{"id":888160,"date":"2026-03-22T14:08:18","date_gmt":"2026-03-22T14:08:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/888160\/"},"modified":"2026-03-22T14:08:18","modified_gmt":"2026-03-22T14:08:18","slug":"prenzlauer-berg-berlin-mieter-sehen-verdraengung-durch-moebliertes-wohnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/888160\/","title":{"rendered":"Prenzlauer Berg \u2013 Berlin: Mieter sehen Verdr\u00e4ngung durch m\u00f6bliertes Wohnen"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" id=\"img319896\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/319896.jpeg\" alt=\"Blick von der Sch\u00f6nhauser Allee in die Buchholzer Stra\u00dfe\"\/><\/p>\n<p>Blick von der Sch\u00f6nhauser Allee in die Buchholzer Stra\u00dfe<\/p>\n<p>Foto: IMAGO\/Seeliger<\/p>\n<p><a data-id=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1186866.mietenwahnsinn-berlin-pankow-facetten-der-verdraengung.html\" data-type=\"link\" href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1186866.mietenwahnsinn-berlin-pankow-facetten-der-verdraengung.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Aufgebrachte Mieter*innen aus Prenzlauer Berg<\/a> wollen sich <a data-id=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1195115.mietenwahnsinn-doppelt-grauer-wohnungsmarkt-in-berlin.html\" data-type=\"link\" href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1195115.mietenwahnsinn-doppelt-grauer-wohnungsmarkt-in-berlin.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">\u00bbWohnraum zur\u00fcckholen\u00ab<\/a>. So steht es auf einem gro\u00dfen Transparent, das sie am Freitagnachmittag auf einem Protestspaziergang zeigten. Noble Restaurants, Weinlokale und Biol\u00e4den pr\u00e4gen das Bild der Kieze, durch die die Demonstration f\u00fchrte.<\/p>\n<p>Die Teilnehmer*innen sind unzufrieden mit den Mietverh\u00e4ltnissen in dem Stadtteil. \u00bbStatt mit unbefristeten Vertr\u00e4gen werden die <a data-id=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1195745.mietenwahnsinn-moeblierter-mietwucher-bezirk-geht-gegen-moebliertes-wohnen-vor.html\" data-type=\"link\" href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1195745.mietenwahnsinn-moeblierter-mietwucher-bezirk-geht-gegen-moebliertes-wohnen-vor.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Wohnungen m\u00f6bliert und oft zu astronomischen Preisen<\/a> auf Zeit vermietet\u00ab, sagte Sebastian vom B\u00fcndnis Pankow gegen Verdr\u00e4ngung. Damit werde nicht nur der Mietspiegel unterlaufen, sondern auch die Nachbarschaften ver\u00e4ndert. Die Verdr\u00e4ngung von unbefristeten Mietverh\u00e4ltnissen durch m\u00f6bliertes Wohnen auf Zeit sei ein stadtweites Problem. Laut Angaben von Pankow gegen Verdr\u00e4ngung w\u00fcrden dem regul\u00e4ren Berliner Wohnungsmarkt so j\u00e4hrlich 20\u2009000 Wohnungen entzogen. 20\u2009000 Wohnungen \u2013 so viele m\u00fcssten in Berlin j\u00e4hrlich eigentlich neu gebaut werden, um den Bedarf in der Stadt zu decken.<\/p>\n<p>\u00bbWas hier stattfindet, ist soziale Verwahrlosung. Nicht nur die H\u00e4user werden runtergewirtschaftet, auch die Nachbarschaft verliert jeden Zusammenhalt\u00ab, klagte Hanna Rose, eine Mieterin, die seit Jahrzehnten in dem Stadtteil wohnt.<\/p>\n<p>\u00dcber \u00e4hnliche Erfahrungen berichteten am Freitagnachmittag Mieter*innen aus der Stargarder Stra\u00dfe 73 und der Raumer Stra\u00dfe 29. Auch dort dominierten befristete Mietvertr\u00e4ge. Einige Bewohner*innen, Altmieter*innen mit noch unbefristeten Vertr\u00e4gen, schilderten Schwierigkeiten, sich mit ihren neuen Nachbar*innen \u00fcber die Probleme in den H\u00e4usern auszustauschen. Die neuen Nachbar*innen, die f\u00fcr eine begrenzte Zeit in die m\u00f6blierten Wohnungen einziehen, w\u00fcrden kein Deutsch sprechen. Andere Mieter*innen betonten, dass man trotzdem versuchen m\u00fcsse zusammenzustehen, sich nicht in Alt- und Neumieter*innen spalten zu lassen.<\/p>\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p>&#13;<\/p>\n<p>20\u2009000 Wohnungen m\u00fcssten j\u00e4hrlich neu gebaut werden. 20\u2009000 Wohnungen gehen dem Markt jedes Jahr durch m\u00f6bliertes Wohnen verloren.