{"id":881699,"date":"2026-03-19T23:27:08","date_gmt":"2026-03-19T23:27:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/881699\/"},"modified":"2026-03-19T23:27:08","modified_gmt":"2026-03-19T23:27:08","slug":"ein-rundgang-durch-das-disgusting-food-museum-in-berlin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/881699\/","title":{"rendered":"Ein Rundgang durch das Disgusting Food Museum in Berlin"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    \u201eOh Gott, das f\u00e4ngt ja gut an\u201c, denke ich, als mir die junge Frau an der Kasse das Eintrittsticket reicht. Es ist auf einer Kotzt\u00fcte abgedruckt, \u201ef\u00fcr den Fall, der F\u00e4lle\u201c. Selten hat mir ein St\u00fcck Papier so unverbl\u00fcmt einen Vorgeschmack darauf gegeben, was mich innerhalb der n\u00e4chsten Stunde erwarten k\u00f6nnte. Aber gut, eigentlich darf man nicht \u00fcberrascht sein, bei einem Museum, das Disgusting Food, also ekelhaftes Essen, schon im Namen tr\u00e4gt. Die Ausstellung verspricht eine kulinarische Weltreise der anderen Art, es geht um Ekel, Geschmacks- und Horizontgrenzen. Und wenn wir bei Grenzen sind\u00a0\u2026 in diesem Geb\u00e4ude, unweit vom bekanntesten Deutsch-Deutschen Grenz\u00fcbergang, dem <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/aichach\/die-entscheidung-zwischen-familie-und-freiheit-erhard-bielas-bewegte-geschichte-110716750\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Checkpoint Charlie<\/a>, residierte zehn Jahre lang ein wesentlich appetitlicheres Food Museum: jenes f\u00fcr die Berliner Currywurst. Nun also das Gegenprogramm.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Auf der Reise des Ekels gibt es rund 80 Exponate, au\u00dfergew\u00f6hnliche Gerichte aus der ganzen Welt, und einige davon, so viel sei schon mal verraten, sind nichts f\u00fcr schwache M\u00e4gen. Weil im Disgusting Food Museum nicht nur geguckt, sondern auch gef\u00fchlt, gerochen, gezuckt und geschluckt wird, ist der ganze K\u00f6rper zur Mitarbeit verpflichtet. Am Ende jeder F\u00fchrung wartet die Probiertheke mit zehn Delikatessen. Dort h\u00e4ngen verschiedene Tafeln, eine ruft in Gro\u00dfbuchstaben \u201eEkel bildet! Ekel schmeckt\u201c, eine andere zeigt, vor wie vielen Tagen sich zuletzt jemand, nun ja\u00a0\u2026 \u00fcbergeben musste.\n  <\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/20260124151856.jpg\" alt=\"Wann sich zuletzt jemand \u00fcbergeben hat, wird auf einer Tafel festgehalten.\" title=\"Wann sich zuletzt jemand \u00fcbergeben hat, wird auf einer Tafel festgehalten.\" loading=\"lazy\" class=\"h-full w-full object-cover\"\/><\/p>\n<p>      Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>    Wann sich zuletzt jemand \u00fcbergeben hat, wird auf einer Tafel festgehalten.<br \/>\n    Foto: Mariana Silva Lindner<\/p>\n<p>        Schlie\u00dfen <\/p>\n<p>      Icon Schlie\u00dfen<\/p>\n<p>        Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>        Icon verkleinern<\/p>\n<p>      Icon Pfeil bewegen<\/p>\n<p>    Wann sich zuletzt jemand \u00fcbergeben hat, wird auf einer Tafel festgehalten.<br \/>\n    Foto: Mariana Silva Lindner<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Mein Blick bleibt an der schwarzen Tafel kleben, an der Zahl 2. Irgendwie wirkt das wie eine sportliche Messlatte. Jetzt gibt es kein Zur\u00fcck, ich gebe die Jacke ab, stecke das Ticket ein und hoffe, dass es genau das bleibt: Eintrittskarte und Souvenir. Und ich hoffe, dass ich nicht die Person bin, die aus der 2 eine 0 macht. Bevor Sie jetzt beim Fr\u00fchst\u00fcck weiterlesen: Legen Sie das Croissant vielleicht besser kurz beiseite.