{"id":8878,"date":"2025-04-05T00:20:09","date_gmt":"2025-04-05T00:20:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/8878\/"},"modified":"2025-04-05T00:20:09","modified_gmt":"2025-04-05T00:20:09","slug":"ist-deutschland-zu-abhaengig-vom-us-konzern-microsoft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/8878\/","title":{"rendered":"Ist Deutschland zu abh\u00e4ngig vom US-Konzern Microsoft?"},"content":{"rendered":"<p>                    <strong>hintergrund<\/strong><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 04.04.2025 18:54 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Microsoft feiert seinen 50. Geburtstag. Das Unternehmen dominiert den Markt f\u00fcr B\u00fcro-Software und breitet sich auch in anderen Bereichen immer weiter aus. Experten warnen vor digitaler Abh\u00e4ngigkeit.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/david-zajonz-103.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"David Zajonz\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/zajonz-101.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAn einem Tag im Jahr 2022 klingelte das Telefon von Sascha Solbach. &#8222;Es war wie im Film&#8220;, erinnert sich der B\u00fcrgermeister von Bedburg. Am H\u00f6rer hatte er die Wirtschaftsf\u00f6rderung des Landes Nordrhein-Westfalen. Ein gro\u00dfes Unternehmen wolle sich am n\u00e4chsten Tag mit ihm treffen, man d\u00fcrfe ihm aber nicht sagen, um wen es sich handelt.<\/p>\n<p>    Rechenzentren statt Braunkohle<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Noch vor dem Treffen musste ich eine Vertraulichkeitsvereinbarung unterschreiben&#8220;, erz\u00e4hlt der B\u00fcrgermeister. Erst beim Treffen selbst erf\u00e4hrt er, wer da in seiner Stadt investieren will: Microsoft. &#8222;In so einem Moment kann man als B\u00fcrgermeister sein Gl\u00fcck kaum fassen&#8220;, erz\u00e4hlt der SPD-Politiker.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nBedburg liegt zwischen K\u00f6ln und Aachen, lange Jahre lebte die Stadt vom Braunkohletagebau. Seit klar war, dass Deutschland aus der Kohleverstromung aussteigen will, suchte B\u00fcrgermeister Solbach nach wirtschaftlichen Alternativen. Mit m\u00e4\u00dfigem Erfolg. Dann kam Microsoft mit den Pl\u00e4nen, Rechenzentren in der Region zu bauen.<\/p>\n<p>    &#8222;Wie die Verk\u00fcndung des neuen Testaments&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nHeute kann sich Bedburg kaum retten vor Anfragen von Tech-Unternehmen, die Standorte er\u00f6ffnen wollen. Microsoft hat eine Sogwirkung. &#8222;Die Ansiedlung von Microsoft ist f\u00fcr unsere Region wie die Verk\u00fcndung des neuen Testaments&#8220;, schw\u00e4rmt Solbach.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nStatt von Kohle will Bedburg k\u00fcnftig von den Rechenzentren leben, die in der Stadt entstehen sollen. Der B\u00fcrgermeister rechnet mit 300 bis 400 Arbeitspl\u00e4tzen, die Microsoft schaffen wird. Nicht wenig f\u00fcr einen Ort mit 26.000 Einwohnern, aber weit entfernt von den \u00fcber 3.000 Arbeitspl\u00e4tzen in der Kohle, die es noch vor kurzem in Bedburg gab. &#8222;Wir hoffen, dass andere Technologieunternehmen, die sich jetzt ansiedeln, zus\u00e4tzliche Arbeitspl\u00e4tze schaffen&#8220;, sagt der B\u00fcrgermeister.<\/p>\n<p>    Der &#8222;goldene K\u00e4fig&#8220; von Microsoft<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nWas f\u00fcr Bedburg ein Segen ist, betrachtet Informatik-Professor Harald Wehnes als Fluch f\u00fcr Deutschland. &#8222;Die Abh\u00e4ngigkeit von Microsoft hat eine neue Dimension erreicht&#8220;, so Wehnes, der an der Universit\u00e4t W\u00fcrzburg lehrt. Mit seinem Windows-Betriebssystem und Office-Programmen wie Word beherrscht das Unternehmen bereits die privaten und dienstlichen Computer des Landes. Hinzu kommt das Cloud-Gesch\u00e4ft, in dem Microsoft zusammen mit den US-Techriesen Amazon und Google den Markt dominiert.