{"id":8859,"date":"2025-04-05T00:10:19","date_gmt":"2025-04-05T00:10:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/8859\/"},"modified":"2025-04-05T00:10:19","modified_gmt":"2025-04-05T00:10:19","slug":"fuer-die-befruchtungsmaschine-elon-musk-kommt-das-buch-ueber-voegel-zu-spaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/8859\/","title":{"rendered":"F\u00fcr die Befruchtungsmaschine Elon Musk kommt das Buch \u00fcber V\u00f6gel zu sp\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p><strong>Dreizehn oder vierzehn? Sicher ist nur: Elon Musk hat mehr Kinder als die FDP W\u00e4hler. Ruft er alle Namen hintereinander, dauert das l\u00e4nger als Inventur bei den Wollnys.<\/strong><\/p>\n<p>Was f\u00fcr eine Woche. Die zahlreichen Teilnehmer des politischen Crash-Diskurses sprinten dieser Tage in Spendierhosen durch den Kommentarspalten-Debattierclub, die praller gef\u00fcllt sind als Elon Musks Scheckbuch, wenn mal wieder irgendwo ein uneheliches Kind von ihm auftaucht. Musk, dem inoffiziellen Superminister aus Donald Trumps Legendenadministration wurde n\u00e4mlich gerade nicht nur das Karriereaus im Wei\u00dfen Haus prognostiziert &#8211; nein, die &#8222;Autorin&#8220; Ashley St. Clair beteuert dar\u00fcber hinaus aktuell auf Social Media und vor Gericht, Musk sei der Vater ihres im Herbst 2024 geborenen Sohnes. Gleichzeitig prangert sie an, ebenjener Musk schere sich um die Erziehung dieses gemeinsamen Sohnes und seine v\u00e4terlichen finanziellen Pflichten noch weniger als um den Aktienkurs von Tesla. Weswegen sie, also St. Clair, sich zur einzig logischen Reaktion entschied: medienwirksam den 100.000-Dollar-Tesla zu verkaufen, den Musk ihr geschenkt hatte. Interessant, denn inzwischen h\u00e4tten die meisten Frauen lieber ein Auto als ein Kind von ihm.<\/p>\n<p>Offizieller Tesla-Protest also aus der Miterzeugerfraktion. Ein mutiger Schritt. Vor allem in einem Land, in dem der amtierende Pr\u00e4sident so penetrant unverfroren die Werbetrommel f\u00fcr Musks Megaprodukt Tesla r\u00fchrt, dass TV-Sender hierzulande seine Presseauftritte aufgrund des Rundfunkstaatsvertrags nur noch mit dem Hinweis &#8222;Dauerwerbesendung&#8220; ausstrahlen d\u00fcrften. Man stelle sich mal vor, Olaf Scholz st\u00fcnde im Vorgarten des Kanzleramtes, hinter ihm ein h\u00fcbsch drapierter VW Polo, und redete dem Volk eindringlich ins Gewissen, als echter Patriot m\u00fcsse das n\u00e4chste Auto auf jeden Fall ein Volkswagen sein.<\/p>\n<p>Wenn dann (vielleicht) nach einigen Monaten des streng regierungsergebenen Konsumverhaltens durch den deutschen Automichel eine spontane Neuwagen-Kaufwelle \u00fcber die Wolfsburger Produktionshallen hereinbr\u00e4che, die den Aktienkurs von VW rettete, w\u00fcrde die Presse mit kritischen Nachfragen zur Rolle von Olaf Scholz bei dieser \u00fcberraschenden Trendwende am Dax beginnen. Der w\u00fcrde jedoch die Cum-Ex-Karte ziehen und sich traditionell an nichts erinnern. Ung\u00fcnstig an dieser Stelle lediglich: Deutschland ist eben nicht Amerika. Das wusste schon Franz Beckenbauer, als er feststellte: &#8222;Die Schweden sind keine Brasilianer!&#8220; Wobei, wenn das mit Donald Trump so weitergeht, sind sowohl Schweden wie auch Brasilianer demn\u00e4chst vermutlich ohnehin Amerikaner. Jedenfalls, wenn es der Frau von US-Vize J.D. Vance dort nicht zu kalt ist.