\n  <\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/20260124141328.jpg\" alt=\"Der Ausstellungsraum: hell und offen.\" title=\"Der Ausstellungsraum: hell und offen.\" loading=\"lazy\" class=\"h-full w-full object-cover\"\/><\/p>\n<p>      Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>    Der Ausstellungsraum: hell und offen.<br \/>\n    Foto: Mariana Silva Lindner<\/p>\n<p>        Schlie\u00dfen <\/p>\n<p>      Icon Schlie\u00dfen<\/p>\n<p>        Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>        Icon verkleinern<\/p>\n<p>      Icon Pfeil bewegen<\/p>\n<p>    Der Ausstellungsraum: hell und offen.<br \/>\n    Foto: Mariana Silva Lindner<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Auf den ersten Blick wirkt der Ausstellungsraum mit gepflegtem, deutschem Ordnungssinn kuratiert. Er ist gro\u00df, offen, wei\u00dfe S\u00e4ulen, helles Licht. Die Gr\u00e4sslichkeiten aus aller Welt stehen brav an den Seiten, auf Metalltischen in Reih und Glied. Also alles nur halb so wild? Leider h\u00e4lt der Moment von \u00dcbersicht und Kontrolle nur kurz, ein Auge, nein zwei, locken mich an. Sie schauen mich an, schwimmen in blutroter Suppe. Ich starre hin, sie starren zur\u00fcck. Mongolische Mary hei\u00dft das Gebr\u00e4u mit eingelegten Schafsaug\u00e4pfeln in Tomatensaft, seine Wurzeln gehen zur\u00fcck in die Zeit von Dschingis Khan. Es soll ein traditionelles Mittel gegen den Kater am n\u00e4chsten Morgen sein. Angeblich, so das Versprechen aus dem ostasiatischen Steppenland, funktioniert es immer. Ob man sich damit den Sprint zur Toilette spart, ist allerdings eine andere Frage. Prost.\n  <\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/20260124135516.jpg\" alt=\"Die Mongolische Mary ist Tomatensaft, der mit eingelegten Schafsaugen serviert wird. Die Augen sollen nicht nur besonders reich an Antioxidantien sein, sondern liefern auch viel Vitamin C und Retinol.\" title=\"Die Mongolische Mary ist Tomatensaft, der mit eingelegten Schafsaugen serviert wird. Die Augen sollen nicht nur besonders reich an Antioxidantien sein, sondern liefern auch viel Vitamin C und Retinol.\" loading=\"lazy\" class=\"h-full w-full object-cover\"\/><\/p>\n<p>      Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>    Die Mongolische Mary ist Tomatensaft, der mit eingelegten Schafsaugen serviert wird. Die Augen sollen nicht nur besonders reich an Antioxidantien sein, sondern liefern auch viel Vitamin C und Retinol.<br \/>\n    Foto: Mariana Silva Lindner<\/p>\n<p>        Schlie\u00dfen <\/p>\n<p>      Icon Schlie\u00dfen<\/p>\n<p>        Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>        Icon verkleinern<\/p>\n<p>      Icon Pfeil bewegen<\/p>\n<p>    Die Mongolische Mary ist Tomatensaft, der mit eingelegten Schafsaugen serviert wird. Die Augen sollen nicht nur besonders reich an Antioxidantien sein, sondern liefern auch viel Vitamin C und Retinol.<br \/>\n    Foto: Mariana Silva Lindner<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Auch f\u00fcr andere menschliche Befindlichkeiten hat die asiatische Kulinarik verschiedenes parat. F\u00fcr mehr Freude an der Lust hat man in Japan eine fl\u00fcssige Antwort: Habushu, destillierter Reiswein mit Honig, in dem der K\u00f6rper der Grubenotter, einer der giftigsten Schlangen der Welt, eingelegt ist. China bietet daneben den Three Penis Liquor, ein Reisweingetr\u00e4nk, f\u00fcr das drei tierische Penisse verwendet werden, Robbe, Hirsch und kantonesischer Hund. Tierische Penisse sind in der traditionellen chinesischen Medizin sehr beliebt, das Getr\u00e4nk soll die m\u00e4nnliche Potenz steigern und die Vitalit\u00e4t f\u00f6rdern.