{"id":883335,"date":"2026-03-20T14:57:17","date_gmt":"2026-03-20T14:57:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/883335\/"},"modified":"2026-03-20T14:57:17","modified_gmt":"2026-03-20T14:57:17","slug":"grabung-in-frankreich-graeber-hockender-gallier-entdeckt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/883335\/","title":{"rendered":"Grabung in Frankreich: Gr\u00e4ber hockender Gallier entdeckt"},"content":{"rendered":"<p>Grabung in Frankreich: Gr\u00e4ber hockender Gallier entdeckt &#8211; Spektrum der Wissenschaft<a id=\"top\" class=\"jump-to-content\" href=\"#main\" title=\"Direkt zum Inhalt\">Direkt zum Inhalt<\/a>Grabung in Frankreich: Gr\u00e4ber hockender Gallier entdeckt<\/p>\n<p>Arch\u00e4ologen haben in Dijon Gr\u00e4ber aus der Keltenzeit mit sitzenden Skeletten freigelegt. Schon 2024 kam dort \u00c4hnliches zum Vorschein. R\u00e4tselhaft ist, wer die seltsam Bestatteten waren.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Eine Arch\u00e4ologin in orangefarbener Arbeitskleidung kniet auf einer Ausgrabungsst\u00e4tte und untersucht ein freigelegtes menschliches Skelett im Boden. Im Hintergrund sind weitere Arbeiter und Geb\u00e4ude zu sehen. Die Szene zeigt eine arch\u00e4ologische Untersuchung in einem urbanen Umfeld.\" class=\"full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/2026_c_christophe_fouquin_inrap_2026_2_result_zuschnitt.jpg\" title=\"Eine Arch\u00e4ologin in orangefarbener Arbeitskleidung kniet auf einer Ausgrabungsst\u00e4tte und untersucht ein freigelegtes menschliches Skelett im Boden. Im Hintergrund sind weitere Arbeiter und Geb\u00e4ude zu sehen. Die Szene zeigt eine arch\u00e4ologische Untersuchung in einem urbanen Umfeld.\"\/><\/p>\n<p> \u00a9 Christophe Fouquin \/ Inrap (Ausschnitt) <\/p>\n<p> Eine Arch\u00e4ologin des Institut national de recherches arch\u00e9ologiques pr\u00e9ventives (Inrap) legt 2026 eine Grube mit einem sitzenden Toten frei. <\/p>\n<p>Bei Grabungen in der franz\u00f6sischen Stadt Dijon sind Arch\u00e4ologen auf au\u00dfergew\u00f6hnliche Bestattungen gesto\u00dfen: Sie fanden mindestens f\u00fcnf menschliche Skelette, die in einer Art Schneidersitz im Boden hockten. Offenbar waren die Toten sitzend beigesetzt worden. <a href=\"https:\/\/www.inrap.fr\/des-gaulois-inhumes-assis-rue-turgot-dijon-cote-d-or-19785\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">Wie die staatliche Denkmalbeh\u00f6rde Inrap berichtet<\/a>, stammen die Gr\u00e4ber vermutlich aus der keltischen Epoche, der sogenannten La-T\u00e8ne-Zeit (450\u201325\u00a0v.\u00a0Chr.). Bereits 2024 hatten die Arch\u00e4ologen des Inrap in allern\u00e4chster N\u00e4he <a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/news\/frankreich-sind-diese-toten-keltische-druiden\/2257648\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">13\u00a0\u00e4hnlich drapierte Skelette<\/a>, ebenfalls aus gallischer Zeit, aufgedeckt. Diese \u00dcberreste wurden inzwischen genauer untersucht: Es waren ausschlie\u00dflich M\u00e4nner, die zum Zeitpunkt ihres Todes unverheilte Verletzungen hatten. Unklar sei aber noch, wie die Skelette zu deuten\u00a0sind. <\/p>\n<p>Die 13\u00a0bereits bekannten Toten sa\u00dfen in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden auf einer L\u00e4nge von 25\u00a0Metern im Boden\u00a0\u2013 aufgereiht in Nord-S\u00fcd-Richtung. Auch die neu entdeckten Gr\u00e4ber sind auf diese Weise angeordnet, wobei ein Teil davon zu einer bislang unbekannten Reihe in 20\u00a0Meter Entfernung geh\u00f6rt. Anthropologische Untersuchungen der 2024 entdeckten Skelette ergaben, dass es sich um 40\u00a0bis 60\u00a0Jahre alte M\u00e4nner handelte, die, sofern an den Knochen und Z\u00e4hnen ersichtlich, zu Lebzeiten bei guter Gesundheit waren.<\/p>\n<p>Anders als f\u00fcr gallische Bestattungen typisch hatte keiner der M\u00e4nner Beigaben erhalten. Auch sonst fehlten Artefakte; einzig ein Toter trug einen Reif aus schwarzem Gestein um den linken Arm. Den Schmuck datieren die Ausgr\u00e4ber ins 3.\u00a0Jahrhundert v.\u00a0Chr. Ungef\u00e4hr in diese Zeit k\u00f6nnten auch die \u00fcbrigen Beisetzungen geh\u00f6ren. Denn dass sie miteinander in Verbindung stehen, mache die gleichf\u00f6rmige Anordnung wahrscheinlich\u00a0\u2013 sowohl die der Gruben als auch die der Toten.<\/p>\n<p>Gewaltsam get\u00f6tet<\/p>\n<p>Die toten M\u00e4nner lehnten allesamt mit dem R\u00fccken an der Ostwand der Grube, ihr Blick richtete sich nach Westen. Und wie es scheint, waren sie nicht eines nat\u00fcrlichen Todes gestorben, sondern gewaltsam get\u00f6tet worden: An den Oberarmknochen stellten die Fachleute unverheilte Verletzungen fest; auf den Sch\u00e4del eines Mannes war mit einem spitzen Gegenstand eingeschlagen worden. <\/p>\n<p> \u00a9 Herv\u00e9 Laganier \/ Inrap (Ausschnitt) <\/p>\n<p> Sitzgallier | Im Jahr 2024 entdeckten Arch\u00e4ologen in Dijon mehrere Gruben mit sitzenden Skeletten. Die Toten waren irgendwann im 3.