{"id":88763,"date":"2025-05-06T10:53:08","date_gmt":"2025-05-06T10:53:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/88763\/"},"modified":"2025-05-06T10:53:08","modified_gmt":"2025-05-06T10:53:08","slug":"wissenschaftler-identifizieren-den-kaeltesten-bisher-bekannten-exoplaneten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/88763\/","title":{"rendered":"Wissenschaftler identifizieren den k\u00e4ltesten bisher bekannten Exoplaneten"},"content":{"rendered":"<p>Entdeckt wurde der Planet mit dem etwas komplizierten Namen WD 1856+534 b bereits vor einigen Jahren. Eine neue Untersuchung hat ergeben, dass er der k\u00e4lteste der bisher bekannten Exoplaneten ist.<\/p>\n<p>Ein internationales Team um die Astronomin Mary Anne Limbach hat den Planeten mit dem <a href=\"https:\/\/science.nasa.gov\/mission\/webb\/mid-infrared-instrument-miri\/\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Mid-Infrared Instrument (MIRI)<\/a> des James-Webb-Weltraumteleskops (JWST) beobachtet. Obwohl er seinen Stern in einer sehr geringen Entfernung umkreist, herrscht auf seiner Oberfl\u00e4che eine Durchschnittstemperatur von minus 87 Grad Celsius (186 Kelvin).<\/p>\n<p>Bis dato galt Epsilon Indi Ab als Rekordhalter. Dort ist es aber deutlich w\u00e4rmer: Auf diesem Exoplaneten ist es im Durchschnitt 2 Grad Celsius.<\/p>\n<p>Der Planet ist fast so gro\u00df wie Jupiter<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/science.nasa.gov\/exoplanet-catalog\/wd-1856534-b\/\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">WD 1856+534 b<\/a> wurde <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Astronomie-Erstmals-Exoplanet-bei-Weissem-Zwerg-entdeckt-4903719.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">2020 entdeckt<\/a> mithilfe der Weltraumteleskope Transiting Exoplanet Survey Satellite (TESS) und Spitzer. Der Planet ist fast so gro\u00df wie der Jupiter, hat aber etwa die sechsfache Masse. Fr\u00fchere Sch\u00e4tzungen waren von 13,8 Jupitermassen ausgegangen.<\/p>\n<p>Der Planet umkreist einen etwa 80 Lichtjahre von der Erde entfernten <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/hintergrund\/Die-X-Akten-der-Astronomie-Der-unmoegliche-Weisse-Zwerg-4848978.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Wei\u00dfen Zwerg<\/a>, also einen Stern am Ende seines Daseins. Zun\u00e4chst waren die Entdecker nicht sicher, ob WD 1856+534 b nicht selbst ein Stern ist, ein Brauner Zwerg.<\/p>\n<p>&#8222;Wir waren alle etwas \u00fcberrascht \u2013 und begeistert \u2013 als wir feststellten, dass es sich tats\u00e4chlich um einen Planeten handelte, und zwar um einen wirklich kalten&#8220;, sagte Limbach <a href=\"https:\/\/www.space.com\/astronomy\/james-webb-space-telescope\/james-webb-space-telescope-finds-coldest-exoplanet-ever-seen-and-it-orbits-a-dead-star\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">dem US-Nachrichtenangebot Space.com<\/a>. Die Astronomin an der Universit\u00e4t von Michigan ist Hauptautor der Studie, die als Preprint <a href=\"https:\/\/arxiv.org\/abs\/2504.16982\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">auf dem Dokumentenserver Arxiv<\/a> abrufbar ist.<\/p>\n<p>JWST erm\u00f6glicht eine direkte Beobachtung des Planeten und damit bessere Erkenntnisse \u00fcber den Himmelsk\u00f6rper. So konnte das Team verifizieren, dass es sich um einen Planeten handelt. Dieser umkreist seinen Stern in geringer Entfernung \u2013 er braucht f\u00fcr einen Orbit nur 1,4 Tage.<\/p>\n<p>Ein Orbit in der verbotenen Zone<\/p>\n<p>Damit befindet er sich in der sogenannten verbotenen Zone. Das ist der Bereich, den der Stern eingenommen hat, als er sich im Stadium des Roten Riesen befand, bevor er zum Wei\u00dfen Zwerg zusammenschrumpfte. Alles, was sich in dieser verbotenen Zone befindet, wird von dem sich ausdehnenden Stern verschlungen. Das l\u00e4sst vermuten, dass der Planet seinen jetzigen Orbit erst sp\u00e4ter eingenommen hat.<\/p>\n<p>&#8222;Das ist ein zwingender Beweis daf\u00fcr, dass Planeten nicht nur den brutalen Tod ihres Sterns \u00fcberleben k\u00f6nnen, sondern sich auch in Umlaufbahnen bewegen k\u00f6nnen, wo wir sie vorher nicht unbedingt erwartet h\u00e4tten&#8220;, sagte Limbach.<\/p>\n<p>Das Team will im Juli das System erneut mit JWST beobachten. Es hofft, dabei weitere Planeten zu entdecken sowie Erkenntnisse dar\u00fcber zu gewinnen, wie WD 1856+534 b auf seine Umlaufbahn gekommen ist.<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:wpl@heise.de\" title=\"Werner Pluta\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">wpl<\/a>)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Entdeckt wurde der Planet mit dem etwas komplizierten Namen WD 1856+534 b bereits vor einigen Jahren. 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