<\/p>\n<p>It Musk Have Been Love, But It&#8217;s Over Now<\/p>\n<p>Jetzt aber schnell zur\u00fcck zur omnipotenten Befruchtungsmaschine Elon Musk. Der hat inzwischen so viele Kinder, selbst deutsche Qualit\u00e4tsmedien verlieren gelegentlich den \u00dcberblick. \u00dcber das neueste Mitglied der Elon-Musk-Erbengemeinschaft sprechen beispielsweise die Fertilit\u00e4ts-Chronisten vom &#8222;Spiegel&#8220; von Musks 14. Kind, w\u00e4hrend sich das Politmagazin &#8222;Gala&#8220; sicher ist, Ashley St. Clair sei die Mutter von Musks 13. Kind. So oder so: Elon Musk hat mehr Kinder als die FDP W\u00e4hler. Ruft er alle Namen hintereinander, dauert das l\u00e4nger als Inventur bei den Wollnys.<\/p>\n<p>Eindeutig definierbar ist an der Geschichte momentan erst etwa so viel, wie an der au\u00dfenpolitischen Philosophie der neuen US-Regierung. Ashley St. Clair etwa taucht, zumindest f\u00fcr Nicht-Amerikaner, aus dem Nichts auf &#8211; und ihr Name erinnert dann auf den ersten Blick auch noch an mittelm\u00e4\u00dfig hyperkreativ ausgew\u00e4hlte K\u00fcnstlernamen von Porno-Darstellerinnen. Wobei das nat\u00fcrlich sexistischer Quatsch ist. Aber mal was anderes: warum liegt hier eigentlich Stroh rum?<\/p>\n<p> Der Elefant auf der gemischten Toilette<\/p>\n<p>Jene Ashley St. Clair w\u00fcnscht sich mehr finanzielle Zuwendung. Musk beteuert derweil, er habe bereits 2,5 Millionen Dollar beigesteuert. Dar\u00fcber hinaus verdient St. Clair ja auch selbst ordentlich. Die urspr\u00fcnglich als rechte Influencerin bekannt gewordene Trump-Supporterin firmiert inzwischen als Autorin. Logisch, &#8222;Autorin&#8220; h\u00f6rt sich intellektueller an als &#8222;Fake News Superspreader&#8220;. Und immerhin hat sie (nicht allein zwar, aber immerhin) ein Kinderbuch auf den Markt geworfen, das mit Sicherheit nicht durch die Trump-Cancel-Culture-Offensive an Schulen verboten wird. Ihr Meisterwerk hei\u00dft &#8222;Elefanten sind keine V\u00f6gel&#8220; und erkl\u00e4rt Kindern, da kommen Sie nie drauf: dass Elefanten keine V\u00f6gel sind.<\/p>\n<p>Die eigentliche Message, die &#8222;Elephants Are Not Birds&#8220; in die Kinderzimmer transportiert, lautet nat\u00fcrlich: Jungs sind keine M\u00e4dchen. Oder wie der Verlag sagt: &#8222;Ein christlich konservatives Kinderbuch zum Thema Geschlechtsidentit\u00e4t.&#8220; Darin begleiten die wissbegierigen Kinder dann einen Kevin dabei, wie er lernt, dass er kein Vogel ist, nur weil er singen kann. Und das, obwohl diese linksgr\u00fcn zersetzte Gesellschaft eine Kultur der Woke-Wahrnehmung geschaffen hat, die ihm genau das einreden m\u00f6chte. Alles in allem also ein sehr sympathisches Buch, in dem garantiert noch weniger gegendert wird als bei einer Festrede von Christoph Plo\u00df. Und sehr logisch. Die Fortsetzung wird sich vermutlich mit einem M\u00e4dchen befassen, das Jane hei\u00dft und lernt: Eine Banane ist kein Auto, nur weil sie gelb ist.<\/p>\n<p>Was Ashley St. Clair bewogen hat, ein Pamphlet gegen Geschlechtsidentit\u00e4t zu verfassen, ist unklar. Vielleicht wollte sie fr\u00fchzeitig sicherstellen, dass Elon Musk nicht nochmal erleben muss, wie eines seiner Kinder sich mit seinem Geschlecht unwohl f\u00fchlt. Musks Tochter Vivian Jenna Wilson war 2004 als &#8222;Xavier&#8220; auf die Welt gekommen, dann &#8222;weiblich und sp\u00e4ter transgender geworden&#8220; und hatte ihrem biologischen Vater unl\u00e4ngst vorgeworfen, er h\u00e4tte bei ihr die sexselektive In-Vitro-Fertilisation verwendet. Eine Methode, bei der das Geschlecht eines Embryos vor der Implantation bestimmt und ausgew\u00e4hlt wird.