\u00a0Jahrhundert v.\u00a0Chr. in die Erde gelangt. <\/p>\n<p>Schon in den 1990er-Jahren hatten Arch\u00e4ologen im weiteren Umfeld der jetzigen Grabung zwei gleiche Grubengr\u00e4ber entdeckt\u00a0\u2013 und dazu einen Tierfriedhof aus derselben Zeit. \u00dcberreste von Hunden, Schafen und Schweinen lagen im Boden, die laut den Arch\u00e4ologen als Teil einer gallischen Kultst\u00e4tte verstanden werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Krieger, Ahnen oder Priester?<\/p>\n<p>Doch wer waren diese M\u00e4nner? Gemeinsamkeiten wie die hockende Haltung, die Bestattung ohne Beigaben und die Anordnung im Boden sprechen daf\u00fcr, dass sie einer speziellen Gruppe angeh\u00f6rten. Aus der keltischen Bildkunst kenne man zudem Darstellungen von G\u00f6ttern und Kriegern im Schneidersitz. Die Experten des Inrap lassen allerdings eine genaue Deutung offen. So k\u00f6nne es sich um Angeh\u00f6rige der Elite, Krieger, Ahnen oder Mitglieder einer religi\u00f6sen Kaste gehandelt haben.<\/p>\n<p>Die Anthropologin Val\u00e9rie Delattre und die Arch\u00e4ologin Laure Pecqueur vom Inrap schlugen hingegen bereits 2017\u00a0<a href=\"https:\/\/doi.org\/10.4000\/gallia.2196\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">im Fachblatt \u00bbGallia<\/a><a href=\"https:\/\/doi.org\/10.4000\/gallia.2196\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">\u2013 Arch\u00e9ologie des Gaules\u00ab vor<\/a>, in den Toten keltische Priester zu erkennen, die schon in der Antike, etwa in Julius C\u00e4sars \u00bbDe bello Gallico\u00ab, unter dem Namen Druiden bekannt waren. Zweifelsfreie Belege <a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/news\/frankreich-sind-diese-toten-keltische-druiden\/2257648\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">f\u00fcr diese These<\/a> fehlen jedoch\u00a0noch.<\/p>\n<p>Sicher ist dagegen, dass solche Bestattungen h\u00e4ufiger \u00fcberliefert sind. Es gibt mindestens zehn Fundpl\u00e4tze aus ehemals keltischem Gebiet im heutigen Frankreich und der Schweiz, bei denen, soweit bekannt, verstorbene M\u00e4nner am Rand von keltischen Kultst\u00e4tten oder f\u00fcrstlichen Residenzen in den Boden gesetzt wurden. <\/p>\n<p>Diesen Artikel empfehlen:<\/p>\n<p> ist promovierte Arch\u00e4ologin und Redakteurin f\u00fcr Arch\u00e4ologie, Geschichte und Anthropologie. <\/p>\n<ul class=\"columns kiosk__bar__categories medium-3 no-bullet small-12\">\n<li class=\"active kiosk__bar__category__digital\">Digitalausgaben <\/li>\n<li class=\"kiosk__bar__category__print\">Printausgaben <\/li>\n<li class=\"kiosk__bar__category__topseller\">Topseller <\/li>\n<li class=\"kiosk__bar__category__bundle show-for-medium\">Bundles<\/li>\n<\/ul>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" height=\"1\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/2a7d0a218a584bdb86101fbc3ce8d57e.gif\" width=\"1\"\/><\/p>\n<p>Bitte erlauben Sie Javascript, um die volle Funktionalit\u00e4t von Spektrum.de zu erhalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Grabung in Frankreich: Gr\u00e4ber hockender Gallier entdeckt &#8211; Spektrum der WissenschaftDirekt zum InhaltGrabung in Frankreich: Gr\u00e4ber hockender Gallier&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":883336,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[3974],"tags":[331,332,6425,144567,194716,548,663,3934,3980,156,194715,13,130724,80,14,15,12],"class_list":["post-883335","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-frankreich","tag-aktuelle-nachrichten","tag-aktuelle-news","tag-archaeologie","tag-dijon","tag-druiden","tag-eu","tag-europa","tag-europe","tag-france","tag-frankreich","tag-gallier","tag-headlines","tag-kelten","tag-kultur","tag-nachrichten","tag-news","tag-schlagzeilen"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116262092785101209","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/883335","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=883335"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/883335\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/883336"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=883335"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=883335"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=883335"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}