{"id":883575,"date":"2026-03-20T17:17:18","date_gmt":"2026-03-20T17:17:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/883575\/"},"modified":"2026-03-20T17:17:18","modified_gmt":"2026-03-20T17:17:18","slug":"renditen-ziehen-nach-powell-signal-kraeftig-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/883575\/","title":{"rendered":"Renditen ziehen nach Powell-Signal kr\u00e4ftig an"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Fed-Powell-mit-Zins-Schock_bbg-scaled.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-383390 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Fed-Powell-mit-Zins-Schock_bbg-scaled.jpg\" alt=\"Fed-Zins-Schock: Renditen ziehen nach Powell-Signal kr\u00e4ftig an\" width=\"2560\"\/><\/a>Jerome Powell am 18. M\u00e4rz. Foto: Kent Nishimura\/Bloomberg<\/p>\n<p>Die Fed sorgt erneut f\u00fcr Bewegung an den M\u00e4rkten: Die Erwartungen an eine Zinssenkung stehen zunehmend in Frage. Nach klaren Signalen von Jerome Powell reagiert der Anleihemarkt deutlich. Die Renditen steigen kr\u00e4ftig \u2013 und die Hoffnung auf sinkende Zinsen ger\u00e4t ins Wanken.<\/p>\n<p>Fed-Zins-Schock trifft Anleihemarkt<\/p>\n<p>Die Federal Reserve hatte bereits seit Monaten angedeutet, dass weitere Zinssenkungen alles andere als sicher sind.\u00a0Am Mittwoch setzte sich diese Botschaft schlie\u00dflich vollst\u00e4ndig bei den Anleiheh\u00e4ndlern durch.<\/p>\n<p>Wie Bloomberg berichtet, gerieten US-Staatsanleihen unter Druck, w\u00e4hrend kurzfristige Renditen auf den h\u00f6chsten Stand seit August kletterten. Hintergrund war eine Aussage von Fed-Chef Jerome Powell, wonach die Notenbank zun\u00e4chst Fortschritte bei der Inflation sehen m\u00fcsse, bevor sie die Zinsen weiter senkt. Bleiben diese Fortschritte aus, werde es auch keine Zinssenkung geben. Die Notenbank belie\u00df den Leitzins bereits zum zweiten Mal in Folge <a href=\"https:\/\/finanzmarktwelt.de\/fed-zinsen-bleiben-unveraendert-komplettes-statement-383353\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">unver\u00e4ndert<\/a>.<\/p>\n<p>Zwar hielten die W\u00e4hrungsh\u00fcter offiziell an ihrer mittleren Prognose von einer weiteren Senkung der Zinsen in diesem Jahr fest. Entscheidend f\u00fcr die M\u00e4rkte waren jedoch Powells Aussagen. Die <a href=\"https:\/\/www.cmegroup.com\/markets\/interest-rates\/cme-fedwatch-tool.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Wahrscheinlichkeit<\/a> f\u00fcr selbst nur eine Zinssenkung wird inzwischen von den M\u00e4rkten als etwa gleich verteilt eingesch\u00e4tzt. Zus\u00e4tzliche Unsicherheit bringen der Krieg im Nahen Osten sowie steigende \u00d6lpreise.<\/p>\n<p>Der rund 31 Billionen Dollar schwere Markt verzeichnete deutliche Verluste, wodurch die Renditen weiter anzogen.Die Renditen zweij\u00e4hriger US-Staatsanleihen, die besonders sensibel auf geldpolitische Ver\u00e4nderungen reagieren, stiegen um mehr als 10 Basispunkte <a href=\"https:\/\/de.investing.com\/rates-bonds\/u.s.-2-year-bond-yield\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">auf 3,80 Prozent<\/a> \u2013 ein Siebenmonatshoch. Die Rendite zehnj\u00e4hriger Anleihen kletterte zeitweise um bis zu sieben Basispunkte auf 4,27 Prozent.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/finanzmarktwelt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Fed-Zinssenkung-Ausblick_bbg.jpg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-383388 size-large\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Fed-Zinssenkung-Ausblick_bbg-1024x709.jpg\" alt=\"Zinsen: Fed tr\u00fcbt die Aussicht auf eine Zinssenkung\" width=\"640\" height=\"443\"  \/><\/a>Die Aussichten auf eine Zinssenkung durch die FedRenditen ziehen deutlich an<\/p>\n<p>Es ist nicht das erste Mal, dass sich der Markt an die Kommunikation der Fed anpassen muss, doch die aktuellen Bewegungen fallen besonders deutlich aus. Powell betonte, dass es innerhalb der Notenbank eine \u201esp\u00fcrbare\u201c Verschiebung hin zu weniger Zinssenkungen gegeben habe. Zudem sei \u2013 wie bereits im Januar \u2013 auch \u00fcber m\u00f6gliche Zinserh\u00f6hungen diskutiert worden.<\/p>\n<p>Die Entwicklung der letzten sechs Monate zeigt laut Robert Tipp, Leiter f\u00fcr globale Anleihen und Chefstratege bei PGIM, eine klare Ver\u00e4nderung: Die \u00dcberzeugung habe sich von sicheren Senkung der Zinsen \u00fcber m\u00f6gliche Zinssenkungen hin zu einer Diskussion \u00fcber potenzielle Zinserh\u00f6hungen verschoben.