{"id":886889,"date":"2026-03-22T01:55:19","date_gmt":"2026-03-22T01:55:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/886889\/"},"modified":"2026-03-22T01:55:19","modified_gmt":"2026-03-22T01:55:19","slug":"oelkrise-im-nahen-osten-energieagentur-fordert-homeoffice-und-tempolimit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/886889\/","title":{"rendered":"\u00d6lkrise im Nahen Osten: Energieagentur fordert Homeoffice und Tempolimit"},"content":{"rendered":"<p>    close notice<\/p>\n<p class=\"notice-banner__text a-u-mb-0\">\n      This article is also available in<br \/>\n        <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/en\/news\/Oil-crisis-in-Middle-East-IEA-calls-for-home-office-and-speed-limits-11220263.html\" class=\"notice-banner__link a-u-inline-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">English<\/a>.<\/p>\n<p>      It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.\n    <\/p>\n<p class=\"notice-banner__link a-u-mb-0\">\n    Don\u2019t show this again.\n<\/p>\n<p>Der Iran-Krieg hat die schwerste Versorgungsst\u00f6rung in der Geschichte des globalen \u00d6lmarkts ausgel\u00f6st. Da der Schiffsverkehr durch die Stra\u00dfe von Hormus fast vollst\u00e4ndig zum Erliegen gekommen ist, fehlen dem Weltmarkt t\u00e4glich rund 20 Millionen Barrel Roh\u00f6l und \u00d6lprodukte. Das entspricht etwa 20 Prozent des weltweiten Verbrauchs. Die Internationale Energieagentur (IEA) warnt daher vor drastischen wirtschaftlichen Folgen f\u00fcr Haushalte und Unternehmen, da die Preise f\u00fcr Roh\u00f6l bereits die Marke von 100 US-Dollar \u00fcberschritten haben und besonders Diesel sowie Kerosin deutlich teurer werden.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Zwar haben die IEA-Mitgliedstaaten bereits die Freigabe von 400 Millionen Barrel aus Notfallreserven beschlossen. Doch reichen diese angebotsseitigen Ma\u00dfnahmen laut der Institution allein nicht aus, um die L\u00fccke zu f\u00fcllen. In einem <a href=\"https:\/\/www.iea.org\/reports\/sheltering-from-oil-shocks\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">neuen Bericht<\/a> dr\u00e4ngt die IEA daher auf sofortige Verhaltens\u00e4nderungen auf der Nachfrageseite. Dabei steht vor allem der Stra\u00dfenverkehr im Fokus, der fast die H\u00e4lfte des globalen \u00d6lbedarfs verursacht.<\/p>\n<p>Ein Pfeiler der Strategie ist die Ausweitung von Homeoffice. Laut IEA k\u00f6nnten allein drei zus\u00e4tzliche Tage Fernarbeit pro Woche den \u00d6lverbrauch von Autos auf nationaler Ebene um zwei bis sechs Prozent senken. F\u00fcr den einzelnen Pendler, der bisher t\u00e4glich zur Arbeit f\u00e4hrt, bedeute ein solcher Wechsel sogar eine Ersparnis beim pers\u00f6nlichen Kraftstoffverbrauch von bis zu 20 Prozent.<\/p>\n<p>In fortgeschrittenen Volkswirtschaften sei etwa jeder dritte Arbeitsplatz f\u00fcr mobiles Arbeiten geeignet, erl\u00e4utert die Agentur. In Schwellenl\u00e4ndern seien es rund 20 Prozent. Die IEA r\u00e4t Regierungen, Firmen zum Zulassen von Telearbeit zu motivieren und im \u00f6ffentlichen Dienst mit gutem Beispiel voranzugehen. Das k\u00f6nnte hei\u00dfen, etwa Beh\u00f6rden an bestimmten Werktagen zu schlie\u00dfen. Erste L\u00e4nder wie Pakistan oder die Philippinen h\u00e4tten bereits verk\u00fcrzte Arbeitswochen f\u00fcr Staatsbedienstete eingef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Raser-Stopp gegen den Preisschock<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich fordert die IEA eine Senkung von Autobahn-Tempolimits um mindestens 10 km\/h. Diese Ma\u00dfnahme sei besonders effektiv, da sie sofort umgesetzt werden k\u00f6nne und den Kraftstoffverbrauch eines Pkws unmittelbar um f\u00fcnf bis zehn Prozent reduziere. Auf nationaler Ebene lie\u00dfen sich so je nach Infrastruktur zwischen einem und sechs Prozent des Pkw-\u00d6lverbrauchs einsparen. