Der brasilianische Sportjournalist Renato Costa lobte in einem Interview mit der Deutschen Welle: &#8222;Man merkt, dass sich das DFB-Team mit Brasilien besch\u00e4ftigt hat und sich sehr viel M\u00fche gibt.&#8220;\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align:justify\">Und dann spielte Deutschland auch noch atemberaubenden Fu\u00dfball. Los ging es mit dem beeindruckenden 4:0-Auftaktsieg gegen Portugal, Dreierpack Thomas M\u00fcller. Deutscher Fu\u00dfball ist geil! Es folgte ein Remis gegen Ghana. Im dritten Gruppenspiel trug Deutschland erstmals das Ausw\u00e4rtstrikot &#8211; und qualifizierte sich mit einem Sieg gegen die USA als Gruppensieger f\u00fcr das Achtelfinale. Dort wurde es dann aber \u00e4u\u00dferst knapp. Gegen Algerien setzte sich das DFB-Team in der Verl\u00e4ngerung durch.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify\">Noch spannender machte es derweil Gastgeber Brasilien. Nach dem Gruppensieg gewann die Selecao ihr Achtelfinale gegen Chile erst im Elfmeterschie\u00dfen. Gro\u00df war der Jubel bei den brasilianischen Fans, aber auch bei Bastian Schweinsteiger und Lukas Podolski. Im Internet kursierten Videos der beiden, wie sie das Weiterkommen mit Brasilien-Flaggen bejubeln.<\/p>\n<p><img class=\"fco-image__image\" alt=\"Fluminense v Flamengo - Campeonato Carioca 2026 Final\"   loading=\"lazy\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"auto\" width=\"4000\" height=\"2668\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/GettyImages-2265008527.jpg\" style=\"aspect-ratio:4000 \/ 2668;width:100%;height:100%\"\/>Getty ImagesDie rot-schwarze Nation von Flamengo<\/p>\n<p style=\"text-align:justify\">Im anschlie\u00dfenden Viertelfinale gewannen die Gastgeber gegen Kolumbien, verloren dabei aber ihren absoluten Superstar Neymar &#8211; eine erhebliche Schw\u00e4chung. Deutschland gastierte in der Runde der letzten Acht f\u00fcr das Duell mit Frankreich unterdessen erstmals in Rio de Janeiro. In der Finalstadt, in der Flamengo-Stadt.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify\">Der Clube de Regatas do Flamengo wurde urspr\u00fcnglich zum Rudern gegr\u00fcndet, bald aber verschob sich der Fokus auf den Fu\u00dfball. In den 1930er Jahren spielte hier Leonidas, Brasiliens erster echter Fu\u00dfballstar und Torsch\u00fctzenk\u00f6nig der WM 1938. Zico f\u00fchrte Flamengo 1981 dann zum erstmaligen Triumph in der Copa Libertadores, der s\u00fcdamerikanischen Champions League. Und anschlie\u00dfend in Tokio zum in S\u00fcdamerika hoch angesehenen Weltpokal. Das 3:0 gegen den FC Liverpool gilt als gr\u00f6\u00dfter Triumph in der Geschichte des brasilianischen Klubfu\u00dfballs. Sp\u00e4testens seit diesem Zeitpunkt ist Flamengo der mit Abstand beliebteste Klub des Landes.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify\">Fast alle gro\u00dfen brasilianischen Stars spielten hier mal. Von Mario Zagallo \u00fcber Bebeto und Romario bis hin zu Ronaldinho, Adriano und Vinicius Junior. Nach vielen Jahren der D\u00fcrre gab es zuletzt wieder mehr Grund zum Jubel. 2019 und 2020 gewann Flamengo die Meisterschaft, 2019 und 2022 die Copa Libertadores, 2022 und 2024 den Pokal. Aktuellen Erhebungen zufolge hat Flamengo rund 47 Millionen Fans, also mehr als ein F\u00fcnftel der Bev\u00f6lkerung Brasiliens. Nacao Rubro-Negra nennen sich Flamingos Anh\u00e4nger. Rot-schwarze Nation.<\/p>\n<p><img class=\"fco-image__image\" alt=\"TOPSHOT-FBL-WC-2014-MATCH64-GER-ARG\"   loading=\"lazy\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"auto\" width=\"4744\" height=\"3162\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/GettyImages-452111168.jpg\" style=\"aspect-ratio:4744 \/ 3162;width:100%;height:100%\"\/>Getty ImagesPodolskis und Schweinsteigers Charmeoffensive in Flamengo-Trikots<\/p>\n<p style=\"text-align:justify\">Zur\u00fcck in den Sommer 2014, zur\u00fcck zum WM-Viertelfinale. Nach all den Ann\u00e4herungen schlossen sich Bastian Schweinsteiger und Lukas Podolski vor ihrem ersten Auftritt im Maracana schlie\u00dflich auch hochoffiziell der Nacao Rubro-Negra an. Sie teilten ein Foto von sich in Flamengo-Trikots, also den echten, auf einem Balkon mit Blick auf den Strand von Rio de Janeiro.