<\/p>\n<p>Noch vor drei Wochen hatten H\u00e4ndler mit bis zu drei Zinssenkungen in diesem Jahr gerechnet. Damals sorgten Sorgen \u00fcber m\u00f6gliche Marktverwerfungen durch k\u00fcnstliche Intelligenz und Probleme im <a href=\"https:\/\/finanzmarktwelt.de\/private-credit-2-billionen-dollar-risiko-erinnert-an-finanzkrise-382535\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">privaten Kreditmarkt<\/a> f\u00fcr Nervosit\u00e4t. Diese Unsicherheiten trieben im Februar eine starke Rally bei US-Staatsanleihen an, die beste Monatsperformance seit einem Jahr. Die bisherigen Verluste im M\u00e4rz haben diese Gewinne jedoch fast vollst\u00e4ndig zunichtegemacht.<\/p>\n<p>Allein in diesem Monat sind die Renditen zweij\u00e4hriger Anleihen um 38 Basispunkte gestiegen \u2013 auf dem Weg zum st\u00e4rksten monatlichen Anstieg seit Oktober 2024. Parallel dazu legte der \u00d6lpreis deutlich zu. Mit aktuell etwa 3,75 Prozent liegen die Renditen inzwischen wiederholt \u00fcber dem effektiven Fed-Leitzinsniveau \u2013 ein Ph\u00e4nomen, das zuletzt 2023 w\u00e4hrend einer Phase aktiver Zinserh\u00f6hungen zu beobachten war.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/finanzmarktwelt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Renditen-2-jaehriger-US-Staatsanleihen_bbg.jpg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-383389 size-large\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Renditen-2-jaehriger-US-Staatsanleihen_bbg-1024x576.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"360\"  \/><\/a>Zweij\u00e4hrige Renditen steigen \u00fcber den wichtigen Referenzzinssatz der FedInflation bleibt zentrales Risiko<\/p>\n<p>Die aktualisierten Zinsprognosen der Fed, bekannt als \u201eDot Plot\u201c, zeigen, dass die Notenbanker jeweils eine Zinssenkung um 25 Basispunkte f\u00fcr die Jahre 2026 und 2027 erwarten. Dabei w\u00e4gen sie weiterhin Risiken sowohl f\u00fcr das Wirtschaftswachstum als auch f\u00fcr die Inflation ab.<\/p>\n<p>Die zus\u00e4tzliche Unsicherheit durch den Krieg im Nahen Osten verst\u00e4rkt die Sorgen der Marktteilnehmer. Steigende Energiepreise k\u00f6nnten die Inflation erneut anheizen, die ohnehin \u00fcber dem 2%-Ziel der Fed liegt, oder mittelfristig das Wachstum belasten.<\/p>\n<p>Laut Dan Carter, Senior-Portfoliomanager bei Fort Washington Investment Advisors, klang Powell in seinen Aussagen st\u00e4rker besorgt \u00fcber die Inflation als \u00fcber m\u00f6gliche negative Wachstumsfolgen durch steigende \u00d6lpreise. Carter sieht kurzfristige bis mittelfristige Zinsen dennoch als attraktiv an, da Zinserh\u00f6hungen aktuell als unwahrscheinlich gelten.<\/p>\n<p>Ein Bericht zu den <a href=\"https:\/\/finanzmarktwelt.de\/us-erzeugerpreise-schon-im-februar-deutlich-hoeher-als-erwartet-383317\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">US-Erzeugerpreisen<\/a> f\u00fcr Februar zeigte zudem st\u00e4rkere Anstiege als von \u00d6konomen erwartet.<\/p>\n<p>Wenn sich Inflationserwartungen l\u00f6sen, geschieht das oft sehr schnell. In einem solchen Szenario k\u00f6nnte die Fed gezwungen sein, ihren derzeit eher lockeren Kurs abrupt in eine restriktivere Haltung zu \u00e4ndern. Dieses abrupte Umschwenken stellt laut Marktstrategen das gr\u00f6\u00dfte Risiko f\u00fcr Anleihem\u00e4rkte und andere Risikoanlagen dar.<\/p>\n<p>Powell und politische Unsicherheit<\/p>\n<p>Powell erkl\u00e4rte au\u00dferdem, dass er plane, bis zum Abschluss der Untersuchung durch das US-Justizministerium im Amt zu bleiben. Es war das erste Mal, dass er \u00f6ffentlich andeutete, auch nach dem Ende seiner Amtszeit als Vorsitzender im Mai weiterhin als Gouverneur t\u00e4tig zu sein \u2013 ein Mandat, das bis 2028 l\u00e4uft.<\/p>\n<p>US-Pr\u00e4sident Donald Trump, der wiederholt sinkende Zinsen gefordert hatte, hat bereits einen m\u00f6glichen Nachfolger nominiert: den ehemaligen Fed-Gouverneur Kevin Warsh.<\/p>\n<p>Laut Robert Tipp hielt sich der Markt zun\u00e4chst stabil, bis Powell seine Verbleibsabsicht signalisierte. Dies wurde als Hinweis interpretiert, dass er eine restriktivere geldpolitische Haltung vertritt als ein m\u00f6glicher Fed-Chef Warsh.<\/p>\n<p>FMW\/Bloomberg<\/p>\n<p><p>\u00dcber den RedakteurStefan J\u00e4ger<\/p>\n<p>Finanzjournalist und Trader<\/p>\n<p>Stefan J\u00e4ger berichtet als Finanzjournalist \u00fcber das aktuelle Geschehen an den Aktien- und Edelmetallm\u00e4rkten. Mit fundierter Fundamentalanalyse und pr\u00e4ziser Technischer Analyse beleuchtet er zudem Chancen und Risiken verschiedenster Assets.<\/p>\n<p> <a class=\"eoc btn\" href=\"#comments\">Kommentare lesen und schreiben, hier klicken<\/a>  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Jerome Powell am 18. M\u00e4rz. 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