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Und als w\u00e4re das noch nicht genug, gibt es hier sogar ein Heilversprechen aus China gegen mein Asthma: M\u00e4use in Reiswein! Ein Getr\u00e4nk, das bis zu einem Jahr reift, bevor es konsumiert werden kann und seine Wirkung entfalten soll. Der Geruch soll faulig sein, Geschmacksrichtung: Benzin, Tankstelle. Beim Anblick der schwimmenden, hellen M\u00e4usek\u00f6rper macht sich langsam ein flaues Gef\u00fchl in der Magengegend breit, die Kehle schn\u00fcrt sich etwas zu. Am Ende hilft nur eines: Weitergehen, immer der Nase nach, zum n\u00e4chsten Abteil.\n  <\/p>\n<p>            Andreas Ahrens: \u201eWir wollen, dass die Leute \u00fcber ihr Essen nachdenken\u201c<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Wieso eigentlich das Ganze? Hinter dem Museum stecken der schwedische Museumsdirektor Andreas Ahrens und Samuel West, der hat schon das Museum des Scheiterns ins Leben gerufen. Schweden kann eben nicht nur Ikea oder unappetitliche Delikatessen, sondern auch skurrile Museumsideen. \u201eUnser Museum soll keine Horror-Show sein, wir haben einen h\u00f6heren Anspruch. Wir wollen, dass die Leute \u00fcber ihr Essen nachdenken\u201c, erkl\u00e4rt Ahrens immer wieder in Interviews auf die Frage, wie man denn auf so eine Idee komme. Sein Punkt: Ekel ist mehr als eine biologische Reaktion, er ist kulturell angelegt und individuell, wir m\u00f6gen vor allem das, womit wir aufgewachsen sind. Was in einer Region der Welt Abscheu ausl\u00f6st, gilt anderswo als Genuss.\n  <\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/20260124141642.jpg\" alt=\"Der Altar des Grauens.\" title=\"Der Altar des Grauens.\" loading=\"lazy\" class=\"h-full w-full object-cover\"\/><\/p>\n<p>      Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>    Der Altar des Grauens.<br \/>\n    Foto: Mariana Silva Lindner<\/p>\n<p>        Schlie\u00dfen <\/p>\n<p>      Icon Schlie\u00dfen<\/p>\n<p>        Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>        Icon verkleinern<\/p>\n<p>      Icon Pfeil bewegen<\/p>\n<p>    Der Altar des Grauens.<br \/>\n    Foto: Mariana Silva Lindner<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Das sieht man am Stinky Cheese Altar: Ein Schild mit \u201eBitte riechen\u201c fordert dazu auf, sich durch f\u00fcnf K\u00e4segeruchsproben zu arbeiten. Und schon wird es geografisch n\u00e4her. Der franz\u00f6sische Nachbar ist mit Vieux-Boulogne, einem K\u00e4se aus Rohmilch, vertreten, daneben der Stinking Bishop aus Gro\u00dfbritannien. Der Weichk\u00e4se aus pasteurisierter Kuhmilch aus Gloucestershire kippt mich fast aus den Latschen, scharf und fleischig, wie eine Rugbyumkleidekabine. Den K\u00e4se, der erst seit 1994 hergestellt wird, genie\u00dft man am besten zusammen mit einem rustikalen Brot. An dieser Stelle sollte man jetzt aber nicht denken, es trifft immer nur die anderen. Abseits des Altars finden auch die deutsche Blutwurst und das Berliner Schnitzel aus Kuheuter ihren Platz.\n  <\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/20260124143453.jpg\" alt=\"Froschsaft wird in Peru als Heilmittel gegen Asthma und Bronchitis getrunken.