{"id":881133,"date":"2026-03-19T17:51:17","date_gmt":"2026-03-19T17:51:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/881133\/"},"modified":"2026-03-19T17:51:17","modified_gmt":"2026-03-19T17:51:17","slug":"dtb-pokal-in-stuttgart-turnstar-karina-schoenmaier-erst-stuttgart-dann-eine-olympia-medaille","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/881133\/","title":{"rendered":"DTB-Pokal in Stuttgart: Turnstar Karina Sch\u00f6nmaier: Erst Stuttgart, dann eine Olympia-Medaille"},"content":{"rendered":"<p>Karina Sch\u00f6nmaier f\u00fchrt die deutschen Turnerinnen beim DTB-Pokal als Doppel-Europameisterin an und will wie bei der EM am Sprung gl\u00e4nzen. Auch danach hat sie viel vor.<\/p>\n<p>Fr\u00fcher war alles kleiner. Die Trainingshalle, das Selbstvertrauen. Die Spr\u00fcnge. Jetzt ist Karina Sch\u00f6nmaier gewachsen, als Athletin und Mensch. Als Doppel-Europameisterin f\u00fchrt die 20-j\u00e4hrige Bremerin die deutschen Turnerinnen beim <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/DTB-Pokal\" title=\"DTB-Pokal\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">DTB-Pokal<\/a> in Stuttgart an diesem Wochenende an. Sie tr\u00e4umt davon, so sagt sie das vor dem Beginn der Wettk\u00e4mpfe in einer ruhigen Ecke im Presseraum der Porsche-Arena, \u201edass ich bei den Olympischen Spielen 2028 vorne mitspielen kann \u2013 das ist mein Kindheitstraum.\u201c<\/p>\n<p>Wer h\u00e4tte das gedacht, damals in Bremen, dass aus dem Traum tats\u00e4chlich mal Realit\u00e4t werden k\u00f6nnte. Auf dem Sprung war Karina Sch\u00f6nmaier ja schon immer \u2013 es ist ihre Paradedisziplin, bei dem ihr Experten nach dem EM-Titel im vergangenen Jahr inzwischen den gro\u00dfen H\u00f6henflug zutrauen: eine Medaille bei einer WM oder den Sommerspielen 2028 in Los Angeles. <\/p>\n<p>Damals, in der Trainingshalle daheim in Bremen, waren die Spr\u00fcnge noch kleiner. Weil die Halle viel zu klein war. Im Jahr 2020 wurde Sch\u00f6nmaier deutsche Meisterin in ihrer Altersklasse \u2013 obwohl sie noch nicht an einem gro\u00dfen St\u00fctzpunkt trainierte, sondern in der Halle des TuS Huchting in Bremen. Dort konnte sie nicht mal die 25 Meter Anlauf nehmen, die das Regelwerk erlaubt. <\/p>\n<p>Am Ende fehlen Karina Sch\u00f6nmaier sogar Matten <\/p>\n<p>Irgendwann wurden die immer schwierigeren \u00dcbungen im Alltag zu gef\u00e4hrlich. Es gab unter anderem zu wenig Matten \u2013 das ist in etwa so, als wenn eine Fu\u00dfballmannschaft zu wenig B\u00e4lle zum Trainieren hat. Sch\u00f6nmaier also trainierte irgendwann unter fast schon absurden Bedingungen. <\/p>\n<p>Das Problem war, dass die junge Athletin sehr an ihrer Heimat hing. Sch\u00f6nmaier wollte die Wohlf\u00fchloase Bremen nicht verlassen. Die Halle war zu klein \u2013 aber alles, auch das Drumherum, f\u00fchlte sich gut und heimelig an. Hinzu kam, dass Sch\u00f6nmaier einen speziellen Ehrgeiz entwickelte. \u201eIch wollte es allen beweisen, dass ich es auch von zuhause aus schaffen kann\u201c, sagt sie heute im R\u00fcckblick. Der Deutsche Turnerbund (DTB) aber dr\u00e4ngte auf einen Wechsel zu einem Bundesst\u00fctzpunkt (auch das Stuttgarter Kunstturnforum ist ein solcher).<\/p>\n<p>Die junge Athletin selbst realisierte dann nach einem langen Prozess im Jahr 2022, dass sie f\u00fcr weitere Karrierespr\u00fcnge den Schritt weg machen muss von zuhause. Nach einem Probetraining fiel die Wahl auf den St\u00fctzpunkt in Chemnitz, wo nach den Vorw\u00fcrfen des Machtmissbrauchs und dem Weggang der Cheftrainerin Gabriele Frehse der Belarusse Anatol Aschurkow als Trainer verpflichtet worden war.<\/p>\n<p>Der Anlauf geriet mehr als holprig in der neuen Umgebung. Denn Sch\u00f6nmaier plagte das Heimweh. Die Bedingungen waren nun professionell, das Leben in der ersten eigenen Wohnung im Sportinternat aber geriet schwierig. Familie und Freunde waren in Bremen, als Sch\u00f6nmaier sich in Chemnitz zun\u00e4chst, wie sie es heute sagt, nur als kleine Juniorin gef\u00fchlt habe, die Angst gehabt habe vor der Welt der Topturnerinnen um Spitzenkr\u00e4fte wie Pauline Sch\u00e4fer-Betz.