<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#8211;<\/p><\/blockquote>\n<p>Dass man sich gemeinsam wehren kann, f\u00fchrten zwei junge M\u00e4nner vor Augen, die in der Buchholzer Stra\u00dfe, dem Startpunkt der Demo, eine m\u00f6blierte Wohnung auf Zeit gemietet hatten. \u00dcber das B\u00fcndnis Pankow gegen Verdr\u00e4ngung machten sie ihre Mietgeschichte \u00f6ffentlich. So stellte sich heraus, dass die Wohnungseigent\u00fcmer mit zwei Mietvertr\u00e4gen hantierten. Dem Bezirksamt pr\u00e4sentierten sie einen unbefristeten Mietvertrag, w\u00e4hrend die Mieter*innen einen Zeitmietvertrag unterzeichnen sollten. Der Pankower Bezirksstadtrat f\u00fcr Stadtentwicklung Cornelius Bechtler (Gr\u00fcnen) k\u00fcndigte eine Anzeige wegen Betrugs an.<\/p>\n<p>Das Beispiel f\u00fchrt aber auch das Risiko vor Augen, dass widerst\u00e4ndige Mieter*innen eingehen: Die beiden mutigen M\u00e4nner haben mittlerweile eine K\u00fcndigung erhalten.<\/p>\n<p>Das Anliegen des Kiezspaziergangs stie\u00df in der Nachbarschaft auf viel Zustimmung. Mussten die Mietrebell*innen anfangs noch auf den Fu\u00dfg\u00e4ngerweg gehen, konnten sie wegen reger Teilnahme bald auf die Fahrbahn wechseln.<\/p>\n<p>Der Protestspaziergang im Prenzlauer Berg war der Auftakt der diesj\u00e4hrigen Housing Action Days in Berlin. Damit machen Aktivist*innen und Mieter*innen-Organisationen und Slum-Bewohner*innen europaweit auf die Entwicklungen, Probleme und L\u00f6sungen um das Recht auf Wohnen aufmerksam.<\/p>\n<p>In Berlin sind in den kommenden Tagen in unterschiedlichen Stadtteilen Aktionen geplant. Darunter am Dienstag eine \u00bbRollkoffer-Demo\u00ab in Friedrichshain, um auf die Zunahme von Ferienwohnungen in dem Kiez aufmerksam zu machen. Von Donnerstag bis Freitag findet vor dem Roten Rathaus eine Mahnwache gegen Obdachlosigkeit und Zwangsr\u00e4umungen statt. Im Rahmen der Aktion soll es auch Diskussionen und Konzerte geben. Die Aktion wird von wohnungs- oder obdachlosen Menschen organisiert.<\/p>\n<p>Am Samstag soll ebenfalls vor dem Roten Rathaus eine Demonstration Solidarit\u00e4t mit den Bewohner*innen der Habersaathstra\u00dfe 40-48 ausdr\u00fccken. Der Eigent\u00fcmer will die gut erhaltenen H\u00e4user abrei\u00dfen lassen. Seit vier Monaten m\u00fcssen sind Heizung und Warmwasser abgestellt. Um zu verhindern, dass in dem H\u00e4userkomplex weiterhin Wohnraum vernichtet wird, fordern die Organisator*innen der Demo, das Geb\u00e4ude in Landeseigentum zu \u00fcberf\u00fchren.<\/p>\n<p>\u00bbDie Aktionswoche soll auch dazu dienen, dass sich die Mieter*innen aus den unterschiedlichen H\u00e4usern und Kiezen gegenseitig kennenlernen und unterst\u00fctzen\u00ab, sagt Kim Meyer vom B\u00fcndnis gegen Verdr\u00e4ngung und Mietenwahnsinn. Dort beginnt jetzt schon die Vorbereitung f\u00fcr eine berlinweite Gro\u00dfdemonstration, die in diesem Jahr am 5. September vor dem Roten Rathaus beginnen soll. Zwei Wochen vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus wollen die Berliner Mietrebell*innen zeigen, dass sie weiterhin au\u00dferparlamentarischen Druck entfalten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-ppi-ndarticlecommet\">Eine \u00dcbersicht \u00fcber die Termine, die im Rahmen der Housing Action Days in Berlin stattfinden, findet sich <a data-id=\"https:\/\/www.mietenwahnsinn.info\/2026\/housing-action-days-2026\/\" data-type=\"link\" href=\"https:\/\/www.mietenwahnsinn.info\/2026\/housing-action-days-2026\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">hier<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Blick von der Sch\u00f6nhauser Allee in die Buchholzer Stra\u00dfe Foto: IMAGO\/Seeliger Aufgebrachte Mieter*innen aus Prenzlauer Berg wollen sich&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":888161,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[296,29,30,7134,530,1463],"class_list":{"0":"post-888160","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-berlin","9":"tag-deutschland","10":"tag-germany","11":"tag-mieten","12":"tag-pankow","13":"tag-wohnen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116273224908884516","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/888160","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=888160"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/888160\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/888161"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=888160"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=888160"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=888160"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}