\u00a0Nicht zuletzt ist das Getr\u00e4nk in den Szenenkneipen und Bars in Lima der letzte Schrei.\" title=\"Froschsaft wird in Peru als Heilmittel gegen Asthma und Bronchitis getrunken.\u00a0Nicht zuletzt ist das Getr\u00e4nk in den Szenenkneipen und Bars in Lima der letzte Schrei.\" loading=\"lazy\" class=\"h-full w-full object-cover\"\/><\/p>\n<p>      Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>    Froschsaft wird in Peru als Heilmittel gegen Asthma und Bronchitis getrunken.\u00a0Nicht zuletzt ist das Getr\u00e4nk in den Szenenkneipen und Bars in Lima der letzte Schrei.<br \/>\n    Foto: Mariana Silva Lindner<\/p>\n<p>        Schlie\u00dfen <\/p>\n<p>      Icon Schlie\u00dfen<\/p>\n<p>        Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>        Icon verkleinern<\/p>\n<p>      Icon Pfeil bewegen<\/p>\n<p>    Froschsaft wird in Peru als Heilmittel gegen Asthma und Bronchitis getrunken.\u00a0Nicht zuletzt ist das Getr\u00e4nk in den Szenenkneipen und Bars in Lima der letzte Schrei.<br \/>\n    Foto: Mariana Silva Lindner<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Bis jetzt eigentlich halb so wild. Aber: Jetzt ist es so weit. Island und Schweden brechen mich f\u00f6rmlich, im wahrsten Sinne des Wortes. Los geht es mit H\u00e1karl, einer traditionellen isl\u00e4ndischen Speise aus vergammeltem Gr\u00f6nlandhai. Damit das giftige Fleisch essbar wird, wird der Hai erst im Erdboden vergraben, damit er vor sich hin faulen, pardon, fermentieren kann. In dieser Zeit baut sich der Harnstoff im Haik\u00f6rper ab und dabei entsteht Ammoniak. Diese Methode soll auf alte Wikinger-Siedlungen zur\u00fcckgehen, die nach einer M\u00f6glichkeit suchten, ihren Fang in der harten Umgebung zu konservieren. Starkoch Anthony Bourdain nannte H\u00e1karl einmal \u201edas schlimmste, ekelhafteste und schrecklichste\u201c, was er je gegessen habe, und mir reicht schon eine Geruchsprobe, um ihm beizupflichten. Mhhhm, Verwesung und Ammoniak.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Ich schrecke zur\u00fcck, doch Pause gibt es nicht, denn schon wartet der n\u00e4chste Klassiker, mein pers\u00f6nliches Ekel-Kryptonit: Surstr\u00f6mming. <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/kultur\/gesellschaft\/spezialitaet-in-schweden-verkostung-im-selbstversuch-wie-schmeckt-der-stinkende-fisch-surstroemming-id65717026.html\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Viel habe ich \u00fcber den ber\u00fcchtigten Ostseehering aus Schweden geh\u00f6rt,<\/a> \u00fcbersetzt hei\u00dft die traditionelle Fischspeise \u201esaurer Hering\u201c. Jetzt liegt der salzige tote Fisch, verrottet und vergammelt, auf Watte in einem kleinen Glas vor mir. Wieder mit einem Schild, das mich freundlich zum Riechen auffordert. Ich hebe also den Deckel, f\u00fchre meinen Riechkolben hinein, und\u00a0\u2026\u00a0nichts? Dann schl\u00e4gt er zu, dieser hinterh\u00e4ltige, scharfe, bei\u00dfende Geruch, der all meine Sinne kurzschlie\u00dft, bet\u00e4ubt, mir Tr\u00e4nen in die Augen treibt und den W\u00fcrgereiz zuverl\u00e4ssig einschaltet. Riecht so die H\u00f6lle? Ich taste, blind vor Gestank, nach meinem Ticket, schaffe es aber in letzter Sekunde, mich zu beherrschen. Der Schwedenfisch hat mich fast in die Knie gezwungen, doch ich bleibe standhaft. Zugegeben, ein bisschen stolz bin ich. Aber beim Riechen soll es vorerst bleiben.\n  <\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/20260124145009.jpg\" alt=\"Der in Salzlake fermentierter Hering ist in Schweden nicht nur eine Delikatesse, sondern auch traditionelles Kulturgut.