<\/p>\n<p>Lars, Friedrich und die kleinen Paschas <\/p>\n<p>Keine 14 Kinder, aber fast so gro\u00dfe Probleme wie Elon Musk hat unterdessen Friedrich Merz. Der Mann, der noch sehnlicher Kanzler werden m\u00f6chte als Elon Musk Intellektueller, steht weiterhin in harten Koalitions-Verhandlungen mit der SPD. Und stark unter Druck. Nachdem er mit seinem Schuldenbremsen-R\u00fcckw\u00e4rtssalto bereits einiges an konservativer W\u00e4hlergefolgschaft verprellt hatte, muss er nun dringend mal punkten. Da bietet sich nat\u00fcrlich das Lieblingsthema der Rechts-Bubble an: Migration. Leider ausgerechnet der Bereich, bei dem SPD-Chefverhandler Lars Klingbeil ihn bislang gnadenloser auf die Tartanbahn der Erkl\u00e4rungsnotst\u00e4nde geblutgr\u00e4tscht hatte als J\u00fcrgen Kohler und Katsche Schwarzenbeck zusammen. <\/p>\n<p>Die SPD, mit desastr\u00f6sen 16,4 Prozent aus der Bundestagswahl hervorgegangen, kommt seit dem 23. Februar vor Verwunderung nicht mehr in den Schlaf. Wie man mit einem Ergebnis, \u00fcber das mittlerweile sogar die AfD nur noch m\u00fcde l\u00e4chelt, eine so dominante Rolle in den Regierungsanbahnungsgespr\u00e4chen einnehmen kann, ist das gr\u00f6\u00dfte R\u00e4tsel der parlamentarischen Demokratie. Wobei die Nibelungentreue der SPD zum m\u00f6glichst sorglosen Umgang mit der Migrationssituation durchaus Fragen aufwirft. Vor allem in einer Zeit, in der das Thema wie kein zweites die Stammtische des Landes besch\u00e4ftigt. Und das in den Kneipen wie auch das in den Kommentarspalten. Andererseits: Wenigstens redet Friedrich Merz aktuell nicht mehr andauernd von &#8222;kleinen Paschas&#8220;, &#8222;Sozialtourismus&#8220; oder Zahnarztterminen.<\/p>\n<p>Schr\u00f6dingers harte Hand des Gesetzes<\/p>\n<p>Ebenfalls Schlagzeilen am sogenannten Flie\u00dfband produzierte diese Woche die franz\u00f6sische Justiz mit ihrem Urteil gegen die Rechtspopulistin Marine Le Pen. Die h\u00e4tte nach aktueller Einsch\u00e4tzung vieler Experten die kommende Wahl gewonnen. H\u00e4tte. Denn nun ist sie wegen Veruntreuung zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Au\u00dferdem tritt umgehend ein Ausschluss von allen \u00f6ffentlichen \u00c4mtern in Kraft. Folglich kann sie 2027 nicht als Kandidatin antreten. Der Supergau f\u00fcr jeden, der Merz f\u00fcr zu weit links h\u00e4lt. Nach Ungarn, Italien oder den Niederlanden galt unter gl\u00fchenden Verfechtern der Stolzmonat-Bewegung Frankreich als das n\u00e4chste Land, in dem alsbald jeder in Reichtum und Sicherheit leben w\u00fcrde, weil endlich Gendern verboten wird und nat\u00fcrlich Migration. Und jetzt? Schlimmere Katerstimmung als bei Tino Chrupalla, <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/AfD-Chef-muss-bei-Lieblingsgedicht-passen-article22798650.html\" rel=\"Follow noopener\" target=\"_self\">wenn jemand nach Lieblingsgedichten fragt<\/a>.<\/p>\n<p>Und obwohl die turbopatriotische Deppen-Armada beim absichtlichen Fehlinterpretieren von Kriminalstatistiken noch einfallsreicher ist als Donald Trump bei neuen Z\u00f6llen, kommt sie durch den Le-Pen-Downfall in ein Erkl\u00e4rungsdilemma. Jahrelang hatte man gepredigt, die Justiz m\u00f6ge bei Straftaten endlich konsequent durchgreifen. Heute echauffiert man sich, das Urteil gegen Marine Le Pen sei demokratiefeindlich und daher schon mal mindestens ein Justizskandal. Dabei hatte Le Pen selbst schon 2013 genau die konsequente Vorgehensweise gegen exakt die Vergehen gefordert, wegen der sie nun verurteilt wurde. Die volle Klaviatur des Rechtsstaats wird offenbar nur vehement gefordert, wenn es um politische Gegner geht. Oder wie wir Philosophen sagen: Schr\u00f6dingers harte Hand des Gesetzes. Wie Europas Rechtspopulisten den Verlust ihrer Galionsfigur Marine Le Pen verkraften, das verrate ich vielleicht schon kommende Woche genau hier!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Dreizehn oder vierzehn? Sicher ist nur: Elon Musk hat mehr Kinder als die FDP W\u00e4hler. 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