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) erinnerte in dem Zusammenhang an ihre <a href=\"https:\/\/mitmachen.duh.de\/tempolimit-jetzt\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Petition<\/a>, hierzulande \u201ef\u00fcr Klimaschutz, Menschenleben und weniger Abh\u00e4ngigkeit von \u00d6limporten\u201c \u00fcberhaupt ein Tempolimit einzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Auch f\u00fcr den Schwerlastverkehr sieht die IEA hier Potenziale: Trotz der ohnehin geringeren Geschwindigkeiten von Lkws f\u00fchre eine Reduktion um 10 km\/h zu einer Kraftstoffersparnis von etwa f\u00fcnf Prozent pro Fahrzeug. Dies w\u00fcrde vor allem die stark angespannte Versorgungslage bei Diesel entlasten. Historische Vorbilder f\u00fcr solche Schritte finden sich in der \u00d6lkrise von 1973, als L\u00e4nder wie Frankreich die Limits drastisch senkten. Aktuell hat Pakistan bereits die H\u00f6chstgeschwindigkeit auf Autobahnen f\u00fcr Pkw von 120 auf 100 km\/h reduziert.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Die IEA schl\u00e4gt weitere Schritte vor, um den Druck auf die M\u00e4rkte zu mindern. Dazu geh\u00f6rt die verst\u00e4rkte Nutzung des \u00f6ffentlichen Nahverkehrs, was durch g\u00fcnstigere Tarife oder kostenlose Angebote wie in Luxemburg oder Malta gef\u00f6rdert werden k\u00f6nne. Auch Fahrgemeinschaften, effizientere Fahrweisen (Eco-Driving) und die Reduktion von Gesch\u00e4ftsreisen per Flugzeug k\u00f6nnten den Bedarf an Kerosin und Benzin kurzfristig um zweistellige Prozentbetr\u00e4ge senken.<\/p>\n<p>In St\u00e4dten empfiehlt die Agentur zeitweise Fahrverbote basierend auf Kennzeichennummern, um Staus und den damit verbundenen unn\u00f6tigen Verbrauch durch Leerlauf und Stop-and-Go-Verkehr zu minimieren. Sie betont, dass solche Ans\u00e4tze entscheidend dazu beitr\u00fcgen, die Kosten f\u00fcr Verbraucher zu senken und die Energieversorgung f\u00fcr lebensnotwendige Bereiche zu sichern.<\/p>\n<p>Deutsche Preisdebatte<\/p>\n<p>In Deutschland hat der Preisanstieg, der Benzin und Diesel vielerorts \u00fcber die Zwei-Euro-Marke getrieben hat, eine heftige politische Debatte entfacht. W\u00e4hrend <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Sprit-immer-teurer-Preisbremse-ueberwiegend-abgelehnt-11202982.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Automobilclubs und Teile der Opposition eine \u201eSpritpreisbremse\u201c durch Steuersenkungen oder das Aussetzen der CO2-Abgabe fordern<\/a>, reagiert die Bundesregierung bisher eher zur\u00fcckhaltend mit ordnungspolitischen Instrumenten. Sie <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Spritpreise-Regierung-will-Kartellrecht-verschaerfen-11211569.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">brachte ein Kraftstoffma\u00dfnahmenpaket auf den Weg<\/a>. Es sieht etwa vor, dass Tankstellen ihre Preise nur noch einmal t\u00e4glich um 12 Uhr erh\u00f6hen d\u00fcrfen. Das soll die Transparenz erh\u00f6hen und den Wettbewerb st\u00e4rken. \u00d6konomen sind gegen pauschale Subventionen wie einen neuen Tankrabatt, da diese die tats\u00e4chliche Knappheit verschleierten.<\/p>\n<p>Die IEA ruft auch die Industrie auf, ihren Beitrag zu leisten. In L\u00e4ndern, in denen die Versorgung mit Fl\u00fcssiggas (LPG) unter Druck steht, k\u00f6nnten Anlagen auf alternative Rohstoffe umsteigen. Insgesamt sollten staatliche F\u00f6rderungen zielgerichtet und zeitlich begrenzt sein. Es gehe darum, soziale H\u00e4rten abzufedern, ohne den Anreiz zum Energiesparen zu untergraben.<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:nen@heise.de\" title=\"Niklas Jan Engelking\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">nen<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p><strong>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. Jetzt eine Woche unverbindlich testen \u2013 ohne Verpflichtung!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"close notice This article is also available in English. 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