\" title=\"Der in Salzlake fermentierter Hering ist in Schweden nicht nur eine Delikatesse, sondern auch traditionelles Kulturgut.\" loading=\"lazy\" class=\"h-full w-full object-cover\"\/><\/p>\n<p>      Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>    Der in Salzlake fermentierter Hering ist in Schweden nicht nur eine Delikatesse, sondern auch traditionelles Kulturgut.<br \/>\n    Foto: Mariana Silva Lindner<\/p>\n<p>        Schlie\u00dfen <\/p>\n<p>      Icon Schlie\u00dfen<\/p>\n<p>        Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>        Icon verkleinern<\/p>\n<p>      Icon Pfeil bewegen<\/p>\n<p>    Der in Salzlake fermentierter Hering ist in Schweden nicht nur eine Delikatesse, sondern auch traditionelles Kulturgut.<br \/>\n    Foto: Mariana Silva Lindner<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Ab dem Punkt wird es fast antiklimaktisch. Was k\u00f6nnte schon schlimmer sein, au\u00dferdem klebt noch der Geruch von saurem Hering in meiner Nase. Nicht mal die asiatische Durian Frucht, (die hierzulande den wohlklingenden Namen Stinkfrucht oder Kotzfrucht tr\u00e4gt), kann mir olfaktorisch noch viel anhaben. Die eif\u00f6rmige Stachelfrucht ist aber mehr Schein als Sein, geschmacklich soll sie eine bittere S\u00fc\u00dfe haben, die an Mandelaroma erinnert.\n  <\/p>\n<p>            Essbares an der Essbar: So schmecken Mehlw\u00fcrmer<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Gelegenheit zur Verk\u00f6stigung gibt es an der Probiertheke, denn Probieren geht ja bekanntlich \u00fcber Studieren. Vor mir: Insekten, W\u00fcrmer, Grillen, Kakerlaken, weiter zur Stinkfrucht und, eine Stufe h\u00f6her, die K\u00f6nigsklasse: Stinketofu, mit einem Aromaprofil, das vor allem nach faulen Eiern schreit. Nicht ohne Grund findet man Stinky Tofu in China fast ausschlie\u00dflich an Stra\u00dfenst\u00e4nden. Gemeinsam mit zwei Studenten aus S\u00fcdkorea taste ich mich ran und nehme einen braunen Mehlwurm.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Leicht nussig, ungew\u00fcrzt, vor allem trocken und staubig, er zerf\u00e4llt wie Sand im Mund. (Normalerweise verkauft man die Insekten jedoch nicht pur, sie werden gew\u00fcrzt.) Auf einmal merke ich, ich kann nicht mehr, die letzte Stunde hat k\u00f6rperlich an mir gezerrt, ich schaffe es nicht mehr zur Grille. Ich gebe mich geschlagen und bin mit der \u201eTeilnehmerurkunde\u201c zufrieden. Nicht so meine zwei Mitstreiter, die sich tapfer bis zum \u00e4tzenden Stinketofu durchk\u00e4mpfen, mit einem Zahnstocher spie\u00dfen sie das dunkle St\u00fcck auf und er landet im Mund. Konzentriertes kauen mit geschlossenen Augen und \u2013 geschafft. Mein Mitstreiter meint danach: \u201eEs schmeckt nicht so schlimm, wie es riecht.\u201c Als Belohnung gibt es zwar keinen Stern wie im Dschungelcamp, aber Ehre: An der Wall of Disgust stehen die Namen der Mutigen, die sich einmal komplett durch die Theke gegessen haben (ohne zu kotzen). \u00a0\n  <\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/20260124150803.jpg\" alt=\"In vielen L\u00e4ndern der Welt, vor allem in Asien, Afrika und Lateinamerika, geh\u00f6ren Insekten ganz selbstverst\u00e4ndlich als wichtiger Bestandteil zur menschlichen Ern\u00e4hrung dazu. Seit 2021 ist der Verkauf von Insekten als Lebensmittel auch in der EU zugelassen. Der Verzehr von Insekten gilt als sehr gesund.