<\/p>\n<p>Nach ein paar Monaten aber war das Tief \u00fcberwunden. Weil sich Karina Sch\u00f6nmaier pers\u00f6nlich entwickelte \u2013 und mit ihr der Bundesst\u00fctzpunkt in Chemnitz. Seit dreieinhalb Jahren wirkt der Trainer Aschurkow an diesem Standort. Er betont mit dem Blick auf seine Sch\u00fctzlinge immer wieder diesen Satz: \u201eWir bauen eine Pers\u00f6nlichkeit auf.\u201c Zu diesem Prozess geh\u00f6rt ein enges Vertrauensverh\u00e4ltnis zwischen Trainern und Turnerinnen. Auch Tatjana Bachmayer, die nach langen Jahren am Karlsruher St\u00fctzpunkt vor knapp zwei Jahren nach Chemnitz wechselte und Karina Sch\u00f6nmaier ebenso intensiv betreut, lebt als Trainerin nach dieser Maxime. <\/p>\n<p>Es soll dabei nicht nur um <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Turnen\" title=\"Turnen\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Turnen<\/a> und den Leistungsdrill gehen, sondern auch um den Menschen, und damit auch um Dinge wie angemessene Erholungsphasen. So gibt es regelm\u00e4\u00dfig Entspannungs\u00fcbungen wie sogenannte Traumreisen im Training. Oder auch mal spontan eine Woche Urlaub. So ging Coach Aschurkow mit Karina Sch\u00f6nmaier vor ein paar Monaten ein paar Tage lang Skifahren. Die Turnerin sagt \u00fcber ihren Trainer, dass er auch mal \u201esch\u00f6ne Worte\u201c finde, wenn es nicht klappt mit einer \u00dcbung: \u201eEr muntert einen immer auf.\u201c<\/p>\n<p>In dieser Wohlf\u00fchloase bl\u00fchte die junge Athletin nach den Anlaufschwierigkeiten auf. \u201eIch bin inzwischen sehr stolz auf mein kleines \u201aIch\u2018 und dass ich den Schritt nach Chemnitz damals gemacht habe\u201c, sagt Sch\u00f6nmaier nun im Presseraum des DTB-Pokals: \u201eDenn er hat sich gelohnt.\u201c<\/p>\n<p>   <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/media.media.4acbb6a5-39cc-475a-9f7f-1910336d82c8.original1024.media.jpeg\"\/>     Trainerduo in Chemnitz: Anatol Aschurkow und Tatjana Bachmayer    Foto: IMAGO\/Herrmann Agenturfotografie    <\/p>\n<p>In Chemnitz also scheinen derzeit Top-Athletinnen unter perfekten Bedingungen auf allen Ebenen heranzuwachsen. Dagegen geht es am so renommierten Stuttgarter Kunstturnforum nach den rund um den Jahreswechsel 2024\/25 publik gewordenen Missst\u00e4nden \u2013 ehemalige und aktuelle Sportlerinnen hatten die Zust\u00e4nde in der Trainingsarbeit angeprangert, zwei Trainern wurden daraufhin gek\u00fcndigt \u2013 weiter drunter und dr\u00fcber. <\/p>\n<p>Kann Chemnitz also eine Art Blaupause f\u00fcr Stuttgart werden, mit dem Blick in die Zukunft und m\u00f6glichen Neuausrichtungen am hiesigen Bundesst\u00fctzpunkt? Das ist l\u00e4ngst kein undenkbares Szenario mehr. <\/p>\n<p>Karina Sch\u00f6nmaier jedenfalls geht nun beim DTB-Pokal beim Mixed-Cup an der Seite des Ludwigsburgers Timo Eder f\u00fcr Deutschland an den Start (Samstag, 18 Uhr). Und da will sie, klar, wieder am Sprung begeistern. Nachdem sie die Spr\u00fcnge des Lebens trotz einigen Wacklern zwischendurch bisher bestens gemeistert hat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Karina Sch\u00f6nmaier f\u00fchrt die deutschen Turnerinnen beim DTB-Pokal als Doppel-Europameisterin an und will wie bei der EM am&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":881134,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1830],"tags":[1634,3364,29,194322,30,51345,171283,7400,1441,194323,27381],"class_list":["post-881133","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-stuttgart","tag-baden-wuerttemberg","tag-de","tag-deutschland","tag-dtb-pokal","tag-germany","tag-karina-schoenmaier","tag-kunstturnforum","tag-sportmeldungen","tag-stuttgart","tag-tatjana-bachmayer","tag-turnen"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116257114725500195","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/881133","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=881133"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/881133\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/881134"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=881133"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=881133"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=881133"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}