{"id":893905,"date":"2026-03-24T20:41:14","date_gmt":"2026-03-24T20:41:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/893905\/"},"modified":"2026-03-24T20:41:14","modified_gmt":"2026-03-24T20:41:14","slug":"schicksalsschlag-mit-58-jahren-warmbronner-laesst-sich-vom-schlaganfall-nicht-unterkriegen-ich-kaempfe-weiter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/893905\/","title":{"rendered":"Schicksalsschlag mit 58 Jahren: Warmbronner l\u00e4sst sich vom Schlaganfall nicht unterkriegen: \u201eIch k\u00e4mpfe weiter\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Uwe Fr\u00fchwald steht mitten im Leben, als er einen schweren Schlaganfall erleidet. Seine Genesung verdankt der 58-J\u00e4hrige auch einer besonderen Reha-Station der Kliniken Schmieder.<\/p>\n<p>Als Uwe Fr\u00fchwald am 29. August 2025 in den Tag startet, ahnt er nicht, dass bald ein Schicksalsschlag sein bisheriges Leben zerst\u00f6rt. Er, passionierter Busfahrer aus dem Leonberger Teilort Warmbronn und viel unterwegs, hatte Urlaub und ging gerade noch seiner zweiten Leidenschaft nach. \u201eIch habe Brot im Keller gebacken\u201c, erz\u00e4hlt Uwe Fr\u00fchwald. Dass mit ihm etwas nicht stimmte, bemerkte die Tochter. \u201ePapa, dein Mundwinkel h\u00e4ngt\u201c, sagte sie.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst wurde der 58-J\u00e4hrige in Sindelfingen im Schlaganfallzentrum behandelt. In der Nacht verschlechterte sich sein Zustand, er kam nach <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Stuttgart\" title=\"Stuttgart\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Stuttgart<\/a> auf die Intensivstation des Katharinenhospitals. \u201eAuf den Anblick hat uns keiner vorbereitet\u201c, sagt die Ehefrau Anette Fr\u00fchwald: Ger\u00e4te und Schl\u00e4uche hielten ihren Mann am Leben. Er sei k\u00fcnstlich beatmet als auch ern\u00e4hrt worden. In seinem Gehirn seien \u201elauter Embolien\u201c gewesen, verstopfte Blutgef\u00e4\u00dfe.<\/p>\n<p>Die Prognose der \u00c4rzte nach dem <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Schlaganfall\" title=\"Schlaganfall\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Schlaganfall<\/a> war \u201eein Schock\u201c <\/p>\n<p>Die Prognose der \u00c4rzte ersch\u00fctterte Anette Fr\u00fchwald. \u201eSie sagten, sollte er wieder aufwachen, sei er halbseitig gel\u00e4hmt, k\u00f6nne nicht schlucken und nicht sprechen. Das war ein Schock.\u201c Diese Zeit erlebte die 58-J\u00e4hrige wie in Trance. Die Bedeutung, das Ausma\u00df dessen, was die \u00c4rzte ihr \u00fcber den Zustand ihres Mannes mitteilten, sei ihr erst sp\u00e4ter bewusst geworden. Und was bis dato kaum ein Thema zwischen den Eheleuten war, war nun pr\u00e4senter denn je.<\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/media.media.11feb2ce-a4d5-43c9-9f09-af1689b0c7f8.original1024.media.jpeg\"\/>     Auf der Satellitenstation der Kliniken Schmieder in Stuttgart liegen Patienten mit schwersten neurologischen Erkrankungen.    Foto: Kliniken Schmieder    <\/p>\n<p>Der Schlaganfall rei\u00dft die Familie mitten aus dem Leben. Auf einen solchen Schicksalsschlag war sie nicht vorbereitet. So gab es auch keine Patientenverf\u00fcgung. \u201eEs st\u00fcrzt alles auf einmal ein. Ich wusste nur, dass mein Mann kein Pflegefall h\u00e4tte werden wollen\u201c, sagt Anette Fr\u00fchwald. Sie habe \u00fcber Leben und Tod entscheiden sollen, sich \u00fcber die Beerdigung ihres Mannes Gedanken gemacht. Doch es kam anders.<\/p>\n<p>Nach einigen Tagen erwachte Uwe Fr\u00fchwald. \u201eEr hat reagiert, und langsam kam die Sprache zur\u00fcck. Das rechte Bein funktionierte\u201c, berichtet Anette Fr\u00fchwald. Es gab Hoffnung. Uwe Fr\u00fchwald selbst erinnert sich nicht mehr daran, was passierte, nachdem er an jenem Augusttag sein Haus verlassen hatte.