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Cloud ist ein digitaler Zentralspeicher, in dem via Internet Daten abgelegt werden, unabh\u00e4ngig von der Festplatte einzelner Computer. Unter anderem f\u00fcr das &#8222;Cloud Computing&#8220; werden gro\u00dfe Rechenzentren gebraucht, wie sie zum Beispiel in Bedburg entstehen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Microsoft versucht mit allen Mitteln, seine Nutzer in die eigene Cloud zu bringen&#8220;, so Wehnes. &#8222;Wenn man da einmal drinsteckt, kommt man nicht mehr\u00a0so leicht\u00a0raus.&#8220; Er spricht von einem &#8222;goldenen K\u00e4fig&#8220;, in den sich Deutschland und Europa begeben h\u00e4tten. Microsoft k\u00f6nne Preise diktieren; au\u00dferdem bef\u00fcrchtet er, dass die US-Regierung auf Daten zugreifen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>    Neue Abh\u00e4ngigkeit durch K\u00fcnstliche Intelligenz<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Abh\u00e4ngigkeit von Microsoft d\u00fcrfte sich durch den Einsatz von K\u00fcnstlicher Intelligenz weiter verst\u00e4rken. Das Unternehmen k\u00f6nnte dadurch noch viel st\u00e4rker in alle m\u00f6glichen Bereiche eindringen, warnt Antonio Kr\u00fcger, Leiter des Deutschen Forschungszentrums f\u00fcr K\u00fcnstliche Intelligenz. &#8222;Microsoft k\u00f6nnte k\u00fcnftig in jeder deutschen Werkzeugmaschine stecken&#8220;, so Kr\u00fcger. Denn KI-Modelle werden zunehmend auch in der Industrieproduktion eingesetzt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAngesichts der ver\u00e4nderten politischen Ausrichtung der USA drohen neue Gefahren. &#8222;Es besteht ein gewisses Risiko, dass Donald Trump uns den Technologiehahn zudreht&#8220;, sagt KI-Forscher Kr\u00fcger. Er pl\u00e4diert deshalb daf\u00fcr, in ein europ\u00e4isches \u00d6kosystem f\u00fcr K\u00fcnstliche Intelligenz zu investieren.<\/p>\n<p>    Z\u00f6lle gegen Microsoft?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nF\u00fcr Harald Wehnes hat die aktuelle Diskussion um den US-Pr\u00e4sidenten auch etwas Gutes. &#8222;Bisher fehlte der Druck, sich von Microsoft unabh\u00e4ngig zu machen&#8220;, so der Informatiker. Durch Trump sei ein neues Bewusstsein entstanden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Die \u00f6ffentliche Verwaltung sollte gezielt auf europ\u00e4ische Produkte setzen&#8220;, schl\u00e4gt Wehnes vor. In Deutschland biete zum Beispiel die Schwarz-Gruppe Cloud-Dienste an. Das Unternehmen ist vor allem wegen seiner Supermarkt-Ketten Kaufland und Lidl bekannt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAu\u00dferdem fordert Wehnes Strafz\u00f6lle auf digitale Produkte und Dienstleistungen aus den USA. Dabei gehe es nicht darum, Unternehmen wie Microsoft aus dem europ\u00e4ischen Markt auszuschlie\u00dfen, aber es brauche eben mehr Wettbewerb.<\/p>\n<p>    B\u00fcrgermeister bezeichnet Zusammenarbeit als vertrauensvoll<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Diskussion \u00fcber Trump und seinen Umgang mit Europa hat auch Bedburg erreicht. Er blicke mit Sorge auf die Entwicklungen in den USA, sagt B\u00fcrgermeister Solbach. Andererseits sei die bisherige Zusammenarbeit mit Microsoft sehr vertrauensvoll und verl\u00e4sslich gewesen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAu\u00dferdem verweist Solbach auf die Amtseinf\u00fchrung von Donald Trump. Anders als die Bosse von Meta, Google, Apple oder Amazon sei der Chef von Microsoft nicht vor Ort gewesen. &#8222;Das zeigt doch, wo das Unternehmen steht&#8220;, sagt der B\u00fcrgermeister. Allerdings: Microsoft hat die Feierlichkeiten zur Amtseinf\u00fchrung, wie andere Tech-Unternehmen auch, mit einer Geldspende unterst\u00fctzt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"hintergrund Stand: 04.04.2025 18:54 Uhr Microsoft feiert seinen 50. Geburtstag. 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