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify\">Vor allem Podolski konnte gef\u00fchlt nicht genug bekommen von der V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung. W\u00e4hrend der WM setzte er regelm\u00e4\u00dfig Tweets auf Portugiesisch ab. &#8222;Brasilien ist ein wundervolles Land voller netter Menschen und fantastischer Spieler&#8220;, schrieb er beispielsweise &#8211; und postete dazu Fotos von sich mit Ronaldo und Ronaldinho. Auch nach dem Turnier interagierte Podolski in den sozialen Netzwerken mit Flamengo-Fans. 2017 und 2023 soll Flamengo deshalb sogar versucht haben, Podolski zu verpflichten. &#8222;Jeder wei\u00df, dass ich seit der WM Brasilien liebe, und da vor allem den Klub Flamengo&#8220;, sagte Podolski bei Globo Esporte. Geklappt hat ein Transfer nie, die Chance w\u00fcrde aber noch bestehen. Auch im Alter von 40 Jahren kickt Podolski professionell, aktuell in Polen f\u00fcr Gornik Zabrze.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify\">Bei ihrem ersten Auftritt in Flamengos Wohnzimmer Maracana besiegten Podolski &amp; Co. jedenfalls Frankreich mit 1:0. Das entscheidende Tor erzielte Mats Hummels per Kopf. Nun wartete das Halbfinale, nun wartete Brasilien.<\/p>\n<p><img class=\"fco-image__image\" alt=\"Brazil v Germany: Semi Final - 2014 FIFA World Cup Brazil\"   loading=\"lazy\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"auto\" width=\"4928\" height=\"3280\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/GettyImages-451868706.jpg\" style=\"aspect-ratio:4928 \/ 3280;width:100%;height:100%\"\/>Getty ImagesClovis Acosta Fernandes wurde zum Gesicht des Dramas<\/p>\n<p style=\"text-align:justify\">\u00dcber eine halbe Million DFB-Trikots wurden lokalen Medien zufolge bis dahin in Brasilien bereits abgesetzt, zur \u00fcberwiegenden Mehrheit die rot-schwarzen. Und auch in Deutschland verkaufte sich das Shirt blendend. Ausr\u00fcster Adidas vermeldete, dass die Verkaufszahlen &#8222;alle Erwartungen \u00fcbertreffen&#8220; w\u00fcrden. Die brasilianische Sportzeitung Lance rief ihre Leser dazu auf, Fotos im rot-schwarzen DFB-Trikot einzusenden. Und dann sahen sie, wie Flamengo-Deutschland ihre eigene Nationalmannschaft auf dem Rasen des Estadio Mineirao in Belo Horizonte nach allen Regeln der Fu\u00dfballkunst zerlegte.\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align:justify\">M\u00fcller, Klose, Kroos, gleich nochmal Kroos, Khedira: Nach 29 Minuten stand es 0:5. Eine Demontage von historischem Ausma\u00df. Bis Joachim L\u00f6w seine Mannschaft in der Halbzeit zur Zur\u00fcckhaltung aufrief &#8211; und ihm seine Mannschaft folgte. Der eingewechselte Andre Sch\u00fcrrle erzielte in der Schlussphase noch einen Doppelpack, ehe Brasiliens Oscar die Ergebniskosmetik zum 1:7 verrichtete.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify\">&#8222;Seit 2006 wissen wir, wie schmerzhaft es ist, ein Halbfinale im eigenen Land zu verlieren&#8220;, schrieb der DFB anschlie\u00dfend auf Portugiesich in seinen sozialen Netzwerken. &#8222;Wir w\u00fcnschen euch f\u00fcr die Zukunft alles Gute.&#8220; Dazu gab es Fotos, wie Schweinsteiger seinen Gegenspieler David Luiz tr\u00f6stet, wie Thomas M\u00fcller Dante t\u00e4tschelt, wie sich Philipp Lahm um Oscar k\u00fcmmert. Garniert von herzzerrei\u00dfenden Aufnahmen eines alten Brasilianers mit Schnauzbart, der medial zum Gesicht der Trag\u00f6die avancieren sollte. Weinend klammerte er sich auf den R\u00e4ngen des Estadio Mineirao an einer Imitation des WM-Pokals fest. Sp\u00e4ter \u00fcberreichte er die Troph\u00e4e pflichtbewusst einem jungen, deutschen Fan.