<\/p>\n<p>Bald wurde er auf die Satellitenstation der Kliniken Schmieder verlegt. Diese besondere Station f\u00fcr Fr\u00fchrehabilitation im <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Klinikum_Stuttgart\" title=\"Klinikum Stuttgart\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Klinikum Stuttgart<\/a> will schwerstkranke Schlaganfallpatienten noch besser versorgen. Behandelt werden auch Menschen mit anderen schwersten neurologischen Erkrankungen wie Sch\u00e4del-Hirn-Trauma und Hirntumoren. Eike-Carsten Rahne, Facharzt f\u00fcr Neurologie, leitet die Satellitenstation mit aktuell 28 Betten. Er spricht von einer einzigartigen Kooperation; die Akutstation \u2013 die Stroke Unit des Klinikums \u2013 sei mit der direkt angekoppelten Rehastation eng verzahnt. \u201eDie sektoren\u00fcbergreifende Behandlung hat f\u00fcr die Patientinnen und Patienten viele Vorteile.\u201c<\/p>\n<p>Kurze Wege in Stuttgart sparen wertvolle Zeit nach einem Schlaganfall <\/p>\n<p>Die kurzen Wege in Stuttgart sparen nicht nur Geld f\u00fcr teure Krankentransporte von Intensivstationen zu Rehakliniken \u2013 sondern auch wertvolle Zeit: Je fr\u00fcher ein Patient nach der akut- beziehungsweise intensivmedizinischen Versorgung mit der Fr\u00fchreha beginnt, desto besser sind seine Heilungschancen. Und geht es einem Patienten schlechter, ist er bei Bedarf ruckzuck wieder auf der Intensivstation. Oder in einer der Fachabteilungen wie dem Neurozentrum. Eine weitere Besonderheit der Satellitenstation ist laut Rahne die M\u00f6glichkeit, Patienten dort zu beatmen \u2013 bis zu acht gleichzeitig.<\/p>\n<p>Wer auf der Satellitenstation liegt, ist auf Pflege angewiesen. Was von nur kurzer Dauer sein soll. Eike-Carsten Rahne sagt: Das Ziel ist, mit dem Patienten zu kommunizieren und ihn aus der liegenden in die sitzende Position, den Rollstuhl, zu bekommen. \u201eDie Fr\u00fchreha soll zur aktiven Reha bef\u00e4higen.\u201c Im Schnitt bleiben die Patienten sechs Wochen auf der Satellitenstation.<\/p>\n<p> \u201eBlo\u00df im Rollstuhl zu sitzen, war furchtbar\u201c <\/p>\n<p>Uwe Fr\u00fchwald war dort bis Mitte November. Es sei recht z\u00fcgig gegangen, da durften sie gemeinsam nach drau\u00dfen, erz\u00e4hlt seine Frau. \u201eEs war wichtig, dass er aus dem Bett rauskommt.\u201c Am Anfang waren die \u00dcberwachungsger\u00e4te noch st\u00e4ndige Begleiter. \u201eBlo\u00df im Rollstuhl zu sitzen, war furchtbar\u201c, sagt Uwe Fr\u00fchwald. \u201eGut schw\u00e4tzen\u201c habe er indes immer k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>   <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/media.media.a5665a32-6ca3-4ecc-a76c-fbd36f2dc724.original1024.media.jpeg\"\/>     Eike-Carsten Rahne, Facharzt f\u00fcr Neurologie, leitet die Satellitenstation.    Foto: Kliniken Schmieder    <\/p>\n<p>Mit dem Rollator zu laufen lernt Uwe Fr\u00fchwald in den Kliniken Schmieder in <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Gerlingen\" title=\"Gerlingen\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Gerlingen<\/a> in der n\u00e4chsten Rehaphase. Eine Herausforderung, denn nach Monaten im Bett und Rollstuhl fehlen Muskeln und Kraft. Beides trainiert er nach wie vor. \u201eAuf einmal ging\u2019s mit dem Hochziehen an der Haltestange und dem Hinstehen. Da bin ich richtig gl\u00fccklich gewesen\u201c, sagt Uwe Fr\u00fchwald, der auch ohne Rollator immer sicherer l\u00e4uft. Die rechte Hand, die kann noch nicht so, wie sie soll: Uwe Fr\u00fchwald muss wieder lernen, sich ein Br\u00f6tchen zu schmieren oder es zu schneiden. Er sch\u00fcttelt den Kopf. \u201eNicht zu fassen, dass man so was verlernen kann.