\" title=\"In vielen L\u00e4ndern der Welt, vor allem in Asien, Afrika und Lateinamerika, geh\u00f6ren Insekten ganz selbstverst\u00e4ndlich als wichtiger Bestandteil zur menschlichen Ern\u00e4hrung dazu. Seit 2021 ist der Verkauf von Insekten als Lebensmittel auch in der EU zugelassen. Der Verzehr von Insekten gilt als sehr gesund.\" loading=\"lazy\" class=\"h-full w-full object-cover\"\/><\/p>\n<p>      Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>    In vielen L\u00e4ndern der Welt, vor allem in Asien, Afrika und Lateinamerika, geh\u00f6ren Insekten ganz selbstverst\u00e4ndlich als wichtiger Bestandteil zur menschlichen Ern\u00e4hrung dazu. Seit 2021 ist der Verkauf von Insekten als Lebensmittel auch in der EU zugelassen. Der Verzehr von Insekten gilt als sehr gesund.<br \/>\n    Foto: Mariana Silva Lindner<\/p>\n<p>        Schlie\u00dfen <\/p>\n<p>      Icon Schlie\u00dfen<\/p>\n<p>        Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>        Icon verkleinern<\/p>\n<p>      Icon Pfeil bewegen<\/p>\n<p>    In vielen L\u00e4ndern der Welt, vor allem in Asien, Afrika und Lateinamerika, geh\u00f6ren Insekten ganz selbstverst\u00e4ndlich als wichtiger Bestandteil zur menschlichen Ern\u00e4hrung dazu. Seit 2021 ist der Verkauf von Insekten als Lebensmittel auch in der EU zugelassen. Der Verzehr von Insekten gilt als sehr gesund.<br \/>\n    Foto: Mariana Silva Lindner<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Auf dem Heimweg fragt man mich noch, ob ich ein Souvenir mitnehmen m\u00f6chte. Vielleicht ein Insektenlolli f\u00fcr 2,99 Euro. Diesmal mit S\u00fc\u00dfe gew\u00fcrzt, quasi. Ich winke ab, danke, mein Bedarf an Protein ist erst einmal gedeckt. Ein Andenken nehme ich trotzdem mit, einen flauen Magen und dieses latente Unwohlsein. Was hilft da besser als eine klassische, leichte Gem\u00fcsebr\u00fche, simpel, fettarm, ohne \u00dcberraschungen. Die Welt ist gro\u00df, kulinarische Grenzen sind weit, aber man muss sie nicht jeden Tag \u00fcberschreiten. Dahoam schmeckt es manchmal eben doch am besten.\n  <\/p>\n<ul data-module-id=\"DragDropModule\" class=\"flex flex-wrap justify-start group-[.no-bookmarks]:hidden\">\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Mariana Silva Lindner<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Berlin<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    China<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u201eOh Gott, das f\u00e4ngt ja gut an\u201c, denke ich, als mir die junge Frau an der Kasse das&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":881700,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1825],"tags":[194402,296,15954,227,29,194404,194401,30,372,194403,4562,5821],"class_list":["post-881699","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-berlin","tag-andreas-ahrens","tag-berlin","tag-checkpoint-charlie","tag-china","tag-deutschland","tag-dschingis-khan","tag-gammelhai","tag-germany","tag-japan","tag-museumskonzept","tag-reise","tag-souvenir"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116258436150247937","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/881699","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=881699"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/881699\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/881700"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=881699"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=881699"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=881699"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}