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify\">Bei diesem Brasilianer handelte es sich um Clovis Acosta Fernandes. Ein treuer Fan, der seine Nationalmannschaft schon viele Jahre lang begleitet und nun wohl seine bitterste Niederlage zu verarbeiten hatte. Auf Facebook postete er im Nachgang des Spiels ein Foto von sich mit Deutschlands damaligen Teamchef Franz Beckenbauer bei der WM 1990 und schrieb dazu auf Deutsch: &#8222;Ich hoffe, dass ihr am Sonntag den Pokal in die H\u00f6he streckt, im heiligen Tempel des Fu\u00dfballs, dem Maracana.&#8220;<\/p>\n<p><img class=\"fco-image__image\" alt=\"Germany v Argentina: 2014 FIFA World Cup Brazil Final\"   loading=\"lazy\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"auto\" width=\"4000\" height=\"2617\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/GettyImages-459678402.jpg\" style=\"aspect-ratio:4000 \/ 2617;width:100%;height:100%\"\/>Getty ImagesBrasilien stand im WM-Finale gegen Argentinien an Deutschlands Seite<\/p>\n<p style=\"text-align:justify\">Damit unterstrich Clovis Acosta Fernandes die vorherrschende Meinung in Brasilien: Trotz der historischen Demontage im Halbfinale w\u00fcrden die Gastgeber beim Finale gegen den verhassten Erzrivalen Argentinien fest an Deutschlands Seite stehen. Das Internetportal UOL meinte sogar, dass Deutschland &#8222;brasilianischer ist als Brasilien&#8220; &#8211; wegen der Spielweise und sicherlich auch ein bisschen wegen der rot-schwarzen Trikots. Die Zeitung O Estado de Sao Paulo lobte derweil das &#8222;au\u00dfergew\u00f6hnliche Benehmen&#8220; der Deutschen. &#8222;Sie haben den Geist dieser Gegend zu verstehen gelernt.&#8220; Mit Blick auf das Finale gegen Argentinien schrieb die Sportzeitung Lance schlie\u00dflich: &#8222;Wir sind alle Deutschland.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align:justify\">Angefeuert von den mitgereisten deutschen Fans, aber auch von den einheimischen Brasilianern besiegte das DFB-Team Lionel Messis Argentinier in der Verl\u00e4ngerung mit 1:0. &#8222;Mach ihn! Mach ihn! Er macht ihn! Mario G\u00f6tze! Das ist doch Wahnsinn!&#8220; Deutschland gewann in Brasilien aber nicht nur seinen vierten WM-Titel, sondern auch viele Sympathien. Weltweit, vor allem jedoch im Gastgeberland. Und Lukas Podolski posierte nach dem Titelgewinn im echten Flamengo-Trikot mit dem WM-Pokal. Zumindest ein bisschen war also auch die rot-schwarze Nation Weltmeister.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Deutschland hat 2014 in Brasilien nicht nur den WM-Titel gewonnen, sondern vor allem auch Sympathien &#8211; trotz des&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":880403,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[2],"tags":[331,3924,332,3922,5697,21309,3364,29,2033,347,30,13,61749,14,3923,15,3921,12,4604,7109,106199],"class_list":["post-880402","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-deutschland","tag-aktuelle-nachrichten","tag-aktuelle-nachrichten-aus-deutschland","tag-aktuelle-news","tag-aktuelle-news-aus-deutschland","tag-brasilien","tag-brazil","tag-de","tag-deutschland","tag-features","tag-fussball","tag-germany","tag-headlines","tag-icons","tag-nachrichten","tag-nachrichten-aus-deutschland","tag-news","tag-news-aus-deutschland","tag-schlagzeilen","tag-soccer","tag-weltmeisterschaft","tag-world-cup"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116255423966918511","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/880402","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=880402"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/880402\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/880403"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=880402"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=880402"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=880402"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}