\u201c Seit Anfang Februar ist er zuhause. Unterst\u00fctzung erh\u00e4lt das Ehepaar durch die Sozialstation.<\/p>\n<p> \u201eDie Satellitenstation war unser Gl\u00fcck\u201c, sagt Anette Fr\u00fchwald <\/p>\n<p>Die Satellitenstation \u201ewar unser Gl\u00fcck\u201c, sagt Anette Fr\u00fchwald r\u00fcckblickend. Ohne den Aufenthalt w\u00e4re ihr Mann nie so weit genesen wie jetzt. Der Leiter Eike-Carsten Rahne sieht das genauso: Uwe Fr\u00fchwald habe \u201ein besonderer Weise\u201c profitiert. Sektor\u00fcbergreifendes und internes Teamwork und eine ausgepr\u00e4gte Interdisziplinarit\u00e4t auf der Satellitenstation sowie sp\u00e4ter in Gerlingen h\u00e4tten den Erfolg in der komplexen Schlaganfallbehandlung erheblich mit bef\u00f6rdert.<\/p>\n<p>Uwe Fr\u00fchwald macht t\u00e4glich Fortschritte. \u201eKeiner wei\u00df, wie weit er kommt\u201c, sagt seine Frau. 20 Tabletten schluckt er jeden Tag, die sollen auch weniger werden. \u201eIch k\u00e4mpfe weiter. Den Willen habe ich\u201c, sagt Uwe Fr\u00fchwald. Er hat sich einiges vorgenommen: Seinem Kumpel wieder in der Landwirtschaft helfen, Schlepper fahren \u2013 und backen. \u201eEs tut mir weh, dass vieles nicht mehr geht\u201c, sagt Uwe Fr\u00fchwald. Am meisten schmerze ihn, dass er wohl nie wieder seinen geliebten Job als Busfahrer aus\u00fcben wird.<\/p>\n<p> Schlaganfall kann jeden treffen <\/p>\n<p class=\"infobox\"> <strong>Satellitenstation<\/strong><br \/>Die Kliniken Schmieder sind nach eigenen Angaben der gr\u00f6\u00dfte Anbieter neurologischer Rehabilitation in Baden-W\u00fcrttemberg. Die Satellitenstation f\u00fcr Fr\u00fchrehabilitation \u00f6ffnete im Oktober 2018 im Klinikum Stuttgart, dem gr\u00f6\u00dften Maximalversorger im Land, nachdem durch die Zusammenlegung von Fachabteilungen die Kapazit\u00e4t von 20 Betten geschaffen wurde. Diese \u00fcbernahmen die Kliniken Schmieder. Auf der Satellitenstation arbeiten unter anderem zw\u00f6lf \u00c4rzte. Mehr als die H\u00e4lfte der Patienten hatte einen Schlaganfall. Sie sind vor allem aus dem Gro\u00dfraum Stuttgart und werden meist direkt von den Intensiv- und \u00dcberwachungsstationen im <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Katharinenhospital\" title=\"Katharinenhospital\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Katharinenhospital<\/a> \u00fcbernommen. Etwas mehr als die H\u00e4lfte kommt in die n\u00e4chste Rehaphase.<\/p>\n<p class=\"infobox\"> <strong>Schlaganfall<\/strong><br \/>In Deutschland haben jedes Jahr circa 270.000 Menschen einen Schlaganfall. Das Klinikum Stuttgart versorgt j\u00e4hrlich rund 1600 Betroffene. \u201eEs kann jeden treffen\u201c, sagt der Satellitenstation-Leiter Eike-Carsten Rahne, Jahrgang 1978. Seine Patienten seien 18 bis 97 Jahre alt. Schlaganf\u00e4lle entstehen, wenn aufgrund von Durchblutungsst\u00f6rungen im Gehirn Gef\u00e4\u00dfe verstopfen, dann wird das Areal dahinter nicht mehr versorgt. Auch gibt es sogenannte blutige Schlaganf\u00e4lle etwa durch Hirnblutungen. Ursachen k\u00f6nnen zum Beispiel Bluthochdruck, Arteriosklerose (Arterienverkalkung) und Diabetes sein. Manchmal so Rahne, bleiben die Gr\u00fcnde f\u00fcr einen Schlaganfall unklar.<\/p>\n<p class=\"infobox\"> <strong>Zeit<\/strong><br \/>Bei einem Schlaganfall ist \u201eZeit Hirn\u201c: Bis zu viereinhalb Stunden nach einem Schlaganfall sei noch etwas zu retten. \u201eDie Prognose verschlechtert sich von Minute zu Minute\u201c, sagt Eike-Carsten Rahne. Einseitige L\u00e4hmungen, Sprachst\u00f6rungen, h\u00e4ngende Mundwinkel und Schwindel k\u00f6nnen Symptome f\u00fcr einen Schlaganfall sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Uwe Fr\u00fchwald steht mitten im Leben, als er einen schweren Schlaganfall erleidet. 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